Strompreise

Warum Verbraucher wenig durch die Energiewende sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem Jahr 2000 haben sich die Strompreise für private Haushalte mehr als verdoppelt.
  • Das liegt vorrangig an steigenden Steuern, Abgaben und Umlagen. Sie machen heute mehr als die Hälfte des Preises für Haushaltsstrom aus.
  • Auch die Entgelte für den Transport elektrischer Energie über die Stromnetze steigen – aber nicht bundesweit einheitlich. So gibt es Regionen, in denen Strom deutlich mehr kostet als in anderen.
  • Der Einfluss der Versorger auf den Strompreis ist dagegen geschrumpft. Im Schnitt bestimmen sie noch zu einem Fünftel seine Höhe.
  • Um die Strompreise zu senken, diskutieren die im Bundestag vertretenen Parteien über eine Reform der staatlichen Preisbestandteile.

So gehen Sie vor

  • Auch wenn nur ein kleiner Teil des Strompreises an den Versorger fließt: Welche Kosten er für den Vertrieb berechnet, variiert je nach Anbieter stark.
  • In der Grundversorgung sind die Tarife für Haushaltsstrom an einem Ort am höchsten. Aber auch alternative Angebote können um mehrere Cent pro Kilowattstunde voneinander abweichen.
  • Deshalb sollten Sie Stromtarife vergleichen. Wir empfehlen dazu unseren Vergleichsrechner.
  • Sagt Ihnen ein Angebot zu, so wechseln Sie den Stromanbieter.
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Bei der Stromversorgung kommt die Energiewende gut voran. Ein Drittel des Bedarfs stammt heute aus regenerativen Quellen. Davon sind die Wärmeversorgung und der Verkehrsbereich noch weit entfernt.

Dafür hat Strom heute einen stolzen Preis: 29 Cent kostet eine Kilowattstunde im Schnitt. Im Jahr 2000 waren es noch rund 14 Cent. Seither führte der Gesetzgeber fünf Umlagen ein. Sie dienen allesamt dazu, die Energiewende voranzutreiben. Jeder Verbraucher finanziert sie über den Strompreis. Angestiegen sind auch die Entgelte für die Stromnetze. Je stärker die einzelnen Posten wachsen, desto mehr Mehrwertsteuer fällt am Ende an. Das ist schön für den Haushalt der Bundesrepublik, aber weniger schön für jeden Verbraucher.

Gesunken sind dafür die Strompreise an der Börse, dank der erneuerbaren Energien. Diesen Vorteil haben aber die gestiegenen Umlagen und Steuern mehr als aufgefressen, beim Verbraucher kommt davon wenig bis gar nichts an.

Angaben für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr.

Quelle: BDEW (Stand: 31. Mai 2017)

Der größte Teil des Strompreises geht an Staat und Netzbetreiber

Was Sie über den Strompreis alles finanzieren, können Sie jedes Jahr Ihrer Abrechnung entnehmen. Allerdings erklärt kaum ein Versorger, was sich hinter Begriffen wie „§ 19 Strom-NEV-Umlage“ oder „KWKG-Umlage“ verbirgt.

Die Kosten lassen sich in drei Blöcke aufteilen: Der größte umfasst dabei die staatlich festgelegten Umlagen, Abgaben und Steuern. Dahinter folgen die Kosten für den Transport und die Messung von Strom. Der Stromversorger rechnet diese beiden Kostenblöcke zwar beim Verbraucher ab. Aber er reicht die Einnahmen weiter – an die Staatskasse, an die Netzbetreiber und die Messstellenbetreiber. Lediglich der Kostenanteil Preisanteil für die Beschaffung und Lieferung des Stroms bleibt beim Versorger. Dieser dritte Kostenblock ist heute der kleinste: Weniger als 20 Prozent des Preises einer Kilowattstunde nimmt der Stromversorger im Schnitt selbst ein.

Angaben für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr

Quelle: BDEW (Stand: 31. Mai 2017)

Stromkosten variieren deutlich – trotz starken staatlichen Einflusses

Ein Blick auf die drei Kostenblöcke macht deutlich, dass der Gesetzgeber den Strompreis stark beeinflusst. Die Umlagen, Abgaben und Steuern legt er konkret fest. Die Höhe der Entgelte für den Stromtransport genehmigt er jedem einzelnen Netzbetreiber. Wie sich der Strompreis weiterentwickelt, hängt damit entscheidend von der Politik ab.

