Gold

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Das Wichtigste in Kürze

  • Anders als viele Anleihen oder Aktien wirft eine Anlage in Gold keine regelmäßigen Erträge ab. Wenn Sie Gold kaufen, können Sie nur durch Kursgewinne Wertsteigerungen erzielen.
  • Der Goldpreis kann stärker schwanken als der Aktienmarkt. Während einiger Finanzkrisen hat sich das Edelmetall aber gut entwickelt.
  • Wenn Sie befürchten, dass Ihre Geldanlagen in zukünftigen Finanzkrisen drastisch an Wert verlieren, können Sie Ihrem Portfolio maximal 10 Prozent Gold beimischen.

So gehen Sie vor

  • Die sicherste Methode, in Gold anzulegen, ist der Kauf von Münzen oder Barren.
  • Sie können Gold bei renommierten Händlern wie Degussa oder Pro Aurum erwerben, die über ein überregionales Filialnetz verfügen.
  • Günstiger ist der Preis meist auf Vergleichsportalen im Internet. Achten Sie darauf, dass der Händler vertrauenswürdig ist.
  • Wir empfehlen Ihnen die Portale Gold.de und Goldpreis.de, um die Preise verschiedener Händler abzufragen.
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Gold gilt seit jeher als Garant für Stabilität und Werterhalt. Bis in die 1970er-Jahre konnte beispielsweise jeder US-Dollar zu einem festen Umrechnungskurs in Gold umgetauscht werden. Dieses als Goldstandard bezeichnete System wurde 1944 in dem Abkommen von Bretton Woods festgelegt und galt jahrzehntelang als Basis für ein funktionierendes Währungssystem in den wichtigsten Industrienationen. Seitdem das Abkommen aufgehoben ist, schwankt der Goldpreis allerdings stark.

Ob Gold eine sinnvolle Geldanlage ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Tatsache ist: Im Gegensatz zu manchen Währungen wurde Gold in der Vergangenheit nie wertlos. Das liegt einerseits daran, dass die Goldreserven weltweit begrenzt sind und das Edelmetall somit immer einen gewissen Sachwert behält. Papiergeld können die Notenbanken dagegen drucken, so viel sie wollen.

Auf der anderen Seite fällt und steigt Goldpreis immer wieder mal. Im Jahr 2013 notierte er beispielsweise zwischen etwa 1.670 und 1.220 US-Dollar. Das entspricht einem Unterschied von beinahe 37 Prozent. Zudem wirft Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab. Das bedeutet, dass die Rendite einzig durch das Auf und Ab des Goldpreises bestimmt wird.

So funktioniert die Geldanlage in Gold

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Typen von Anlegern, die in Gold investieren. Es gibt die spekulativen Anleger, die darauf setzen, dass der Goldpreis möglichst hoch steigt. Und es gibt die Sicherheitsbedachten, die vor allem auf den Werterhalt des in Gold angelegten Vermögens hoffen, falls eine schwere Krise das Wirtschafts- und Finanzsystem trifft.

Die beiden Lager bedienen sich meist unterschiedlicher Möglichkeiten, um in Gold zu investieren. Anleger, denen vor allem die Sicherheit wichtig ist, kaufen ihr Gold gerne in Form von Barren und Münzen und nehmen dafür teilweise hohe Kosten in Kauf. Spekulative Anleger greifen oft zu Wertpapieren wie Zertifikaten, die über die Börse gehandelt werden, zum Beispiel als Gold-Zertifikate.

Historische Entwicklung einer Anlage in Gold

Um entscheiden zu können, ob eine Anlage in Gold sinnvoll ist, sollten Sie zunächst einige wichtige Dinge über die Zusammensetzung des Goldpreises wissen. Grundsätzlich gibt es zwei Faktoren, die das Auf und Ab beeinflussen. Ein Faktor ist die physische Nachfrage nach Gold. Vor allem in Indien und in China sind Schmuckstücke aus Gold sehr begehrt. Laut einer aktuellen Statistik des World Gold Council wird derzeit mehr als die Hälfte des nachgefragten Goldes zu Schmuck verarbeitet. Ein weiterer Treiber des Goldpreises ist die Spekulation an den Kapitalmärkten. Sie ist Ursache für etwa ein Drittel der Goldnachfrage.

