Günstig ins Ausland telefonieren

So rufen Sie Freunde und Verwandte im Ausland günstig an

Das Wichtigste in Kürze

  • Telefonate ins Ausland sind in den Standardtarifen der Festnetz- und Mobilfunkanbieter oft sehr teuer.
  • Billiger telefonieren Sie ins Ausland mit Sparvorwahlen („Call-by-Call“), Durchstellen („Callthrough“), mit Auslandsoptionen vom Festnetzanbieter oder übers Internet.
  • Sparvorwahlen kann nur nutzen, wer seinen Festnetzanschluss bei der Telekom hat. Die anderen Möglichkeiten stehen allen Kunden offen.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie Ihren Festnetzanschluss bei der Deutschen Telekom haben, wählen Sie eine Sparvorwahl (Call-by-Call). Die aktuell günstigsten Anbieter finden Sie auf Vergleichsseiten wie billiger-telefonieren.de.
  • Falls Sie kein Telekom-Kunde sind, können Sie sogenannte Callthrough-Nummern anrufen und sich durchstellen lassen. Sie finden diese Nummern ebenfalls zum Beispiel auf billiger-telefonieren.de.
  • Alternativ können Sie übers Internet telefonieren, mit Programmen wie Skype, Facetime oder Whatsapp.
  • Sofern Sie häufig und lange ins Ausland telefonieren, buchen Sie eine Auslandsflatrate oder ein Minutenpaket. Das kann sich bereits ab 40 Minuten im Monat lohnen.
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Wer Freunde oder Familie im Ausland hat, zahlt oft einen hohen Preis, wenn er mit ihnen telefoniert. So verlangte 1&1 2014 beispielsweise fast 1 Euro pro Minute für Gespräche in europäische Länder. Für Telefonate in fernere Regionen wurde sogar 1,89 Euro pro Minute fällig. Die normalen Flatrates oder Inklusivminuten bringen nichts, denn sie gelten nur für Gespräche innerhalb Deutschlands. Deutlich billiger als zu den Standardkonditionen telefonieren Sie ins Ausland mit den Alternativen, die wir in diesem Ratgeber vorstellen.

Telekom-Kunden nutzen Sparvorwahlen (Call-by-Call)

Wenn Sie Ihren Festnetzanschluss bei der Deutschen Telekom haben, telefonieren Sie ganz einfach billiger: Wählen Sie hierzu eine spezielle Vorwahl vor der eigentlichen Rufnummer. Das Telefonat läuft dann über einen Dienstleister und nicht über die Telekom. Der Fachbegriff dafür ist Call-by-Call.

Call-by-Call nur bei der Telekom
Die Telekom muss als einziger Festnetzanbieter Sparvorwahlen zulassen, da die Bundesnetzagentur dies dem ehemaligen Monopolisten vorschreibt. Deshalb funktioniert Call-by-Call nicht von anderen Anschlüssen aus – denn freiwillig lässt kein Telefonunternehmen einen Konkurrenten in seine Leitung.

So viel billiger telefonieren Sie mit Call-by-Call

Im März 2014 kosteten Sparvorwahlen in die Türkei ab 1,3 Cent pro Minute, nach Polen und Italien ab 0,55 Cent und nach Griechenland ab 0,77 Cent. Ausländische Mobilfunknetze sind teurer.

Ins ausländische Festnetz

Land   mit Sparvorwahl (je Minute)   ohne Sparvorwahl¹ (je Minute)
Türkei   1,3 Cent   4,9 Cent
Polen   0,55 Cent   2,9 Cent
Italien   0,55 Cent   2,9 Cent
Griechenland   0,77 Cent   2,9 Cent
Kroatien   1,0 Cent   4,9 Cent

¹ Telekom-Festnetzanschluss mit dem Tarif „Call Basic“

Quellen: billiger-telefonieren.de, Telekom Deutschland; Vergleichszeitpunkt: 3/2014

