Sozialversicherungen

Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeden Monat Beiträge an die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die Höhe bemisst sich nach dem Bruttogehalt.
  • In der Regel zahlt der Arbeitgeber die eine Hälfte und der Arbeitnehmer die andere Hälfte der Beiträge.
  • In die gesetzliche Krankenversicherung zahlt der Arbeitnehmer oft mehr ein, da er den monatlichen Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,1 Prozent in 2016) alleine zu tragen hat, falls seine Kasse einen erhebt.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu einer Höchstgrenze vom Gehalt abgezogen.Verdient der Arbeitnehmer mehr als die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze, zahlt er für den Teil des Gehalts darüber keine weiteren Sozialabgaben. Die Grenze wird jährlich neu festgelegt.
  • 2016 liegt sie für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 6.200 Euro (West) und 5.200 Euro (Ost) im Monat, für die gesetzliche Krankenversicherung liegt sie bei 4.237,50 Euro.
  • Wer nicht mehr als bis zur sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, ist in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Verdient er mehr, kann er in die private Krankenversicherung wechseln. Auch diese Grenze wird jedes Jahr neu festgelegt.
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Jeder Arbeitnehmer zahlt von seinem Bruttogehalt Beiträge an die gesetzliche Sozialversicherung. Dazu gehören die Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie die gesetzliche Pflege-, Unfall- und Krankenversicherung. Die Beiträge werden prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet. Der Arbeitgeber trägt je nach Versicherung etwa die Hälfte. Für die gesetzliche Unfallversicherung zahlt er allein.

Beitragssätze in der Sozialversicherung im Jahr 2016

Art der Versicherung Beitragssatz Arbeitgeberanteil Arbeitnehmeranteil
gesetzliche Rentenversicherung 18,7 % 9,35 % 9,35 %
Arbeitslosenversicherung 3 % 1,5 % 1,5 %
gesetzliche Krankenversicherung 14,6 % 7,3 % 7,3 % plus Zusatzbeitrag von durchschnittlich 1,1 %
Pflegeversicherung 2,35 % 1,175 % 1,175 % (Arbeitnehmer mit Kind)
      1,425 % (Arbeitnehmer ohne Kind)

Jede Krankenkasse legt die Höhe des Zusatzbeitrags in eigener Verantwortung fest. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Kasse alle 18 Monate zu wechseln. Falls Ihre Kasse gerade den Zusatzbeitrag erhöht hat, haben Sie überdies ein Sonderkündigungsrecht.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beiträge werden allerdings nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze erhoben. Für den Teil des Gehalts, der über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, fallen keine weiteren Sozialabgaben an. Bei welchem Betrag diese Grenze liegt, richtet sich nach der Lohnentwicklung im Vorjahr; die Bundesregierung legt den Betrag jedes Jahr neu fest. Wenn das durchschnittliche Einkommen steigt, steigt auch die Grenze, oberhalb derer ein Arbeitnehmer keine weiteren Sozialabgaben zahlen muss.

Gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung

Jahr   Beitragsbemessungsgrenze
2016   West: 6.200 € /Monat (= 74.400 € /Jahr)
    Ost: 5.400 € /Monat (= 64.800 € /Jahr)
     
2015   West: 6.050 € /Monat (= 72.600 € /Jahr)
    Ost: 5.200 € /Monat (= 62.400 € /Jahr)
     
2014   West: 5.950 € /Monat (= 71.400 € /Jahr)
    Ost: 5.000 € /Monat (= 60.000 € /Jahr)


Gesetzliche Krankenversicherung

Jahr   Beitragsbemessungsgrenze
2016   Ost + West: 4.237,50 € /Monat
    (= 50.850 € /Jahr
     
2015   Ost + West: 4.125 € /Monat
    (= 49.500 € /Jahr)
     
2014   Ost + West: 4.050 € /Monat
    (= 48.600 € /Jahr)

Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen 2014, 2015, 2016 (Stand: 1. Januar 2016)

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Versicherungspflicht- oder Jahresarbeitsentgeltgrenze

Ab einem bestimmten Einkommen haben Sie die Möglichkeit, von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu einer privaten Versicherung (PKV) zu wechseln. Die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), die auch Versicherungspflichtgrenze genannt wird, richtet sich nach dem Lohnniveau des Vorjahres und ändert sich jedes Jahr (§ 6 Abs. 6 SGB V). Für Menschen, die bereits vor dem Jahr 2003 privat krankenversichert waren, entspricht die JAEG der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Wenn Ihr jährliches Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer unter diesen Beträgen liegt, sind Sie in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert.

Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung

       
Jahr     Jahresarbeitsentgeltgrenze
2016     4.687,50 Euro/Monat (= 56.250 Euro/Jahr)
2015     4.575 Euro/Monat (= 54.900 Euro/Jahr)
2014     4.462,50 Euro/Monat (= 53.550 Euro/Jahr)

Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung (PKV-Mitglieder vor 2003)

Jahr Jahresarbeitsentgeltgrenze
2016 4.237,50 Euro/Monat (= 50.850 Euro/Jahr)
2015 4.125 Euro/Monat (= 49.500 Euro/Jahr)
2014 4.050 Euro/Monat (= 48.600 Euro/Jahr)

Auch wenn Sie mit Ihrem Gehalt oberhalb dieser Einkommensgrenzen liegen, ist ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung oft nicht ratsam. Prüfen Sie anhand unserer Checkliste, ob Sie sich auch langfristig einen Wechsel leisten können. Erfüllen Sie diese Anforderungen, stellt die PKV für Sie aus finanzieller Sicht kein Risiko dar. Falls Sie schon eine private Krankenversicherung haben und jetzt unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze gerutscht sind, dann können Sie wieder zurück zur gesetzlichen Kasse wechseln.

Mehr zum Wechsel in die private Krankenversicherung

Saidi Sulilatu
von Finanztip,
Experte für Versicherungen

Prüfen Sie den Wechsel gut

  • Nur wer strenge Kriterien erfüllt, sollte sich einen Wechsel überlegen.
  • Beamte und Selbständige dürfen in die PKV.
  • Angestellte über der Jahresarbeitsentgeltgrenze.
  • Fragen Sie einen Honorarberater.

» Zum Ratgeber

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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.

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