Der Goldpreis schwankt im Laufe der Zeit stark. In nachstehender Grafik vergleichen wir ihn Goldpreis des bekannten weltweit orientierten Aktienindex MSCI World seit 1975. Dazu verwenden wir den sogenannten Netto-Aktienindex. Das bedeutet, dass die Dividenden nach Abzug von Steuern und Kosten verrechnet werden. Sowohl der Goldpreis als auch der Wert des MSCI World werden üblicherweise in US-Dollar angegeben. Wir haben die Preise in Euro umgerechnet. Für die Zeit vor 2001 haben wir den festgelegten Kurs von D-Mark zu Euro verwendet. Die Grafik zeigt, wie sich eine Anlage von 100 Euro beziehungsweise 196 D-Mark seit 1975 entwickelt hätte.

Entwicklung von Gold und Aktien im Vergleich

Die Vergangenheit zeigt, dass die Spekulation auf den Goldpreis eine Wette mit sehr ungewissem Ausgang ist. Zwischen 2001 und 2012 beispielsweise stieg der Kurs für eine Feinunze (31,1 Gramm) von etwa 290 Euro auf mehr als 1.300 Euro – ein Anstieg um fast das Fünffache. Es gab aber auch längere Perioden mit Verlusten: So büßte Gold von 1980 bis 1990 etwa die Hälfte seines Werts ein.

Jedoch ist zu beobachten, dass in Zeiten von stark sinkenden Aktienmärkten Anleger oftmals Zuflucht in Gold suchen. In solchen Krisen wird häufig die Glaubwürdigkeit des Zahlungssystems als Ganzes infrage gestellt. Gold gilt dann als sicherer Hafen für Anleger. Zur Verdeutlichung haben wir uns die Wertenwicklung von Aktien und Gold in großen Finanzkrisen seit 1975 angesehen.

Wir sprechen immer dann von einer Krise, wenn der weltweit orientierte Aktienindex MSCI World innerhalb von sechs Monaten mehr als 15 Prozent an Wert verloren hat. In der folgenden Tabelle vergleichen wir die Renditen vom Höchst- bis zum Tiefststand des Aktienindexes während der jeweiligen Krise mit den Kursbewegungen von Gold.

Renditen-Vergleich auf Aktien und Gold in Finanzkrisen (in Euro/ DM)

Finanzkrise Zeitraum Rendite Aktienindex MSCI World Rendite Gold
Schwarzer Montag August 1987 bis Januar 1988 -24,5 % -7,9 %
Immobilienkrise in Japan September 1989 bis August 1990 -36,9 % -13,4 %
Finanzkrise in Russland April 1998 bis September 1998 -16,5 % -12,2 %
Platzen der New-Economy-Blase August 2000 bis März 2003 -53,0 % 4,1 %
US-Immobilienkrise und weltweite Finanzkrise Oktober 2007 bis März 2009 -46,1 % 33,8 %
Eurokrise Februar 2011 bis November 2011 -17,8 % 28,7 %

Quelle: MSCI, Bundesbank, eigene Berechnung (Stand: 13. Februar 2015)

Die Rendite von Gold war in allen Krisen besser als die der Aktien, in der Hälfte der Fälle hat sich der Goldpreis sogar deutlich erhöht. Lediglich während der russischen Finanzkrise 1998 sind die Verluste von beiden Anlageformen vergleichbar. Wir schließen aus dieser Beobachtung, dass Gold seinen Ruf als Wertspeicher und als sicherer Hafen in Finanzkrisen durchaus zurecht trägt. In diesen Situationen ist Gold aller Voraussicht nach eine gute Möglichkeit, zumindest einen Teil des Vermögens zu erhalten.

Die Beispiele zeigen aber auch: In der Vergangenheit haben sich die Aktienbörsen von ihren Tiefständen immer wieder erholt. Anleger wären auf lange Sicht auch ohne Gold gut durch die Krisen gekommen.

