Vermögenswirksame Leistungen

So lohnt sich VL-Sparen richtig

Das Wichtigste in Kürze

  • Vermögenswirksame Leistungen sind zusätzliches Geld vom Arbeitgeber, das Sie zum Vermögensaufbau nutzen sollten.
  • Der Höchstbetrag, den Ihr Chef für vermögenswirksame Leistungen (VL) bezahlt, beträgt 40 Euro im Monat. Die genaue Höhe ist meist im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt.
  • Bei der Anlage des Geldes haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Anlageformen. Die wichtigsten sind Banksparpläne, Bausparverträge und Fondssparpläne und die Tilgung Ihrer Baufinanzierung.
  • Innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen erhalten Sie zusätzlich Geld vom Staat in Form der Arbeitnehmersparzulage. Bei einem Bausparvertrag können Sie zusätzlich die Wohnungsbauprämie beantragen.
  • Zahlt der Arbeitgeber weniger als 40 Euro, lohnt es sich, den Sparbeitrag privat aufzustocken, um die Förderung zu erhalten.
  • Der Sparbetrag wird frühestens nach sieben Jahren ausgezahlt. Auch staatliche Prämien erhalten Sie erst am Ende der Laufzeit.

So gehen Sie vor

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob Ihnen vermögenswirksame Leistungen laut Arbeits- oder Tarifvertrag zustehen.
  • Prüfen Sie dann, ob Ihr Einkommen innerhalb der Grenzen für die Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie liegt.
  • Wählen Sie die passende Anlageform: Tilgung eines Teils der privaten Baufinanzierung, Bausparvertrag, Fondssparplan oder Banksparplan.

Wenn Sie Ihr Geld sicher anlegen wollen, wählen Sie einen der folgenden Banksparpläne.

  • VL-Banksparplan Degussa Bank: Basiszins 0,05 Prozent, erwartete Rendite 3,3 Prozent im Jahr
  • VL-Banksparplan ING-Diba: 1,0 Prozent Zinsen im Jahr

Für eine VL-Fondssparplan sind Sie hier am besten aufgehoben:

  • VL-Fondssparplan bei Ebase über Comdirect
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Vermögenswirksame Leistungen, auch bekannt als VL oder VwL, sollen Arbeitnehmern dabei helfen, Vermögen aufzubauen. Dazu können Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Richter oder Soldaten vom Arbeitgeber bis zu 40 Euro im Monat erhalten. Die vermögenswirksamen Leistungen sind freiwillige Leistungen des Arbeitgebers, die aber für viele Berufe im Tarifvertrag garantiert werden.

Vermögenswirksame Leistungen können Sie in eine Vielzahl von neuen oder bereits bestehenden Verträgen einzahlen: von der laufenden Baufinanzierung über einen Bausparvertrag oder Banksparplan bis zu einem Aktienfondssparplan. Bei den beiden Sparplänen ist darauf zu achten, dass diese auch für VL-Sparen geeignet sind.

Grundsätzlich schließt der Arbeitnehmer einen VL-Vertrag ab und legt seinem Arbeitgeber eine Bestätigung über diesen Vertrag vor. Der Arbeitgeber zahlt dann den zugesagten Betrag in den Vertrag ein.

Verträge für vermögenswirksame Leistungen laufen in der Regel sieben Jahre – sechs davon sind Jahre mit Einzahlungen, das siebte ist ein Ruhejahr. Nach dem sechsten Jahr können Sie bereits den nächsten Vertrag beginnen. Der Anbieter informiert Sie in der Regel automatisch über den nahenden Ablauf und bietet einen neuen Vertrag an. Nach Ablauf des Vertrags steht das Guthaben entweder für Ihre persönlichen Wünsche oder für Ihre Altersvorsorge zur Verfügung. Bei der Bauspar-Variante ist es etwas anders: In diese Verträge müssen sieben Jahre lang Beiträge fließen.

