Heizstrom für Nachtspeicherheizung

Günstiger Strom für Nachtspeicher und Wärmepumpen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt oder eine Wärmepumpe, kann mit dem Wechsel des Stromanbieters mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.
  • Durch den Wechsel ändert sich technisch nichts. Die Versorgung ist immer gesichert.
  • Wenn Sie zwei Zähler für Ihre Wohnung haben, können Sie oft mit zwei unterschiedlichen Versorgern für Haushalts- und Heizstrom noch mehr sparen.
  • Die Vergleichsportale Verivox und Check24 bieten eine spezielle Einstellung für Heizstrom.
  • Es lohnt sich auch, ein Angebot vom Energiehandel Dresden einzuholen. Dieser Anbieter hat besonders günstige Tarife und ist nicht auf den Vergleichsportalen vertreten.
  • Tipp: Sollen wir Sie rund um das Thema Strom und Energie sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Elektrische Nachtspeicherheizungen wirken wie ein Relikt aus der Vergangenheit: Sie sind teuer und wenig umweltfreundlich. Doch 1,6 Millionen Haushalte in Deutschland – meist in Mietwohnungen – müssen mit diesen Heizungen leben. Und 98 Prozent dieser Haushalte haben noch nie den Stromanbieter gewechselt. Das ist fast immer ein Fehler. Denn der örtliche Grundversorger ist selten der günstigste Anbieter. Auch Menschen, die ihr Haus mit einer modernen Wärmepumpe beheizen, können durch einen Wechsel des Stromlieferanten viel Geld sparen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den günstigsten Anbieter finden.

Nachtspeicher heizen besonders teuer

Mit Hilfe einer Nachtspeicherheizung lässt sich eine Wohnung komplett mit Strom beheizen. Diese Art der Heizung war insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren sehr verbreitet. Deutschland wollte sich unabhängiger vom Erdöl machen, Politik und Bürger setzten noch auf günstigen Strom aus Kernenergie. Das ist heute anders. Geblieben ist nur der Kostennachteil gegenüber einer Heizung mit Öl oder Gas. Eine Etagenwohnung mit Strom zu heizen, kostet mehr als das Doppelte der Erdgasvariante. Bei der Ölheizung ist der Unterschied nicht ganz so groß. Aber auch im Vergleich dazu ist das Heizen mit Strom rund 80 Prozent teurer.

Da die meisten Vermieter die teure Umrüstung der Nachtspeicherheizungen scheuen, müssen ihre Mieter zusehen, dass sie zumindest nicht mehr zahlen als unbedingt nötig. Wie einfach oder schwierig der Wechsel des Stromversorgers ist, hängt aber auch davon ab, mit welchem Stromzähler der Haushalt ausgestattet ist.

Wer mit Strom heizt, sollte den Anbieter wechseln

Bei älteren Nachtspeicherheizungen wird der Heizstrom noch gemeinsam mit dem Haushaltsstrom beispielsweise für die Waschmaschine oder die Beleuchtung gemessen. Das betrifft nach einer Marktübersicht des Vergleichsportals Verivox vom März 2015 immerhin noch einen von fünf Kunden. Für diese Haushalte ist der Wechsel des Stromanbieters schwieriger. Verivox beispielsweise hat für solche Fälle keine Angebote.

Die Stiftung Warentest hat Anfang 2015 mehr als 1.300 Energieversorger angeschrieben und Tarife für diese Kundengruppe abgefragt. Ergebnis: In 38 Städten gab es Angebote. Der günstigste Anbieter war fast für jede Stadt die Firma Energiehandel Dresden. Die Ersparnis bei einem Gesamtverbrauch von 14.000 Kilowattstunden im Jahr betrug bis zu 1.000 Euro gegenüber dem örtlichen Grundversorger (in Würzburg). Aber auch in vielen anderen Städten können Kunden durch einen Wechsel zwischen 500 und 800 Euro im Jahr sparen.

Energiehandel Dresden liefert ausschließlich Ökostrom. Kunden müssen ihre Verbrauchsdaten angeben, die sich aus aktuellen Abrechnungen ablesen lassen, und bekommen dann ein individuelles Angebot. Auf dem Vergleichsportal Verivox ist das Unternehmen nicht vertreten.

Wer zwei Zähler hat, kann zwei Stromanbieter auswählen

Bei der großen Mehrheit der Haushalte mit Nachtspeicherheizungen werden der normale Haushaltsstrom und der Heizstrom getrennt gemessen. Aber auch wenn ein separater Zähler für Heizstrom installiert ist, müssen Sie noch nachprüfen, ob Sie einen Ein-Tarif-Zähler oder einen Zwei-Tarif-Zähler installiert haben.

