Bitcoin

Nur für Spekulanten, nichts für Anleger

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoins sind Geldeinheiten, die nur auf Computern – also digital – existieren. Im Restaurant einen Burger bezahlen kann man mit Bitcoins noch nicht.
  • Mitglieder im Bitcoin-Netzwerk prüfen Übertragungen von Geldeinheiten, die Rechner im Netzwerk betten sie in eine komplexe Rechenaufgabe ein. Diese sogenannte Blockchain-Technologie erschwert Manipulation.
  • Im Jahr 2017 hat die Nachfrage durch Spekulanten den Preis für Bitcoins stark in die Höhe getrieben.
  • Hinter Bitcoins stehen kein Staat und keine Zentralbank. Anders als Gold haben Bitcoins keine jahrtausendealte Tradition als Wertspeicher. Bitcoins können also sehr schnell wertlos werden. Zur langfristigen Geldanlage eignen sie sich daher nicht.
  • Bitcoins können Anleger an verschiedenen Handelsplätzen im Internet kaufen und verkaufen. Sie sind nicht reguliert. Betrüger haben Börsen schon gehackt und Bitcoins geklaut.

So gehen Sie vor

  • Setzen Sie zum Kauf von Bitcoins nur Geldbeträge ein, die Sie ansonsten nicht brauchen. Wollen Sie Vermögen aufbauen, investieren Sie nach den Grundsätzen der Finanztip-Geldanlage-Empfehlungen.
  • Registrieren Sie sich bei einem digitalen Handelsplatz. Es kann einige Tage dauern, bis Ihr Konto verifiziert ist.
  • Installieren Sie eine digitale Brieftasche (Wallet) auf Ihrem Rechner, Handy oder einem speziellen USB-Stick. Das Wallet dient als sicherer Speicher.
  • Das Wallet teilt Ihnen eine Art Kontonummer (Bitcoin-Adresse) zu. Mit Hilfe dieser Nummer können Sie Bitcoins übertragen und empfangen.
  • Im Internet finden Sie Geschäfte, bei denen Sie in Großstädten wie Berlin mit Bitcoins bezahlen können. Für Wikipedia oder Greenpeace können Sie spenden.
  • Zum Verkauf müssen Sie Ihre Bitcoins vom Wallet zurück zur Börse befördern. Bei einem Crash könnten Sie auf Ihren digitalen Münzen sitzenbleiben. Ab 600 Euro Gewinn zahlen Sie Einkommensteuer.

Irgendwann Anfang 2009 waren sie plötzlich da: die ersten 50 Bitcoins der Geschichte. Damals kümmerten sich vor allem absolute IT-Fans um das neuartige digitale Geld und Überweisungssystem, das vor Manipulation – und staatlicher Kontrolle – sicher sein sollte.

Mittlerweile haben Bitcoins ihr Nischendasein verlassen. Immer mehr Menschen, darunter auch normale Sparer, interessieren sich für die digitale Währung. Im November 2017 waren 16,1 Millionen virtuelle Münzen im Umlauf. Zwischen Januar und Anfang Dezember 2017 hat sich der Preis verzehnfacht.

Verbraucher sollten sich jedoch vom plötzlichen Hype um Bitcoins nicht einfach mitreißen lassen, sondern auch die Risiken und Nebenwirkungen kennen. Ganz wichtig: Als Geldanlage eignen sich Bitcoins nicht.

Was sind Bitcoins?

Wörtlich übersetzt sind Bitcoins Münzen, die nur auf Computern – also nur digital – existieren. Gleichbedeutend zu den digitalen Münzen sprechen einige auch von der digitalen Währung oder Internetwährung. Hinter der Idee Bitcoins steckt also, dass die Besitzer damit einmal – alternativ zum staatlichen Geld – bezahlen können.

Darüber hinaus stehen Bitcoins aber auch für ein sicheres Tauschsystem. Die Idee: Mitglieder im Netzwerk können einander weltweit Geld übertragen und prüfen selbst sämtliche Transaktionen – keine Bank ist dafür nötig. Auch im Nachhinein soll niemand im Netzwerk Übertragungen von Bitcoins manipulieren können.

Das Mittel zu diesem Zweck ist die sogenannte Blockchain. Sie ist das digitale Register, in dem alle Bitcoin-Transaktionen gespeichert sind. Alle Mitglieder im Netzwerk können Transaktionen überprüfen (Peer-to-Peer-Technologie), und leistungsstarke Computer betten diese in eine aufwändige Rechenaufgabe ein. Das erschwert Betrug.