Staatliche Förderung macht VL noch attraktiver

Zusätzlich zum Arbeitgeber beteiligt sich auch der Staat an der Vermögensbildung. Wer bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreitet (siehe Tabelle unten), erhält im ersten Schritt die Arbeitnehmersparzulage. Ausschlaggebend dafür ist nicht das Bruttoeinkommen, sondern das zu versteuernde Einkommen. Gerade bei Familien mit Kindern ist das zu versteuernde Einkommen aufgrund der steuerlichen Freibeträge deutlich niedriger als das Bruttoeinkommen. Auch wer beim Bruttogehalt über den Einkommensgrenzen liegt, sollte also auf jeden Fall prüfen, ob er die Förderung erhalten kann. Die genaue Höhe des zu versteuernden Einkommens können Sie Ihrem Steuerbescheid entnehmen. Der Staat zahlt, wenn Sie das Geld in einen VL-Fondssparplan oder Bausparvertrag anlegen. Auch die Tilgung einer Baufinanzierung fördert der Staat.

Die genauen Bedingungen regelt das Fünfte Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG). Als Bausparer können Sie zusätzlich die Wohnungsbauprämie erhalten. Weitere Informationen zur staatlichen Förderung der Vermögensbildung finden Sie hier.

Förderbeträge und Einkommensgrenzen

Anlageform staatliche Förderung   maximales zu versteuerndes Einkommen (Ehepaare doppelte Beträge) Höhe der Förderung im Jahr (Ehepaare doppelte Werte)
Banksparplan keine      
Bausparvertrag Arbeitnehmersparzulage   17.900 € 9 % der eingezahlten Summe, höchstens 43 €
  Wohnungsbauprämie   25.600 € 8,8 % der eingezahlten Summe, höchstens 45 €, VL werden nicht angerechnet
Tilgung eines Baukredits Arbeitnehmersparzulage   17.900 € 9 % der eingezahlten Summe, höchstens 43 €
Sparplan für Aktienfonds Arbeitnehmersparzulage   20.000 € 20 % der eingezahlten Summe, maximal 80 €

Stocken Sie die VL aus eigener Tasche auf

Erkundigen Sie sich zunächst bei Ihrem Arbeitgeber oder Betriebsrat, ob Sie Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben. Dieser Anspruch kann sich aus dem für Ihre Branche gültigen Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder aus Ihrem Arbeitsvertrag ergeben. Der maximale Betrag, den Sie als VL-Sparer erhalten, beträgt derzeit 40 Euro im Monat, also 480 Euro im Jahr. Idealerweise übernimmt Ihr Chef den kompletten Betrag.

Beispielrechnung
Angenommen, Sie schließen einen Banksparplan ab und erhalten pro Monat 40 Euro von Ihrem Chef. Nach sechs Jahren Einzahlung und einem Jahr Ruhezeit können Sie sich bei einer Verzinsung von 2 Prozent im Jahr über etwa 3.085 Euro freuen, über die Sie frei verfügen können.

Falls Sie von Ihrem Arbeitgeber nur geringe oder gar keine vermögenswirksamen Leistungen erhalten, können Sie die Beiträge aus der eigenen Tasche bezahlen. Das lohnt sich, wenn Sie Anspruch auf staatliche Förderung haben oder es bestimmte Mindestsparbeträge bei dem gewünschten VL-Produkt gibt. Abhängig vom jeweiligen Angebot können Sie entweder die vermögenswirksamen Leistungen auf 40 Euro aufstocken oder selbst Sparraten in beliebiger Höhe einzahlen.

Steuern und Sozialabgaben 

Vermögenswirksame Leistungen, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten, sind steuer- und sozialabgabenpflichtig. Denn sie steigern praktisch Ihr Bruttogehalt um die Höhe der VL. Ihr Arbeitgeber überweist den vollen VL-Betrag auf das Sparkonto, Sie bezahlen im Gegenzug über die Lohnabrechnung Steuern und Abgaben. Im Vergleich zum Zustand ohne vermögenswirksame Leistungen verringert sich also Ihr Nettogehalt geringfügig.

