Gesetzliche Krankenkasse

So bekommen Sie Krankengeld

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie als gesetzlich Versicherter krankgeschrieben werden, zahlt Ihr Arbeitgeber sechs Wochen lang das normale Gehalt weiter. Danach springt die Krankenkasse ein.
  • Das Krankengeld, das Sie von der gesetzlichen Krankenkasse bekommen, ist deutlich geringer als Ihr letztes Gehalt.
  • Bis zu 78 Wochen lang erhalten Sie Krankengeld wegen desselben Leidens. Nach drei Jahren beginnt die 78-Wochen-Frist neu.
  • Sollte Ihre Krankenkasse die Zahlung von Ersatzleistungen ablehnen, wenden Sie sich an Experten wie die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Sie kostenlos beraten und unterstützen.
  • Drei Monate, bevor das Krankengeld ausläuft, kontaktieren Sie unbedingt die Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit und eventuell Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung, um Ihre zukünftige finanzielle Situation zu klären.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Krankengeld sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Komplizierter Beinbruch, Autounfall oder eine schwere Infektion: Solche Erkrankungen sind häufig mit einem Aufenthalt im Krankenhaus und längeren Ausfallzeiten am Arbeitsplatz verbunden. Die gute Nachricht ist, dass Sie sich als Arbeitnehmer um Ihre Finanzen erst einmal keine Sorgen machen müssen. Sie können in Ruhe gesund werden. Wer krankgeschrieben ist, bekommt zunächst seinen vollen Lohn vom Arbeitgeber weiter – sechs Wochen lang. Nach dieser Zeit gibt es von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) Krankengeld. Jedoch ist dieses deutlich weniger als Ihr Gehalt. Im Jahr 2014 wurde laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes mehr als 1,8 Millionen gesetzlich Versicherten Krankengeld gezahlt.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Krankengeld können Sie bekommen, wenn Sie gesetzlich versichert sind und einen Anspruch auf Krankengeld haben. Das trifft vor allem auf pflichtversicherte Arbeitnehmer (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V) in folgenden Fällen zu:

  • Sie werden stationär in einem Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung behandelt, ohne dass Sie von Ihrem Arbeitgeber weiterhin Ihr Gehalt beziehen.
  • Sie sind arbeitsunfähig erkrankt, von einem Arzt krankgeschrieben und Ihr Arbeitgeber zahlt kein Entgelt nach Paragraf 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) mehr.

Für diejenigen, die Arbeitslosengeld I (ALG I) bekommen, gelten dieselben Regeln wie für Arbeitnehmer. Die Agentur für Arbeit zahlt während der ersten sechs Wochen nach Krankschreibung das Arbeitslosengeld weiter. Danach übernimmt die Krankenkasse mit dem Krankengeld.

Kein Anspruch auf Krankengeld - Ehegatten und Kinder, die in der gesetzlichen Familienversicherung mitversichert sind, haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Auch pflichtversicherte Praktikanten, Studenten und Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) kommen nicht in den Genuss. Wer ALG II bezieht, erhält weiterhin die Grundsicherung. Ihr Anspruch kann während eines bestimmten Zeitraums ruhen und später wieder aufgenommen werden, beispielsweise wenn Sie sich in Elternzeit befinden und Elterngeld beziehen.

Sonderfall: Selbstständig in der GKV - Sind Sie als Selbstständiger in der gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert, müssen Sie sich eigenständig darum kümmern, dass Sie im Krankheitsfall abgesichert sind. Sie haben dabei vier Möglichkeiten:

  • Sie zahlen bei der GKV einen ermäßigten Beitrag von 14,0 Prozent und den kassenindividuellen Zusatzbeitrag von derzeit durchschnittlich 1,1 Prozent. Sie erhalten kein Krankengeld. Das ist der Regelfall.
  • Sie zahlen den normalen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens und den kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Sie erhalten Krankengeld wie ein Arbeitnehmer ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Sie müssen ausdrücklich gegenüber Ihrer Kasse erklären, dass Sie diesen Basisschutz wünschen.
  • Sie haben bei Ihrer Kasse einen Wahltarif mit Krankengeldanspruch abgeschlossen und ergänzen dadurch den Basisschutz. Ab wann und in welcher Höhe Sie Geld bekommen, hängt davon ab, was Sie mit Ihrer Krankenkasse konkret vereinbart haben.
  • Sie schließen eine private Krankentagegeldversicherung ab. Wann sich eher das gesetzliche Krankengeld oder das private Krankentagegeld rechnet, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Krankentagegeld".

