Einkommensteuererklärung

Das bringt eine gemeinsame Steuererklärung für Paare

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht dauernd getrennt lebende einkommensteuerpflichtige Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen.
  • Entscheiden sich Partner für die Zusammenveranlagung, gilt für sie die Splittingtabelle. Das bedeutet meistens einen erheblichen Steuervorteil gegenüber der Einzelveranlagung.
  • Je größer die Einkommensdifferenz der Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.
  • Auch wer als „nicht dauernd getrennt lebend“ eingestuft ist, muss nicht den gleichen Wohnsitz haben – die Formulierung bezieht sich vielmehr auf Partner, die in Scheidung leben.
  • „Dauernd getrennt“ lebende Steuerpflichtige können für das Jahr der Trennung ebenfalls die Splittingtabelle anwenden. Das gilt auch für Verwitwete bis zu dem Kalenderjahr, das dem Todesjahr des Partners folgt.
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Durch das Ehegattensplitting können verheiratete oder verpartnerte Steuerzahler ihre Zahlungen an den Fiskus deutlich reduzieren. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können zwischen verschiedenen Veranlagungsarten wählen. Seit 2013 gibt es vier Veranlagungsvarianten:  

  • Einzelveranlagung mit Grundtarif
  • Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting
  • Sondersplitting im Trennungsjahr
  • Verwitwetensplitting

Die Voraussetzungen für die gemeinsame Veranlagung

Gemäß § 26 Abs. 1 EStG können Ehegatten, die beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen. Diese Regelung gilt auch für eingetragene Lebenspartner. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 7.5.2013 (Az. 2 BvR 909/06) entschieden.  

„Nicht dauernd getrennt lebend“ bedeutet nicht, dass die Eheleute oder eingetragenen Partner den gleichen im Melderegister eingetragenen Wohnsitz haben müssen. Beispielsweise kann einer der Partner aus beruflichen Gründen einen anderen Wohnsitz haben.  

Entscheiden sich die Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner für die Zusammenveranlagung zur Einkommensteuer, gilt für sie die Splittingtabelle. Den Splittingtarif gemäß Splittingtabelle können außerdem anwenden:

  • Getrennt lebende Steuerpflichtige im Jahr der Trennung
  • Verwitwete bis zu dem Kalenderjahr, das dem Todesjahr des Partners folgt

Berechnung der Steuerschuld mithilfe der Splittingtabelle

Haben Sie sich für die Zusammenveranlagung entschieden, erfolgt die Berechnung der Einkommensteuer nach dem Splittingverfahren auf der Grundlage von § 26b und § 32a EStG unter Heranziehung der Splittingtabelle.  

Sie berechnen Ihre Steuerschuld, indem Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen mit dem Ihres Gatten oder eingetragenen Lebenspartners zusammenrechnen und die Summe durch zwei teilen. Aus diesem Betrag ergibt sich gemäß § 32a EStG die Höhe der Einkommensteuer, die anschließend mit Zwei multipliziert wird.  

In den meisten Fällen führt die Zusammenveranlagung nach der Splittingtabelle dazu, dass die zu zahlende Einkommensteuer niedriger ist als bei Einzelveranlagung. Der Grund hierfür ist die Steuerprogression: Mit der Höhe der Einkünfte steigt die Einkommensteuerlast nicht linear, sondern überproportional.

Wann sich die gemeinsame Veranlagung richtig lohnt

Je größer die Differenz beim Lohn oder Gehalt der Ehepartner oder eingetragenen Partner, desto höher ist der finanzielle Vorteil, der sich aus einer gemeinsamen Veranlagung in der Einkommensteuererklärung im Vergleich zur Einzelveranlagung ergibt.

Besonders lukrativ ist die einkommensteuerliche Zusammenveranlagung, wenn ein Partner ein sehr hohes Einkommen hat, der andere aber über gar kein Einkommen verfügt.

Übrigens können Sie die Zusammenveranlagung für das gesamte Jahr machen, in dem Sie heiraten oder Ihre Partnerschaft eintragen lassen. Beispiel: Sie heiraten am 31. Dezember 2014. Damit können Sie mit Ihrem Partner für das gesamte Jahr 2014 die Zusammenveranlagung wählen und – je nach Einkommen – Ihre Einkommensteuerschuld dank Splitting unter Umständen deutlich senken.

Splittingtabelle und Einkommensteuerrechner des BMF

Zusammen veranlagte Partner können ihre zu zahlende Einkommensteuer aus der Splittingtabelle des Bundesfinanzministeriums (BMF) ablesen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie vorher Ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt haben, das nicht mit dem Bruttoeinkommen übereinstimmt.  

Einen ähnlichen Service bietet der Einkommensteuerrechner des Ministeriums. Auch er kann aber nur Anhaltspunkte für Ihre Steuerschuld geben. Denn Schwierigkeiten bei der Berechnung macht vor allem die Bestimmung des zu versteuernden Einkommens.  

Bei Einzelveranlagung erfolgt die Berechnung der Einkommensteuer nach der Einkommensteuer-Grundtabelle, bei Zusammenveranlagung nach der Einkommensteuer-Splittingtabelle.  

Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich von Grundtabelle und Splittingtabelle für verschiedene zu versteuernde Einkommen:  

Zu versteuerndes Einkommen Grundtabelle Splittingtabelle
10.000 € 256 € 0 €
20.000 € 2.634 € 512 €
30.000 € 5.558 € 2.686 €
40.000 € 8.940 € 5.286 €
50.000 € 12.780 € 8.078 €
60.000 € 16.961 € 11.116 €
70.000 € 21.161 € 14.384 €
80.000 € 29.361 € 17.880 €

Quelle: Grundtabelle und Splittingtabelle des BMF

Ein Alleinstehender, der ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 Euro hat, wird einzeln veranlagt und zahlt 12.780 Euro Einkommensteuer. Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner zahlen bei Zusammenveranlagung und einem gemeinsamen Einkommen von 50.000 Euro nur 8.078 Euro Einkommensteuer – und damit 4.702 Euro weniger.

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So viel kann das Ehegattensplitting bringen

Die folgenden Beispiele verdeutlichen den finanziellen Vorteil, der sich bei unterschiedlich hohen Einkommen von Partnern auf Grund von Zusammenveranlagung gegenüber Einzelveranlagung ergibt:  

Grundtabelle                 Splittingtabelle Vorteil
(Einzelveranlagung)                 (Zusammenveranlagung) Splittingtabelle
zvE* 1 Steuer 1   zvE* 2   Steuer 2   Steuer gesamt      
30.000 € 5.558 €   30.000 €   5.558 €   11.116 €   11.116 € 0 €
40.000 € 8.940 €   20.000 €   2.634 €   11.574 €   11.116 € 458 €
50.000 € 12.780 €   10.000 €   256 €   13.036 €   11.116 € 1.920 €
60.000 € 16.961 €   0 €   0 €   16.961 €   11.116 € 5.845 €

* zvE = zu versteuerndes Einkommen
Quelle: Grundtabelle und Splittingtabelle des BMF, eigene Berechnung 

Die Tabelle verdeutlicht, dass die Zusammenveranlagung für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner besonders vorteilhaft ist, wenn die Einkommensunterschiede zwischen ihnen besonders groß sind.

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