Die erwirtschafteten Kapitalerträge sind wie andere Geldanlagen auch steuerpflichtig. Wir empfehlen Ihnen, einen Freistellungsauftrag beim Anbieter Ihres VL-Sparplans einzurichten für das Jahr, in dem der Vertrag ausläuft. Achten Sie darauf, dass all Ihre Freistellungsaufträge zusammen die erlaubte Höchstsumme nicht überschreiten.

Sonderfall in einigen Branchen: Altersvorsorgewirksame Leistungen

In einigen Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie werden die vermögenswirksamen Leistungen in Form von sogenannten altersvorsorgewirksamen Leistungen (AVWL) gezahlt. Im Gegensatz zu den sonst üblichen vermögenswirksamen Leistungen können Sie nicht selbst bestimmen, wie das Geld angelegt wird. Seit November 2013 beträgt der geförderte Betrag für Arbeitnehmer dieser Branchen 26,59 Euro pro Monat (Auszubildende: 13,29 Euro). Das Geld muss für die betriebliche oder private Altersvorsorge aufgewendet werden. Mögliche Anlagearten sind ein Riester-Vertrag, eine arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung) oder eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente. Je nach Anlageart sparen Sie Steuern und Abgaben, die Sie andernfalls für die VL bezahlen müssten. So fallen etwa bei Entgeltumwandlung keine Steuern und Sozialabgaben auf die gezahlten Beiträge an.

Der Nachteil ist jedoch, dass Sie unabhängig von Ihrem Gehalt keinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage haben. Zudem erhalten Sie Ihr Geld erst im Rentenalter und müssen es dann versteuern. Dann allerdings wird Ihr Steuersatz voraussichtlich niedriger sein als heute.

Auch die Umwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge ist möglich

Steuern und Sozialabgaben auf die vermögenswirksamen Leistungen vermindern das Nettoeinkommen. Wer dies vermeiden möchte, kann mit seinem Arbeitgeber vereinbaren, den Betrag in eine betriebliche Altersvorsorge  einfließen zu lassen. Die Beiträge sind dann innerhalb der geltenden Grenzen frei von Steuer- und Sozialabgaben. Allerdings werden sie dann bei der Auszahlung im Alter fällig – bei den Beiträgen für die Kranken- und Pflegeversicherung sogar mit dem vollen Beitragssatz. Auch die staatliche Förderung über die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie entfällt bei diesem Weg. Und schließlich: Wie immer bei der Altersvorsorge mit Versicherungen fallen hohe Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten an. Wir beschränken uns daher auf die Beschreibung der vier traditionellen VL-Verträge.

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VL-Sparen: Vier Varianten zur Auswahl

Die beste Anlageform hängt von Ihrer Wohnsituation, Ihrem zu versteuernden Einkommen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Es gibt vier mögliche Varianten. Die Tilgung einer laufenden Baufinanzierung, ein Banksparplan und ein Bausparvertrag bieten sichere Erträge. Beim Fondssparplan kann der Wert des angesparten Kapitals dagegen schwanken. Bei der staatlichen Förderung punktet der Bausparvertrag mit der Wohnungsbauprämie. Der VL-Banksparplan wird dagegen nicht gefördert.

Variante 1: Baukredit abzahlen

Wer einen Baukredit hat, kann seine vermögenswirksamen Leistungen einfach auf das Darlehenskonto überweisen lassen. Da die Zinsen, die Sie für Ihr Darlehen zahlen, meist höher sind als die zu erzielenden Renditen anderer VL-Angebote, ist die Tilgung eine einfache und gut verzinste Form der Anlage. Allerdings ist es nicht bei jeder Bank möglich, vermögenswirksame Leistungen zur Tilgung zu nutzen.

Bei einer selbst genutzten Immobilie können Sie zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage beantragen.