Es gibt längst Vorschläge und Forderungen aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Reform der staatlichen Belastungen des Strompreises. Politiker aller größeren Parteien haben im Wahljahr 2017 erklärt, die Umlagen, Abgaben und Steuern so zu verändern, damit Verbraucher weniger zahlen.

Wer nicht auf Gesetzesänderungen warten will, um Stromkosten zu senken, kann seinen Versorger wechseln. Auch wenn die Lieferanten den Strompreis im Schnitt nur zu einem Fünftel bestimmen – ob ein Versorger für die Beschaffung und Lieferung von Strom 4,5 oder 7 Cent (netto) pro Kilowattstunde verlangt, macht je nach Bezug einen deutlichen Unterschied: Bei 2.000 Verbrauchseinheiten für einen Haushalt mit zwei Personen beträgt die Ersparnis rund 60 Euro (brutto); bei 3.500 Kilowattstunden sind es rund 104 Euro (brutto).

Der Wettbewerb unter den Lieferanten ist überaus lebendig. Ein Vergleich von Stromtarifen lohnt sich jederzeit. Damit Sie gute Angebote finden, empfehlen wir unseren Finanztip-Stromrechner. Er ist nach unseren verbraucherfreundlichen Kriterien voreingestellt.

Strompreise im Detail: 1. Spielraum der Versorger bei wenigen Cent

Der Markt spielt beim Strompreis eine untergeordnete Rolle. Der Staat und die Netzbetreiber dominieren seine Höhe. Den Stromversorgern bleibt damit nur ein kleiner Spielraum, die Preise zu gestalten. Im Schnitt berechnen sie 2017 nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft 5,67 Cent pro Kilowattstunde (netto) für die Beschaffung und Lieferung von Strom. Enthalten ist in dem Betrag auch der Gewinn, den die Unternehmen erzielen. Der Anteil am durchschnittlichen Strompreis von 29,23 Cent ist damit gering – rund 19 Prozent dessen, was Verbraucher über die Stromrechnung bezahlen, bleibt beim Versorger.

Dieser Betrag von 5,67 Cent pro Kilowattstunde hat sich in den vergangenen Jahren verringert. Denn die Handelspreise für Strom sind gefallen. Im Schnitt kostete 2016 eine Kilowattstunde am Spotmarkt der Strombörse weniger als 3 Cent. Diese Vorteile im Einkauf konnten die Versorger unterschiedlich verarbeiten: Entweder sie haben sie an die Kunden weitergegeben oder ihre Marge auch erhöht.

Wie viel der Versorger für seine Dienste berechnet, entscheidet, wie günstig ein Stromtarif sein kann. Grundsätzlich verlangen Unternehmen in der Grundversorgung das meiste: Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt haben in ihrem Monitoringbericht von 2016 zwischen 7,52 und 8,6 Cent pro Kilowattstunde (netto) angegeben, abhängig vom Stromverbrauch des Haushalts. Je mehr jemand verbraucht, desto günstiger wird es pro Einheit. Deutlich weniger stellten die Versorger über Lieferverträge außerhalb der Grundversorgung 2016 in Rechnung – nämlich zwischen 5,55 und 6,35 Cent pro Kilowattstunde.

Kosten, die Stromversorger im Schnitt berechnen - je nach Verbrauch

Stromverbrauch im Jahr Tarif in der Grundversorgung anderer Tarif beim Grundversorger Tarif bei anderem Versorger als Grundversorger
weniger als 1.000 kWh 11,74 Ct/kWh 6,34 Ct/kWh 7,89 Ct/kWh
1.000 bis 2.500 kWh 8,6 Ct/kWh 7,17 Ct/kWh 6,35 Ct/kWh
2.500 bis 5.000 kWh 8,06 Ct/kWh 6,74 Ct/kWh 5,9 Ct/kWh
5.000 bis 10.000 kWh 7,52 Ct/kWh 5,78 Ct/kWh 5,55 Ct/kWh

Es handelt sich um mengengewichtete Angaben für das Jahr 2016.

