Verkehrsunfall auf dem Weg von und zur Arbeit

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012

Die Kosten für einen Unfall, der sich auf einer beruflichen Fahrt (Dienstreise, Familienheimfahrt bei doppelter Haushaltsführung) ereignet hat, können vom Arbeitnehmer - abzüglich Erstattungen der Versicherung oder des Arbeitgebers - als Werbungskosten in der Steuererklärung abgesetzt werden. Dies gilt auch für einen Totalschaden. Ersetzt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die durch den Unfall entstandenen Kosten, so können diese nur steuerfrei erstattet werden, wenn sie begrifflich den Reisekosten zugerechnet werden können. Soweit die Kosten für den Unfall nicht vom Arbeitgeber ersetzt werden, kann sie der Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend machen. Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Kfz-Unfall gehören auch dann zu den Werbungskosten, wenn sich der Unfall auf dem Weg von oder zur Arbeit ereignet hat und nicht durch Alkoholeinfluss verursacht worden ist.

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Unfall auf dem Weg zur Arbeit

Durch die Rückkehr zu den Regelungen der (alten) Pendlerpauschale können auch die Kosten für einen Verkehrsunfall auf dem Arbeitsweg als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden. Zu den Kosten zählen - sofern sich der Unfall auf der Fahrt zum Arbeitsplatz oder auf dem Rückweg von der Arbeit zur Wohnung ereignet hat - alle durch den Verkehrsunfall entstandenen Aufwendungen, soweit sie nicht bereits durch den Arbeitgeber, den Unfallgegner oder durch die eigene Versicherung ersetzt werden.

Diese Regelung gilt sogar rückwirkend zum Januar 2007. Die Verwaltungsanweisung des Bundesministerium der Finanzen vom 31. August 2009 stellt dies ausdrücklich klar. Der Unfall muss sich aber auf der Strecke zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte ereignet haben. Machen Sie einen Umweg, um zum Beispiel noch eine Besorgung zu erledigen, wird das Finanzamt Ihnen den Abzug verweigern. Der Unfall muss sich auf der direkten berufsbedingten Strecke ereignet haben.

Unfallkosten, die als Werbungskosten abzugsfähig sind

Die Kosten der Reparatur für das Auto sind selbst dann absetzbar, wenn auf den Erstattungsanspruch von der Versicherung verzichtet wird. Übernimmt eine Vollkaskoversicherung die Reparaturkosten, ist die Selbstbeteiligung absetzbar. Wird das Fahrzeug nicht repariert, kann anstatt der Reparaturkosten eine Wertminderung (Absetzung für außergewöhnliche abnutzung = AfaA nach § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG) geltend gemacht werden. Der Wertverlust ist allerdings nachzuweisen und die AfaA kann nur im Veranlagungszeitraum des Schadeneintritts vorgenommen werden.

Zu den absetzbaren Unfallkosten gehören auch Aufwendungen für die Schadensbeseitigung an anderen Sachgegenständen (Beispiel: mitgeführtes Gepäck oder die zerstörte Kleidung). Außerdem sind zu berücksichtigen: Die Kosten für den Abschleppdienst und für einen Leihwagen (angemessener Mietwagen), solange das eigene Fahrzeug sich in der Werkstatt befindet sowie eventuell zu tragende Kosten für den Sachverständigen. Je nach Sachlage können hierzu auch die Kosten für einen Anwalt oder Gerichtsgebühren hinzukommen. Wenn nachweisbar ein Kredit für die Bezahlung der Werkstattrechnung aufgenommen werden muss, so können auch die Zinsen als Unfallkosten steuerlich abzugsfähig werden. Bei einem Totalschaden gehört der Restwert des eigenen Fahrzeugs vor dem Unfall abzüglich einem eventuellen Schrotterlös zu den Aufwendungen.

Zusammenfassende Checkliste für Unfallkosten in der Steuererklärung

Sofern ein Umweg aus privaten Gründen genommen wurde oder wenn der Fahrer grob fahrlässig gehandelt hat, zum Beispiel alkoholisiert war und das Finanzamt hiervon Kenntnis hat, ist der Abzug als Werbungskosten zu versagen. Beachten Sie, dass sie die Kosten auch im richtigen Jahr der Steuererklärung bei der Einkommensteuer absetzen. Denn Unfallschäden bzw. Sachschäden an Gegenständen, die für die Erzielung steuerpflichtiger Einkünfte (zum Beispiel Arbeitseinkünfte und Vermietungseinkünfte) genutzt werden, müssen unbedingt bereits im Jahr des Schadensereignisses steuerlich angesetzt werden. Das gilt selbst dann, wenn Sie sich noch nicht mit der Versicherung oder dem Unfallverursacher über den Schadenersatz streiten.