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Die Rolle von Gold im Portfolio

Wenn Sie besorgt sind, dass in zukünftigen finanziellen Krisen Ihr Vermögen große Einbußen erleidet, kann sich eine Beimischung von Gold zu Ihrem Portfolio lohnen. Wie hoch diese Beimischung sein sollte, ist ein heiß diskutierter Punkt unter Experten. Die Spanne der Empfehlungen reicht von 5 Prozent bis hin zu 25 Prozent des Vermögens. Wir empfehlen einen Mittelweg und halten einen Anteil von bis zu 10 Prozent für sinnvoll. Wichtig bei der Anlage ist, dass Sie Zugriff auf das Gold haben, also vorzugsweise selbst Münzen oder Barren erwerben. Zudem eignet sich der Ankauf von Gold vor allem für Menschen, die ein größeres Vermögen besitzen. In diesem Fall kann der Anteil von 10 Prozent den Erhalt des Lebensstandards sicherstellen.

Ein wichtiger Punkt ist, wie sich ein Portfolio mit Gold-Anteil langfristig entwickelt. Wir haben dazu die Rendite-Entwicklung und die Schwankungen von einem Aktien-Portfolio mit 10 Prozent Gold-Anteil von 1975 bis Ende 2014 verglichen. Für das Aktien-Portfolio untersuchen wir den globalen Aktienindex MSCI World. Die Preise von Aktien und Gold sind jeweils in Euro umgerechnet.

Rendite und Schwankungen Aktien-Portfolio mit Gold-Anteil (1975 - 2014)

  durchschnittliche Rendite pro Jahr Schwankungen pro Jahr*
nur Gold 4,1 % 16,3 %
nur Aktien 9,0 % 15,3 %
90 % Aktien – 10 % Gold 8,8 % 14,8 %

* durchschnittliche Standardabweichung der monatlichen Renditen (annualisiert) Quelle: Bundesbank, eigene Berechnung (Stand: 13. Februar 2015)

Es fällt auf, dass die Schwankungen von Gold höher sind als die der Aktien – und das bei einer geringeren Rendite. Kombiniert man jedoch die zwei Anlageklassen, so erhält man ein Portfolio, dessen Rendite nur 0,3 Prozentpunkte niedriger ist, die Schwankungen nehmen jedoch um 0,8 Prozentpunkte ab. Das bedeutet, dass sich Gold oft entgegensetzt zu den Aktienkursen bewegt und sich deshalb das Verhältnis von Rendite zu Kursschwankungen verbessert. Über die letzten 40 Jahre hat sich also auch langfristig gelohnt, Gold einem Aktien-Portfolio beizumischen.

Es gab allerdings auch Zeiten, in denen Anleger deutlich mehr Rendite erzielt hätten, wenn sie kein Gold beigemischt hätten. Im Zeitraum von 1980 bis 1990 beispielsweise hat ein reines Aktien-Investment etwa 8,8 Prozent pro Jahr abgeworfen, ein Portfolio mit 10 Prozent Gold-Anteil nur 5,8 Prozent pro Jahr.

Häufige Fehler beim Goldkauf

Bei vielen Anlegern spielen Emotionen eine große Rolle, wenn es um den Kauf von Gold geht. Das führt oft zu Fehlern, die im Nachhinein große Verluste verursachen können. Wir haben einige der gängigsten Stolperfallen zusammengestellt, die Sie vermeiden sollten.

Panikkäufe sind teuer - In finanziellen Krisen ist Gold besonders gefragt. Während der Finanzkrise 2009 sind selbst Einzelhändler und Supermärkte wie Lidl auf den Goldzug aufgesprungen und hatten neben den Dingen des täglichen Bedarfs auch Goldmünzen im Sortiment. Oftmals sind derartige Produkte aber überteuert oder eignen sich nicht gut für den Weiterverkauf. Außerdem besteht das Risiko, dass der Goldrausch kurz vor dem Abklingen ist und eine Korrektur des meist schon stark gestiegen Goldpreises einsetzt. Wir empfehlen Ihnen daher, sich in ruhigen Zeiten Gedanken zu machen, ob Gold ein Teil Ihres Portfolios ausmachen soll und dieser Einschätzung treu zu bleiben.

