Steuererklärung für Studenten

Fahrtkosten zur Universität oder Bildungseinrichtung

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer in seine Bildung investiert und beispielsweise studiert, kann einen Teil seiner Ausgaben von der Steuer absetzen.
  • Zu den abziehbaren Ausgaben bei einem Studium gehören unter anderem die Fahrtkosten, sofern in Vollzeit studiert wird.
  • Seit 2014 können Studenten ihre Fahrtkosten nur noch über die Entfernungspauschale mit 30 Cent pro Kilometer der einfachen Strecke abrechnen.
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Ein Studium benötigt nicht nur Zeit und Fleiß, oft müssen Studenten auch viel Geld in ihre Bildung investieren. Einen Teil dieser Ausgaben können sie sich über die Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückholen. Neben Studiengebühren und anderen typischen Ausbildungskosten, etwa den Ausgaben für Arbeitsmittel wie Büromaterial und Computer, können Studenten auch ihre Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Das lohnt sich vor allem für diejenigen, die nicht direkt neben der Uni wohnen, sondern aus Kostengründen weiterhin bei ihren Eltern leben und von dort aus zur Hochschule oder zu einer anderen Bildungseinrichtung pendeln. Voraussetzung für die Absetzbarkeit der Fahrtkosten: Sie haben während Ihres Erststudiums oder Ihrer Erstausbildung ein zu versteuerndes Einkommen.

Vorweggenommene Werbungskosten

Falls nicht, könnte sich dennoch eine Steuererklärung lohnen. Denn Sie können versuchen, die Fahrtkosten als vorweggenommene Werbungskosten in einem Steuerbescheid feststellen zu lassen. Diese würden dann später, wenn Sie im Job richtig gut verdienen, als Verlustvortrag Ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Berufen können Sie sich hierbei auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13. Januar 2015, Az. IX R 22/14.

Lehnt das Finanzamt ab, können Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen.

Ausgaben für den Weg zur Uni

Bis einschließlich 2013 konnten Studenten ihre Fahrtkosten wie Dienstreisen absetzen. Das heißt, 30 Cent pro Kilometer wurden als Ausgaben für den Hin- und den Rückweg berücksichtigt. Seit der Steuererklärung 2014, müssen Sie sich damit abfinden, dass die Fahrtkosten jetzt nur noch über die verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale abgerechnet werden können. Der feine, aber gravierende Unterschied: Bei der Entfernungspauschale gibt es die 30 Cent pro Kilometer nur für die einfache Strecke und nicht wie bei Dienstreisen für Hin- und Rückweg.

Der Steuervorteil ging ursprünglich auf zwei Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Februar 2012 zurück (Az. VI R 42/11, VI R 44/10). Das Gericht hatte entschieden, dass in Vollzeit besuchte Bildungseinrichtungen keine regelmäßigen Arbeitsstätten sind. Deswegen sei die Fahrt dorthin wie eine Dienstreise zu behandeln. Der Fiskus musste die Fahrtkosten daher nicht mit der einfachen Entfernungspauschale berücksichtigen, sondern als Werbungskosten in tatsächlicher Höhe für Hin- und Rückfahrt.

Ein Vollzeitstudium oder eine vollzeitige Bildungsmaßnahme liegt insbesondere vor, wenn Sie

- im Rahmen des Studiums oder über die Bildungsmaßnahme für einen Beruf ausgebildet werden und
- nicht zeitgleich berufstätig sind oder
- während des gesamten Studiums oder der Bildungsmaßnahme nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten oder in einem Minijob tätig sind.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sabine Himmelberg

freie Finanztip-Mitarbeiterin (bis 2015)

Als freie Mitarbeiterin hat Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern geschrieben. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected].