Strompreise

Wie sich Stromtarife zusammensetzen und wie Sie sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem Jahr 2000 haben sich die Strompreise für private Haushalte verdoppelt – seit 2013 aber blieb der Preis der Stromtarife nahezu konstant.
  • Der Anteil von Steuern, Abgaben und Umlagen am Haushaltsstrompreis liegt mittlerweile bei 55 Prozent.
  • Trotzdem sind die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Stromanbietern enorm.
  • Deshalb sollten Sie mit unserem Vergleichsrechner Stromtarife vergleichen und zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln.
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Obwohl private Haushalte viel mehr Geld für Heizöl oder Gas ausgeben als für Strom, gibt es immer wieder Aufregung um die Strompreise. Denn der Strompreis steigt beinahe kontinuierlich und heute so teuer wie im Jahr 2000. 

Das liegt vor allem an den Steuern, Umlagen und Abgaben auf den Strompreis. Rund 55 Prozent des Strompreises bestimmen diese. Auch die Entgelte für den Transport elektrischer Energie sind deutlich gestiegen. Die Kosten für die Erzeugung sind dagegen gefallen. Auch wenn der Spielraum für Stromversorger heute relativ klein bei der Preisgestaltung ist, gibt es dennoch starke Unterschiede. Sie sind daher gut beraten, einen günstigen Stromanbieter zu suchen.

Mehr dazu im Ratgeber Stromanbieterwechsel

Finanztip-Redaktion

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So setzt sich der Strompreis zusammen

Im Wesentlichen besteht der Strompreis aus den drei Kostenblöcken Herstellung, Abgaben und Transport. Oder etwas genauer:

  • Kosten für die Strombeschaffung mit den darin enthaltenen Produktionskosten, Kosten für den Vertrieb;
  • Steuern, Abgaben und Umlagen;
  • Kosten für die Nutzung der Netze einschließlich Messung und Abrechnung.

Die sogenannte eingeschränkte Preisgarantie vieler Stromtarife umfasst nicht die Abgaben, Steuern und Netzentgelte. Die Tarife garantieren lediglich, dass der Preisanteil für die Herstellung und Beschaffung über einen bestimmten Zeitraum gleich bleibt.

Nach der Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von Mai 2017 liegt der durchschnittliche Strompreis für einen Haushalt bei 29,23 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Mehr haben Verbraucher noch nie für Strom gezahlt (siehe Grafik). Diese Preise gelten für einen Jahresverbrauch von 3.500 kWh, was einer drei- oder vierköpfigen Familie entspricht.

Die Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb des Stroms durch den Versorger machen 2017 nur noch 19 Prozent des Endkundenpreises aus. Im Jahr 2009 lag dieser Anteil noch bei 37 Prozent. Der Anteil der Netzentgelte liegt bei 26 Prozent. 2017 sind die Entgelte im Schnitt um 0,49 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Vor allem zum Jahreswechsel haben dies viele Verbraucher zu spüren bekommen. In einem fort nach oben ging es mit Steuern, Abgaben und Umlagen: Ihr Anteil hat sich seit 2009 von 38 auf 55 Prozent erhöht. Rund 16 Cent pro Kilowattstunde zahlen Verbraucher einzig aufgrund gesetzlicher Regelungen.

Entwicklung des Strompreises und seiner Hauptbestandteile

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (Stand: 31. Mai 2017)

Großes Stromangebot sorgt für niedrige Einkaufspreise der Versorger

Strom aus Wind und Sonne, aber auch aus Braunkohle wird seit einigen Jahren im Überfluss produziert. Das hat die Preise an der Strombörse in Leipzig gedrückt. Deshalb können die Stromversorger günstig einkaufen: Mussten sie 2009 im Durchschnitt noch 8,5 Cent für Beschaffung und Vertrieb einer Kilowattstunde Strom ausgeben, sind es im Frühling 2017 nur noch 5,7 Cent. Einige Versorger sprechen gegenüber ihren Kunden aber nie über diesen Einkaufsvorteil, sondern nur über die gestiegenen Steuern und Umlagen, zuweilen auch über erhöhte Netzentgelte.

EEG-Umlage steigt nur noch langsam

Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung die Stromversorgung überwiegend auf Wind, Sonne und andere erneuerbare Energien umstellen. Das wichtigste Instrument dafür ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das Gesetz blieb nicht ohne Wirkung: 2016 war jede dritte in Deutschland erzeugte Kilowattstunde Ökostrom.

Die Förderung der Erneuerbaren zahlen die Stromverbraucher über die EEG-Umlage. Als diese noch sprunghaft stieg, war das auch auf der Stromrechnung zu spüren. So kletterte die Umlage von 2012 auf 2013 von 3,6 auf 5,3 Cent je kWh. Bei einem Stromverbrauch von 3.500 kWh im Jahr machte das einen Aufschlag von knapp 60 Euro – mit Mehrwertsteuer sogar 70 Euro. 2014 ging es noch einmal hoch auf 6,2 Cent. Seitdem änderte sich die Umlage nur noch leicht und liegt 2017 bei rund 6,9 Cent. Ab 2020 erwarten Experten, dass die Höhe der Umlage kontant bleibt und ab 2022 sinkt.