Goldschmuck ist keine Geldanlage - Ein Großteil des geförderten Goldes wird zur Herstellung von Schmuck verbraucht. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass goldene Ringe oder Ketten keine sinnvolle Geldanlage sind. Denn neben dem Materialwert bezahlen Sie auch die teils aufwendigen Herstellungskosten und hohe Margen für die Schmuckhändler. Der Materialwert macht oft nur einen Bruchteil des Kaufpreises aus.

Bei häufigem Handeln drohen Verluste - Der Goldpreis schwankt stark. Das einfache Konzept, bei niedrigen Kursen einzusteigen und bei höheren Ständen wieder zu verkaufen, geht aber meist nicht auf. Denn die Preisentwicklung ist bei Gold – ebenso wie bei anderen Wertpapieren – ungewiss. Wir empfehlen Ihnen, sich nicht auf kurzfristige Wetten einzulassen.

Gold bietet nur bedingt Schutz vor Inflation - Gold wird häufig als wirkungsvoller Schutz vor einer steigenden Inflation angepriesen. Da Gold aber ein weltweit gehandeltes Produkt ist und der Goldpreis vielen Einflussfaktoren unterliegt, verpufft diese Wirkung oft. So ist beispielsweise der Goldpreis im Jahr 2013 um mehr als 20 Prozent gefallen, obwohl in der weltweit größten Volkswirtschaft USA von deutlich steigender Inflation ausgegangen wurde. Die wahre Schutzfunktion von Gold liegt in der Absicherung vor Wertverlust in weltweiten Finanzkrisen.

So legen Sie am besten in Gold an

Es gibt mehrere Möglichkeiten, in Gold anzulegen. Sie können entweder Münzen und Barren kaufen – das Gold also physisch erwerben – oder in entsprechende Wertpapiere investieren, die an der Börse gehandelt werden. Dabei sollten Sie immer darauf achten, dass Sie einen tatsächlichen Anspruch auf die entsprechende Menge Gold haben. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre Gold-Anlage auch wirklich als Wertspeicher funktioniert. Achten Sie auch auf die Besteuerung Ihrer Anlage. Je nachdem, welchen Weg Sie wählen, fallen unterschiedliche Steuern an.

Wenn Sie physisches Gold kaufen wollen

Der Preis von physischem Gold richtet sich nach dem Gewicht der Barren und Münzen. Das Gewicht von Goldbarren wird meist in Gramm angegeben und reicht von 1 Gramm bis hin zu etwa 12,5 Kilogramm, bei Münzen variiert das Gewicht meist zwischen einer Unze (31,1 Gramm) und einer Zehntel Unze. Die Preisunterschiede zwischen gleich schweren Münzen und Barren sind relativ gering, meist sind Barren aufgrund der weniger aufwendigen Herstellung etwas günstiger.

Achten Sie bei Goldbarren darauf, dass sie eine Reinheit von mindestens 999,9 Tausendstel aufweisen und von der Londoner Rohstoffbörse LBMA zertifiziert sind. Ansonsten kann es sein, dass Sie beim Verkauf der Barren mit leichten Abzügen rechnen müssen.

Bei Münzen ist von besonderer Bedeutung, dass es einen großen Zweitmarkt gibt und Sie im Bedarfsfall schnell und einfach weiterverkaufen können. Folgende Münzen eigenen sich zur Geldanlage, da sie in unlimitierter Auflage hergestellt werden und damit keine versteckten Preisaufschläge haben:

  • Krügerrand
  • Maple Leaf
  • American Eagle
  • China Panda
  • Britannia
  • Wiener Philharmoniker
  • Buffalo
  • Nugget – auch Känguru genannt
  • Centenario Mexiko

Der Kauf von physischem Gold ist nicht günstig. Der größte Bestandteil der Kosten ist die Marge des Händlers, die im Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis zum Ausdruck kommt. Die Differenz ist umso größer, je kleiner das Gewicht ist, da dann im Vergleich zum reinen Goldwert die Herstellungskosten anteilig größer sind. Nachfolgende Tabelle zeigt als Beispiel die Unterschiede für die Goldmünze Krügerrand beim Händler Pro Aurum.

