Handyversicherung

Niemals eine Versicherung direkt beim Handykauf abschließen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer ein Smartphone kauft, dem wird oft eine Handyversicherung angeboten. Diese ist in der Regel teuer und greift bei vielen Schäden nicht.
  • Oftmals ausgeschlossen sind unbeaufsichtigtes Liegenlassen, Missachten der Bedienungsanleitung oder Diebstahl.
  • Versichert sind bei umfangreichen Tarifen beispielsweise Bruch durch Herunterfallen, Feuchtigkeitsschäden und Diebstahl.
  • Eine Reparatur des Displays kostet in etwa so viel wie die Handyversicherung für zwei Jahre.
  • Wir raten daher von Handyversicherungen im Allgemeinen ab.

So gehen Sie vor

  • Lassen Sie sich nicht vom Verkäufer auf die Schnelle zu einer Handyversicherung überreden.
  • Wenn Ihnen das doch passiert ist, können Sie das 14-tägige Widerrufsrecht nutzen.
  • Sofern Sie unbedingt doch eine Handyversicherung abschließen möchten, vergleichen Sie infrage kommende Tarife im Internet. Sie haben keinen Zeitdruck, Sie können eine Versicherung ohne Probleme bis zu 30 Tage nach dem Kauf des Smartphones abschließen, bei manchen Tarifen sogar noch später.
  • Tipp: Sollen wir Sie rund um das Thema Smartphone und Co. sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Endlich halten Sie stolz das neueste Apple iPhone oder Samsung Galaxy in Ihren Händen. Noch bevor Sie bezahlen, spricht der Verkäufer die Ängste an, die viele Kunden spätestens beim Kauf des teuren Geräts beschleichen: „Haben Sie schon darüber nachgedacht, dass es Ihnen runterfallen oder gestohlen werden könnte? Nehmen Sie doch eine Versicherung als Schutz dazu, dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.“ So oder so ähnlich gehen hierzulande mit den Smartphones unzählige Handyversicherungen über den Ladentisch – ohne dass der Kunde auch nur im Ansatz weiß, was er da gerade abgeschlossen hat. Branchenkenner schätzen die Zahl der Handyversicherungen in Deutschland auf 2,5 bis 3 Millionen Verträge.

Finanztip hat zusammen mit dem Sat1-TV-Magazin „Akte“ die Verkaufspraxis für Handyversicherungen mit versteckter Kamera untersucht.

Eine Handyversicherung lohnt sich nur selten

Grundsätzlich raten wir aus folgenden Gründen von Handyversicherungen ab:

  • Sie sind meistens zu teuer.
  • Sie beinhalten viele Ausschlüsse vom Versicherungsschutz und sind teilweise unklar geregelt, sodass es oft zum Streit mit dem Versicherer kommt.
  • Sie werden meistens im Laden als Rundum-sorglos-Paket verkauft, ohne dass der Kunde die Versicherungsbedingungen in Ruhe durchlesen konnte.

Wenn Ihnen Ihr neues Gerät aber so lieb und teuer ist, dass Sie es trotzdem versichern möchten, oder Sie sich für einen Schussel halten, dem schnell ein Missgeschick mit Neuanschaffungen passiert, sollten Sie in Ruhe online Versicherungsbedingungen vergleichen. Die Police schließen Sie dann am besten ebenfalls im Internet ab.

Achtung

Garantieverlängerungen meistens Nepp

Gerne wird Ihnen zu einem Handy oder anderem Elektronikgerät eine Verlängerung der Garantie für mehrere Jahre angeboten. Auch diese Garantieverlängerungen sind in der Regel viel zu teuer, vor allem im Vergleich zum sinkenden Wert des Gerätes.

Handyversicherungen sind zu teuer

Der Preis für eine Handyversicherung richtet sich nach dem Neuwert des Smartphones. Die meisten Versicherungstarife haben eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren und kosten in der Regel 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises pro Jahr. Das ist teuer, sehr teuer sogar. Zum Vergleich: Wer würde für ein Auto im Wert von 10.000 Euro einen Beitrag von 1.500 Euro jährlich für die Kfz-Versicherung bezahlen? Der durchschnittliche Beitrag für ein vollkaskoversichertes Auto beträgt etwa 550 Euro im Jahr. 

Die meisten Kunden schließen eine Handyversicherung ab, weil sie Angst haben, dass ihnen das teure Gerät herunterfällt. Je nach Hersteller und Gerät kostet die Reparatur eines Displaybruchs zwischen 60 und 180 Euro; ungefähr in dieser Preisspanne liegt auch die Handyversicherung für die zwei Jahre Mindestlaufzeit. Allerdings bezahlen Handybesitzer den Versicherungsbeitrag in jedem Fall, die Reparaturkosten dagegen nur im Schadensfall.

Intern begründen die Versicherer die hohen Preise mit dem großen Anteil an Versicherungsbetrug, der mit Handyversicherungen getrieben wird. Tatsächlich schnellen die Schadensfälle regelmäßig in die Höhe, sobald Apple ein neues iPhone herausbringt oder ein Samsung Galaxy erscheint. Daher rühren auch zahlreiche Ausschlüsse in den Verträgen wie unbeaufsichtigtes Liegenlassen oder Diebstahl aus einer abgestellten Tasche.

Leistungen und Fallstricke der Handyversicherungen

Was die Händler und deren Hochglanzprospekte versprechen und wie die Versicherungsbedingungen aussehen, das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Wenn Ihr Handy beschädigt ist, müssen Sie sich aber mit dem Versicherer auseinandersetzen, nicht mit dem Handyverkäufer.

Das sind die wichtigsten Leistungen einer Handyversicherung und die zugehörigen Ausschlüsse:

Beschädigung durch Herunterfallen - Wenn das Handy herunterfällt und dabei das Display zerspringt oder ein anderer Schaden entsteht, zahlt die Versicherung die Reparatur. Das ist der häufigste Schadensfall und für die meisten Kunden die Motivation, eine Versicherung abzuschließen. Aber nur selten sind die Umstände des Herunterfallens in den Bedingungen genau definiert. Sie lassen Interpretationsspielraum – und dem Versicherer viele Möglichkeiten, sich herauszureden. So kann es etwa sein, dass in einem Tarif pauschal ein „Unfall“ als versichert bezeichnet wird – ohne dass der Begriff definiert wird. Wenn Sie jemand aus Versehen anrempelt und Sie deshalb das Handy fallen lassen, könnte die Handyversicherung sich zum Beispiel auf die Haftung des Remplers berufen und die Leistung verweigern.

Der Fernsehsendung „Akte“ lag noch ein anderer Fall vor: Trotz entsprechender Fotos und Beschreibung verweigerte die Versicherung die Zahlung mit der pauschalen Begründung, die Bruchschäden ließen sich nicht durch Herunterfallen erklären, es müsse „noch andere Schadensursachen“ gegeben haben. Ob Versicherte es bei dem relativ geringen Streitwert auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, darf bezweifelt werden.

Feuchtigkeitsschäden - Funktioniert das Handy nicht mehr, weil Flüssigkeit eingedrungen ist, ist das prinzipiell ein Fall für die Versicherung. Aber viele Versicherer schließen „Witterungseinflüsse“ aus – wenn der Kunde also mit dem Handy am Ohr durch einen Wolkenbruch läuft, wird es schon schwierig.

Tipp

Hausratversicherung hilft

In manchen Fällen braucht man keine extra Handyversicherung: Wer eine Hausratversicherung hat, dessen Handy ist bei einem Einbruch in die Wohnung oder bei einem Raubüberfall ohnehin versichert und bei einer guten Police sogar, wenn das Auto aufgebrochen wird.

