Sparbuch

Wenig Zinsen für den Klassiker

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Sparbuch ist eine der ältesten Geldanlagen in Deutschland.
  • In der Regel sind die Zinsen darauf aber nicht mehr lukrativ.
  • Ein Tagesgeldkonto ist für die kurzfristige Geldanlage die bessere Wahl.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Geldanlage immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Als Geschenk von den Großeltern, der Patentante oder zur Kommunion: Für viele Bundesbürger begann das Sparen nicht mit dem ersten Gehalt, sondern schon im Kindesalter mit dem Sparbuch. Seit mehr als 200 Jahren existiert das Sparbuch, es ist damit eine der ältesten Geldanlagen in Deutschland. Die Berliner Sparkasse war 1818 eine der ersten Banken, die Sparanlagen verzinsten. 4,16 Prozent betrugen damals die Zinsen. In den 1830er-Jahren kam der Begriff des Sparbuches das erste Mal auf.

Laut einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2015 besitzt jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) ein Sparbuch, Tendenz steigend. Das Sparbuch ist damit Spitzenreiter unter den Geldanlagen, sogar noch knapp vor der Lebens- oder privaten Rentenversicherung, die bei 50 Prozent liegen.

Was ist ein Sparbuch?

Das Sparbuch funktioniert wie ein normales Konto, allerdings mit Einschränkungen. Traditionell ist es ein wirkliches Buch, in dem die Bank Ein- und Auszahlungen notiert. Bei neueren Sparbüchern haben die Banken das Buch durch eine Bankkarte ersetzt, mit der Kunden auch Geld abheben können. Alte Sparbücher in Buchform bleiben weiterhin gültig.

Schon kleinste Beträge ansparen

Das Gute am Sparbuch ist, dass Sie auch kleinste Geldbeträge auf dem Konto ansparen können. Die Mindesteinlagen liegen meist im Cent- oder niedrigem Euro-Bereich. Gerade für Kinder kann ein Sparbuch der erste Schritt zum selbstständigen Umgang mit Geld sein. Allerdings gibt es auch in ganz jungen Jahren Alternativen zum Sparbuch, die außerdem besser verzinst sind.

Niedrige Zinsen und lange Kündigungsfrist

Trotz seiner Historie hat das Sparbuch zwei große Nachteile. In Zeiten von Niedrigzinsen bei Tages- und Festgeldzinsen ist auch das Guthaben auf dem Sparbuch wenig bis gar nicht verzinst. In einer Finanztip-Stichprobe im Februar 2016 lagen die Werte zwischen 0,01 und 0,1 Prozent. Zum Vergleich: Auf einem guten Tagesgeldkonto erhielten Kunden zu dem Zeitpunkt bis zu 1 Prozent – also mindestens zehnmal mehr Zinsen.

Das andere große Problem ist die Kündigungsfrist. Bis zu 2.000 Euro pro Monat können Sie von Ihrem Sparbuch abheben – mehr aber nicht. Möchten Sie mehr Geld abheben, müssen Sie das Sparbuch kündigen. Die übliche Frist liegt zwischen drei und sechs Monaten. Vorher kommen Sie nicht an den vollen Betrag.

Wohin mit dem Geld?

Falls Sie auch zu den Millionen Deutschen gehören, die noch ein Sparbuch besitzen, können Sie dieses kündigen. Möchten Sie kurzfristig über das Geld verfügen, empfehlen wir ein Tagesgeldkonto. Darauf erhalten Sie mehr Zinsen als beim Sparbuch und können dennoch das Geld jederzeit wieder abräumen.

Eine andere Alternative ist ein Festgeldkonto. Abhängig von der Laufzeit liegen die Zinsen über den Tagesgeld-Angeboten. Allerdings ist Ihr Geld bei diesem Konto über die Laufzeit nicht verfügbar, es liegt fest bei der Bank.

Für langfristige Geldanlagen zwischen 10 und 15 Jahren empfehlen wir, je nach Ihrer Risikoneigung, einen Teil des Geldes in Aktien anzulegen. Investieren Sie nur das Geld, was Sie über die Laufzeit sicher nicht benötigen.

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Fazit

Besitzen Sie noch ein Sparbuch, sollten Sie es kündigen. Bei anderen Geldanlagen gibt es mehr Zinsen. Welche Geldanlage für Sie die beste ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Mehr dazu im Ratgeber Tagesgeld

Dirk Eilinghoff
von Finanztip,
Experte für Geldanlage

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.