Weiter verbreitet ist der Zwei-Tarif-Zähler, der auch Doppeltarif-Zähler genannt wird. Bei dieser Zählerart werden zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Preise berechnet. Man spricht dabei vom Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT). Am Tag gilt der teurere Hochtarif, in dem der größte Teil des verbrauchten Haushaltsstroms abgerechnet wird. In den Abendstunden sorgt ein Steuersignal des örtlichen Netzbetreibers dafür, dass auf den günstigeren Niedertarif umgestellt wird. In dieser Zeit lädt sich die Nachtspeicherheizung mit Strom auf. Die gespeicherte Energie gibt sie dann wieder ab, wenn die Wärme gewünscht wird.

Die beiden Stromzähler für Haushaltsstrom und Heizstrom werden in der Regel als getrennte Abnahmestellen behandelt und müssen nicht vom selben Energieversorger beliefert werden. Die Kunden können also durchaus einen Stromanbieter für den Haushaltsstrom und einen anderen Stromanbieter für den Heizstrom haben.

Anbieterwechsel erfordert keine technische Umstellung

Zwei unterschiedliche Stromlieferanten bedeuten kaum Mehraufwand: Die Abnehmer erhalten pro Stromzähler eine jährliche Abrechnung. Die Stromzähler sowie die Leitungen gehören auch nach dem Anbieterwechsel dem örtlichen Netzbetreiber. Der übernimmt auch weiterhin Wartungsarbeiten oder Entstörungsdienste. Für den Anbieterwechsel ist keinerlei technische Umstellung nötig. Nach Erfahrungen der Verbraucherzentralen musste noch kein Kunde im Kalten sitzen. Alles, was sich ändert, ist der Vertragspartner, das Bankkonto, auf das Sie Ihr Geld überweisen und natürlich die Höhe der Rechnung.

Ersparnis bis zu 400 Euro ist durch den Wechsel möglich

Werden bei Ihnen Haushaltsstrom und Heizstrom getrennt gemessen, können Sie sich vom Preisbrecher Energiehandel Dresden ein individuelles Angebot erstellen lassen und zusätzlich auf den Portalen Verivox und Check24. Beide Seiten zeigen spezielle Stromtarife für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen an.

Bei der Untersuchung Ende Mai 2015 auf Verivox haben wir festgestellt, dass Sie bei einem typischen Jahresverbrauch von 12.000 Kilowattstunden durch einen Wechsel vom örtlichen Grundversorger zu einem anderen Anbieter bis zu 400 Euro im Jahr sparen können. Wir haben ein Raster von 14 Postleitzahlen aus allen Teilen Deutschlands von kleinen Ortschaften bis zu Millionenstädten durchgeprüft. Den typischen Jahresverbrauch von 12.000 Kilowattstunden haben wir so aufgeteilt: 97 Prozent des Gesamtverbrauchs der Speicherheizung entfallen auf den Niedertarif in der Nacht, 3 Prozent auf den Hochtarif. Das sind die realen Durchschnittswerte nach Angaben der Stromanbieter.

Große Unterschiede von Stadt zu Stadt

Am höchsten war die Ersparnis mit 400 Euro in Potsdam. Der günstigste Anbieter Stadtwerke Eisenberg hat allerdings einen Vorauskasse-Bonus von 60 Euro. Wir sehen Vorauskasse-Tarife grundsätzlich kritisch. Sollte das Unternehmen insolvent werden, kommen die Kunden schwer an ihr bereits gezahltes Geld. Kaum teurer ist der Anbieter SC Turbine, der ohne einen solchen Bonus auskommt.

In Dortmund betrug die Ersparnis ebenfalls stolze 395 Euro im Jahr. Dort wie auch in mehreren anderen Städten macht der Ökostromlieferant Grundgrün das günstigste Angebote. Der Ökostrom-Anbieter Naturstrom ist dagegen in allen Städten sehr teuer. Auch die örtlichen Grundversorger sowie die Konzerne Eon und RWE hatten in keiner Stadt die Nase vorn.

Wenn Sie den Vergleichsrechner Verivox nutzen, sollten Sie bestimmte Voreinstellungen ändern. Beispielsweise ist es für die Suche nach einem langfristig günstigen Anbieter sinnvoll, den Neukundenbonus wegzuklicken. Sonst können einmalige Boni das Ergebnis verzerren. Und Vorsicht: Teilweise erscheint eine eher unauffällig gestaltete Anzeige eines ungünstigeren Anbieters ganz oben in der Ergebnisliste.