Diebstahl - Dass da draußen böse Menschen lauern, die Ihr neues Smartphone stehlen wollen, lässt sich hervorragend als Verkaufsargument nutzen. Insbesondere Diebstahl ist in den Basis-Versionen der Tarife aber oft nicht mitversichert. Und falls Diebstahl doch versichert ist, sind es gerade die wahrscheinlichen Fälle, die zum Streit mit der Versicherung führen: Diebe können schnell mal in das Rucksackseitenfach, die Mantelaußentasche, die abgestellte Reisetasche oder die unverschlossene Umkleidekabine greifen. Etwas pauschal lässt sich sagen: Nur wenn das Gerät aus einer Hosentasche, Jacken-Innentasche oder aus einer unter dem Arm getragenen Handtasche gestohlen wird, ist es zweifelsfrei versichert.

Bedienungsfehler - In manchen Tarifen sind Schäden durch Bedienungsfehler versichert. Gleichzeitig muss der Handybesitzer aber die Bedienungsanleitung stets beachten, sonst springt die Versicherung nicht ein. Abgesehen davon, dass der Kunde nach einiger Zeit wahrscheinlich nicht mehr genau weiß, was er möglicherweise nach dem Kauf in der Anleitung gelesen hat: Es bleibt unklar, welche Bedienungsfehler zu Schäden führen können, vor denen der Hersteller nicht in der Anleitung warnt.

Neuwert oder Zeitwert - Die Versicherungsverträge unterscheiden sich erheblich in dem, was als Entschädigung gezahlt wird. Die besseren Policen versprechen ein neuwertiges Ersatzgerät, andere nur ein Austauschgerät im Gebrauchtwert (Fachbegriff: Zeitwert), wieder andere stellen in erster Linie auf Reparatur ab. Einige Bedingungen beinhalten eine explizite Zeitwerttabelle: Nach einem halben oder einem ganzen Jahr erhalten Sie dann noch 80 oder nur 60 Prozent des Kaufpreises erstattet.

Selbstbeteiligung - Genau hinschauen bei der Selbstbeteiligung lohnt sich ebenfalls: Gute Verträge sehen keine vor. Wenn es eine Selbstbeteiligung gibt, ist sie entweder als fixer Euro-Betrag zwischen 20 und 90 Euro oder als Prozentsatz vom Neupreis definiert. Letzteres ist ärgerlich, wenn die Versicherung ohnehin nur den Zeitwert des Gerätes erstattet.

Automatische Vertragsverlängerung - Die meisten Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten, die besseren weniger. Die Mehrzahl endet aber nicht etwa nach diesen zwei Jahren, sondern verlängert sich automatisch immer um einen Monat. Kunden müssen den Vertrag aktiv kündigen, sobald er sich für das dann alte Handy nicht mehr lohnt. Vermutlich spekulieren die Versicherer darauf, dass einige das vergessen.

Die Verkaufstricks der Händler

Bei unserer verdeckten Untersuchung zusammen mit der Fernsehsendung „Akte“ sind uns einige Maschen der Handyverkäufer aufgefallen, gegen die Sie sich wappnen sollten:

Falsche Versprechungen - Fast immer entsteht im Laden beim Thema Handyversicherung für den Kunden der Eindruck, er erwerbe eine Art Rundum-sorglos-Paket. Er brauche sich keine Sorgen mehr zu machen, so der Gestus der Händler. Über die zahlreichen Ausschlüsse und Fallstricke wird praktisch nicht aufgeklärt. Zudem kennen die Verkäufer sich oft nicht gut mit den Versicherungen aus und machen falsche Aussagen zu den Vertragsbedingungen. Ein Verkäufer sagte ganz offen, er sei ja „kein Versicherungsvertreter“.

Keine Versicherungsbedingungen - Hinzu kommt, dass Kunden im Laden kaum eine Chance haben, sich selbst über das Kleingedruckte zu informieren. Denn in der Regel bekommen sie die Versicherungsbedingungen eben nicht, wie vom Gesetz vorgeschrieben, rechtzeitig vor dem Vertragsabschluss. Käufer erhalten diese erst bei der Unterschrift mit den restlichen Vertragsunterlagen (zum Beispiel dem Mobilfunkvertrag). Wenn überhaupt, wird ein Verkaufsprospekt mit unvollständigen Informationen ausgehändigt.

