Test Robo-Advisor 2016

Brauchbare Lösung für die bequeme Geldanlage

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Internet bieten Unternehmen aus der Finanzbranche vorgefertigte Strategien zur Geldanlage an.
  • Es gibt verschiedene Arten dieser Robo-Advisor: 1) Komplettlösungen, die für den Kunden die Geldanlage übernehmen. 2) Beratungssoftware, die Anlegern mit Vorkenntnissen geeignete Fonds empfehlen.
  • Finanztip hat in beiden Kategorien diejenigen Anbieter untersucht, die kostengünstige Indexfonds (ETFs) nutzen und Kunden bei der Auswahl der geeigneten Strategie helfen. Bewerten lassen sich zurzeit nur Anbieter, die eine passive Anlagestrategie verfolgen.
  • Bei den Komplettlösungen schneiden Easyfolio, Vaamo und Growney am besten ab, bei der Beratungssoftware die Plattform JustETF.
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Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Unternehmen, die Verbrauchern im Internet bei der Auswahl der richtigen Geldanlage helfen. Diese Robo-Advisors (englisch für Anlage-Roboter) genannten Dienstleister setzen meist auf kostengünstige Indexfonds (ETFs) und können so deutlich günstigere Kosten als die Hausbanken veranschlagen.

Finanztip empfiehlt diese Art der Geldanlage für bequeme Anleger, die ihr Geld mit minimalem Aufwand ordentlich anlegen möchten. Eine selbst zusammengestellte Anlage aus Tagesgeld, Festgeld und ETFs, wie in unserem Ratgeber Geldanlage beschrieben, halten wir dennoch für lukrativer. Dieser Artikel erläutert den Test der verschiedenen Robo-Advisor-Anbieter. Weitere Tipps finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber Robo-Advisor.

Viele Anbieter am Markt

Robo-Advisors liegen im Trend. Mittlerweile kämpft mehr als ein Dutzend Anbieter um die Gunst der Kunden. Nicht alle Unternehmen verfolgen dabei denselben Ansatz. Wir unterscheiden zwischen zwei Arten von Robo-Advisors:

Komplettlösungen - Bei diesem Konzept wird die Geldanlage komplett vom Robo-Advisor übernommen.

Beratungssoftware - Dabei handelt es sich um Software, die den Kunden bei der Geldanlage unterstützt. Sie schlägt eine Verteilung der Geldanlage auf verschiedenen Fonds vor, die der Kunde selbst erwerben muss.

Bei den Komplettlösungen unterscheiden wir außerdem zwischen Anbietern, die eine passive oder eine aktive Anlagestrategie verfolgen. Bei der passiven Strategie ist vorgegeben, in welche Fonds der Robo-Advisor in welchem Umfang investiert. In regelmäßigen Abständen setzt er zudem die Geldanlage wieder auf Ausgangszusammensetzung zurück (sogenanntes Rebalancing).

Ein Robo-Advisor mit einer aktiven Strategie folgt dagegen einem finanzmathematisches Modell, nach dem er zwischen den einzelnen Anlageklassen umschichtet. Wie genau der Robo-Advisor die Vorgaben des Modells umsetzt, und ob das Modell grundsätzlich erfolgreicher ist als eine passive Strategie, lässt sich nicht vorhersagen. Wir konnten deshalb nur Komplettlösungen in unseren Vergleich einbeziehen, die eine passive Anlagestrategie umsetzen.

Überblick Robo-Advisor

Anbieter Kategorie Strategie Von Finanztip untersucht?
Cashboard Komplettlösung aktiv nein
Easyfolio Komplettlösung passiv ja
Fintego Komplettlösung passiv ja
Ginmon Komplettlösung passiv ja
Growney Komplettlösung passiv ja
Quirion Komplettlösung passiv ja
Scalable Capital Komplettlösung aktiv nein
Sutor Bank Komplettlösung aktiv nein
Vaamo Komplettlösung passiv ja
Visual Vest Komplettlösung passiv ja
Whitebox Komplettlösung aktiv nein
1822 direkt Beratungssoftware - ja
Comdirect Beratungssoftware - ja
DAB Bank Beratungssoftware - ja
JustETF Beratungssoftware - ja
Maxblue (Deutsche Bank) Beratungssoftware - ja
Moneyfilter Beratungssoftware - ja
Targobank Beratungssoftware - ja

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016)

Hinzu kommt, dass alle Robo-Advisors erst relativ kurze Zeit auf dem Markt sind. Sie verfügen daher nicht über langjährigen Daten, wie sie das Geld der Kunden angelegt haben. Weil die Aufteilung auf die einzelnen Fonds feststeht und regelmäßig auf die Ursprungskombination zurückgesetzt wird, ist die mangelnde Datengrundlage bei passiven Strategien kein Grund zur Sorge. Da es sich um Indexfonds handelt, entwickelt sich das Vermögen der Anleger wie die zugrunde liegenden Indizes. Diese Entwicklung lässt sich gut nachprüfen.