Krankschreibung ohne Unterbrechung

Der Anspruch auf Krankengeld beginnt mit dem Tag, an dem Ihr Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat (§ 46 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Um Ihren Anspruch auf Krankengeld zu erhalten, muss Ihr Arzt Sie ohne Unterbrechung erneut krankschreiben, und zwar spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit. Samstage gelten in dem Zusammenhang nicht als Werktage.

Endet Ihre Krankschreibung zum Beispiel an einem Dienstag, müssen Sie spätestens am darauffolgenden Mittwoch erneut zum Arzt gehen. Sonst entsteht eine Anspruchslücke, und die Krankenkasse kann die Zahlung einstellen.

Die Krankschreibungen müssen sich aber nicht mehr wie früher überlappen. Diese Verbesserung für die Patienten durch das Versorgungsstärkungsgesetz gilt seit 1. Januar 2016. Dadurch werden künftig weniger Menschen ihren Anspruch auf Krankengeld wegen formaler Fehler verlieren. Achtung: Ihr Arzt kann Sie nicht rückwirkend krankschreiben.

So erhalten Sie Krankengeld

Sie müssen für die Zahlung des Krankengelds keinen gesonderten Antrag stellen. Ihre Krankenkasse wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen und die weitere Vorgehensweise abstimmen. So ist der übliche Ablauf:

Verdienstbescheinigung - Ihre Krankenkasse schickt zum Ende der sechs Wochen Lohnfortzahlung einen Vordruck für Ihre Verdienstbescheinigung an Ihren Arbeitgeber. Der ist verpflichtet, das ausgefüllte Formular wieder an Ihre Kasse zurückzuschicken. Er muss dabei alle notwendigen Angaben machen, damit das Krankengeld berechnet werden kann.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - Für Krankschreibungen gibt es seit 2016 nur noch ein Formular. Der bisherige Auszahlschein zum Bezug von Krankengeld ist nicht mehr nötig. Er wurde in die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung integriert. Auf dem neuen Muster bescheinigen Vertragsärzte dann sowohl eine Arbeitsunfähigkeit während der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber als auch während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse. Patienten erhalten einen Durchschlag der Krankschreibung für ihre Unterlagen. Dieser enthält den Hinweis, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist. Zudem gibt es eine Ausfertigung für den Arbeitgeber und eine für die Krankenkasse.

Versand per Einschreiben mit Rückschein - Um zu verhindern, dass Ihre Krankenkasse behauptet, Ihr Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sei nie angekommen, empfehlen wir Ihnen, das Dokument als Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Das ist zwar etwas teurer als ein normaler Brief, Sie haben aber auf jeden Fall einen Beleg dafür, dass Ihre Kasse die Bescheinigung auch erhalten hat.

Prüfung und Auszahlung - Sie bekommen das Krankengeld, sobald Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht haben und die Kasse sie geprüft hat. Das Krankengeld wird immer rückwirkend bis zum ersten Tag der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit gezahlt.

Information an Ihren Arbeitgeber - Vergessen Sie nicht, den Arbeitgeber über Ihre Lage zu informieren. Auch wenn er keine Lohnfortzahlung mehr zahlen muss, muss er wissen, ob und wann Sie wieder arbeitsfähig sind. Sollten Sie arbeitslos sein und ALG I beziehen, informieren Sie die Agentur für Arbeit.

Achtung

Wenn Ihr Arzt offenlässt, wie lange Sie arbeitsunfähig sein werden

Auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung befindet sich ein Feld, in das der Arzt eintragen muss, wie lange Sie voraussichtlich arbeitsunfähig sein werden. Die Arbeitsunfähigkeit wird in der Regel nicht für mehr als zwei Wochen bescheinigt; in besonderen Fällen kann ein Patient bis zur Dauer von einem Monat krankgeschrieben werden. Ist das Ende der Krankheit noch nicht absehbar, lassen manche Mediziner dieses Feld frei, andere schreiben „bis auf Weiteres“ hinein.

Das Bundessozialgericht hat dazu entschieden, dass bei einer Krankschreibung „bis auf Weiteres“ die Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld nicht einfach einstellen darf. Denn es gibt keine Regel, wonach krankenversicherte Personen in regelmäßigen Abständen erneuerte Bescheinigungen vorlegen müssen. Im konkreten Fall war es daher unzulässig, dass die Kasse die Auszahlung gestoppt hatte (BSG, Urteil vom 10. Mai 2012, Az. B 1 KR 20/11 R, LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 16. April 2015, Az. L5 KR 254/14).

So viel Geld steht Ihnen zu

Tipp

Krankengeldrechner

Einige Krankenkassen bieten Ihnen im Internet einen Krankengeldrechner, mit dem Sie die Höhe Ihres Krankengelds berechnen können, wie zum Beispiel die TK.