Untergejubelt mit dem Handyvertrag - Es kann passieren, dass der Verkäufer die Versicherung einfach mit dem Handyvertrag unterjubelt: Er nennt nur einen Komplettpreis und tut so, als ob die Versicherung automatisch mit dabei sei. So entsteht der Eindruck, dass die Police entweder umsonst oder gar nicht abwählbar ist.

Rabatt versprechen - Es gibt Verkäufer, die als Verkaufsargument für die Versicherung anführen, einen Rabatt auf den Handyvertrag einzuräumen, falls Sie zusätzlich die Versicherung abschließen. Seien Sie sicher: Die Prämie für die Versicherung wird höher sein als der Rabatt.

Die hohe Nachfrage nach dem Handy - Die dreisteste Variante bot ein Verkäufer, der uns auf den Kopf zusagte, er könne uns das neue iPhone ohne Vertrag aufgrund der hohen Nachfrage nur dann verkaufen, wenn wir zum Gerät wenigstens eine Versicherung abschlössen.

Gute und faire Handytarife enthalten keine teuren und überflüssigen Bestandteile wie eine Handyversicherung. Schließen Sie Ihren Handytarif am besten online ab, dann kann kein Verkäufer Sie unter Druck setzen.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handytarifrechner

Daniel Pöhler
von Finanztip, Mobilfunk-Experte

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Falls Ihnen eine Handyversicherung verkauft worden ist

Haben Sie in den letzten Tagen ein neues Smartphone erworben, schauen Sie genau nach, ob Sie in den Unterlagen nicht einen Versicherungsschein finden. Nach unseren Erkenntnissen über die Verkaufstricks ist es nicht unwahrscheinlich, dass Sie eine Handyversicherung abgeschlossen haben, ohne dass Sie wirklich davon wussten. 

Wenn Ihnen im Laden eine Police angedreht wurde, haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht. Für den Widerruf reicht eine einfache E-Mail mit Angabe der Versicherungsnummer. Lassen Sie sich den Erhalt bestätigen. Wenn Sie schon kurz vor Ende der 14-Tagesfrist stehen, nutzen Sie am besten ein Fax mit einem Sendebericht. Ein Einschreiben ist die sicherste Methode, ist aber teuer im Vergleich zum Wert der Versicherung.

Wenn Ihre Widerrufsfrist bereits abgelaufen ist, sind Sie für die Mindestlaufzeit an den Vertrag gebunden. Diese beträgt bei vielen Verträgen zwei Jahre mit einer Kündigungsfrist von einem Monat. Streichen Sie das Datum am besten im Kalender an, damit Sie es nicht vergessen oder nutzen Sie einen Kündigungsdienst, der Sie daran erinnert. Sofort kündigen sollten Sie nicht, denn unter Umständen macht die Versicherung im Schadensfall später eher Schwierigkeiten.

Wenn Sie doch eine Handyversicherung abschließen wollen

Sofern Sie doch eine Handyversicherung abschließen wollen, lautet unser wichtigster Rat: Vergleichen Sie die Policen in Ruhe im Internet und schließen Sie online ab. Die Versicherung müssen Sie keineswegs sofort beim Kauf abschließen, auch wenn manche Verkäufer das nahelegen, wie sich in unserem verdeckten Test gezeigt hat. Bei den im Internet verfügbaren Tarifen haben Sie ab Kaufzeitpunkt mindestens einen Monat Zeit, eine Police abzuschließen.

Für das Aussuchen des geeigneten Tarifs helfen Vergleichsportale im Internet. Machen Sie sich jedoch bewusst: Auch die Online-Tarife sind nicht wesentlich besser als die im Laden verfügbaren. Sie enthalten im Wesentlichen die gleichen Ausschlüsse, die wir oben beschrieben haben. Allerdings können Sie auf diese Weise eine überlegtere Entscheidung treffen. Und Sie werden sich später weniger ärgern, falls es Probleme mit der Versicherung gibt. Aber auch wenn Sie ein Vergleichsportal benutzen, kommen Sie nicht darum herum, sich die Versicherungsbedingungen vor einem Abschluss herunterzuladen und durchzulesen.