Unterschied von Kauf- und Verkaufspreis eines Krügerrands

Gewicht Kaufpreis Verkaufspreis Differenz
1/10 Unze 115,50 € 102,50 € -13,0 %
¼ Unze 279,50 € 255,00 € -10 %
½ Unze 545,00 € 509,00 € -7 %
1 Unze 1054,50 € 1018,00 € -4 %

Quelle: Pro Aurum (Stand: 10. November 2015)

Für Münzen empfehlen wir Ihnen, ein möglichst hohes Gewicht zu wählen. Wenn Sie lieber Barren kaufen, müssen Sie abwägen: Einerseits sind die Kosten bei höherem Gewicht niedriger. Andererseits müssen Sie mit hohen Transaktionskosten rechnen, wenn Sie nur einen Teil Ihres Goldes verkaufen wollen. Dann müssen Sie zunächst den ganzen Barren abstoßen und anschließend eine kleinere Einheit erwerben.

Das Gold richtig lagern

Ein heikler Punkt ist die Lagerung von Gold. Schon eine kleine Menge Gold ist so wertvoll, dass man kleine und daher relativ leichte Barren gut zu Hause verstecken kann und im Notfall auch transportieren. So ist ein Goldbarren mit einem Gewicht von einem Kilogramm im Wert von mehr als 30.000 Euro kleiner als die meisten handelsüblichen Smartphones.

Alternativ können Sie Gold auch in einem Bankschließfach lagern. Die Kosten für einen Safe bei einer Bank beginnen bei etwa 40 Euro im Jahr. Rechtlich gesehen ist das Schließfach Sondervermögen und somit bei einer Insolvenz des Geldinstituts vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt.

In jedem Fall sollten Sie überprüfen, unter welchen Bedingungen Ihre Hausratversicherung im Schadensfall für einen Verlust aufkommt. Bei guten Versicherungen ist Gold sowohl bei Lagerung zu Hause als auch im Bankschließfach abgesichert. Die Banken haften oft nur für einen beschränkten Wert des Schließfachs.

Steuern bei der Anlage in Gold

Ein Vorteil von physischem Gold ist, dass es nicht der Abgeltungssteuer unterliegt. Damit ist der Verkauf steuerfrei, wenn Sie es länger als zwölf Monate besessen haben. Folgendes Beispiel zeigt, dass sich der Kauf von physischem Gold im Vergleich zu Börsenpapieren lohnt, wenn der Kurs von Gold im betrachteten Zeitraum steigt.

Kauf von Goldmünzen und Wertpapier im Vergleich

  Goldmünzen¹ Wertpapier²
Ankauf inklusive Kosten 10.000 € 10.000 €
Wert nach 10 Jahren, Kurssteigerung von 3 % p.a., inklusive jährlicher Kosten 12.991 € 13.040 €
Wert nach Verkauf, inklusive Abgeltungssteuer für Wertpapier 12.527 € 12.192 €
Rendite nach Kosten 2,28 % p.a. 2,02 % p.a.

¹Annahmen Goldmünzen: Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 3,57 %, Lagerkosten 40 € p.a.
²Annahmen Wertpapier: Unterschied Kauf- und Verkaufspreis 0,28 %, Verwaltungskosten 0,3 %, Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag 26,4 %, Kosten Kauf und Verkauf je 10 €

Quelle: eigene Berechnung (Stand: 28. Juli 2014)

Der Kauf von Münzen und Barren ist außerdem von der Mehrwertsteuer befreit. Ausnahme sind einige Sammlermünzen, deren Reinheitsgehalt geringer ist und die sich ohnehin nicht zur Geldanlage eignen.

Achten Sie darauf, dass Goldkäufe – wie auch Aktienkäufe oder der Erwerb anderer Wertpapiere – vom Widerruf ausgenommen sind. Paragraph 312 (2) Nr. 8 BGB begründet die Ausnahme damit, dass der Preis „von Schwankungen auf dem Finanzmarkt abhängt, auf die der Unternehmer keinen Einfluss hat“.

