Fahrradschutzbriefe

Pannenhilfe kann sich auch fürs Fahrrad lohnen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Fahrradschutzbrief lohnt sich vor allem für Radreisende und E-Bike-Pendler aus dem Umland. Wer lediglich in seinem Heimatort radelt, braucht den Schutzbrief nicht unbedingt.
  • Für Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ist einfache Pannen- und Unfallhilfe in Deutschland im Mitgliedsbeitrag enthalten.
  • Erweiterter Schutz durch die sogenannte Pannenhilfe Plus kostet für ADFC-Mitglieder einen Aufpreis von 11,90 Euro im Jahr.
  • Günstiger ist der Fahrradschutzbrief des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) für 9 Euro im Jahr.
  • Gegen Diebstahl können sich Besitzer hochwertiger Räder mit einer Fahrrad-Versicherung absichern.
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Wenn in tiefster Provinz die Sattelstrebe bricht oder der Motor des E-Bikes streikt, dann wünscht sich so mancher Radler eine Pannenhilfe wie beim ADAC. Und tatsächlich bietet das Pendant für Radfahrer, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), seinen Mitglieder seit 2016 rund um die Uhr Hilfe im Pannenfall. Wer erweiterten Schutz wünscht, muss dafür zusätzlich zum normalen Jahresbeitrag weitere 11,90 Euro zahlen.

Der ADFC bietet nicht den ersten oder einzigen Fahrradschutzbrief an. Wir vergleichen die Pannenhilfe des Fahrradclubs mit den Schutzbriefen des Versicherungsmaklers Pergande & Pöthe, der Roland-Versicherung und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Diese Angebote tauchen in Suchmaschinen weit oben auf, sodass viele Verbraucher darauf stoßen.

Wer einen Fahrradschutzbrief braucht

Insbesondere für Radfahrer, die mit dem Velo auch verreisen, lohnt sich ein Schutzbrief. Denn wer auf einem idyllischen Radweg weit weg von der nächsten Stadt liegen bleibt, verliert sonst viel Zeit, Geld und Nerven. Aber auch für Berufspendler, die mit einem Elektrofahrrad unterwegs sind, kann sich der Schutz lohnen. Denn E-Bikes (Fachbegriff: Pedelecs) sind deutlich schwerer und komplexer aufgebaut als Fahrräder ohne Motor. Das macht es schwieriger, eine Panne selbst zu beheben oder das Rad zu transportieren.

Kosten für Schutzbriefe schwanken stark

Einfache Pannenhilfe in Deutschland ohne weitere Leistungen ist in der ADFC-Mitgliedschaft enthalten. Wer bereits Mitglied ist und keine Radreisen im Ausland unternimmt, kann sich überlegen, ob der Schutz ausreicht.

Für die „ADFC-Pannenhilfe-Plus“ zahlen Einzelpersonen 11,90 Euro im Jahr. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in dem Fahrradclub. Wer noch kein Mitglied ist, muss dafür 56 Euro im Jahr hinzurechnen. So gesehen kostet der Schutzbrief dann jährlich 67,90 Euro. Weniger zahlen junge Mitglieder bis 26 Jahre. Günstiger wird es auch durch eine Familien- oder Haushaltsmitgliedschaft, bei der sich mehrere Leute die Kosten teilen.

Der Fahrradschutzbrief von Pergande & Pöthe kostet jährlich 14,36 Euro. Wer kein Mitglied im ADFC ist, spart im Vergleich zum Angebot des Fahrradclubs rund 44 Euro im Jahr.

Die Roland-Versicherung verlangt für ihren Schutzbrief 19,90 Euro im Jahr. Familien zahlen 29,90 Euro.

Ein weiterer Verkehrsclub ermöglicht Pannenhilfe fürs Velo: der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der Fahrradschutzbrief vom VCD gilt für die ganze Familie und kostet 9 Euro im Jahr. Das Angebot können auch Nichtmitglieder abschließen. Somit ist der VCD-Schutzbrief der mit Abstand günstigste in unserem Vergleich.

Unterschiedliche Leistungen

ADFC, VCD und Roland-Versicherung schicken, falls nötig, Pannenhelfer an den Schadensort. Wenn sie die Panne nicht beheben können, transportiert ein Abschleppdienst das Fahrrad zur Werkstatt. In dieser Kerndisziplin haben Versicherte bei Pergande & Pöthe das Nachsehen: Soforthilfe am Pannenort gibt es für sie nicht. Lediglich ein Taxi und die Transportkosten zur Werkstatt bekommen sie bezahlt. Auch die weiteren Leistungen unterscheiden sich.