Für aktive Strategien gilt das allerdings nicht. Ob sich das gewählte Modell in der Realität bewährt hat, lässt sich erst beurteilen, wenn die Unternehmen einige Jahre im Geschäft sind. Und selbst eine gute Wertentwicklung ist dann kein Beweis, dass die Modelle funktionieren und einer passiven Strategie überlegen sind.

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So schneiden die einzelnen Robo-Advisors ab

Bei den Komplettlösungen übernehmen die meisten Firmen alle Aspekte der Geldanlage (Depot-Modell): Kunden erhalten ein Wertpapierdepot, der Robo-Advisor kümmert sich um die Anlage in den einzelnen Fonds. Lediglich Easyfolio setzt auf ein anderes Modell: Das Unternehmen bietet drei sogenannte Dachfonds an, die dann wiederum nach festen Vorgaben in einzelne ETFs anlegen. Um diese Dachfonds zu erwerben, benötigen Kunden ein eigenes Wertpapierdepot. Die Easyfolio-Fonds können dann wie andere Wertpapiere über die Börse erworben werden.

Wir haben die Anbieter in den Kategorien Kosten, Anlagestrategie, Qualität der Befragung und Transparenz geprüft. In jedem Bereich vergeben wir anhand von möglichst klaren Kriterien eine Wertung zwischen 1 (sehr schlecht) und 5 Punkten (sehr gut). Die detaillierten Ergebnisse lesen Sie am Ende dieses Artikels. Drei Robo-Advisors halten wir für deutlich besser als die Konkurrenz und empfehlen sie daher: Easyfolio, Growney und Vaamo.

Gesamtergebnis Komplettlösungen

Anbieter Modell Punkte gesamt¹ Platz
Easyfolio Dachfonds 3,7 1
Vaamo Depot 3,55 2
Growney Depot 3,5 3
Quirion Depot 3,2 4
Fintego Depot 3,1 5
Ginmon Depot 3 6
Visual Vest Depot 2,5 7

¹ von maximal 5 Punkten
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016).
Hinweis zum Anbieter Growney: In einer früheren Version dieses Textes wurde der Anbieter auf der Grundlage des Standes seiner Website vom Juni 2016 beurteilt. Die hier wiedergegebene Beurteilung entspricht nunmehr ebenfalls dem Stand vom 29. August 2016.

Easyfolio
Anbieter von drei ETF-Dachfonds

  • keine Mindestanlagesumme für Einmalanlagen, Sparpläne ab 10 Euro möglich
  • Kosten von etwa 0,9 Prozent pro Jahr
  • zielgenaue Kundenbefragung
  • ausgewogene Anlagestrategie über entwickelte Märkte und Schwellenländer
  • Anleihen mit relativ hohem Risiko

Easyfolio

Vaamo
Anbieter von drei Strategien inklusive Wertpapierdepot

  • Mindestanlage nur 10 Euro, auch für Sparpläne
  • zielgenaue Kundenbefragung
  • ausgewogene Anlagestrategie über entwickelte Märkte und Schwellenländer
  • relativ brauchbares Anleiheportfolio
  • Kosten von etwa 1,4 Prozent pro Jahr (bis 30.000 Euro)

Growney
Anbieter von fünf Portfolios inklusive Wertpapierdepot

  • Keine Mindestanlage, auch für Sparpläne
  • zielgenaue Kundenbefragung
  • ausgewogene Anlagestrategie über entwickelte Märkte und Schwellenländer
  • relativ brauchbares Anleiheportfolio
  • Kosten von etwa 1,2 Prozent pro Jahr, gestaffelt, ab 50.000 Euro deutlich günstiger

Wir untersuchen die Anbieter von Beratungssoftware in den gleichen Hauptkategorien wie die Komplettlösungen – nur die Bewertung der Kosten fällt weg, da die Angebote für Verbraucher kostenlos sind. Die Vergabe der Punkte unterscheidet sich aber von den Komplettlösungen, da wir für die Beratungssoftware andere Punkte für wesentlich halten. Die genaue Auswertung lesen Sie am Ende des Artikels. Ein Anbieter liegt unserer Einschätzung nach deutlich vor Konkurrenz und ist deshalb auch die Empfehlung von Finanztip: die Website justetf.com.