Hinweis: Bitcoins werden immer wieder auch als Kryptowährung bezeichnet. Unter Kryptografie verstehen Experten heute allgemein die Technik, Informationen sicher zu übermitteln und widerstandsfähig gegen Manipulation zu machen. Mehr dazu, wie die Blockchain genau funktioniert und wie Bitcoins überhaupt entstehen, erfahren Sie weiter unten.

Was kosten Bitcoins?

Der Preis von Bitcoins basiert auf Angebot und Nachfrage. Durch die zunehmende Berichterstattung in den Medien ist das Interesse (und damit die Nachfrage) in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Gleichzeitig ist das Angebot begrenzt, weil das das Bitcoin-Netzwerk erst nach und nach neue Münzen produzieren kann. (Lesen Sie dazu weiter unten mehr).

Zwei Typen von Anlegern

Als die digitale Währung im Jahr 2009 startete und sie kaum einer kannte, waren Angebot und Nachfrage gering – der Kurs lag damals bei weniger als 1 US-Dollar. Damals kauften vor allem die Überzeugungstäter. Sie träumten von einer Währung, die von Zentralbanken und Geschäftsbanken unabhängig war.

Spätestens 2017 haben die Spekulanten übernommen. Sie sahen in Bitcoins und der dahinterstehenden Computertechnologie das nächste „heiße Ding“, investierten und trieben so den Preis in die Höhe. Am 11. Dezember 2017 ließ die US-Optionsbörse CBOE in Chicago erstmals Wetten auf den Kurs der Bitcoins zu, weitere große Terminbörsen sollen folgen.

Die folgende Darstellung zeigt, wie stark sich der Bitcoin-Kurs nach oben entwickelt hat. Bis Anfang Dezember 2017 hat sich der Kurs im Vergleich zum Jahresbeginn mehr als verzehnfacht. Ein Bitcoin kostete Anfang Dezember 2017 gut 12.000 US-Dollar (rund 10.000 Euro).

Taugen Bitcoins als Geldanlage?

Die Idee der Bitcoins ist vielleicht auch für Sie faszinierend. Dennoch gibt es einige gute Gründe, warum Sie die digitalen Münzen auf keinen Fall als Geldanlage oder als Basis für die private Altersvorsorge nutzen sollten.

Bitcoins funktionieren nicht als Zahlungsmittel - Wer Bitcoins kauft, weil er hofft, damit demnächst im Kaufhaus zu shoppen, seine Miete zu bezahlen oder Steuern, irrt. Kaum ein Geschäft oder Online-Händler akzeptiert Bitcoins – der Vermieter oder Behörden schon gar nicht. Völlig unklar ist, ob dies jemals so kommt. Die digitalen Münzen erfüllen also die Funktion des Zahlungsmittels nicht.

Bitcoins sind nicht abgesichert - Wer eine deutsche Staatsanleihe kauft und dem Bund so für einige Jahre Geld leiht, weiß, dass er ein sicheres Geschäft eingeht. Deutschland steht finanziell gut da und kann das Geld samt Zinsen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zurückzahlen. Bitcoins sind wesentlich unsicherer: Hinter den digitalen Münzen stehen kein Staat und keine Zentralbank. Niemand garantiert, dass Ihr Bitcoin-Guthaben sichere Erträge erzielt und Sie es nach einigen Jahren in Euro zurücktauschen können.

Bitcoins haben keinen materiellen Wert - Haben Sie eine Aktie im Depot, sind Sie an einem Unternehmen mit all seinen Vermögenswerten beteiligt. Lagern Sie Gold im Tresor, können Sie davon ausgehen, dass Sie im Krisenfall damit bezahlen können – der materielle Wert also anerkannt würde. Anders bei Bitcoins. Dahinter steckt nur eine (sehr junge) Idee. Bitcoins haben nur so lange einen Wert, wie Menschen an den Erfolg der Kryptowährung glauben. Sobald sich Spekulanten von Bitcoins abwenden, kann der Euro-Wert der Bitcoins schnell abrutschen. Sie riskieren, alles zu verlieren.

Mitmachen höchstens mit geringen Geldbeträgen

Sie kennen die Risiken von Bitcoins, finden die Idee der digitalen Währung aber spannend und möchten am Thema dranbleiben. Dann sollten Sie höchstens einen geringen Geldbetrag in Bitcoins stecken, also kleinere Summen, die Sie ansonsten vielleicht auf dem Rummel ausgegeben hätten – und dessen Verlust Sie nicht belastet.