Fahrradschutzbriefe im Leistungsvergleich

Anbieter ADFC ADFC Pergande & Pöthe Roland-Versicherung VCD
Produktname Pannenhilfe Pannenhilfe Plus Fahrrad-Schutzbrief-Versicherung Fahrrad-Schutzbrief Plus-Schutzbrief
Preis / Jahr kostenlos für Mitglieder 11,90 € für Singles / 19,90 € für Familien (nur für Mitglieder) 14,36 € 19,90 € für Singles, 29,90 € für Familien 9 € (Singles/Familien)
24-Stunden-Hotline
Pannen- und Unfallhilfe vor Ort ✔ (sofern verfügbar) ✔ (sofern verfügbar) ✔ (sofern verfügbar) ✔ (bis 100€)
Abtransport zur Werkstatt ✔ (bis 130 €) ✔ (bis 150 €)
Bergung ✔ (bis 2.000 €) ✔ (bis 2.000 €)
Weiter- oder Rückfahrt ✔ (bis 500 €, auch nach Diebstahl) nur Rückfahrt aus dem Ausland bis 130 € ✔ (bis 500 €, auch nach Diebstahl)
Mietfahrrad 50 €/Tag, max. 14 Tage 15 €/Tag, max. 7 Tage 50 €/Tag, max. 7 Tage bis 50 €
Übernachtung 100 €/Nacht, max. 5 Nächte 80 €/Nacht, max. 5 Nächte (auch nach Diebstahl) bis 100 €/Nacht, max. 3 Nächte
Krankenrücktransport falls medizinisch notwendig falls medizinisch notwendig
Min. Entfernung Schadenort-Wohnort keine > 10 km für erweiterte Leistungen (gilt nicht für Pannenhilfe) >= 5 km > 10 km für erweiterte Leistungen (gilt nicht für Pannenhilfe) > 50 km für erweiterte Leistungen (gilt nicht für Pannenhilfe)
Gültig in Deutschland Europa, Mittelmeer-Anrainerstaaten Europa, Mittelmeer-Anrainerstaaten Europa, Mittelmeer-Anrainerstaaten, Kanarische Inseln, Madeira, Azoren Europa, Mittelmeer-Anrainerstaaten, Azoren
Kostenerstattung für Ersatzteile nur Versand- und Zollkosten ins Ausland bis 130 € bis 100 € (inkl. Pannenhilfe)
Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln versichert ✔ (Reiserücktritt/-abbruch-Versicherung enthalten)
Höchsterstattung keine prinzipielle Begrenzung keine prinzipielle Begrenzung 260 € pro Fall keine prinzipielle Begrenzung keine prinzipielle Begrenzung

Quelle: Versicherungsbedingungen (Stand: 27. Juli 2016)

Die Leistungen des Schutzbriefs von Pergande & Pöthe bleiben hinter denen des ADFC und VCD zurück, daher können wir das Angebot nicht empfehlen.

Gute Leistungen für ADFC-Mitglieder

Der Plus-Schutzbrief des ADFC bietet solide Leistungen für Mitglieder. Der ADFC stellt eine 24-Stunden-Hotline bereit, die auch fahrradfreundliche Hotels, Werkstätten und Routen nennt. Falls nötig übernimmt der Fahrradclub die Kosten für ein Mietrad für bis zu 50 Euro am Tag für bis zu zwei Wochen. Die anderen Schutzbriefe sind bei deutlich niedrigeren Gebühren gedeckelt. Für derzeitige Nicht-Mitglieder lohnt sich der Pannenhilfe Plus aber nicht, da die Gesamtkosten inklusive Mitgliedschaft zu hoch wären.

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Günstiger Schutzbrief für alle

Für Radler, die kein Mitglied des ADFC sind, ist das Angebot des VCD für 9 Euro im Jahr besonders interessant. Eine Mitgliedschaft in dem ökologischen Verkehrsclub ist dafür nicht erforderlich. Der VCD-Schutzbrief bietet solide Leistungen und gilt sogar in öffentlichen Verkehrsmitteln. Als einziger Schutzbrief enthält das VCD-Angebot eine einfache Reiserücktritt-/Reiseabbruch-Versicherung.

Ein Nachteil ist, dass der Transport zur nächsten Fahrradwerkstatt bei 150 Euro gedeckelt ist, während es beim ADFC-Plus-Schutzbrief keine solche Obergrenze gibt. Außerdem gibt es erweiterte Leistungen wie die Organisation der Weiter- oder Rückfahrt, ein Leihfahrrad oder Übernachtungen nur, wenn der Schaden mindestens 50 Kilometer vom Wohnort passiert. Beim ADFC-Schutzbrief liegt die Grenze bei lediglich 10 Kilometern.

Beachten Sie, dass es neben den harten Fakten auch auf Service, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit des Anbieters ankommt. Diese Aspekte haben wir nicht getestet.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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