Variante 2: Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist immer eine Kombination aus einem Sparplan und einem Kredit zur Immobilienfinanzierung. Wenn Sie kein Darlehen benötigen, können Sie den Bausparvertrag aber auch als reinen Sparplan zum Kapitalaufbau abschließen. Häufig erhalten Sie für den Verzicht auf das Darlehen einen Bonus in Form von höheren Zinsen. Ein Bauspar-Darlehen lohnt sich dagegen dann besonders, wenn die Zinsen seit dem Beginn des Vertrags gestiegen sind oder die Darlehenssumme anderweitig nur schwer zu beschaffen wäre.

Ein Bausparvertrag ist also erste Wahl, falls Sie

  • bereits eine Immobilie haben und ein Guthaben für spätere Renovierungen oder Modernisierungen ansparen möchten, oder
  • absehbar eine Immobilie kaufen oder bauen wollen.

Geht es Ihnen allein um die Verzinsung des Guthabens, so lohnt sich der Vergleich mit einem VL-Banksparplan.

Ein weiteres wichtiges Argument für den VL-Bausparvertrag ist die zusätzliche staatliche Förderung. Während der Staat mit der Arbeitnehmersparzulage die Vermögensbildung fördert, unterstützt er beim Bausparvertrag außerdem den Haus- oder Wohnungskauf: Für Bausparverträge zahlt er – innerhalb der Einkommensgrenzen für diese Förderung – zusätzlich die Wohnungsbauprämie. Die zweite staatliche Förderung gibt es aber nur für Sparbeiträge, die nicht bereits für die Arbeitnehmersparzulage verwendet wurden.

Wer also Anspruch auf die Wohnungsbauprämie hat, fährt mit dem Bausparvertrag deutlich besser als mit einem VL-Banksparplan. Allerdings müssen Sie dann auch eigenes Geld einzahlen, denn vermögenswirksamen Leistungen des Arbeitgebers sind bereits durch die Arbeitnehmersparzulage belegt. Ausnahme: Ihr Einkommen liegt genau zwischen den Grenzen für die beiden Förderungen.

Tipp

Jünger als 25 Jahre?

Wenn Sie bei Abschluss des Bausparvertrags jünger als 25 Jahre sind, erhalten Sie auch dann die Wohnungsbauprämie für die sieben Jahre Vertragslaufzeit, falls Sie das Geld nicht wohnungswirtschaftlich verwenden. Allerdings ist das nur ein einziges Mal möglich.

Für den Bausparvertrag gilt eine Mindestlaufzeit von sieben Jahren, sofern Sie staatliche Förderung erhalten. Sie müssen also keine Ruhezeit beachten. Frühestens sieben Jahre nach Abschluss des Vertrags können Sie das Darlehen in Anspruch nehmen oder sich das Guthaben auszahlen lassen.

Falls Sie den Vertrag über einen Online-Rechner einer Bausparkasse berechnen möchten, sollten Sie ein paar Eckdaten beachten: Die Laufzeit für das Darlehen ist entscheidend. Wenn Sie staatliche Förderungen beantragen wollen, wählen Sie eine Laufzeit von mindestens sieben Jahren. Dann empfehlen wir die Kombination aus vermögenswirksamen Leistungen (40 Euro) und eigenem Sparanteil. Bei einem Single mit Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie liegt dieser Eigenbeitrag dann bei 43 Euro, die Bausparsumme bei etwa 15.000 Euro.

Variante 3: der VL-Fondssparplan

Wer mehr Rendite sucht und sich der Kursschwankungen der Aktienmärkte bewusst ist, sollte sich für einen Fondssparplan entscheiden. Wegen der Veränderungen am Aktienmarkt steht der Auszahlbetrag dabei nicht von Anfang an fest. Nach Finanztip-Berechnungen hätte allerdings ein Sparplan über 100 Euro mit Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World in den vergangenen 15 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 5,5 Prozent erzielt.

