PKV-Beitrag senken

So zahlen Sie weniger für die private Krankenversicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Ist der Beitrag Ihrer privaten Krankenversicherung zu teuer, haben Sie sieben Möglichkeiten, ihn zu drücken:
  • Falls sich Ihre Gesundheit stark verbessert hat, können Sie die Streichung von Risikozuschlägen im Vertrag beantragen.
  • Lassen Sie von einem Versicherungsberater überprüfen, ob sich ein interner Tarifwechsel lohnt.
  • Falls möglich, sollten Sie in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.
  • Erhöhen Sie Ihren Selbstbehalt – in Maßen.
  • Wechseln Sie in den Standardtarif, falls er Ihnen offen steht.
  • Wechseln Sie, falls möglich, in den Basistarif und prüfen Sie, ob Sie hilfebedürftig sind.
  • Falls Standardtarif und Basistarif zu teuer sind, bleibt vorübergehend noch der Notlagentarif.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema private Krankenversicherung sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Unerfreuliche Post mit einer Beitragserhöhung erhalten jedes Jahr viele privat Krankenversicherte. Was anfangs nur die Laune vermiest, kann mit der Zeit sogar existenzbedrohend werden. Manche Menschen zahlen mehr für ihre private Krankenversicherung (PKV) als für ihre Mietwohnung.

Die Erhöhungen, die in der Branche als Beitragsanpassung (BAP) verschleiert werden, müssen Sie nicht einfach hinnehmen. Mit sieben Schritten können Sie Ihren Beitrag senken. Gehen Sie die Möglichkeiten der Reihe nach durch. Die ersten können den Beitrag senken, ohne Leistungen zu kürzen. Je weiter Sie nach unten in der Liste gehen, desto mehr Einschränkungen müssen Sie hinnehmen, um Ihr Budget zu entlasten.

1. Risikozuschläge überprüfen

Ein einmal vereinbarter Risikozuschlag muss nicht für immer bestehen bleiben. Sofern sich Ihre Gesundheit so sehr verbessert hat, dass der Grund für den Zuschlag entfallen ist, können Sie den Aufpreis aus dem Vertrag streichen lassen (Paragraf 41 Versicherungsvertragsgesetz).Das ist eine einfache und effektive Möglichkeit, den Beitrag zu senken, denn Risikozuschläge können durchaus 10 bis 20 Prozent des Gesamtbeitrags ausmachen, in Einzelfällen auch mehr. Ob Sie einen Risikozuschlag bezahlen, können Sie Ihrem Versicherungsschein entnehmen.

Wer zum Beispiel bei Abschluss der Versicherung Heuschnupfen hatte und deshalb einen Zuschlag zahlt, kann nach einer Hyposensibilisierung vollständig geheilt sein. Dann sollten Sie dem Versicherer schreiben, dass der Zuschlag entfallen soll. In manchen Fällen ist es notwendig, dass Sie bereits eine längere Zeit beschwerdefrei sind, zum Beispiel bei Rückenproblemen. Genauso können Sie übrigens einen ursprünglich vereinbarten Leistungsausschluss überprüfen lassen, zum Beispiel Beschwerden aufgrund eines früheren Unfalls, die Sie heute aber nicht mehr beeinträchtigen. Ersetzen Sie aber keinesfalls einen Risikozuschlag durch einen Leistungssauschluss, um Geld zu sparen – das kann später teuer werden. Für die Überprüfung ist ein aktueller Arztbericht notwendig. Wenn Ihre Versicherung sich weigert, diesen anzuerkennen, holen Sie sich professionelle Unterstützung durch einen Versicherungsberater.

2. Internen Tarifwechsel prüfen

Die beste Möglichkeit, PKV-Beitrag zu sparen, ist, intern bei Ihrem Krankenversicherer den Tarif zu wechseln. Durch den internen Tarifwechsel ist es oft möglich, für gleiche oder nur geringfügig schlechtere Leistungen deutlich weniger Prämie zu zahlen. Je länger Sie schon in Ihrem aktuellen Tarif sind, desto höher sind die Chancen, einen besseren zu finden. Jeder Privatversicherte hat ein Anrecht darauf zu wechseln. Allerdings ist ein Wechsel nicht ganz einfach, daher brauchen Sie die Hilfe eines professionellen Versicherungsberaters.

Achtung

Nicht den Krankenversicherer wechseln

In aller Regel sollten Sie nicht die private Krankenversicherung wechseln, um Beitrag zu sparen. Sie verlieren dabei einen Großteil Ihrer angesammelten Altersrückstellungen. Falls Ihr Vermittler Ihnen dazu rät, ist er wahrscheinlich auf die neue Abschlussprovision aus. Lohnen kann sich das nur, wenn Sie noch jung sind und durch den Wechsel erheblich bessere Leistungen erhalten.

