Günstiger Ökostrom

So erhalten Sie wirklich grüne Energie

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Durchschnitt ist Ökostrom günstiger als der Grundversorgungstarif.
  • Ökostrom kann auch günstiger als herkömmliche Elektrizität sein. Über den Finanztip-Stromrechner finden Sie sowohl Ökostrom als auch herkömmliche Tarife.
  • Dass Strom aus erneuerbaren Energien stammt, wird über Herkunftsnachweise belegt.
  • Gütesiegel können darüber hinaus Orientierung geben – sie bewerten Ökostrom nach weiteren Kriterien. Wir empfehlen die Gütesiegel Grüner-Strom-Label in Gold, Ok-Power, TÜV Nord und TÜV Süd.

So gehen Sie vor

  • Am einfachsten finden Sie einen günstigen Ökostromtarif mit dem verbraucherfreundlichen Vergleichsrechner von Finanztip.
  • Unser Stromrechner zeigt Öko- und Klimatarife mit Gütesiegel.
  • Je nach Einstellung berücksichtigt unser Tool den Neukundenbonus nicht, sodass er das Ergebnis nicht verzerrt.
  • Wenn Sie noch mehr für die Umwelt tun wollen, entscheiden Sie sich für einen reinen Ökostromanbieter.

Rund neun Millionen Haushalte beziehen heute Ökostrom – das ist jeder fünfte Haushalt in Deutschland. Seit 2010 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Wer einen Liefervertrag für Ökostrom abschließt, kann sicher sein, dass sein Versorger nur Strom aus erneuerbaren Energien einkauft.

Wie oft wollen Sie den Tarif wechseln?
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Hinweis: Bei Auswahl der Option „Jedes Jahr“ empfehlen wir Ihnen auch Tarife mit Neukundenbonus, die im zweiten Vertragsjahr deutlich teurer werden können. Wechseln Sie rechtzeitig erneut den Anbieter, sonst ist Ihre Ersparnis wahrscheinlich dahin.

Darüber hinaus können Verbraucher einen wirtschaftlichen Vorteil herausschlagen. Denn grüner Strom wird häufig zu niedrigeren Tarifen als denen in der Grundversorgung angeboten: 1,5 Cent pro Kilowattstunde spart der Verbraucher im Schnitt (bei einem Verbrauch zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden im Jahr), wenn er aus der Grundversorgung in einen Ökostromvertrag wechselt. Die günstigsten Ökostromtarife liegen dabei 2017 unter 26 Cent pro Kilowattstunde und damit auch unter dem Niveau von vielen weiteren Lieferverträgen außerhalb der Grundversorgung.

Durchschnittliche Strompreise für Haushaltskunden 2016

  Durchschnitt Minimum Maximum
Tarif Grundversorgung 29,85 ct/kWh 26,99 ct/kWh 32,46 ct/kWh
Anderer Tarif beim Grundversorger 28,16 ct/kWh 25,87 ct/kWh 30,30 ct/kWh
Tarif bei anderem Versorger 27,78 ct/kWh 24,24 ct/kWh 30,31 ct/kWh
Ökostromtarif 28,35 ct/kWh 25,42 ct/kWh 31,14 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 30. November 2016)

Angegeben sind die Strompreise, die Stromanbieter 2016 durchschnittlich bei einem Jahresverbrauch zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden in Rechnung gestellt haben. Die Kosten für Grundpreis und Arbeitspreis wurden zusammengerechnet und durch die gelieferte Strommenge geteilt. Die Angaben zum minimalen und maximalen Preis für eine verbrauchte Kilowattstunde bezieht sich nur auf die größten 10 bis 90 Prozent der in Deutschland bestehenden Lieferverträge.

Damit Sie wirklich für Energie aus erneuerbaren Quellen bezahlen, sind die Versorger in der Nachweispflicht. Die Unternehmen benötigen sogenannte Herkunftsnachweise. Diese belegen, wann und in welchem regenerativen Kraftwerk eine Kilowattstunde erzeugt wurde. Ausgestellt wird ein Herkunftsnachweis von den Stromerzeugern. Das Bundesumweltamt entwertet die Zertifikate, nachdem der Strom verkauft wurde. So kann ein Zertifikat nicht mehrfach verwendet werden. Ob ein Zertifikat aus Deutschland oder einem anderen europäischen Land stammt, ist egal.