Die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage sind bei dieser Anlageform etwas höher: 20.000 Euro bei Alleinstehenden, 40.000 Euro bei Ehepaaren. Die Förderung ist ebenfalls höher: 20 Prozent des einbezahlten Betrags, maximal jedoch 80 Euro im Jahr. Dieser Betrag ist bei einer Anlage von 400 Euro im Jahr oder etwa 33 Euro im Monat erreicht. Für Eheleute gelten die doppelten Summen.

Einen VL-Fondssparplan können Sie direkt in einer Bankfiliale anlegen lassen. Allerdings bezahlt Sie diesen Service meist mit vergleichsweise hohen Kosten. Günstigere Angebote machen die Direktbanken und Fondsvermittler. Für den Sparbeitrag werden Anteile an Investmentfonds gekauft, die dann in ein Depot bei einer Fondsbank – oder eben der vermittelnden Bank – verwahrt werden.

Tipp

Früher kündigen

Falls Sie keine Arbeitnehmersparzulage erhalten, sind Sie nicht an die Laufzeit von sechs Jahren plus ein Jahr Ruhezeit gebunden, sondern können Ihr VL-Depot ohne Nachteile auch vorzeitig kündigen. Eine Anlage für mehr als sieben Jahren ist immer möglich.

Sie müssen sich den Sparplan am Laufzeitende nicht in bar auszahlen lassen. Wir empfehlen Ihnen, nach Ablauf der Vertragslaufzeit den Sparplan im Depot zu belassen, falls die Börsenkurse in den letzten ein bis zwei Jahren vor Vertragsende stark gefallen sind. Die Kursverläufe der Vergangenheit zeigen, dass sich die Börsenkurse meist wieder erholen.

Den richtigen VL-Fondsparplan auswählen

Nicht alle in Deutschland erhältlichen Aktienfonds sind auch für die Anlage vermögenswirksamer Leistungen zugelassen. Anlageberater bewerben meist aktiv gemanagte Fonds, da diese eine hohe Verwaltungsgebühr verlangen und somit Provisionen an die Vermittler zahlen können. Wir raten grundsätzlich zu Indexfonds oder ETFs, also Fonds, die einen Aktienindex nachbilden. Auf den ersten Blick erscheint es zwar besser, wenn ein Aktienfonds von Spezialisten gemanagt wird; die Erfahrung zeigt aber, dass diese Fonds im Schnitt den Referenzindex, an dem sie sich messen, nicht schlagen können. Da sie auch noch höhere Verwaltungs- und Ausgabekosten haben als Indexfonds, sind sie nicht zu empfehlen.

Unter den zur Verfügung stehenden ETFs empfehlen wir Ihnen Fonds, die den Aktienindex MSCI World  Aktienindex abbilden. Er umfasst insgesamt 1.610 einzelne Aktien aus der ganzen Welt.

Von uns empfohlene VL-fähige Indexfonds sind der DB X-Trackers MSCI World Index UCITS ETF 1C (WKN DBX1MW, ISIN: LU0274208692) sowie der Comstage MSCI World TRN UCITS ETF (WKN: ETF110, ISIN: LU0392494562). Mit der Wertpapierkennnummer (WKN) und der internationalen Kennnummer ISIN können Sie den jeweiligen Indexfonds genau bezeichnen, wenn Sie den Sparplan anlegen.

Diese beiden Indexfonds auf den Index MSCI World legen die jährlich ausgeschütteten Dividenden gleich wieder an und zeichnen sich durch besonders niedrige Kosten aus. Die Verwaltungsgebühren liegen 0,2 Prozent (Comstage) beziehungsweise 0,45 Prozent (DB X-Trackers).

Für VL-Fonds benötigen Sie außerdem ein Wertpapierdepot, das VL-Sparpläne zulässt. Die einzige Depotbank, die auch Indexfonds für vermögenswirksame Leistungen anbietet, ist die Fondsbank Ebase. Da auch die Depotkosten und die Transaktionsentgelte vergleichsweise niedrig sind (12 Euro pro Jahr, 0,2 Prozent für Kauf und Verkauf), können wir sie zur Anlage empfehlen. Mehr als 90 VL-fähige Indexfonds stehen zur Auswahl.