Viele private Krankenversicherungen haben sich für 2016 auf verbindliche Leitlinien für den internen Tarifwechsel verständigt. Damit wollen die teilnehmenden Gesellschaften ihren Kunden den Wechsel leichter machen. Sie verpflichten sich darin zu einer individuellen Beratung nach den Bedürfnissen und Wünschen eines Kunden. Außerdem wollen sie alle Tarife offenlegen, die für den Wechsel infrage kommen oder zumindest darauf hinweisen, dass es sich um eine Auswahl handelt. Zusätzlich soll grundsätzlich der Gesundheitszustand maßgeblich sein, der zum ersten Vertragsabschluss bestand. Nur wenn jemand höhere Leistungen dazubucht, soll eine Gesundheitsprüfung erforderlich sein.

Mehr dazu im Ratgeber interner Tarifwechsel

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Unbedingt internen Tarifwechsel prüfen

  • Ihr Beitrag kann um Hunderte Euro sinken.
  • Vor allem langjährig Versicherte können sparen.
  • Lassen Sie sich beraten, um Fallstricke zu vermeiden.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Berater:

  • für erfolgsabhängiges Honorar: Minerva
  • für Pauschalhonorar: Verssulting

Erst wenn Sie die Möglichkeit des internen Tarifwechsels wirklich ausgeschöpft haben, sollten Sie die weiteren Schritte in Erwägung ziehen:

3. Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung

Zunächst können Sie prüfen, ob Sie in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wechseln können. Falls ein interner Tarifwechsel nichts bringt, ist es wahrscheinlich, dass Sie in der PKV insgesamt falsch aufgehoben sind. Prüfen Sie dann mit Hilfe unseres Ratgebers, ob Sie in die GKV zurück können. Versicherte mit Kindern und Ehepartnern sollten einen Wechsel erwägen. Denn in der gesetzlichen Versicherung sind diese meist beitragsfrei mitversichert.

Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Leistungen meist gleich

  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Anbieter:

4. Erhöhung des Selbstbehalts

Sie können einen Selbstbehalt vereinbaren oder erhöhen, um den monatlichen Beitrag zu senken. Seien Sie aber mit diesem Instrument vorsichtig und setzen Sie den Selbstbehalt nicht zu hoch an: Sollten Sie krank werden, kann die Selbstbeteiligung eine schwere Belastung werden. Zudem können Sie ihn nicht einfach wieder zurückschrauben, dazu ist eine Gesundheitsprüfung notwendig. Bei Angestellten kommt hinzu, dass sich ihr Arbeitgeber nicht am Selbstbehalt beteiligt. Die Einsparung ist dementsprechend geringer, weil er die Last der Selbstbeteiligung alleine trägt. Den Beitrag zahlt der Arbeitgeber dagegen mit.

5. Wechsel in den Standardtarif

Falls Sie die Voraussetzungen für einen Wechsel in die gesetzliche Kasse nicht erfüllen, gibt es innerhalb der privaten Krankenversicherung zwei Tarife, die der GKV ähneln: der Standard- und Basistarif. In den Standardtarif können Sie grundsätzlich nur, sofern Sie vor 2009 in die private Krankenversicherung eingetreten sind. Dann steht er Versicherten offen, die älter als 65 Jahre sind. Oder über 55-Jährigen, deren Einkommen unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von 57.600 Euro liegt. In der Regel ist der Standardtarif deutlich günstiger als der Basistarif, vor allem für Ehepaare, bei denen beide in der PKV sind. Dafür sind die Leistungen etwas geringer.

  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema private Krankenversicherung sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

6. Wechsel in den Basistarif

Der andere, der GKV ähnelnde Tarif ist der Basistarif. Er ist deutlich teurer als der Standardtarif und bietet dabei nur wenig bessere Leistungen – insbesondere bei Psychotherapie, Kuren und Reha-Leistungen. Der Umstieg lohnt sich aber nur, sofern der aktuelle Beitrag sehr hoch ist. Falls Sie in den Basistarif wechseln, prüfen Sie, ob Sie nach Paragraf 9 Sozialgesetzbuch II – womöglich durch den PKV-Beitrag – hilfebedürftig sind. Dann wird Ihnen die Hälfte der Prämie erlassen.

7. Wechsel in den Notlagentarif

Falls all diese Möglichkeiten nicht greifen, gibt es noch einen letzten, aber nur zeitweiligen Ausweg: den Notlagentarif für säumige Beitragszahler. Wenn Sie Ihre Beiträge nicht bezahlen und das entsprechende  Mahnverfahren abgeschlossen ist, landen Sie automatisch in diesem Tarif, der 100 bis 130 Euro im Monat kostet. Er sieht vor allem eine Akutversorgung vor, wobei Kinder und Jugendliche sowie Schwangere weitergehende Leistungen erhalten.

Der Notlagentarif ist als Übergangslösung gedacht, bis Sie Ihre vollen Beiträge (wieder) zahlen können. Sobald es Ihnen finanziell besser geht, müssen und sollten Sie in einen vollwertigen Tarif zurückkehren. Denn weder erhalten Sie im Notlagentarif wichtige weitergehende Heilbehandlungen noch werden Altersrückstellungen gebildet. Sie dürfen in Ihren alten Tarif zurückkehren oder einen anderen Tarif Ihrer Krankenversicherung wählen

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Gesamte Diskussion anzeigen - Anmelden oder registrieren, um an der Diskussion teilzunehmen.

Sollen wir Sie
zum Thema private Krankenversicherung
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.