Der Unfall muss also auf der direkten bzw. der üblichen Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eingetreten sein. Das polizeiliche Aufnahmeprotokoll ist dabei ein sicheres Beweismittel. Bei dem Arbeitsweg braucht es sich entfernungsmäßig nicht um die kürzeste Strecke zu handeln. Die gefahrene Strecke muss aber im Vergleich zur kürzesten Strecke verkehrsgünstiger sein. So kann eine gut ausgebaute Umgehungsstraße durchaus verkehrsgünstiger sein. Ein anderer Umweg ist schädlich für die Einkommensteuer, es sei denn, es werden Arbeitskollegen (z.B. Mitfahrgemeinschaft) mitgenommen oder eine Tankstelle aufgesucht. Die selbst getragenen Reparaturkosten sind als Werbungskosten absetzbar bei der Einkommensteuer. , eine unfallbedingte Wertminderung wird nicht zugelassen. Eine von der Versicherung vorgenommene Entschädigungen ist selbstverständlich gegenzurechnen.

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Höhe der Werbungskosten bei Nichtreparatur nach Unfallschaden

Ein Unfall mit dem Auto auf dem Weg von oder zur Arbeit erlaubt in der Regel den Abzug der entstandenen Kosten als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Doch wie hoch bemisst sich der Wert, wenn das Auto nicht mehr repariert wird und somit nach dem Unfall ohne Reparatur vom Steuerpflichtigen verkauft wird?

Mit dem Urteil vom 21.08.2012 - VII R 33/09 hat der BFH entschieden, dass sich der als Werbungskosten abziehbare Betrag nach der Differenz zwischen dem rechnerisch ermittelten fiktiven Buchwert vor dem Unfall und dem Veräußerungserlös berechnet. Dies gilt in den Fällen, wenn ein nichtselbständig tätiger Steuerpflichtiger mit seinem privaten PKW auf einer Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einen Unfall erleidet und er das Unfallfahrzeug in nicht repariertem Zustand anschließend verkauft.

Der BFH hat damit die Auffassung des Finanzamts und des Finanzgerichts bestätigt, dass für die Berechnung des als Werbungskosten abziehbaren Substanzschadens (bei unterbliebener Reparatur) nicht vom Zeitwert des Fahrzeugs vor dem Unfall, sondern von den um fiktive Absetzungen für Abnutzung geminderten Anschaffungskosten (fiktiver Buchwert) auszugehen ist. Nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 EStG sind Absetzungen für Abnutzung (AfA) und für Substanzverringerung sowie erhöhte Absetzungen Werbungskosten. Die Vorschrift verweist in vollem Umfang auf die Vorschrift über Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung in § 7 EStG. Nach der Systematik des § 7 EStG war im Streitfall eine Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung gegeben, für deren Bewertung vom Buchwert auszugehen ist.

Hierzu ein Beispiel vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.: Autofahrer kommen mit dem Abzug als Werbungskosten nicht zum Ziel, wenn deren ehemals neu gekaufter Pkw bei Eintritt des Unfalles älter als acht Jahre ist und nicht mehr repariert wird. Beträgt der Zeitwert des Autos vor dem Unfall z. B. 11.000 Euro und nach dem Unfall 3.000 Euro, ist der Schaden in Höhe des Differenzbetrages von 8.000 Euro nicht absetzungsfähig. Steuerlich wirksam ist nur der Buchwert, der nach Ablauf der vorgeschriebenen Nutzungsdauer von acht Jahren 0 Euro beträgt.
Für Arbeitnehmer, die ein gebrauchtes Auto gekauft haben, sieht es etwas günstiger aus. Ist es bei Kauf z. B. acht Jahre alt und passiert der Unfall zwei Jahre nach Kauf, ist wie folgt zu rechnen: Der Kaufpreis von z. B. 12.000 Euro ist auf die geschätzte Restnutzungsdauer zu verteilen. Ist wegen des Alters, des Zustandes und der Jahreslaufleistung des Pkw eine verbleibende Nutzungsdauer von drei Jahren anzunehmen, so existiert bei Eintritt des Unfalles noch ein Drittel des Kaufpreises als Rest- oder Buchwert. Von diesem Buchwert (4.000 Euro) ist der zu erzielende Verkaufserlös für das Schrottauto (z. B. 1.000 Euro) abzuziehen und die Differenz (im Beispiel 3.000 Euro) steuerlich abzugsfähig.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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