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Optionsscheine - das Prinzip
Für das grundlegenden Verständnis der Funktionsweise von Optionsscheinen (englisch: Warrants) ist die Verwendung trockener Definitionen oftmals leider unvermeidbar. Um die Ausführungen nicht all zu trocken werden zu lassen, sollen immer wieder praktische Fallbeispiele die Bedeutung der Definitionen klar und deutlich zum Ausdruck bringen.
Die Grundvoraussetzung, um überhaupt ein Optionsscheingeschäft abschliessen zu können, ist selbstverständlich das Vorhandensein von Marktteilnehmern, die sich genauso, wie im Börsehandel üblich, aus Käufern und Verkäufern zusammensetzen. Der Verkäufer von Optionsscheinen wird auch als Stillhalter oder Emittent bezeichnet.
Eckpfeiler
Jeder Optionsschein muss folgende wesentliche Merkmale aufweisen: Call (Kaufoptionsschein) = das Recht zu kaufen, oder Put (Verkaufsoptionsschein) = das Recht zu verkaufen. Basiswert oder Underlying = Aktie, Index, Währung, Zinsen, etc. Basispreis, Ausübungspreis, Bezugspreis, Strikepreis = jener Preis, zu dem der Basiswert bis zum oder am Ende der Laufzeit des Optionsscheines gekauft (Calls) oder verkauft (Puts) werden kann. Bezugsverhältnis, Ratio = Anzahl der Optionsscheine, die zum Bezug eines Basiswertes benötigt werden. Laufzeit = Zeitspanne bis zum Verfall des Optionsscheines. Sämtliche dieser Eckdaten werden vom Emittenten vorgegeben.

So funktioniert es wirklich
Als Beispiel dient ein Optionsschein auf die frei erfundene Invest AG Aktie, der folgende Ausstattungsmerkmale aufweist: Kauf- und Verkaufsoptionsschein auf den Basiswert Invest AG Aktie, Bezugspreis 80 €, Bezugsverhältnis 1:1, Laufzeit ein Jahr, Preis des Optionsscheines 12,70 €. Aus der Sicht des Käufers ergibt sich folgendes Szenario: Mit dem Kauf des Optionsscheines erwirbt der Käufer das RECHT, aber nicht die Verpflichtung gegen die einmalige Bezahlung des Kaufpreises für den Optionsschein, in diesem Fall eben 12,70 € den Basiswert: Invest AG Aktie zu einem fixierten Preis: 80 € in einer bestimmten Menge: eine Aktie zu oder bis zu einem bestimmten Termin: ein Jahr zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Puts).
Aus der Sicht des Verkäufers verhält es sich folgendermassen: Mit dem Verkauf des Optionsscheines übernimmt der Stillhalter die VERPFLICHTUNG, gegen den einmaligen Erhalt des zu für den Optionsschein zu bezahlenden Preises, der auch Prämie genannt wird, in diesem Beispiel eben 12,70 € den Basiswert: Invest AG Aktie zu einem fixierten Preis: 80 € in einer bestimmten Menge: eine Aktie zu oder bis zu einem bestimmten Termin: ein Jahr zu liefern (Call) oder abzunehmen (Put).