Importe aus Norwegen trotz Ökostromproduktion in Deutschland

Das ist wichtig. Denn ohne den Einkauf von Ökostrom im Ausland könnte die Nachfrage in Deutschland nicht bedient werden. Das erscheint auf den ersten Blick paradox. Schließlich decken erneuerbare Energien fast ein Drittel der Stromversorgung in Deutschland – also weit mehr, als alle Ökostromkunden benötigen. Aber nur ein Bruchteil der in Deutschland erzeugten grünen Energie darf als Strom aus erneuerbaren Energien verkauft werden – nämlich die Menge, die nicht über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wird. Speist der Betreiber eines Windparks oder einer Photovoltaikanlage seine Energie ins öffentliche Stromnetz und nimmt dafür eine gesetzliche Vergütung in Anspruch, kümmert sich der Netzbetreiber um den Verkauf des Stroms an der Börse. Wer auch immer die Energiemenge aufkauft und einem Verbraucher liefert – er weiß zumeist nicht, dass es sich um Ökostrom handelt. Und selbst wenn er es weiß: Es ist verboten, für Strom eine EEG-Förderung einzustreichen und ihn dann als Erneuerbaren-Energien-Strom weiter zu vermarkten. 

So kommt es, dass Stromversorger große Mengen Energie in anderen Ländern einkaufen. 2016 stammten die Herkunftsnachweise von 54 Prozent des gelieferten Ökostroms aus Norwegen, 10 Prozent aus Österreich und jeweils 8 Prozent aus Schweden und Frankreich. Es handelt sich dabei zumeist um Energie aus Wasserkraft. Auf der anderen Seite erhalten alle Stromverbraucher in Deutschland Energie aus erneuerbaren Kraftwerken, auch wenn sie dies nicht explizit wünschen. Das ist dann der Ökostrom ohne Herkunftsnachweis.

Wie hoch die jeweiligen Anteile sind, lässt sich der Stromrechnung entnehmen. Beziehen Sie echten Ökostrom, sollten Sie die Angabe von 100 Prozent hinter der Kategorie „sonstige erneuerbare Energien, nicht gefördert nach dem EEG“ finden. Sie wissen dann, dass ihr Versorger bei Ökostromproduzenten eingekauft hat, die keine gesetzliche Förderung erhalten. Haben Sie einen anderen Tarif, sollte sich auch eine Prozentangabe hinter der Kategorie "Erneuerbare Energien, gefördert nach dem EEG" finden.

Wie Ökostromkunden die Energiewende voranbringen

Ob der für Sie eingekaufte Ökostrom tatsächlich bei Ihnen landet, kann nicht sichergestellt werden, so lange Sie den Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Alle Produzenten speisen ihren Strom gleichermaßen in dieses ein. Da sich die Energie den kürzesten Weg durch die Leitungen zum Verbraucher sucht, erhalten Sie Ihren Strom vor allem aus dem Kraftwerk, das am nächsten liegt.

Dennoch fördern Ökostromkunden die erneuerbaren Energien. Steigt die Nachfrage nach entsprechenden Tarifen in Europa, werden die Produzenten neue Anlagen errichten. Auch Stromversorger investieren in regenerative Kraftwerke – zum Teil direkt in Deutschland. Während der Einkauf von nachweislich grün erzeugter Energie zu den Pflichten eines Ökostromanbieters gehört, zählen der Bau neuer Kraftwerke oder eine nachhaltige Unternehmenspolitik zur Kür. Welche zusätzlichen Kriterien ein Unternehmen erfüllt, spiegeln Gütesiegel wieder. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel über Ökostrom-Gütesiegel.

Günstigen Ökostromtarif finden mit unserem Vergleichsrechner

Die einfachste Möglichkeit, an einen günstigen Ökostromtarif zu gelangen, bieten Vergleichsrechner im Internet. Wir empfehlen den verbraucherfreundlichen Finanztip-Stromrechner. Er basiert auf Daten von Verivox und Check24 und zeigt Ökostromtarife an, die ein unabhängiges Gütesiegel tragen. Die günstigsten Tarife tauchen ganz oben auf.

Wer sich bewusst für Ökostrom entscheidet, will wahrscheinlich nicht jedes Jahr den Stromanbieter wechseln, um einen Neukundenbonus zu bekommen. Sofern das auf Sie zutrifft und Sie mit Ihrem neuen Ökostromanbieter erstmal Ihre Ruhe haben wollen, lassen Sie den Stromrechner auf „einmaligen Wechsel“ eingestellt. Dann sucht das Tool einen tendenziell dauerhaft günstigen Tarif und berücksichtigt beim Vergleich nicht den Neukundenbonus.