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: November 2016)

Strompreise im Detail: 2. Steigende Umlagen, Abgaben, Steuern

Rund 54 Prozent der Stromkosten bestimmt der Staat. Für Umlagen, Abgaben und Steuern zahlen Sie heute rund 12 Cent pro Kilowattstunde (netto). Der Betrag hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdreifacht. Die Finanzierung des nationalen Großprojekts „Energiewende“ hat der Gesetzgeber mehrfach gelöst, indem er Kosten auf die Stromverbraucher umlegte.

Die EEG-Umlage

In der Diskussion ist seit einigen Jahren die EEG-Umlage, auch Ökostromumlage genannt. Sie dient dazu, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewährte Förderung von Ökostrom zu finanzieren. Ihre Höhe bestimmen die Übertragungsnetzbetreiber jedes Jahr neu. Sie ist seit ihrer Einführung im Jahr 2000 beinahe stetig angestiegen. 2017 beträgt sie 6,88 Cent pro Kilowattstunde.

Dass die Umlage stark gestiegen ist, liegt nicht allein daran, dass mehr und mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen ans Netz gingen. Den eingespeisten Ökostrom nehmen die Netzbetreiber ab und verkaufen ihn an der Börse. Aus diesen Einnahmen und den Mitteln aus der EEG-Umlage bezahlen sie die Erzeuger.

Je weniger dabei der Strom an der Börse wert ist, desto mehr Geld muss über die Umlage fließen. Gerade aber Wind- und Sonnenstrom haben dafür gesorgt, dass die Börsenpreise seit 2012 stark gesunken sind.

Einen dritten Einflussfaktor stellen alle Stromverbraucher selbst dar. Bestimmte Unternehmen brauchen nur anteilig EEG-Umlage zahlen. 2017 nutzen rund 2.100 Firmen das Privileg und sparen so mehr als 6 Milliarden Euro. Damit verteilen sich die EEG-Kosten in Höhe von rund 26 Milliarden Euro aber stärker auf alle anderen Stromnutzer, beispielsweise private Haushalte.

Seit 2013 steigt die EEG-Umlage jedes Jahr nur noch geringfügig an. Spätestens ab 2023 soll sie stabil bleiben und von 2024 an abschmelzen, prognostiziert das Öko-Institut. Denn ab 2021 endet die Förderung für die ältesten Ökostrom-Kraftwerke. Mehr und mehr Anlagenbetreiber erhalten dann keine EEG-Vergütung für ihren Strom mehr.

Quelle: Übertragungsnetzbetreiber (Stand: 27. Juli 2017)

Die KWKG-Umlage

Die KWKG-Umlage funktioniert ähnlich wie die EEG-Umlage. Sie basiert auf dem KWK-Gesetz und finanziert nicht den Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen, sondern aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das sind Anlagen wie Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme zugleich produzieren. Bedingung für eine Förderung ist, dass es sich um neue oder modernisierte Anlagen handelt, die effizient und umweltfreundlich arbeiten. Die Netzbetreiber schütten die Zuschläge an die Betreiber aus und holen die Mittel über die Umlage wieder herein. Diese liegt 2017 bei 0,348 Cent pro Kilowattstunde.

Mehrwertsteuer und Stromsteuer

Die Mehrwertsteuer ist der zweithöchste Posten unter den Umlagen, Abgaben und Steuern auf Strom. Ihre konkrete Höhe hängt vom Netto-Strompreis ab. Im Schnitt zahlt ein Verbraucher 4 bis 5 Cent pro Kilowattstunde an den Fiskus.

An dritter Stelle steht die Stromsteuer. Pro Kilowattstunde zahlen Sie 2,05 Cent. Die Steuer führte die Bundesrepublik 1999 ein. Ziel war es, Strom teurer zu machen und mit den Einnahmen die Sozialabgaben auf Löhne zu senken. 2016 betrugen die Einnahmen aus der Stromsteuer 6,6 Milliarden Euro. Überwiegend fließt das Geld in die Rentenkasse.

Die Konzessionsabgabe

Diese Abgabe fließt direkt den Kommunen zu. Die Konzessionsabgabe erhält eine Stadt oder Gemeinde dafür, dass Stromleitungen durch ihr Gebiet verlaufen. Die Netzbetreiber zahlen die Abgabe dafür, dass sie diese Wege nutzen dürfen.