Wo kann man Bitcoins kaufen?

Anleger können Bitcoins an verschiedenen Handelsplätzen im Internet kaufen und verkaufen. Weltweit gibt es zahlreiche Bitcoin-Börsen, wo Anleger die digitalen Münzen gegen ihre lokale Währung eintauschen können. Bekannte Börsen sind zum Beispiel Kraken, Gdax mit Coinbase als Benutzeroberfläche oder Litebit. Auf allen Börsen können Sie Bitcoins gegen Euro tauschen.

Börse versus Tauschplattform

Bekannt in Deutschland ist außerdem bitcoin.de. Bitcoin.de ist keine richtige Börse, sondern eine Tauschplattform („Marktplatz“), ähnlich wie Ebay-Kleinanzeigen. Anleger können sich registrieren und Kauf- oder Verkaufsangebote in Euro einstellen. Käufer und Verkäufer bestimmen selbst, welchen Preis sie für die Bitcoins haben möchten. Nutzer können die Angebote direkt vergleichen.

Um abzuschätzen, ob Sie auf Tauschplattformen wie bitcoin.de einen guten Kurs bekommen, lohnt es, Seiten wie bitcoincharts.com zur Hilfe zu nehmen. Sie bieten eine Übersicht über den aktuellen Preis für einen Bitcoin an unterschiedlichen Börsen und Tauschplattformen.

Bei Börsen wie Tauschplattformen gilt: Wer kleinere Beträge – etwa 100 Euro – in Bitcoins investieren möchte, bekommt dafür nur einen Bruchteil eines ganzen Coins. Achten Sie also genau auf die Menge.

Ohne Identitätsprüfung geht es nicht

Wer Bitcoins an der Börse handeln möchte, muss immer ein Bankkonto hinterlegen und dieses zunächst verifizieren. Die Börsen sind verpflichtet, die Identität der Käufer und Verkäufer zu überprüfen und zu speichern. Das soll unter anderem Geldwäsche verhindern. Sie können also nicht sofort loslegen, sondern müssen die Identitätsprüfung über Post-Ident oder Video-Ident abwarten. Dies kann einmalig 10 Euro oder mehr kosten. Alles in allem kann es einige Tage dauern, bis das Konto aktiv ist.

Bei bitcoin.de können Sie zunächst auch ohne das Verifizierungsverfahren Bitcoins handeln. Allerdings ist der Handel dann nur für kleine Beträge möglich. Auch kann es sein, dass Teilnehmer am Marktplatz mit Ihnen keine Geschäfte machen wollen, so lange Sie sich nicht vollständig identifiziert haben. Wer uneingeschränkt handeln will, muss sich nachträglich voll legitimieren.

Was ist ein Wallet und wozu ist es nötig?

Viele Anleger kaufen Bitcoins an der Börse oder über den Marktplatz, lassen die digitalen Münzen dann auf ihrem dortigen Konto liegen. In dem Fall könnten Nutzer ihre Anteile zwar im Zweifel schnell loswerden – wirklich sicher verwahrt ist das Digitalgeld dort jedoch nicht.

Denn die Internetseiten der Börsen sind nicht unbedingt sicher. In der Vergangenheit haben es Hacker schon geschafft, Seiten von Börsen lahmzulegen, die Accounts der Nutzer zu hacken und die Bitcoins abzuziehen. Die Münzen sind dann weg, Ersatz bekommen Anleger in der Regel nicht.

Damit so etwas nicht passiert, sollten Nutzer ihre Bitcoins statt auf dem Börsenkonto immer auf ein sogenanntes Wallet übertragen. Ein Wallet ist ein digitaler Geldbeutel. Statt echte Scheinen und Münzen in eine Lederbrieftasche zu stecken, steckt im Wallet die digitale Währung.

Welcher Geldbeutel ist der richtige?

Es gibt verschiedene Anbieter solch digitaler Geldbeutel und verschiedene Orte, an denen Nutzer sie aufbewahren können: der persönliche Rechner, das Smartphone oder ein externer Hardware-Drive, der aussieht wie ein USB-Stick. Wer eine dieser Möglichkeiten wählt, weiß seinen Geldbeutel sicher bei sich. Der Idee nach hat nur der einzelne Nutzer Zugriff auf seinen Laptop, sein Handy oder sein externes Speichergerät.