Vergleichsportale bieten günstigste Preise

Sie haben mehrere Möglichkeiten, Münzen und Barren zu erwerben. Einerseits gibt es überregionale Anbieter wie Degussa und Pro Aurum, die in deutschen Großstädten mit Filialen vertreten sind. Der Vorteil ist, dass Sie direkt in einer der Filialen bei einem vertrauenswürdigen Händler einkaufen können.

Der Nachteil ist, dass Sie in den Filialen meist mehr bezahlen müssen als im Internet. Den besten Preis können Sie mit Hilfe von Vergleichsportalen finden. Beim Onlinekauf im Internet kommt es jedoch nicht nur auf den günstigsten Preis an, sondern auch darauf, ob der Händler Ihr Vertrauen verdient.

Wir haben die wichtigsten Onlineanbieter getestet. Die genauen Testbedingungen finden Sie hier. Wir empfehlen die Portale Gold.de und Goldpreis.de, da Sie dort eine übersichtliche und vollständige Darstellung der Angebote erhalten. Die Angebote decken sich nicht hundertprozentig, aber mittlerweile zu großen Teilen. Beim Kauf auch über andere Internetportale sollten Sie auf folgende Punkte achten:

Händler ist Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels - Wir empfehlen Ihnen, nur bei Händlern einzukaufen, die im Berufsverband des deutschen Münzhandels vertreten sind. Da Sie in den allermeisten Fällen Ihre Bestellung per Vorkasse bezahlen müssen, ist die Verlässlichkeit des Verkäufers besonders wichtig. Alle Händler, die dem Berufsverband angehören, garantieren die Echtheit der verkauften Objekte und verpflichten sich fachlicher und kaufmännischer Sorgfalt beim Handel mit den Edelmetallen. Eine Liste aller angeschlossenen Firmen finden Sie hier hier.

Auf den vorhandenen Lagerbestand achten - Bei kleineren Händlern kann es vorkommen, dass sie die Münzen und Barren zwar zu günstigen Preisen anbieten, diese jedoch nur in geringen Stückzahlen vorhanden sind oder Sie für größere Mengen einen höheren Preis bezahlen müssen.

Versandkosten können hoch sein - Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Händlern auf den jeweiligen Vergleichsportalen sind für die gängigen Objekte meist gering. Die Versandkosten können sich jedoch um zehn Euro und mehr unterscheiden. Vergleichen Sie daher immer den Gesamtpreis inklusive Versand.

Gold.de
Vergleichsportal für Goldmünzen und -barren

  • übersichtliche Darstellung mit Händlerinformationen
  • Versandkosten in Gesamtpreis einberechnet
  • Uhrzeit der letzten Preisabfrage einsehbar

Goldpreis.de
Vergleichsportal für Goldmünzen und -barren

  • übersichtliche Darstellung mit Händlerinformationen
  • Versandkosten in Gesamtpreis einberechnet

Goldpreis.de

Edelmetall-Depot als Alternative

Eine Alternative zum Kauf von Barren und Münzen sind sogenannte Edelmetall-Depots. Dabei können Sie Eigentum an Gold erwerben, das die Anbieter in Tresoren lagern. Rechtlich gesehen sind die eingelagerten Barren Sondereigentum und somit im Falle einer Insolvenz des Anbieters vor dem Zugriff anderer Gläubiger geschützt. Diese Form der Goldanlage ist in puncto Sicherheit mit dem Kauf von physischem Edelmetall vergleichbar.

Die Kosten für ein Edelmetall-Depot sind in der Regel höher als die Lagerung im Bankschließfach. So verlangt der Anbieter Pro Aurum beispielsweise eine Gebühr von etwa 0,75 Prozent des Goldwerts pro Jahr. Manche Anbieter wie die Solit GmbH werben damit, Ihr Gold in der Schweiz zu verwahren und somit vor einem eventuellen Zugriff des deutschen Staates zu schützen. Im Gegensatz zu Deutschland war der Goldbesitz in der Schweiz in der Vergangenheit noch nie verboten. Dafür müssen Sie allerdings mit noch höheren Kosten rechnen. Es fallen ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent der Anlagesumme sowie eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,6 Prozent an.