Die Höhe der Abgabe legen Kommune und Netzbetreiber vertraglich fest. Sie ist aber nicht völlig frei wählbar: Es gibt gesetzlich festgelegte Obergrenzen. Diese unterscheiden sich danach, ob sich ein Haushalt in der Grundversorgung befindet oder einen alternativen Liefervertrag hat. Wer in der Grundversorgung ist, zahlt umso mehr, je mehr Einwohner seine Gemeinde zählt.

Gewöhnlich schöpfen die Städte und Gemeinden die Preisobergrenzen aus. Das bedeutet dann: In der Grundversorgung zahlen Sie 1,32 bis 2,39 Cent pro Kilowattstunde für das Wegenutzungsrecht. Mit jedem anderen Liefervertrag beträgt die Abgabe 0,11 Cent pro Kilowattstunde.

Dieser erhebliche Unterschied ist ein Grund dafür, dass die Tarife in der Grundversorgung teurer sind. Wenn Sie Ihren aktuellen Stromversorger nicht bewusst gewählt haben, sondern in Ihre Wohnung eingezogen sind und Strom genutzt haben, ohne zuvor einen Lieferanten zu beauftragen, befinden Sie sich in der Grundversorgung. Dann sollten Sie schnell den Liefervertrag wechseln.

Umlagen für die Netzbetreiber

Es gibt drei weitere Umlagen, die an die Netzbetreiber fließen. Die Mittel sollen ihnen helfen, bestimmte Mehrkosten auszugleichen. Ihre Höhe ist vergleichsweise gering: Insgesamt belaufen sich die drei Umlagen auf 0,366 Cent pro Kilowattstunde.

Durch die Offshore-Haftungsumlage kompensieren sie die Entschädigungszahlung an die Betreiber von Windparks auf See. Einen Anspruch auf Entschädigung haben diese Betreiber, wenn ihre Anlagen noch nicht ans Stromnetz geschlossen sind und sie deswegen ihren Strom nicht einspeisen und sie deshalb die gesetzliche Vergütung nicht beziehen können. Da sie mit den Einnahmen aus dem Vorjahr verrechnet wird, senkt sie 2017 sogar die Summe aller Umlagen.

Über die Umlage für abschaltbare Lasten bezahlen die Übertragungsnetzbetreiber vor allem Industriebetriebe, die ihnen gestatten, die Stromversorgung einzelner Maschinen zu unterbrechen. Das erlaubt den Netzbetreibern in Zeiten hoher Stromnachfrage, das Stromnetz auszubalancieren. 2017 beträgt diese Umlage 0,006 Cent pro Kilowattstunde.

Die §-19-Strom-NEV-Umlage trägt zur Finanzierung individueller Netzentgelte bei, die günstiger sind als die regulären Entgelte. Vor allem Unternehmen nehmen sie in Anspruch, die entweder einen konstant hohen Stromverbrauch haben oder dann viel Strom verbrauchen, wenn die Nachfrage gering ist. Auf diese Weise belasten sie das Stromnetz vergleichsweise wenig, und das belohnen die Netzbetreiber. Die Vergünstigung bezuschussen Haushalte 2017 mit 0,388 Cent pro Kilowattstunde.

Strompreise im Detail: 3. Kosten für Stromtransport erhöhen sich

Mit rund einem Viertel Ihrer Stromkosten finanzieren Sie den Transport und die Messung des Stroms. Verantwortlich für den Einbau, den Betrieb und die Ablesung des Stromzählers ist der Messstellenbetreiber. Haben Sie kein Unternehmen explizit dafür beauftragt, erledigt das auch der Netzbetreiber für Sie. Die Entgelte für den Zähler sind vergleichsweise gering: Zwischen 8 und 16 Euro zahlen die meisten Haushalte heute im Jahr. Die Kosten dürften aber steigen: Bis 2032 müssen überall in Deutschland moderne Messgeräte installiert sein, die teurer sein können.

Die Entgelte für den Transport über das öffentliche Stromnetz erhebt der Netzbetreiber. Diesen können Sie nicht selbst wählen: Ihr Netzbetreiber ist das Unternehmen, an dessen Stromnetz Sie geschlossen sind. Von Ihrem Wohnort hängt damit entscheidend die Höhe des Strompreises ab.

Denn die Netzentgelte variieren in Deutschland stark, wie die nachfolgende Karte der Bundesnetzagentur zeigt. Am meisten zahlen Verbraucher in Teilen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Eher niedrig waren die Entgelte für Haushalte bislang in großen Städten sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. 

Grafik: Bundesnetzagentur (Stand: 1. Januar 2016)

Wie groß die Unterschiede aktuell zwischen den höchsten und niedrigsten Netzentgelten in Deutschland sein können, ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Netzentgelte unterschiedlicher Netzbetreiber

Region Netzbetreiber Grundpreis in Euro/Jahr (netto) Arbeitspreis in Cent/kWh (netto)
Stadt Hamburg Stromnetz Hamburg 36 5,73
Stadt Bremen Wesernetz Bremen 58 3,59
Niedersachsen und Schleswig-Holstein EWE Netz 70 6,36
große Teile von Bayern Bayernwerk 60 6,22
Stadt Berlin Stromnetz Berlin 33,36 5,35
Stadt München SWM Infrastruktur 42,18 5,92
große Teile von Nordrhein-Westfalen Westnetz 51,10 5,00
große Teile von Baden-Württemberg Netze BW - 7,49
große Teile von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Edis Netz 58,40 9,88

Quelle: Finanztip-Recherche, Angaben aus den Preisblättern der Netzbetreiber entnommen (Stand: 25. Juli 2017)

Die Entgelte können die Netzbetreiber nicht völlig frei bestimmen. Die Bundesnetzagentur prüft und genehmigt die Kosten der Unternehmen, die diese dann auf die Verbraucher an ihrem Stromnetz umlegen. Das bedeutet: Je dichter eine Region besiedelt ist, desto geringer können die Entgelte sein. Daher zahlen Haushalte in großen Städten im Schnitt weniger als jene in ländlichen Regionen.

Die Bundesnetzagentur kann diese regionalen Unterschiede nicht aufheben. Durch die Überwachung der Netzentgelte haben sich diese aber verringert. Bei 7,3 Cent pro Kilowattstunde (netto und inklusive Messstellenbetrieb) lagen sie im Schnitt 2006. Bis auf 5,8 Cent ging es runter. Seit 2011 ziehen sie wieder an. 2016 zahlten die Haushalte im Schnitt 6,7 Cent pro Kilowattstunde.

Die höheren Kosten liegen am Umbau des Stromnetzes im Zuge der Energiewende. Sollte künftig Strom stärker zum Heizen und zum Antreiben von Fahrzeugen dienen, wären weitere Investitionen notwendig.

Deutsche Verbraucher zahlen zweithöchste Strompreise in Europa

Vor allem aufgrund der wachsenden Umlagen, Abgaben und Steuern auf Strom zahlen Verbraucher in Deutschland heute die zweithöchsten Strompreise in Europa – dicht nach Dänemark. Im Schnitt zahlen Verbraucher in der Europäischen Union rund 21 Cent pro Kilowattstunde.

Aber auch im Vergleich mit anderen Energiearten hebt sich der Preis für Strom ab: Eine Kilowattstunde Strom ist 2017 mehr als dreimal so teuer als eine Kilowattstunde Gas. Während 11,71 Cent pro Kilowattstunde (netto) für Umlagen, Abgaben und die Ökosteuer beim Strom anfallen, sind es beim Gas 2,19 Cent pro Kilowattstunde (netto). Heizöl hat sich sogar kaum verteuert. Die staatliche Belastung auf Heizöl ist gering: Die Ökosteuer und die CO2-Zertifikate betragen 0,61 Cent pro Kilowattstunde.

Dieses Ungleichgewicht kritisieren Verbraucherschützer wie auch die Energiewirtschaft selbst und fordern eine Reform der staatlichen Belastungen auf Strom. Politiker der großen Parteien haben dies im Wahlkampf 2017 aufgegriffen: Sie schlagen einhellig eine Senkung oder gar Abschaffung der Stromsteuer vor.

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Finanztip-Redaktion

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.