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Alternative: Bundesweit tätige reine Ökostromanbieter

Mittlerweile haben fast alle Stromerzeuger neben konventionellen Tarifen auch grünen Strom im Angebot. Daneben gibt es aber etliche Anbieter in Deutschland, die ausschließlich auf Naturstrom setzen und diesen bundesweit liefern. Die Plattform „EcoTopTen“ des Öko-Instituts listet diese auf. Aktuell sind es 32 Tarife, von denen die Plattform drei als „nicht empfehlenswert“ einstuft, ohne allerdings die Namen der entsprechenden Anbieter zu nennen. Von den 29 weiteren Tarifen weisen 23 ein Gütesiegel auf. Sechs weiteren hat „EcoTopTen“ ein unabhängiges Zertifikat erteilt, weil die Tarife die Kriterien der Plattform erfüllen. Dazu gehört, dass der Stromversorger nicht an Atom- oder Kohlekraftwerken beteiligt ist und die Energiewende vorantreibt.

Auf Basis der von „EcoTopTen“ gelisteten Ökostromtarife hat die Zeitschrift „Öko-Test“ im Dezember 2016 eine eigene Untersuchung vorgenommen. Das Gesamturteil „sehr gut“ konnten nur Unternehmen bekommen, die keinen konventionellen Strom verkaufen – auch nicht über eine Muttergesellschaft. Außerdem musste mindestens ein Drittel des verkauften Ökostroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen kommen, die nicht älter als sechs Jahre sind. Alternativ konnten die Anbieter auch einen entsprechenden Anteil des Strompreises in den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung investieren.

Insgesamt 16 Ökostromtarifen erteilte „Öko-Test“ das Gesamturteil „sehr gut“. Die Unternehmen EWS Schönau, Greenpeace Energy und Naturstrom waren auch schon im Februar 2012 bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest unter den besten Ökostrom-Anbietern. Den Versorger Naturstrom hat Finanztip sich hier genauer angesehen.

Die besten reinen Ökostromanbieter in Deutschland

Anbieter Tarif Label
Baywa Baywa Ökostrom 12 Ok-Power
Bürgerinitiative Umweltschutz Naturstrom Ökostrompool Grüner Strom Gold
Heidelberger Solidarstromer Heidelberger Solidarstrom EcoTopTen
Ökostromer Edingen-Neckarhausen Ökostrom+ EcoTopTen
Schriesheimer Ökostromer Schriesheimer Ökostrom+ EcoTopTen
Enspire Energie Enspire Grüner Strom Grüner Strom Gold
EWS Elektrizitätswerke Schönau EWS Ökostrom EcoTopTen
Greenpeace Energy Ökostrom für Privatkunden TÜV Nord, Omnicert
Klimaschutz+ Energiegenossenschaft Ökostrom+ EcoTopTen
Mann-Naturenergie Mann Cent Grüner Strom Gold
Naturstrom Naturstrom Grüner Strom Gold
Polarstern Wirklich Ökostrom Grüner Strom Gold
Proengeno Naturmix Premium Grüner Strom Gold
Savero Chancen geben Ok-Power
Solidarische Ökonomie Bremen Bremer Solidarstrom EcoTopTen
Stadtwerke Müllheim-Staufen Alemannenstrom Markgräfler Ok-Power+ Ok-Power

Quelle: Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 12/2016)

Neben den sehr guten Bewertungen hat „Öko-Test“ auch sieben Unternehmen ein „befriedigend“ erteilt und vier Anbietern ein „ausreichend“. Dabei handelt es sich um Stromversorger, die entweder selbst konventionellen Strom anbieten oder die zu einem Unternehmensverbund gehören, der Kohle- oder Atomstrom vertreibt. Trotzdem weisen alle 11 Anbieter für ihren Ökostromtarif ein Gütesiegel auf.

So läuft der Wechsel ab

Tipp

Anbieterwechsel

Wann Sie ausnahmsweise selbst kündigen sollten und was Sie beim Umzug beachten müssen, lesen Sie im Ratgeber Stromanbieterwechsel.

Nachdem Sie sich für einen Tarif entschieden haben, schließen Sie den Stromvertrag entweder über den Vergleichsrechner ab oder direkt beim Stromanbieter Ihrer Wahl. Der Lieferant kündigt Ihren alten Vertrag für Sie. Sie brauchen nichts weiter zu unternehmen.

Der Wechsel dauert drei bis acht Wochen, falls Sie sich für einen anderen Anbieter entschieden haben. Wenn Sie lediglich den Tarif bei Ihrem bisherigen Anbieter wechseln, kann es schneller gehen. Die Belieferung mit Ihrem neuen Ökostromtarif beginnt an einem Monatsersten. Ab dann unterstützen Sie aktiv die Energiewende.

Mehr dazu im Ratgeber Stromanbieterwechsel

Finanztip-Redaktion

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.