Kinder in der Privathaftpflicht

Im Familientarif sind Kinder kostenlos mitversichert

Das Wichtigste in Kürze

  • In einer Familienhaftpflichtversicherung sind Kinder bis zum Ende von Ausbildung oder Studium mitversichert, solange sie noch nicht regulär gearbeitet haben.
  • Kinder bis sieben Jahre sind nicht schuldfähig. Eltern müssen daher nicht für entstandene Schäden haften.
  • Viele Versicherungen bieten auch Tarife an, die Schäden durch schuldunfähige Kinder abdecken.

Manchmal geht es ganz schnell: Ein Moment der Unachtsamkeit, und schon haben Sie einen Unfall verursacht, der Ihre finanzielle Existenz bedroht. Und falls Sie Nachwuchs haben, ist diese Gefahr noch größer: Kinder verursachen eher einen Schaden als Erwachsene, weil sie die Konsequenzen ihrer Handlungen nicht immer überblicken können. Eine Haftpflichtversicherung, die für die finanziellen Folgen solcher Unglücke aufkommt, sollte daher jeder haben.

Während der Schulzeit und der ersten beruflichen Ausbildung schließt eine Familienhaftpflichtversicherung neben minderjährigen auch erwachsene Kinder ein – sogar wenn der Nachwuchs nicht mehr zu Hause wohnt. Als erste berufliche Ausbildung gelten Lehre und Studium, die ohne Unterbrechung aufeinander folgen. Wer nach dem Bachelor direkt einen Master macht, ist ebenfalls abgesichert.

Auch in der Wartephase nach der Schule schützt die private Haftpflicht ein Jahr lang. Falls das Kind nach der Lehre bereits erwerbstätig war und dann noch einmal ein Studium oder eine Lehre aufnimmt, muss es sich allerdings selbst versichern. Das gilt in der Regel auch, sobald es heiratet.

Wann Kinder mitversichert sind

mitversichert nicht mitversichert
erste Lehre oder erstes Studium (Bachelor und Master ohne Unterbrechung) sobald Kinder erwerbstätig sind
ein Studium unmittelbar nach der Lehre eine Lehre nach einem Studium
Lehre/Studium nach einer abgebrochenen Ausbildung zweite Lehre/zweites Studium
Wartezeit nach der Schule bis ein Jahr Referendarzeit
Bundesfreiwilligendienst (vor und nach der Ausbildung) Berufs- und Zeitsoldaten (auch nicht in der Ausbildung danach)
  verheiratete Kinder

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 19. Mai 2016)

Falls Eltern ihre erwachsenen Kinder auch nach der ersten Berufsausbildung für eine befristete Zeit weiter mitversichern möchten, gibt es bei guten Haftpflichtversicherungen entsprechende Tarifangebote.

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Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Kleine Kinder haften nicht

Erst mit sieben Jahren gelten Kinder vor dem Gesetz als delikt- beziehungsweise schuldfähig, im Straßenverkehr sogar erst mit zehn Jahren. Das bedeutet, dass Eltern für kleine Kinder nicht haften müssen, wenn diese einen Schaden verursachen. Schießt ein sechsjähriger Junge einen Fußball durch die Fensterscheibe der Nachbarn, ist er schuldunfähig. Die private Haftpflichtversicherung, in der das Kind mitversichert ist, muss für den Schaden nicht aufkommen.

Eine Ausnahme gibt es: Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt, springt die Versicherung ein.

Aufsichtspflicht

Bei der Frage, wann genau Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzen, kommt es auf den Einzelfall an – das genaue Alter und die Reife des Kindes sind ausschlaggebend. Als Faustformel gilt laut dem Bundesgerichtshof (Urteil vom 24. März 2009, Az. VI ZR 51/08): Ist das Kind jünger als vier Jahre, muss es so beaufsichtigt werden, dass Eltern jederzeit eingreifen können. Eltern müssen Kinder bis sieben Jahre alle 15 bis 30 Minuten kontrollieren. Ältere Jungen und Mädchen dürfen auch über einen längeren Zeitraum unbeobachtet sein, die Eltern sollten aber ungefähr wissen, wo sich der Nachwuchs aufhält. Bei einer Sechsjährigen haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt, wenn sie zu weit von dem Mädchen entfernt sind, um es daran zu hindern, ein Auto zu zerkratzen. In diesem Fall haften die Eltern für ihr Kind, und die Haftpflichtversicherung muss den Schaden am Auto ersetzen.

Damit die Versicherung trotzdem zahlt

Kleine Unfälle mit Kindern passieren meist im privaten Umfeld, also bei Nachbarn oder Verwandten. Da Eltern sich diesen Menschen meist persönlich verpflichtet fühlen, möchten viele die vom Nachwuchs verursachten Schäden ersetzen, auch wenn sie das eigentlich nicht müssten. Dafür eignen sich Haftpflichtpolicen, die auch Schäden von schuldunfähigen Kindern ersetzen. Allerdings ist die Deckungssumme meist recht niedrig. Wählen Sie daher einen Tarif, der Schäden mindestens bis zu einer Höhe von 30.000 Euro ersetzt.

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.