Warum Sie Gold nicht über die Börse kaufen sollten

An den Börsen werden verschiedenen Wertpapiere gehandelt, die versuchen, die Entwicklung des Goldpreises abzubilden. Die meisten werden in Form von Zertifikaten oder von sogenannten Exchange Traded Commodities (ETC) angeboten. Bei beiden Arten handelt es sich um Schuldverschreibungen. Das bedeutet, dass Sie bei einer Insolvenz der herausgebenden Bank Ihr eingesetztes Geld verlieren können. Da dies insbesondere in einer Finanzkrise passieren könnte, in der Sie besonders auf die Wertspeicherfunktion von Gold angewiesen sind, eignen sich diese Papiere nicht zur Anlage in Gold. Sie taugen vornehmlich zur kurzfristigen Spekulation auf die Entwicklung des Goldpreises.

Einige Anbieter von ETCs werben jedoch damit, dass ihre Produkte ähnlich sicher seien wie physisches Gold. Tatsächlich kaufen Sie mit ETCs aber kein physisches Gold, sondern lediglich den Anspruch auf die Lieferung von Gold. Im Falle des Falles müssten Sie diesen Anspruch dann vor Gericht durchsetzen. In den meisten Verkaufsprospekten wird lediglich von „physisch hinterlegtem“ Gold gesprochen. Das ist nicht zu verwechseln mit einem „besicherten“ Anspruch, bei dem Sie vor anderen Gläubigern Zugriff auf das Sicherungseigentum hätten. Wenn Sie sich das Gold tatsächlich liefern lassen, fallen außerdem hohe Kosten an.

Manche Produkte wie der db Physical Gold ETC (WKN A1E0HR) haben eine zusätzliche Sicherheitsstufe eingebaut. Das hinterlegte Gold wird durch eine Treuhandgesellschaft verwahrt, sodass im Falle der Insolvenz nur die Eigentümer des Wertpapiers Zugriff auf das Edelmetall haben. Unserer Einschätzung nach sind diese Instrumente sicherer als andere ETCs auf dem deutschen Markt, jedoch nicht auf eine Stufe zu stellen mit dem Besitz von Barren oder Münzen.

Insgesamt ist der Kauf von Gold-Wertpapieren nicht günstiger als der Erwerb und die Verwahrung von physischem Gold. Das liegt vor allem daran, dass der Gewinn aus Wertpapieren der Abgeltungssteuer unterliegt.

Gold-Fonds und Goldminen-Aktien kein Ersatz für physisches Gold

Weltweit werden an den Börsen nicht nur Zertifikate auf Gold angeboten, sondern auch Investmentfonds, sogenannte Gold-ETFs. Die Besonderheit daran ist, dass sie mit physischem Gold besichert sind und rechtlich gesehen Sondervermögen darstellen. Bekanntestes Beispiel ist der SPDR Gold Shares.

Der Haken ist, dass diese Produkte nicht in Deutschland zugelassen sind, da sie gegen die Richtlinien für Investmentfonds verstoßen. Diese Regeln besagen, dass der Besitz des Investmentfonds auf mehrere Positionen aufgeteilt werden muss und somit nicht nur aus Gold bestehen darf. Konnten Anleger die Gold-ETFs früher noch über ausländische Börsen kaufen, ist dies seit Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) am 22. Juli 2013 nicht mehr erlaubt.

Weitläufig gelten Aktien oder Aktienfonds von Goldminen-Betreibern als Alternative zum direkten Investment in Gold. Der Vorteil von Aktienfonds ist, dass sie Sondervermögen sind und Anleger dadurch im Insolvenzfall der ausgebenden Fondsgesellschaft geschützt sind.