In ausländische Mobilfunknetze

Land   mit Sparvorwahl (je Minute)   ohne Sparvorwahl¹ (je Minute)
Türkei   7,5 Cent   21,9 Cent
Polen   1,6 Cent   27,9 Cent
Italien   1,8 Cent   27,9 Cent
Griechenland   1,55 Cent   27,9 Cent
Kroatien   6,0 Cent   29,9 Cent

Die beste Sparvorwahl finden

Die Anbieter von Sparvorwahlen wechseln häufig ihre Tarife. Damit Sie immer mit der billigsten Nummer telefonieren, sollten Sie unbedingt vorher eine Tarifdatenbank abfragen. Geeignet ist zum Beispiel der Call-by-Call-Vergleich von billiger-telefonieren.de. Wählen Sie dort den günstigsten Anbieter, unabhängig davon, ob er im Minutentakt oder sekundengenau abrechnet.

Vorsicht: Hören Sie bei der Tarifansage vor dem eigentlichen Gespräch genau hin. Falls die Ansage nicht mit dem Preis im Tarifrechner übereinstimmt, legen Sie sofort auf.

Nicht-Telekom-Kunden lassen sich durchstellen (Callthrough)

Die Alternative zur Sparvorwahl für Kunden, die ihren Festnetzanschluss nicht bei der Deutschen Telekom haben, ist das sogenannte Callthrough, also Durchstellen. Die Methode funktioniert mit allen Anbietern. Hierzu wählen Sie zunächst die Telefonnummer eines Dienstleisters, meist eine 0180-Nummer oder eine normale Festnetznummer. Erst wenn Sie dazu aufgefordert werden, tippen Sie die Telefonnummer Ihres ausländischen Gesprächspartners ein. Sie werden dann vom Dienstleister durchgestellt. Entsprechende Dienstleister finden Sie zum Beispiel mit dem Calltrough-Vergleich auf billiger-telefonieren.de.

Das Durchstellen des Gesprächs über einen Callthrough-Dienstleister ist nicht so günstig wie eine Sparvorwahl im Telekom-Festnetz. So kostet eine Minute ins polnische Festnetz mittels Callthrough 3,9 Cent, während Sie mit der preiswertesten Call-by-Call-Vorwahl im Vergleich lediglich 0,55 Cent je Minute bezahlen würden.

In unserer Erhebung konnten wir mit Callthrough jedoch immer deutlich billiger telefonieren als mit den normalen Festnetztarifen der Telekom-Konkurrenten. Für einen genauen Vergleich prüfen Sie die Konditionen Ihres Vertrags auf der Website Ihres Festnetzanbieters oder fragen Sie ihn danach.

Callthrough-Kosten (je Minute)

Land   ins ausländische Festnetz   in ausländische Mobilfunknetze
Türkei   3,9 Cent   9,0 Cent
Polen   3,9 Cent   3,9 Cent
Italien   3,9 Cent   9,0 Cent
Griechenland   3,9 Cent   3,9 Cent
Kroatien   3,9 Cent   14,0 Cent

Quelle: billiger-telefonieren.de; Tarife ohne Anmeldung; Erhebungszeitpunkt 3/2014

So funktioniert die Abrechnung fürs Durchstellen

Die Gesprächskosten rechnen die Callthrough-Anbieter unterschiedlich ab – üblich sind drei Verfahren:

Viele Dienstleister berechnen die Gebühren einfach als Anruf zu einer Servicenummer über die normale Telefonrechnung. Der Callthrough-Vergleich von billiger-telefonieren.de zeigt auf Wunsch nur Tarife ohne Anmeldung an.

Andere Anbieter hingegen müssen Sie im Voraus bezahlen, indem Sie eine Art Telefonkarte erwerben, auch Calling-Card genannt. Darauf ist eine Geheimzahl abgedruckt, mit der Sie das gekaufte Gesprächsguthaben freischalten. Vorsicht: Kaufen Sie keine Calling-Cards, die hohe Einwahlgebühren oder eine Abrechnung im Mehrminutentakt vorsehen.

Bei bestimmten Anbietern wiederum müssen Sie sich anmelden und erhalten dann monatlich eine gesonderte Rechnung, ähnlich wie bei einem Handyvertrag.

