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Der einfache Hebel
Die Tatsache, dass sich der Wert von Optionsscheinen schon bei vergleichsweise geringen Kursschwankungen des Basiswertes massiv verändern kann, stellt den Hauptanreiz für den Kauf von Optionsscheinen dar. Die Hebelwirkung hat ihre Ursache darin, dass für den Kauf eines Optionsscheines nur ein Bruchteil des Geldes, das für den Kauf eines Basiswertes nötig ist, aufgewendet werden muss.
Um dieses höhere Gewinnpotenzial eines Optionsscheines messen zu können, wird oftmals der einfache Hebel berechnet. Der Hebel soll aufzeigen, um wieviel der mögliche Gewinn mit dem Optionsschein höher ist, als der Gewinn bei einem Direktinvestment im Basiswert.
Falsche Hoffnungen
Der Hebel errechnet sich sowohl für Puts als auch für Calls folgendermassen: Hebel = (Kurs des Basiswertes x Bezugsverhältnis) / Kurs des Optionsscheines Für den Optionsschein auf die Invest AG Aktie, Strikepreis 80 €, Bezugsverhältnis 1:1 und einem Preis von 12,70 € errechnet sich demnach ein Hebel von ( 83 € mal 1) / 12,70 € = 6,54. Steigt oder fällt die Aktie um ein Prozent, dann sollte sich der Wert des Optionsscheines nach dieser Annahme um 6,54 Prozent nach oben oder unten bewegen. Doch Vorsicht! Diese Annahme basiert natürlich auf derzeit bekannten Daten.

Um den Hebel exakt berechnen zu können, müssten die zukünftigen Preise des Basiswertes und des Optionsscheines bekannt sein. Daher ist die Berechnung des einfachen Hebels nur bei Optionsscheinen, die sich tief im Geld befinden, halbwegs aussagekräftig. Bei out of the money Optionsscheinen kann die Verwendung dieser Formel ganz einfach völlig falsche Renditeerwartungen hervorrufen.
Zehn bis 15 Prozent sind genug
Bei näherer Betrachtung der Formel lässt sich leicht herausfinden, dass der dieserart berechnete Hebel eigentlich nur ausdrückt, wie viele Optionsscheine für den gleichen Kapitaleinsatz wie für den Kauf des Basiswertes zu erhalten sind. Diese Information ist deshalb unnötig, da kein vernünftiger Anleger einen genau so hohen Betrag für den Kauf von Optionsscheinen aufwenden sollte wie er für ein Investment in der Aktie ins Auge gefasst hätte. Der Anteil von Optionsscheinen im Gesamtportfolio sollte sich maximal zwischen zehn und fünfzehn Prozent bewegen.
Da dem Hebel bei den Anlegern ein ziemlich hoher Stellenwert zugestanden wird, soll die teilweise irreführende Aussagekraft dieser Kennzahl an dieser Stelle ins rechte Licht gerückt werden. Eine viel geeignetere Methode zur Berechnung der zukünftigen Performance eines Optionsscheines ist die Verwendung des Theoretischen Hebels oder Omega, die bei der genaueren Betrachtung des Delta unter die Lupe genommen wird.