Historische Vergleiche zeigen, dass der Goldpreis allerdings nur für einen Bruchteil der Kursentwicklung der Unternehmen verantwortlich ist. Es gibt viele andere Faktoren, die Einfluss auf den Börsenkurs haben, etwa der unternehmerische Erfolg der Firma und die allgemeine Entwicklung des Aktienmarktes. Zudem schützen sich die Unternehmen meist vor großen Veränderungen des Goldpreises, sodass die Betriebsgewinne sich unabhängig von den Edelmetall-Börsen entwickeln können. Wir raten Ihnen daher ab, in diese Aktien und Fonds zu investieren, wenn Sie eigentlich an einer Geldanlage in Gold interessiert sind.

So haben wir getestet

Vergleich Onlineportale Goldkauf

Im Februar 2015 haben wir das Internet nach Portalen durchsucht, auf denen Händler gelistet sind, die Goldmünzen und -barren verkaufen. Dazu haben wir die ersten 50 Treffer der Suchmaschine Google für die Suchbegriffe „gold kaufen“, „goldbarren kaufen“, „goldmünzen kaufen“, „gold preisvergleich“, „goldmünzen preisvergleich“ und „goldbarren preisvergleich“ ausgewertet. Dabei haben wir insgesamt sechs Portale gefunden. Im Februar 2016 haben wir erneut diese sechs Portale überprüft.

Ein Portal, das Finanztip empfiehlt, muss diese Bedingungen erfüllen:

Versandkosten korrekt dargestellt - Der Verbraucher zahlt immer den Goldpreis plus Versandkosten. Doch letztere können hoch sein und variieren je nach Warenwert. Daher setzen wir als Kriterium, dass das Portal dem Käufer den tatsächlichen Endpreis ausweisen muss, also die Summe aus Kaufpreis und den tatsächlichen Versandkosten.

Händlerinformationen auf Seite einsehbar - Wir raten Ihnen, nur bei einem Händler einzukaufen, der Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels ist. Diese Händler garantieren die Echtheit der verkauften Objekte und verpflichten sich fachlicher und kaufmännischer Sorgfalt beim Handel mit den Edelmetallen. Diese Information muss auf der Webseite des Portals einsehbar sein.

Die Portale Gold.de und Goldpreis.de erfüllen alle Kriterien. Folgende Tabelle fasst die Ergebnisse zusammen.

Portale zum Goldkauf im Vergleich

  Versandkosten korrekt dargestellt Händlerinformationen einsehbar
Gold.de ja ja
Goldpreis.de ja ja
Bullion-investor.com nein ja
Gold-preisvergleich.com nein nein
Goldfixing.de nein nein
Silbergoldpreis.de nein nein

Quelle: Webseiten der Anbieter (Stand: 3. März 2016)

Aufgefallen ist uns, dass sich Preise minütlich um einige Euro ändern können. Rufen Sie die Portale zeitgleich auf, erhalten Sie bei denselben Anbietern auch dieselben Preise. Gold.de listet zuweilen Anbieter in der Übersicht, die Goldpreis.de nicht listet und umgekehrt. Manchmal liefert ein Anbieter den günstigsten Preis, der nur auf einem der beiden Portale aufgeführt wird. Wenn Sie also nach dem absolut günstigsten Preis Ausschau halten, lohnt es, die Portale vor dem Kauf noch einmal zu vergleichen. 

Die Anzeige auf Gold.de hat den Vorteil, dass sie die Uhrzeit anzeigt, zu der der Händlerpreis zuletzt abgefragt wurde. Das kann entscheidend sein, denn manchmal übernehmen die Portale den Preis vom Händler um einige Minuten zeitverzögert.  

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Ich ebenfalls nicht !
22. März 2016 zum Beitrag
[quote='Schoko3','http://www.finanztip.de/community/thema/1344-gold?postID=28131#post28131']Ich möchte noch einen Aspekt einbringen den ich in dem Artikel über Investment in Gold vermisst ...
4. März 2016 zum Beitrag
@Schoko3: Bei Einzelaktien stimme ich Ihnen zu einem gewissen Grad zu, wenn man aber in breite Indizes investiert, dann tritt diese Problem nicht auf. Wenn cih einen ETF auf den DAX habe, dann ist es ...
26. Februar 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Manuel Kayl ist bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Studiert hat er an der TU München und dem Max-Planck-Institut für Physik.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

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