So wählen Sie den Fondsvermittler und die Fondsbank

Allerdings können Sie einen Fondssparplan nicht direkt bei Ebase abschließen – Sie benötigen einen Vermittler. Ebase selbst schlägt vier Fondsdiscounter dafür vor, aber im Prinzip kann Ihnen jeder freie Finanzanlagenberater das Produkt vermitteln. Sie benötigen lediglich einen VL-Depotantrag. Nach dem Ausdrucken der Unterlagen müssen Sie sich dann mittels Postident-Verfahren legitimieren.

Neben dem Weg über die Vermittler gibt es noch eine andere Möglichkeit, an einen Ebase-Sparplan zu kommen, nämlich über die Schwester-Direktbank Comdirect. Diese bietet all ihren Kunden an, direkt über die Website einen solchen Sparplan einzurichten. Sie müssen also zunächst Kunde der Comdirect werden. Am einfachsten und kostenfrei geht dies, wenn Sie bei der Comdirect ein Tagesgeldkonto eröffnen.

VL-Fondssparplan bei Ebase über Comdirect
Vorab: Kunde werden mit Tagesgeldkonto

  • einfache Eröffnung des VL-Depots
  • Transaktionskosten von 0,2 % für die empfohlenen Indexfonds (ETF)
  • niedrige Verwaltungsgebühr von 0,20 bis 0,45 % pro Jahr für die empfohlenen Indexfonds (ETF)
  • 12 Euro Kosten pro Jahr für Depot bei Ebase
  • empfohlene ETFs: DB X-Trackers MSCI World Index UCITS ETF 1C (WKN DBX1MW / ISIN LU0274208692) und Comstage MSCI World TRN UCITS ETF (WKN: ETF110 / ISIN LU0392494562)
VL-Fondssparplan bei Ebase über Comdirect
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Variante 4: der Banksparplan

Ein Banksparplan lohnt sich, falls

  • Sie keinen Anspruch auf staatliche Förderungen haben und
  • Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen möglichst sicher anlegen wollen.

Um einen Banksparplan abzuschließen, eröffnen Sie bei der Bank Ihrer Wahl ein gesondertes Konto. Da es für Banksparer keine staatliche Förderung gibt, sind Sie nicht an die Mindestlaufzeit von sieben Jahren gebunden. Banken bieten Ihnen trotzdem oft Verträge mit einer siebenjährigen Laufzeit an. Sie erhalten bei den meisten Angeboten nur eine relativ geringe Grundverzinsung auf Ihre vermögenswirksamen Leistungen. Dafür bekommen Sie am Ende der Laufzeit einen satten Bonus von bis zu 14 Prozent der angesparten Beträge. Die Bank will so vermeiden, dass Sie den VL-Sparvertrag vorzeitig kündigen.

Die Rendite, die Sie beim VL-Sparen erzielen können, ist meist besser als für vergleichbare Anlageformen wie Festgeld. Da die Bonuszahlung am Ende der Laufzeit oft einen großen Anteil an der gesamten Rendite hat, sollten Sie den Vertrag möglichst nicht vorzeitig kündigen.

Es gibt nur relativ wenige bundesweit agierende Banken, die Sparpläne für vermögenswirksame Leistungen anbieten. Einige regionale Banken, beispielsweise die PSD-Banken, bieten auch Angebote zum VL-Sparen mit guten Konditionen an. Ein Vergleich mit unseren Empfehlungen kann sich also lohnen. Wir haben die im gesamten Bundesgebiet verfügbaren Angebote geprüft; es empfehlen sich nur die beiden folgenden Banken:

Degussa Bank

Das Guthaben wird beim VL-Sparen der Degussa Bank während der Ansparzeit mit einem variablen Zinssatz von derzeit 0,05 Prozent im Jahr verzinst. Am Ende der Laufzeit des Sparvertrags erhalten Kunden eine Bonuszahlung in Höhe von 14 Prozent des einbezahlten Guthabens. Das entspricht rund 403 Euro. Die Ansparzeit beträgt sechs Jahre. Der Bonus wird nach der Ruhezeit, die bis zum 31. Dezember im Jahr der letzten Einzahlung läuft, zusammen mit dem restlichen Guthaben ausbezahlt. Bei unverändertem Zinssatz erhalten Kunden am Ende der Laufzeit etwa 3.300 Euro. Die effektive Rendite liegt also bei 3,3 Prozent pro Jahr.

Sie können den VL-Sparplan der Degussa Bank online beantragen; dazu müssen Sie lediglich ein gebührenfreies Verrechnungskonto bei der Bank eröffnen. Es fallen allerdings 2 Euro Kosten pro Jahr an, sofern Sie sich die Kontoauszüge per Post zuschicken lassen.

Die Degussa Bank hat eine Bilanzsumme von etwa 5,7 Milliarden Euro (Stand Ende 2014) und gehört damit nicht zu den 100 größten Banken in Deutschland. Die großen Ratingagenturen bewerten die Finanzstärke der Bank nicht. Die Einlagen des Geldinstituts sind über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert.

Degussa VL-Sparen
Bank aus Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main

  • Bonus am Ende der siebenjährigen Laufzeit von 14 % auf das einbezahlte Guthaben
  • effektive Rendite von 3,3 % im Jahr
  • frei wählbare Sparraten
  • niedrige Grundverzinsung von derzeit 0,05 % pro Jahr (variabel)
  • keine Bewertung der Finanzstärke durch die großen Ratingagenturen

Degussa VL-Sparen

ING-Diba

Auch die ING-Diba bietet einen Sparplan zur Anlage vermögenswirksamen Leistungen an. Die Konditionen sind transparent. Kunden erhalten bei der Bank eine Verzinsung von 1,0 Prozent auf ihr Guthaben bis zum Laufzeitende und müssen mit keinerlei Kosten rechnen. Sie sparen sechs Jahre Beiträge an und bekommen ihr Geld nach der Ruhezeit, die bis zum Ende des Kalenderjahrs im Jahr der letzten Einzahlung läuft. Es ist jedoch auch möglich, den VL-Sparplan während der Laufzeit ohne negative Auswirkungen jederzeit zu kündigen.

Die ING-Diba betreut in Deutschland einen großen Stamm von mehr als 7,2 Millionen Kunden und verwaltet Spareinlagen von circa 70 Milliarden Euro. Sie ist Mitglied im gesetzlichen Einlagensicherungsfonds Deutschlands und weist eine solide Bonität auf. Die Ratingagentur Moody’s gab der Bank beispielsweise das Rating „A“.

ING-Diba VL-Sparen
Deutsches Tochterunternehmen der niederländischen ING Groep

  • Renommiertes Institut mit soliden Bewertungen der großen Ratingagenturen
  • Feste Verzinsung von 1,0 % pro Jahr
  • Keine Bonuszahlung am Laufzeitende

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
hallo zusammen,
ich bin der "neue" und verfolge Ihre beiträge mit interesse. zu mir: ich bin seit dem 1.7.16 rentner (erreichen der regelaltersgrenze 65+5).
mich beschäftigen folgende ...
31. Oktober 2016 zum Beitrag
Hallo,
wie in meinem anderen Topic erwähnt, bin ich gerade dabei ein VL-Fonds-Depot bei der Comdirect bzw. Ebase zu eröffnen.
Im Endeffekt habe ich eh nur die Möglichkeit den db x-trackers ...
22. September 2016 zum Beitrag
Hallo ,
kennen Sie den Finanztip-Ratgeber zum Thema? Dort sind alle wichtigen Tipps zur Anlage zusammengefasst.
Zur Info: Ihren Beitrag habe ich übrigens in den thematisch dazugehörigen ...
2. September 2016 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.