Tipps zu Vergleichsportalen für Handyversicherungen

  • Es ist für den Vergleich nicht entscheidend, welches Handymodell Sie haben – geben Sie einfach den Kaufpreis ein.
  • Klicken Sie bei Diebstahl einmal „ja“ und einmal „nein“ an und vergleichen Sie die Preise für Tarife mit und ohne Diebstahlschutz.
  • Eine Selbstbeteiligung sollten Sie ausschließen.
  • Den „Vergleichsbeitrag“ sollten Sie auf zwei Jahre einstellen, da die meisten Tarife 24 Monate laufen und dies der Preis ist, den Sie deshalb mindestens zahlen.
  • Vergleichen Sie mindestens einen billigen und einen teuren Tarif direkt, indem Sie sich die Tarifmerkmale auf dem Portal genau ansehen.
  • Bevorzugen Sie eine möglichst kurze Mindestlaufzeit.
  • Laden Sie sich die Versicherungsbedingungen herunter und lesen Sie vor allem die Ausschlüsse durch (meist unter § 2.5).
  • Tipp: Sollen wir Sie rund um das Thema Smartphone und Co. sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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So verhalten Sie sich im Schadensfall

Schäden am Gerät - Wenn Ihr Handy beschädigt worden ist, machen Sie nach Möglichkeit sowohl Fotos vom Handy als auch vom Ort des Geschehens, sodass sich der Vorfall nachvollziehen lässt. Wichtig ist auch, dass Sie einen Zeugen benennen können. Er ist idealerweise nicht mit Ihnen verwandt oder Ihr Lebenspartner. Melden Sie Ihrer Versicherung den Schaden schnell. Die Versicherung teilt Ihnen daraufhin mit, wie weiter zu verfahren ist. Lassen Sie das Gerät keinesfalls selbst reparieren, bevor die Versicherung dazu das Okay gegeben hat.

Diebstahl – Ein wichtiger Tipp vorab: Notieren Sie sich gleich nach dem Kauf des Handys die sogenannte IMEI-Nummer. Was es mit dieser auf sich hat und wie Sie sie herausfinden, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema „Handy verloren“. Dort geben wir auch wichtige Tipps zum Verhalten bei Diebstahl.

Was die Versicherung anbelangt, so müssen Sie sich bei einem Diebstahl unbedingt sofort bei der Polizei melden. Dann sollten Sie möglichst bald der Versicherung den Verlust mitteilen. Die meisten Versicherungen verlangen, dass Sie sich innerhalb von drei bis sieben Tagen melden. Dazu brauchen Sie Ihre Versicherungsnummer, einen Nachweis über die Diebstahlsanzeige und die IMEI-Nummer des gestohlenen Gerätes.

Falls die Versicherung nicht zahlt

Wenn es so weit kommt, dass Ihre Versicherung nicht zahlen will, lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Unserer Erfahrung nach ist es bei einigen Versicherungen Usus, bei allen anzweifelbaren Fällen zunächst pauschal die Leistung abzulehnen, um potenzielle Versicherungsbetrüger zu entmutigen. Beharren Sie auf Ihrem Anspruch und schreiben Sie dem Versicherer erneut:

  • Beschreiben Sie den Vorgang detailgenau und liefern Sie Beweisfotos.
  • Benennen Sie Zeugen.
  • Wenn der Versicherer nicht nachgibt, wenden Sie sich an den Versicherungsombudsmann. Das ist ein außergerichtlicher und neutraler Schlichter für solche Streitfälle.
  • Nur wenn Sie sich sicher sind, dass Sie einen Gerichtsstreit gewinnen, wenden Sie sich an einen Anwalt. Normalerweise lohnt der geringe Streitwert nicht das Risiko der Anwaltskosten – vermutlich bauen einige Versicherer genau darauf.
Community

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Saidi Sulilatu

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis September 2015)

Saidi Sulilatu leitete bei Finanztip den Bereich Versicherungen. Zuvor war er viele Jahre als Honorarberater und Versicherungsmakler tätig. Sulilatu hat am 4. September 2015 Finanztip verlassen.

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.