Eine andere Möglichkeit ist, einen Account im Internet zu eröffnen – und diesen als digitalen Geldbeutel zu benutzen. Haben sie eine Internetverbindung, können Anleger jederzeit von überall darauf zugreifen. Allerdings besteht dann ähnlich wie bei der Börse das Risiko, dass Betrüger das Online-Konto knacken und sich mit den dort verwahrten Bitcoins aus dem Staub machen. Die praktischere Variante ist also zugleich weniger sicher.

Wie eröffnet man ein Wallet?

Um ein Wallet zu eröffnen, müssen Anleger erst einen Anbieter auswählen und ein Programm auf das gewählte Gerät herunterladen. Bei der Wahl des Anbieters helfen Übersichtsseiten im Internet. Beim Handy finden sich mögliche Wallet-Apps im Play-Store beziehungsweise App-Store.

Anders als bei der Börse müssen Nutzer keine personenbezogenen Daten hinterlegen. Wer ein Wallet eröffnen will, muss lediglich einen persönlichen Zugangs-PIN festlegen und sich eine Kombination zufällig aneinander gereihter Wörter (Offline-Schlüssel) notieren. Die Benutzeroberfläche ist danach sofort nutzbar.

Ohne Sicherungskopie können Bitcoins weg sein

Den Offline-Schlüssel sollten sich Nutzer (bestenfalls handschriftlich) notieren und an einem sicheren Ort verwahren. Denn er ist gleichzeitig die Sicherungskopie für das Wallet. Sollte also einmal die Festplatte oder das Handy kaputt oder der spezielle USB-Stick verloren gehen, kommen Nutzer nur über den Wörtercode wieder an ihre Bitcoins.

Wie funktioniert eine Bitcoins-Transaktion?

Das besondere an Übertragungen von Bitcoins ist: Sie sollen besonders sicher sein. Insbesondere soll nur der Besitzer des Bitcoin-Wallets die darin befindlichen Bitcoins tatsächlich verwenden können.

Welche Rolle der geheime Bitcoin-Schlüssel spielt

Jeder Besitzer eines digitalen Geldbeutels, bekommt mehrere Bitcoin-Adressen, also ein Set von Kontonummern zugeteilt. Sie bestehen jeweils aus einer langen Reihe zufällig generierten Zahlen und Buchstaben, zum Beispiel 97noVc7klmr4kGGuqjPL6XWTPmmjuW9A. Von einer Adresse zur anderen können sich Wallet-Besitzer dann Geldbeträge in Bitcoins schicken.

Um die Übertragung abzusichern, braucht es zusätzlich einen sogenannten privaten Schlüssel. Er wird beim Anlegen des Wallets erzeugt. Der private Schlüssel ist direkt in der Hardware verbaut – und geheim. Niemand kann ihn so ohne Weiteres offenlegen. Eine Übertragung wird am Ende nur freigegeben, wenn der private Schlüssel genau zum Wallet passt.

Einmal freigegeben, können Übertragungen nicht mehr verändert oder rückgängig gemacht werden.

Bitcoin-Transaktionen sind nicht anonym

Grundsätzlich können nur Mitglieder im Netzwerk Transaktionen nachverfolgen. Sie sehen die Bitcoin-Adresse, aus der sie in aller Regel nicht auf die Identität des Nutzers schließen können. Es gibt jedoch zwei Hintertürchen:

Übertragungen von der Börse zum Wallet - Überträgt ein Nutzer Bitcoins vom Börsenkonto zu einem Wallet, kann die Bitcoin-Community in der Regel die Senderadresse mit dem echten Nutzernamen verknüpfen. Die Daten sind auf der Börsenplattform hinterlegt.

Übertragung von Wallet zu Wallet - Nutzer müssen ihr Wallet für eine Transaktion kurz ans Internet anschließen. Ist der Server des Nutzers nicht anonymisiert, ist es möglich, die IP-Adressen der beteiligten Rechner ausfindig zu machen.

Experten sprechen daher oft davon, dass das Bitcoin-System mit Pseudonymen (Bitcoin-Adressen) arbeitet, aber keine völlige Anonymität zusichern kann.

So lange dauert das Übertragen und das kostet es

Bis eine Transaktion im Bitcoin-Netzwerk verbucht ist, dauert es bestenfalls etwa zehn Minuten. Grund dafür ist, dass die Überweisungen in einen mehrstufigen Rechenprozess eingebunden sind, der erst abgeschlossen sein muss. Mehr dazu lesen Sie auch im folgenden Kapitel zur Blockchain.