Callthrough besser nicht vom Handy nutzen
Theoretisch können Sie auch vom Mobiltelefon aus Callthrough-Dienste nutzen. Allerdings verursachen einige Nummern dann höhere Kosten. Unproblematisch sind 0800er-Nummern, denn die sind immer kostenlos. Andere Callthrough-Nummern rufen Sie besser nur vom Festnetz an.

Vieltelefonierer sollten Tarifoptionen hinzubuchen

Normale Flatrates und Minutenpakete können Sie nicht für Gespräche ins Ausland nutzen. Doch es gibt spezielle Auslandsoptionen bei vielen Festnetz- und Mobilfunkanbietern. Sie können sie zu Ihrem bestehenden Tarif hinzubuchen und zahlen dafür monatlich einen festen Betrag. Je nach Option können Sie dann eine bestimmte Anzahl an Minuten oder unbegrenzt ins gesamte Ausland beziehungsweise in einzelne Länder telefonieren.

Ob Sie damit wirklich billiger telefonieren, hängt davon ab, wie lange Sie pro Monat in welches Land telefonieren wollen. Ab 102 Minuten Gesprächszeit im Monat nach Polen lohnte sich am Stichtag im Jahr 2014 zum Bespiel die Flatrate „International Flat 1“ von Vodafone für knapp 4 Euro. Sie ist dann günstiger als der billigste Callthrough-Anbieter. Im Vergleich zum Vodafone-Standardpreis lohnt sich die Option sogar bereits ab 40 Minuten.

Erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihren Festnetz- und Mobilfunkanbietern nach Auslandsoptionen.

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Kostenlos übers Internet telefonieren

Ohne zusätzliche Kosten telefonieren Sie ins Ausland mit Programmen wie Skype, Facetime oder Whatsapp. Ihr Gesprächspartner muss aber auf seinem PC, Smartphone oder Tablet dieselbe Software wie Sie installiert haben. Beide Gesprächsteilnehmer benötigen eine schnelle und stabile Internetverbindung.

Mit Skype und Co. billig ins ausländische Festnetz telefonieren
Mit einigen Programmen können Sie gegen eine Gebühr auch normale Telefonnummern außerhalb von Deutschland anrufen. Der Minutenpreis, den zum Beispiel Skype für Gespräche ins Ausland verlangt, unterbietet dabei oft die Preise der Callthrough-Anbieter. Er ist jedoch meist nicht so billig wie Sparvorwahlen.

Vergleich: Minutenpreise ins Festnetz

Länder Skype Sparvorwahl Callthrough
Türkei 3,2 Cent 1,3 Cent 3,9 Cent
Polen 2 Cent 0,55 Cent 3,9 Cent
Italien 2 Cent 0,55 Cent 3,9 Cent
Griechenland 2 Cent 0,77 Cent 3,9 Cent
Kroatien 4,8 Cent 1,0 Cent 3,9 Cent

Quellen: Skype, billiger-telefonieren.de; Erhebungszeitpunkt: 3/2014

Flatrate ins Ausland auch mit Skype

Neben der Abrechnung je Minute können Sie bei Skype auch Flatrates buchen. Im Vergleich zur Abrechnung auf Minutenbasis lohnt sich die Flatrate je nach Zielland ab etwa 120 bis 380 Minuten Gesprächszeit im Monat. Allerdings kann es sein, dass Sie bei Ihrem Festnetzanbieter eine günstigere Auslandsflatrate buchen können. Prüfen Sie daher in jedem Fall die Auslandsoptionen auf der Website Ihres Festnetzanbieters oder fragen Sie ihn danach.

Auslandsflatrates bei Skype

Länder Skype-Minutenpreis Skype-Flatrate Lohnt sich ab monatlich...
Türkei 3,2 Cent 12,06 € 377 Minuten
Polen 2 Cent 5,28 € 264 Minuten
Italien 2 Cent 4,36 € 218 Minuten
Griechenland 2 Cent 5,74 € 287 Minuten
Kroatien 4,8 Cent 5,74 € 120 Minuten

Quelle: Skype; Finanztip-Berechnung; Testzeitpunkt: 3/2014

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.