Gesamtergebnis Beratungssoftware

Anbieter Punkte gesamt¹ Platz
JustETF 4,7 1
Maxblue (Deutsche Bank) 3,3 2
Comdirect 3,2 3
Targobank 3,1 4
Moneyfilter 2,75 5
DAB Bank 2,45 6
1822 direkt 2,15 7

¹ von maximal 5 Punkten
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016)

So haben wir getestet

Test Robo-Advisor 2016
Für die Auswahl der Robo-Advisor-Anbieter beziehen wir uns auf Artikel aus der Fachpresse sowie auf Online-Recherchen. Wir haben Anbieter berücksichtigt, die im Juni 2016 bei Suchanfragen auf Google zu den Stichworten „Anlageassistent“, „Anlageplaner“ oder „Robo-Advisor“ unter die ersten 50 Suchergebnisse kamen. Zudem haben wir alle Anbieter aufgenommen, die zur gleichen Zeit in Artikeln von gruenderszene.de, der Zeitschrift „Ökotest“ und auf den Websites brokervergleich.de und roboadvisorvergleich.de erwähnt wurden.

Die so ermittelte Grundgesamtheit teilen wir bei der Auswertung Ende August 2016 in zwei Arten von Robo-Advisors auf: zum einen die Komplettlösungen, die dem Kunden die Geldanlage komplett abnehmen und sich auch für Einsteiger eignen. Zum anderen die Anbieter von Beratungssoftware, die sich an Anleger richtet, die zumindest schon erste Erfahrungen im Kauf und Verkauf von Wertpapieren gemacht haben.

Auswertung Komplettlösungen
Bei den Komplettlösungen stehen zwei Modelle zur Auswahl: Dachfonds und Depot-Modelle. Dachfonds sind Fonds, die ihrerseits in Fonds investieren und über die Börse erworben werden müssen. Bei den Depot-Modellen erhalten Verbraucher zusätzlich ein Wertpapierdepot und müssen keinen Kauf selbst tätigen. Wir lassen beide Arten von Anbietern zum Vergleich zu, falls sie folgende Kriterien erfüllen:

Befragung - Kunden können mittels eines Fragebogen oder Interviews das geeignete Risiko für ihre Geldanlage ermitteln und so die passende Strategie wählen.

Indexfonds - Die Anlage muss in ETFs oder ETF-ähnliche Produkte wie die Investmentfonds von Dimensional Fund Advisors erfolgen.

Passive Strategie - Die Aufteilung des Geldes muss fest vorgegeben sein. Anbieter, die aktiv zwischen einzelnen Anlagekategorien umschichten, schließen wir aus, wenn sie noch keine fünf Jahre am Markt sind.

Übersicht Anbieter Komplettlösungen

Anbieter Modell Zum Test zugelassen? Ausschlussgrund
AIX Capital Fonds Dachfonds nein keine Befragung des Kunden
Arero Dachfonds nein keine Befragung des Kunden
Cashboard Depot-Model nein auch Anlage ohne Indexfonds
Comstage Vermögensstrategie Dachfonds nein keine Befragung des Kunden
Deutsche Bank Portfolio ETF Dachfonds nein keine Befragung des Kunden
Easyfolio Dachfonds ja  
Fintego Depot-Model ja  
Ginmon Depot-Model ja  
Growney Depot-Model ja  
Morningstar Multi-Asset-Fonds Dachfonds nein keine Befragung des Kunden
Quirion Depot-Model ja  
Scalable Capital Depot-Model ja keine passive Strategie
Sutor Bank Depot-Model nein keine passive Strategie
UBS Multi-Asset-ETF Dachfonds nein keine Befragung des Kunden
Vaamo Depot-Model ja  
Visualvest Depot-Model ja  
Whitebox Depot-Model nein keine passive Strategie

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016)

Die verbleibenden Kandidaten haben wir in den Kategorien Kosten, Qualität der Befragung, Transparenz und Anlagestrategie bewertet. Einige Bereiche haben wir noch weiter unterteilt. Dabei bewerten wir jeweils auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 Punkten (sehr gut). Die genauen Kategorien, Gewichtungen und Punkteverteilungen können Sie nachstehender Tabelle entnehmen:

Detailauswertung Komplettlösungen

Anbieter Kosten Qualität Befragung Transparenz     Anlagestrategie    
      Erklärung Strategie Info zu Kosten Info zu Rebalancing Qualität Aktienportfolios Laufzeit und Risiko von Anleihen übrige Anlagen
Gewichtung 30 % 20 % 10 % 5 % 5 % 15 % 10 % 5 %
Easyfolio 4 4 5 4 1 4 1 5
Vaamo 2 4 5 4 1 5 4 5
Growney 3 3 4 5 2 4 4 5
Quirion 4 2 2 1 5 5 1 5
Fintego 3 3 3 2 4 4 3 2
Ginmon 3 3 1 5 2 4 2 5
Visual Vest 4 1 1 3 2 4 1 1

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016). In einer früheren Version dieses Textes wurde der Anbieter Growney auf der Grundlage des Standes seiner Website vom Juni 2016 beurteilt. Die hier wiedergegebene Beurteilung entspricht nunmehr ebenfalls dem Stand 29. August 2016.

Die Anbieter Easyfolio und Vaamo und Growney schneiden in unserer Untersuchung am besten ab. Easyfolio punktet vor allem bei den Kosten, der Qualität der Befragung und der Transparenz. Vaamo ist etwas teurer, bietet dafür aber eine qualitativ hochwertige Geldanlage. Growney ist transparent bei der Erklärung von Strategie und Kosten, punktet ebenfalls bei der Geldanlage und ist für höhere Anlagebeträge besonders kostengünstig. Die übrigen Anbieter bieten unserer Einschätzung nach in zumeist mehreren Kategorien weniger gute Lösungen. Es ergibt sich folgendes Gesamtergebnis:

Gesamtergebnis Komplettlösungen

Anbieter Modell Punkte gesamt¹ Platz
Easyfolio Dachfonds 3,7 1
Vaamo Depot 3,55 2
Growney Depot 3,5 3
Quirion Depot 3,2 4
Fintego Depot 3,1 5
Ginmon Depot 3 6
Visual Vest Depot 2,5 7
       
       

¹ von maximal 5 Punkten
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016). In einer früheren Version dieses Textes wurde der Anbieter Growney auf der Grundlage des Standes seiner Website vom Juni 2016 beurteilt. Die hier wiedergegebene Beurteilung entspricht nunmehr ebenfalls dem Stand vom 29. August 2016.

In den einzelnen Kategorien bewerten wir die Robo-Advisors nach möglichst klaren Kriterien. Je nach Kategorie vergeben wir Punkte für gewisse Eigenschaften oder ziehen Punkte ab, falls wichtige Elemente fehlen. Im Einzelnen sind das:

Kosten (Gewichtung: 30 Prozent) - Wir bewerten die Kosten für die niedrigsten Anlagesummen, da wir davon ausgehen, dass viele Verbraucher die Anbieter zunächst mit Beträgen bis 10.000 Euro testen. Dabei beziehen wir sowohl die Kosten für den Dienst selbst als auch die jährlichen Verwaltungskosten der Fonds ein.

Befragung (20 Prozent) - Wir orientieren uns an den Regeln zum Beratungsprotokoll nach Paragraf 31 Absatz 4 Wertpapierhandelsgesetz, wonach beispielsweise der Zweck der Geldanlage, die persönliche und finanzielle Situation, das Anlageziel sowie die Erfahrung des Kunden abgefragt werden soll. Zudem achten wir darauf, dass die Fragen auch für Laien verständlich sind. So müssen Beispiele möglichst konkret sein und nicht abstrakt. Das lässt sich beispielsweise durch eine Darstellung von Verlusten in Euro und nicht in Prozent erreichen. Pro Mangel gibt es einen Punkt Abzug.

Erklärung Strategie (10 Prozent) - Verbraucher müssen mit einem Klick von der Startseite eine Übersicht über die zur Verfügung stehenden Portfolios und deren Aufteilung auf die einzelnen Fonds erhalten. Zudem verlangen wir, dass weiterführende Informationen wie Factsheets zu den Fonds mit weiteren Klicks einfach zugänglich sein müssen.

Transparenz der Kosten (5 Prozent) - Wir verlangen, dass die wichtigsten Kosten genannt und nicht versteckt dargestellt oder ganz weggelassen werden. Zudem muss die Höhe der Kosten für den Dienst selbst sowie für die Fonds übersichtlich dargestellt sein.

