Bank-Vergleiche
Ratgeber Extra ...
Banksparen
Bundespapiere
Anleihen
Sachwerte Anlagen
Geldanlage: Banksparen / Bundeswertpapiere / Anleihen     bei Finanztip.de
Geldanlage: Zinsen - Bundesanleihen

Bundesanleihen (Bunds)

Bundesanleihen sind vornehmlich festverzinsliche Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland, die an der Börse gehandelt werden. Die Laufzeit einer Bundesanleihe beträgt in der Regel 10 Jahre, manchmal sogar 30 Jahre. Es gibt keinen Mindestanlagebetrag. Die Zinszahlung erfolgt jährlich.

Sonderfälle bei Bundesanleihen
Der Begriff Bundesanleihe umfasst neben Anleihen des Bundes auch die seiner Sondervermögen. Das Wertpapier wird in der Regel in Euro begeben und die Börsennotierung erfolgt - wie bei allen verzinslichen Wertpapieren - in Prozent des Nennwertes. Hiervon gibt es vereinzelt Ausnahmen. So wurden auch schon inflationsindexierte Bundesanleihen emittiert, deren Zins und Nominalwert an die Inflationsrate in Deutschland gekoppelt sind (so genannte "Inflation-Linked Bond"). Auch die Emission einer Bundesanleihe in US-Dollar (Anleihe in Fremdwährung) zum 1. Juni 2005 mit Zinszahlung und Rückzahlung in US-Dollar ist ein Sonderfall.

Kurse von Bundeswertpapieren
Eine übersichtliche grafische Darstellung der Entwicklung zu Kursen und Renditen - ausgerichtet an einer Zeitachse - haben wir im Web zu Bundeswertpapieren bisher nicht finden können. Schön wäre sicherlich eine optische Präsentation - wie die bei Finanztip dargestellten Charts der Hypothekenzinsen. Dafür ist auf der Website der Deutsche Bundesbank eine umfassende Darstellung der Kurse und Renditen börsennotierter Bundeswertpapiere in tabellarischer Form abrufbar.

Bei 10- und 30-jährigen Bundesanleihen ist auch das "Stripping" möglich, d.h. die Trennung von Kapitalanspruch und Zinsanspruch und deren separater Handel. Durch das Stripping werden ein Kapital-Strip ohne Zinsanspruch und ein Zins-Strip aus den einzelnen Renditeansprüchen geschaffen.

  Kredite Vergleichen


"Stripping" ist ab einem Mindestbetrag von 50.000 Euro möglich. Die Trennung nehmen die jeweils für einen Inhaber der Anleihe depotführenden Stellen (Kreditinstitut oder Deutsche Finanzagentur) in dessen Auftrag vor. Auch die Rekonstruktion von Zins- und Kapital-Strips zu einer Anleihe ist möglich; dies ist jedoch nur Kreditinstituten, Finanzdienstleistungsinstituten, Wertpapierhandelsunternehmen und Wertpapierhandelsbanken für ihre Eigenbestände erlaubt.

Kauf von Bundesanleihen (Bunds)
Der Ankauf von festverzinslichen Wertpapieren wie den Bundesanleihen ist grundsätzlich bei allen Banken und Sparkassen möglich. Bundesanleihen können jederzeit an der Börse gekauft und verkauft werden. Es fallen dann die banküblichen Ankaufs- und Verkaufskosten an. Anfallende Stückzinsen werden beim Kauf verrechnet. Die Verwahrung kann natürlich auch bei Banken und Sparkassen erfolgen; dies kostet aber eine kleine Gebühr.

Der Erwerb dieser Wertpapiere kann aber auch direkt bei der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur vorgenommen werden. Dafür ist die Errichtung eines so genannten Schuldbuchkontos erforderlich. Auf dem Schuldbuchkonto werden die erworbenen Wertpapiere verzeichnet. Das Schuldbuchkonto lässt sich online bei der Deutsche Finanzagentur einrichten und kostenfrei führen.

Die Laufzeiten, Kurse und Renditen der umlaufenden Bundesanleihen sollen lt. Angabe der Finanzagentur in einer aktuellen aktuellen Aufstellung als Quicklinks auf der eigenen Website abrufbar sein. Auch nach der letzten Finanztip-Prüfung (24. Januar 2011) ist dies aber schon länger nicht mehr der Fall, weil die Suche nach "Rendite börsennotierter Emissionen" nur Suchergebnisse aus dem Jahre 2009 zeigte und die Quicklinks überhaupt nicht zu finden sind. Anwender sollten sich daher auf Börsenseiten informieren.

Verkauf von Bundesanleihen / Verfügbarkeit
Die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert. Ein täglicher Verkauf von Bunds ist an der Börse zum aktuellen Kurs möglich. Ein Verkauf vor Ablauf der Anleihe ist daher mit dem normalen Kursrisiko vor Endfälligkeit behaftet. Damit lasssen sich ggf. bei sinkendem Kapitalmarktzinsniveau auch Kursgewinne realisieren, andererseits können aber auch Kursverluste entstehen.

Steigt der Kapitalmarktzins, sinken die Kurse für langlaufende festverzinsliche Wertpapiere, weil der Nominalzins dieser Wertpapiere nicht mehr dem aktuellen Zinsniveau entspricht. Diese Wertpapiere werden dann niedriger bewertet. Dies ist gut für Anleger, die erst in diesem Zeitpunkt festverzinsliche Wertpapiere erwerben wollen und schlecht für Besitzer von Wertpapieren, die jetzt verkaufen wollen oder müssen. Das Kursrisiko ist bei einem "Langläufer" stärker ausgeprägt.

Fazit: Bunds gelten nach § 1807 Abs. 1 Nr. 2 BGB als mündelsicher. Sie konkurrieren zum Beispiel mit Unternehmensanleihen und den hauseigenen Bundesobligationen. Es besteht kein Anlagehöchstbetrag. Wegen der langen Laufzeit werden mit diesem Produkt langfristig orientierte Anleger angesprochen. Wegen der langen Laufzeit besteht bei stark gesunkenem Kapitalmarktzinsniveau ein hohes Kursrisiko, weil in der Zukunft mit steigendem Kapitalmarktzins gerechnet werden muss und bei vorzeitigem Verkauf des Wertpapiers vor der Endfälligkeit ein Verlust droht.

Finanztip.de   Keine Gewähr für Richtigkeit
Finanztipps