Die günstigsten Anbieter für Nachtspeicherstrom

Quelle: eigene Recherche, verivox.de (Stand: 27. Mai 2015)

Auch Kunden mit Wärmepumpe können viel Geld sparen

In jeder fünften neu gebauten Wohnung wurde 2014 in Deutschland eine Wärmepumpe eingebaut. Dieses Heizungssystem nutzt die Umgebungswärme aus dem Erdreich oder der Luft. Die Pumpe und das ganze Heizsystem brauchen aber Strom für den Betrieb.

Umso wichtiger ist es, sich den Wettbewerb unter den Stromversorgern zunutze zu machen, der mittlerweile auch auf diesem Markt herrscht. Nach Daten des Vergleichsportals Verivox von März 2015 können Kunden mit Wärmepumpe pro Postleitzahl durchschnittlich aus 21 Tarifen von 16 Anbietern wählen.

Der Strom für die Wärmepumpe wird getrennt vom Haushaltsstrom gemessen, er ist deutlich günstiger. Innerhalb des Wärmepumpenstroms wird wie beim Nachtspeicherstrom zwischen Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) unterschieden. Kunden, die nur einen Ein-Tarif-Zähler haben, kommen meist in den Genuss des Niedertarifs. Deshalb zahlen sie oft sogar etwas weniger für ihren Strom als Kunden, deren Zähler zwischen HT und NT unterscheiden.

Genau wie beim Nachtspeicherstrom haben wir unser Postleitzahlen-Raster von 14 Orten und Städten auf Verivox durchgeprüft. Auch hier gilt: Passen Sie die Voreinstellungen an. Wir haben eine typische Stromabnahmemenge von 7.500 Kilowattstunden pro Jahr mit Zwei-Tarif-Zähler so auf HT und NT aufgeteilt, wie es dem Marktdurchschnitt entspricht.

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Ökostrom oft am günstigsten

Ergebnis: Kunden können bis zu 633 Euro im Jahr sparen. In Potsdam war der Anbieter SC Turbine um diesen Betrag günstiger als der Grundversorger EW Potsdam. Wer nicht den Anbieter wechselt, zahlt dort also 44 Prozent zu viel für seinen Strom.

In Berlin können die Kunden gegenüber dem Grundversorger Vattenfall 383 Euro im Jahr sparen und bekommen von Grundgrün sogar Ökostrom geliefert. Auch in anderen Städten war Grundgrün zum Untersuchungszeitpunkt im Mai 2015 der günstigste Anbieter.

Es ist also nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll, die Erneuerbare-Energie-Technologie Wärmepumpe mit nachhaltig erzeugtem Strom zu betreiben.

Die günstigsten Anbieter für Wärmepumpenstrom

Quelle: eigene Recherche, verivox.de (Stand: 27. Mai 2015)

So haben wir getestet

Sowohl beim Strom für Nachtspeicherheizungen als auch beim Wärmepumpenstrom haben wir auf dem Vergleichsportal Verivox die Tarife für Musterhaushalte aus 14 Postleitzahl-Regionen abgefragt. Am Untersuchungstag 27. Mai 2015 konnte man spezielle Heizstromtarife auf Verivox, aber noch nicht auf Check24 heraussuchen. Unser Postleitzahlen-Raster deckt alle Teile Deutschlands ab, von kleinen Ortschaften bis zu den vier Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln.

Bei der Nachtspeicherheizung haben wir den häufigeren Fall angenommen, dass der normale Haushaltsstrom und der Heizstrom über verschiedene Zähler gemessen werden. Den typischen Jahresverbrauch von 12.000 Kilowattstunden haben wir so aufgeteilt: 97 Prozent des Gesamtverbrauchs der Speicherheizung entfallen auf den Niedertarif (NT) in der Nacht, 3 Prozent auf den Hochtarif (HT) am Tag. Das sind die realen Durchschnittswerte nach Angaben der Stromanbieter.

Auch bei der Wärmepumpe haben wir die getrennte Messung von Haushalts- und Heizstrom angenommen. Der Verbrauch von 7.500 Kilowattstunden pro Jahr ist sehr typisch für diese Art der Heizung. Die Aufteilung von 45 zu 55 Prozent auf NT und HT entspricht dem Marktdurchschnitt.

Als Vertragslaufzeit haben wir immer „bis zu zwölf Monate“ gewählt, als Kündigungsfrist „bis zu drei Monate“. Die Voreinstellungen von Verivox haben wir angepasst.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.

Finanztip-Redaktion

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.