Transparenz des Rebalancing (5 Prozent) - Alle passiv verwaltenden Robo-Advisors setzen die Verteilung des Geldes auf die einzelnen Fonds regelmäßig auf die Ausgangswerte zurück. In der Fachsprache wird das Rebalancing genannt. Wir beurteilen, ob die Anbieter ihre Kunden an geeigneter Stelle verständlich und ausführlich über diesen Mechanismus aufklären.

Qualität des Aktienportfolios (15 Prozent) - Positiv bewerten wir, wenn das Aktienportfolio über entwickelte und Schwellenländer gestreut wird. Auch eine Berücksichtigung des nobelpreisgekrönten Fama-French-Modells, wonach Aktien von kleinen Unternehmen sowie Substanzwerte mehr Rendite versprechen, bewerten wir positiv. Abzüge erhalten Portfolios, die einzelne Regionen deutlich übergewichten.

Laufzeit und Risiko von Anleihen (10 Prozent) - Die Nutzung von Anleihen als Sicherheitskomponente ist die Schwachstelle aller Robo-Advisor-Anbieter, da derzeit Tagesgeld und Festgeld für Verbraucher attraktiver sind. Anleihen sollen das Portfolio schwankungsärmer machen und das Risiko mindern. Deshalb bewerten wir kurze Laufzeiten und geringes Risiko an dieser Stelle positiv. Anlagen in risikoreiche Anleihen, Anleihen mit langer Restlaufzeit sowie Anleihen mit Währungsrisiken belegen wir hingegen mit Abzügen.

Übrige Anlagen (5 Prozent) - Einige Robo-Advisors legen Geld zusätzlich in Rohstoffe oder Immobilien an. Diese Anlageklassen eignen sich aber nicht für alle Verbraucher. Wir bewerten Portfolios mit hoher Allokation in solchen Anlagen (über 10 Prozent) mit 1 Punkt, solche mit geringer Allokation (bis 10 Prozent) mit 2 Punkten. Robo-Advisors, die auf Rohstoffe und Immobilien gänzlich verzichten, erhalten 5 Punkte.

Auswertung Beratungssoftware
An die Anbieter von Beratungssoftware stellen wir weniger strenge Anforderungen. Schließlich unterbreiten sie Verbrauchern lediglich Vorschläge, wie eine passende Geldanlage aussehen könnte. Anschließend ist der Verbraucher in der Pflicht, diese Vorschläge zu kontrollieren und selbst umzusetzen. Wir sehen in diesen Tools vor allem Hilfsmittel für Anleger, die bereits erste Erfahrungen an den Finanzmärkten gesammelt haben und die sich Vorschläge für eine verbesserte Geldanlage holen möchten. Wir untersuchen alle Anbieter, die folgende Kriterien erfüllen:

Kostenlos - Der Service ist für den Verbraucher kostenfrei. Eine zusätzliche, kostenpflichtige Premiumversion ist erlaubt.

Indexfonds - Die Vorschläge zur Geldanlage müssen auf ETFs oder ETF-ähnlichen Produkten basieren.

Individueller Vorschlag - Der Verbraucher muss einen Vorschlag erhalten, für den er mindestens Anlagebetrag und Risikoneigung vorgeben kann.

Übersicht Anbieter Beratungssoftware

Anbieter Zur Untersuchung zugelassen? Ausschlussgrund
1822 Direkt ja  
Comdirect Anlageassistent ja  
DAB Musterportfolios ja  
Diversifikator nein kostenpflichtig
JustETF ja  
Maxblue Anlagefinder ja  
Moneyfilter ja  
Targobank ja  
United Signals nein kein individueller Vorschlag

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016)

Die verbleibenden Kandidaten haben wir in den Kategorien Qualität der Befragung, Transparenz und Anlagestrategie bewertet. Einige Bereiche haben wir noch weiter unterteilt. Dabei bewerten wir wiederum auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 Punkten (sehr gut). Die Ergebnisse haben wir in nachstehender Tabelle aufgelistet.

