Wie viel Datenvolumen brauchst Du wirklich?
Für das tägliche Surfen, Musik streamen, Navigation, Web-Browsing und die Fotostrecken auf Instagram reichen sieben GB im Monat aus. Das ist laut Bundesnetzagentur der durchschnittliche Datenverbrauch 2024 pro Handy in Deutschland.
Schaust Du unterwegs öfter Tiktok- oder Youtube-Videos, brauchst Du eher 15 GB. Bei sehr sparsamer Handynutzung und dem Verzicht auf soziale Medien und Musik-Streaming reichen hingegen schon zwei bis drei GB aus.
Die meisten Tarife haben eine begrenzte Daten-Flatrate. Nachdem Du diese versurft hast, musst Du im Schneckentempo weitermachen oder teuer Volumen nachbuchen. Anbieter drosseln Dich dann auf geringe Geschwindigkeiten wie 64 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) herunter. Damit kannst Du noch Textnachrichten auf Whatsapp verschicken, aber alles andere ist quälend langsam. Wähle deshalb von vornherein eine passende Flatrate. Üblich ist eine ungedrosselte Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).
Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie viele Daten Du brauchst, wähle erst einmal einen Prepaid-Tarif oder einen Ein-Monats-Vertrag. Dann kannst Du schnell zu einem passenderen Tarif wechseln, wenn Du regelmäßig Dein Datenvolumen ausreizt oder weit darunter bleibst.
Wie kannst Du herausfinden, wie viel Datenvolumen Du aktuell nutzt?
Du kannst bei fast allen Handys in den Systemeinstellungen nachschauen, wie viel Datenvolumen Du mit Deinem Handytarif nutzt. Auf Android-Smartphones findest Du die Information je nach Hersteller meist unter Einstellungen → Netzwerk & Internet → Datennutzung, oder Du gibst im Suchfeld der Einstellungen einfach die Stichwörter „Datennutzung“ oder „mobile Daten“ ein. Apple iPhones zeigen den Datenverbrauch eines längeren Zeitraums unter Einstellungen → Mobilfunk.
Den monatlichen Verbrauch des Datenvolumens suchst Du auf mancher Handyrechnung vergebens. In der Regel findest Du die letzten Monate aber in der App oder im Online-Kundenbereich Deines Mobilfunkanbieters.
Dein Anbieter muss Dir eine SMS senden, sobald Du 80 Prozent Deines Datenvolumens verbraucht hast (§ 9 Abs. 3 TKTransparenzV). Wenn Du diese Nachricht erhältst, kannst Du Deine Datennutzung unterwegs entsprechend anpassen, damit Du nicht gedrosselt wirst. Solltest Du öfter an den Rand Deines Datenvolumens kommen, kannst Du über eine größere Flatrate nachdenken.
Mehr zum Thema kannst Du in unserem Ratgeber zum Datenvolumen finden.
Lohnen sich Unlimited-Tarife?
Unlimited-Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen lohnen sich nur, wenn Du den ganzen Tag lang unterwegs mobil arbeitest oder zuhause auf Festnetz-Internet verzichtest. Diese Tarife sind in den letzten Jahren zwar wesentlich günstiger geworden, liegen preislich aber immer noch eindeutig über Tarifen mit begrenztem Datenvolumen.
Besonders günstige Unlimited-Tarife haben oft einen Nachteil: Bei vielen handelt es sich um sogenannte „Unlimited on Demand“-Tarife, zu Deutsch „Unbegrenzt auf Anforderung“. Bei diesen Tarifen musst Du per App oder SMS ab einem bestimmten Verbrauch kostenlos, aber umständlich Datenvolumen nachbuchen. Das ist bei den meisten Anbietern nur in ein- oder zwei-GB-Schritten möglich.
Wenn Du Dich für Tarife mit besonders hohen oder unbegrenzten Datenvolumen interessierst, gib in unserem Tarifrechner einen Bedarf von über 20 GB ein.
Warum solltest Du eine Datenautomatik abschalten?
Wenn Dein Tarif eine Datenautomatik hat, kann das schnell teuer werden. Deshalb rät Finanztip dazu, diese auszuschalten. Denn eine Datenautomatik bucht automatisch kostenpflichtig mehr Datenvolumen nach, wenn Du Dein Inklusivvolumen ausgeschöpft hast.
Das kann so aussehen: Bei einem Handytarif erhältst Du automatisch bis zu dreimal 300 MB für je zwei Euro, nachdem Du Dein Datenvolumen ausgeschöpft hast. Es ist bei diesem Tarif allerdings günstiger, selbst aktiv zu werden und im Kundenportal Daten nachzubuchen. So kannst Du bei diesem Tarif zwei GB für fünf Euro nachbuchen. Das ist immer noch sehr teuer, aber zumindest besser als die Datenautomatik. Die würde Dich nach den drei Aufladungen sechs Euro für 900 MB kosten – also einen Euro mehr für weniger als die Hälfte des Datenvolumens.
Die Datenautomatik kannst Du bei manchen Anbietern nur mit einem Anruf beim Kundenservice abschalten. Andere bieten auch eine Abschaltung über ihr Kunden- oder Serviceportal an.
Solltest Du öfter Dein Datenvolumen komplett ausschöpfen, solltest Du Dich lieber nach einem größeren Tarif umschauen, anstatt immer teuer nachzubuchen.
Was musst Du beim EU-Roaming beachten?
Wenn Du in den Urlaub oder geschäftlich in EU-Länder reist, kannst Du Deinen Tarif zu den gleichen Kosten wie zuhause weiternutzen – ob zum Telefonieren oder zum Surfen. Das ist das Prinzip des „roam like at home“, welches durch die EU geregelt ist (EU-Verordnung 2022/612).
Diese „roam like at home“ Regelung gilt aber nur für kurzfristige Aufenthalte. Wenn Du Dich mehr als vier Monate überwiegend in einem anderen EU-Staat aufhältst, kann Dein Mobilfunkanbieter Dir nach einer Vorwarnung und einer Bitte um Stellungnahme zusätzliche Kosten in Rechnung stellen. Du zahlst dann zusätzlich zu Deiner monatlichen Grundgebühr bis zu 1,31 Euro pro genutztem GB, 0,02 Euro pro Minute beim Telefonieren und 0,004 Euro pro SMS (Stand: 2026).
Wie ist es bei Reisen im Ausland außerhalb der EU?
Außerhalb der EU ist Telefonieren und Surfen bei vielen Mobilfunkanbietern sündhaft teuer. Schalte am besten Dein Handy in den Flugmodus oder deaktiviere mobile Daten. Wenn Du unterwegs Empfang haben willst, ist eine Reise-e-Sim oft eine bessere Wahl. Mehr dazu und zum EU-Roaming erfährst Du in unserem Ratgeber zum Roaming.