Die Höhe der EEG-Umlage bestimmen die vier Betreiber der Übertragungsnetze in Deutschland. Jeweils am 15. Oktober eines Jahres geben sie die Höhe für das folgende Jahr bekannt. Grundlage dafür sind Prognosen zu den Ausgaben (im Wesentlichen die an die Anlagenbetreiber zu zahlenden EEG-Vergütungen) und zu den Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms an der Strombörse.

Netzentgelte machen mehr aus als die EEG-Umlage

Die EEG-Umlage wird wegen ihres direkten Bezugs zur Energiewende viel stärker diskutiert als die Netzentgelte – obwohl diese einen größeren Anteil an der Stromrechnung haben: 2017 zahlen die privaten Haushalte 7,5 Cent je kWh für die Nutzung der Stromnetze, also 9 Prozent mehr als für die Förderung der erneuerbaren Energien. Zu Beginn des Jahres 2017 erhöhten sich die Netzentgelte in vielen Regionen in Deutschland wieder – um bis zu 45 Prozent.

Das Stromnetz in Deutschland hat eine Gesamtlänge von rund 1,9 Millionen Kilometern. Weil die jeweiligen regionalen Netze Monopole sind, regelt die Bundesnetzagentur den Netzzugang und die Netzentgelte. Diese Entgelte verlangen die Netzbetreiber von den Stromanbietern für die Durchleitung des Stroms. Die Bundesnetzagentur berücksichtigt bei der Genehmigung der Entgelte die Höhe der Kosten, um zu verhindern, dass die Netzbetreiber ihre Monopolstellung ausnutzen. 

Kleinere Abgaben und Umlagen schlagen in Summe auch zu Buche

Auf der Stromrechnung finden sich noch weitere Posten, die einzeln betrachtet nicht viel ausmachen, in der Summe aber doch mit gut 2,5 Cent zu Buche schlagen.

So beträgt die sogenannte Konzessionsabgabe 2017 für den durchschnittlichen Haushaltskunden weiterhin rund 1,7 Cent je kWh Strom. Diese Abgabe müssen die Betreiber der Stromnetze an die Gemeinden dafür zahlen, dass die Kommunen ihnen sogenannte Wegerechte für die Stromleitungen einräumen. Die Netzbetreiber erheben die Konzessionsabgabe von den Verbrauchern und leiten sie an die Kommunen weiter.

Die Förderung von Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mussten sich die privaten Stromkunden 2016 im Durchschnitt gut 0,4 Cent je kWh kosten lassen. KWK-Anlagen sind besonders effizient betriebene Kraftwerke, die die Wärme, die bei der Stromgewinnung anfällt, zu einem großen Teil mitnutzen: Entweder wird sie direkt in die Heizungsanlage eines Mehrfamilienhauses oder ins Nah- oder Fernwärmenetz gespeist.

Knapp 0,4 Cent je kWh zahlen die privaten Haushalte dafür, dass Unternehmen, die viel Strom verbrauchen, teilweise von den Netzentgelten befreit werden.

Dicke Brocken Mehrwertsteuer und Ökosteuer

Deutlich größere Einzelbeträge auf der Stromrechnung sind die Ökosteuer und die Mehrwertsteuer. Die Ökosteuer, im Falle des Stroms sinnfällig Stromsteuer genannt, hat sich seit 2004 nicht verändert und liegt 2017 bei knapp 2,1 Cent je kWh. Durch die 19-prozentige Mehrwertsteuer kommen auf den Nettopreis von 24,56 Cent pro Kilowattstunde noch einmal rund 4,7 Cent oben drauf. 

Es gibt verschiedene Vorschläge aus Politik und Forschung, die steuerlichen Belastungen zu senken. Am stärksten dominiert die Diskussion eine Verringerung der Stromsteuer. 

Trotz hohen Anteils der Steuern riesige Preisunterschiede

Obwohl also nicht einmal ein Fünftel des Strompreises durch den Einkauf und den Vertrieb der elektrischen Energie bestimmt wird, heißt das keinesfalls, dass sich die Strompreise der verschiedenen Anbieter nur wenig unterscheiden würden. Im Gegenteil: Verbraucher können viel Geld durch die Wahl des richtigen Stromanbieters sparen.

Eine Familie mit einem Stromverbrauch von 3.000 kWh im Jahr zahlte dafür in Berlin im Juni 2017 in einem Tarif von BEV Energie rund 660 Euro. Der Grundtarif des örtlichen Versorgers Vattenfall kostete 333 Euro mehr. Aber auch andere alternative Versorger berechneten mehr - bis zu 260 Euro im Jahr. Das Beispiel zeigt: Die Tarife der Versorger unterscheiden sich deutlich. Und sie verändern sich kontinuierlich.

Wie Sie auch für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen günstigen Strom bekommen, erfahren Sie im Ratgeber Heizstrom. Mit unseren Stromspartipps geben Sie bis zu 150 Euro weniger im Jahr für Strom aus.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.