Bei jeder Überweisung fällt eine sogenannte Netzwerkgebühr an. Diese variiert und hängt davon ab, wie schnell der User möchte, dass seine Transaktion ausgeführt wird. Wer von einer Börse zu einem Wallet überweist, zahlt in der Regel mehr – die Übertragung soll möglichst in zehn Minuten erfolgt sein. Die Börse legt die Gebühr fest. Wer dagegen von Wallet zu Wallet überweist, kann die Gebühr selbst bestimmen. Nutzer, die wenig bezahlen wollen, warten dann einfach länger auf die Transaktion.

Was ist die Blockchain und wie funktioniert sie?

Die Blockchain kann man sich vorstellen als digitales Register, in dem jede einzelne Bitcoin-Übertragung gespeichert ist. Dahinter steht ein Konzept (Blockchain-Technologie), das Betrug deutlich erschwert. Vereinfacht gesprochen funktioniert das so:

Check 1: Übertragung gedeckt?
Das digitale Register Blockchain besteht aus einzelnen Registerkarten, die wie in einem Order der Reihe nach digital „abgeheftet“ werden. Auf jeder Registerkarte wird eine Reihe Übertragungen gespeichert. Ist die Karte voll, überprüft die Bitcoin-Community, ob der angewiesene Bitcoin-Betrag tatsächlich im Wallet vorhanden ist und ob der Nutzer seine Bitcoins auch wirklich nur einmal angewiesen hat. Nur wenn alles passt, geht es weiter.

Der Registerkarte wird nun eine knifflige Rechenaufgabe zur Seite gestellt. Um sie zu lösen, rechnen viele Computer im Netzwerk um die Wette. Am Ende findet einer den eindeutigen Lösungsweg zur Aufgabe. Dieser Lösungsweg dient als eine Art Siegel für die Registerkarte. In der Bitcoin-Welt nennt man die versiegelte Karte Block. Viele versiegelte Karten nacheinander „abgeheftet“ bilden die Kette, englisch: chain.   

Check 2: Richtiger Lösungsweg?
Würde jemand eine Übertragung auf der Registerkarte nachträglich manipulieren, würde sich die knifflige Rechenaufgabe verändern – und dementsprechend der Lösungsweg. Im digitalen Register stünde plötzlich ein falscher Lösungsweg. Weil jedes vollwertige Mitglied im Netzwerk den Blockchain-Datensatz zu Hause auf dem Rechner hat und einsehen kann, würde diese Veränderung sofort auffallen.

Hinweis: Vollwertige Mitglieder im Netzwerk haben die Blockchain auf ihrem Rechner abgespeichert. Sie sind daher Knotenpunkte (englisch: nodes) und nutzen in der Regel Wallets, die direkt auf dem Computer laufen. Wer Bitcoins auf dem Handy oder online verwahrt, nutzt zwar die Bitcoin-Technologie, hat die Blockchain in der Regel nicht vollständig heruntergeladen und kann daher nicht aktiv in Prozesse eingreifen. Er kann auch keine neuen Bitcoins herstellen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins gibt es als Belohnung für das Netzwerk-Mitglied, dessen Computer es als erster geschafft hat, den eindeutigen Lösungsweg für die knifflige Rechenaufgabe zu finden und damit die Registerkarte zu versiegeln (also einen Block herzustellen). Eine Belohnung ist deshalb angebracht, weil es enorme Rechenzeit und Energie (Strom) braucht, den Lösungsweg zu bestimmen.

Geschürft – und nicht gerührt

Die Bitcoin-Sprache vergleicht die aufwändige Berechnung des eindeutigen Lösungswegs mit der Arbeit eines Minenarbeiters (Miner). Der Besitzer des Rechners, der die Aufgabe löst, fährt den Lohn seiner Arbeit ein: Er hat neue Bitcoins „geschürft“ (englisch: mined).

Das Bitcoin-Netzwerk hat sich selbst die Grenze von 21 Millionen Bitcoins gesetzt, die jedoch erst in Jahrzehnten erreicht werden soll. Das entspricht der ursprünglichen Idee des Bitcoin-Zahlungssystems, das nicht an Inflation glaubt. Im November 2017 waren 16,7 Millionen Bitcoins im Umlauf.

Wer mehr zum Thema wissen will, sollte einen Blick auf einen Blog-Beitrag des indischen Entwicklers Mohit Mamoria werfen. Einfach formuliert und mit vielen Beispielen stellt er die Blockchain in einem Beginner’s Guide auf Englisch vor.

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.