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Detailauswertung Beratungssoftware

Anbieter Punkte gesamt Platz   Qualität Befragung Transparenz Anlagestrategie    
            Qualität Aktienportfolio Laufzeit und Risiko von Anleihen übrige Anlagen
Gewichtung       30 % 20% 25% 15% 10%
JustETF 4,7 1   5 5 5 5 2
Maxblue (Deutsche Bank) 3,3 2   3 3 4 2 5
Comdirect 3,2 3   3 4 4 2 2
Targobank 3,1 4   3 2 4 2 5
Moneyfilter 2,75 5   3 1 4 3 2
DAB Bank 2,45 6   2 3 3 2 2
1822 direkt 2,1 7   2 2 3 1 2
                 
                 
                 

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. August 2016)

Die Hauptkategorien sind identisch mit der Untersuchung für die Komplettlösungen. Die Punktevergabe und Gewichtung folgt aber anderen Regeln. Die wichtigsten Kriterien für die einzelnen Bereiche sind:

Befragung (30 Prozent) - Die Vorschläge müssen zu den gemachten Angaben passen und individuell anpassbar sein. Wir ziehen Punkte ab, falls der Fragebogen nur eingeschränkten Umfang hat, die Einstellmöglichkeiten beschränkt sind (zum Beispiel kein Tagesgeld bei Sicherheitskomponente) und wenn neben ETFs auch Vorschläge für teure, aktiv gemanagte Fonds möglich sind.

Transparenz (20 Prozent) - Der Verbraucher muss eine Aufteilung seines Anlagebetrages auf die einzelnen Fonds in Prozent, Euro und Stückzahl der Fonds erhalten. Die Gesamtkosten sollten angegeben werden und eventuell zusätzliche Gebühren wie Kaufkosten berücksichtigt werden. Ansonsten gibt es von uns Abzüge.

Qualität des Aktienportfolios (15 Prozent) - Positiv bewerten wir, wenn das Aktienportfolio über entwickelte und Schwellenländer gestreut wird. Auch eine Berücksichtigung des nobelpreisgekrönten Fama-French-Modells, wonach Aktien von kleinen Unternehmen sowie Substanzwerte mehr Rendite versprechen, bewerten wir positiv. Abzüge erhalten Portfolios, die einzelne Regionen wie Deutschland oder Europa deutlich übergewichten.

Laufzeit und Risiko von Anleihen (15 Prozent) - Die Nutzung von Anleihen als Sicherheitskomponente ist die Schwachstelle der meisten Anbieter, da derzeit Tagesgeld und Festgeld für Verbraucher attraktiver sind. Anleihen sollen das Portfolio schwankungsärmer machen und das Risiko mindern. Deshalb bewerten wir kurze Laufzeiten und geringes Risiko an dieser Stelle positiv. Am besten schlagen die Anbieter Tagesgeld als sichere Anlage vor. Anlagen in risikoreiche Anleihen, Anleihen mit langer Restlaufzeit oder Anleihen mit Währungsrisiken belegen wir hingegen mit Abzügen. Zusätzlich gibt es Abzüge, falls der Verbraucher nicht über Laufzeiten und Kreditrisiko von Anleihen informiert wird.

Übrige Anlagen (10 Prozent) - Einige Robo-Advisor-Anbieter investieren in Rohstoffe oder Immobilien. Diese Anlagen eignen sich aber nicht für alle Verbraucher. Wir bewerten Portfolios mit hoher voreingestellter Allokation in solchen Anlagen (mehr als 10 Prozent) mit 1 Punkt, solche mit geringer Allokation (bis 10 Prozent) mit 2 Punkten. Robo-Advisors, die auf Rohstoffe und Immobilen gänzlich verzichten, erhalten 5 Punkte.

Mindestens genauso wichtig wie die von uns gewählten Kriterien sind die Bereiche, die wir nicht untersucht haben. Wir verzichten beispielsweise ausdrücklich auf eine Bewertung der bisherigen erzielten Renditen, da diese für den zukünftigen Verlauf nicht aussagekräftig sind und möglicherweise sogar gegensätzlich sind wie bei Anleihen mit langer Laufzeit. Aufgrund der stark gefallenen Zinsen in den vergangenen Jahren haben Rentenfonds, die auf Anleihen mit langer Laufzeit setzen, hohe Renditen erzielt. Bei steigenden Zinsen drohen dort kurzzeitig sogar Verluste.

Eine weitere Kategorie, die wir nicht extra aufgenommen haben, ist die rechtliche Situation der Anbieter. So verlangen wir beispielsweise nicht explizit, dass ein Beratungsprotokoll ausgestellt werden muss oder dass der Anbieter vollumfänglich haftet. An diesem Punkt möchten wir der jungen Branche noch Zeit geben, die Prozesse zu verbessern. Vielmehr ist es uns wichtig, dass die Verbraucher ordentlich und transparent beraten und nicht durch versteckte oder hohe Gebühren um eine höhere Rendite gebracht werden, wie das bei Beratungsgesprächen mit der Hausbank der Fall sein kann.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.