Die Höhe des Krankengelds ist gesetzlich vorgeschrieben: Es beträgt 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes (§ 47 SGB V). Der geringere dieser beiden Werte wird um die Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Sozialversicherung gekürzt. Dabei werden die entsprechenden Beiträge direkt von den Zahlungen abgezogen. Den Restbetrag bekommen Sie dann als Krankengeld ausgezahlt.

Beispiel eins: Berechnung des Krankengelds

Herr A verdient laut seiner letzten Gehaltsabrechnung 3.000 Euro brutto. Er ist unverheiratet, 34 Jahre alt und hat keine Kinder. Sein monatlicher Nettoverdienst beläuft sich auf 1.887,39 Euro. Dabei ist ein kassenindividueller Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent bereits berücksichtigt.

Beispiel für eine Krankengeldberechnung im Jahr 2017

Berechnungsgrundlage Betrag in Euro
monatliches Bruttogehalt 3.000
monatliches Nettogehalt (Lohnsteuerklasse 1, keine Kinder) 1.887,39
70% des Bruttogehalts 2.100
90% des Nettogehalts 1.698,65
monatliches Krankengeld brutto 1.698,65
abzüglich Anteil Rentenversicherung (9,35%) 158,82
abzüglich Anteil Arbeitslosenversicherung (1,5%) 25,48
abzüglich Anteil Pflegeversicherung (1,275%) 21,66
Zuschlag für Kinderlose (0,25% von 80% des Bruttoarbeitsentgelts) 7,50
monatliches Krankengeld netto 1.485,19
tägliches Krankengeld brutto 56,62
tägliches Krankengeld netto 49,51
Differenz zum Nettoeinkommen 402,20

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 3. Februar 2017)

Zu Ihrem Brutto- oder Nettoverdienst wird einmalig gezahltes Arbeitsentgelt hinzugerechnet (§ 47 Abs. 2 Satz 6 SGB V). Das heißt: Weihnachts- und Urlaubsgeld werden zu Ihren Gunsten berücksichtigt.

Grundsätzlich gilt jedoch ein Höchstbetrag, der sich aus der Beitragsbemessungsgrenze ergibt. Er liegt 2017 bei 101,50 Euro pro Tag (4.350 € : 30 Tage), das sind im Monat 3.045 Euro brutto und nach Abzug der Sozialversicherungsabgaben 2.671,23 Euro netto (§ 47 Abs. 6 SGB V).

Beispiel zwei: Krankengeld übersteigt Höchstbetrag

Frau B erhält monatlich laut der letzten Gehaltsabrechnung 5.000 Euro brutto und 3.500 Euro netto. Nach dem Auslaufen der Lohnfortzahlung macht sie ihren Anspruch auf Krankengeld geltend.

Beispiel für eine Krankengeldberechnung mit Höchstbetrag im Jahr 2017

Berechnungsgrundlage Betrag in Euro
Beitragsbemessungsgrenze 2017 4.350
monatlicher Bruttoverdienst 5.000
monatlicher Nettoverdienst 3.500
70 % vom Bruttoverdienst 3.500
90 % vom Nettoverdienst 3.150
70% der Beitragsbemessungsgrenze 3.045
monatliches Krankengeld brutto 3.045
tägliches Krankengeld brutto 101,50
monatliches Krankengeld netto 2.665,79
tägliches Krankengeld netto 88,86
Differenz zum Nettoeinkommen 834,21

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 3. Februar 2017)

Die Höhe des Krankengelds beschränkt der Gesetzgeber in diesem Beispiel auf den Höchstbetrag. Davon sind noch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abzuziehen. 1,525 Prozent werden an die Pflegeversicherung abgeführt (inklusive Kinderlosenzuschlag), 1,5 Prozent an die Arbeitslosenversicherung und 9,35 Prozent an die Rentenversicherung. Während jemand Krankengeld bezieht, entfallen die Beiträge zur Krankenversicherung. Das ausgezahlte höchstmögliche Krankengeld beläuft sich somit auf 2.665,79 Euro netto. Frau B erhält also über 800 Euro weniger als ihr letztes Nettogehalt. Die Lücke zwischen Nettogehalt und Krankengeld könnte sie durch eine private Krankentagegeldversicherung schließen.

  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Krankengeld sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

So lange können Sie Leistungen beziehen

Tipp

Zuschuss des Arbeitgebers

Einige Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss zum Krankengeld. Dieser gleicht die Differenz zum Nettoarbeitsentgelt aus. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob er eine solche Regelung anbietet.

Grundsätzlich gilt, dass das Krankengeld wegen derselben Erkrankung erst einmal relativ lange läuft – nämlich 78 Wochen oder 19,5 Monate lang innerhalb von drei Jahren (§ 48 SGB V). Dabei müssen Sie nicht am Stück krankgeschrieben sein. Die Zeiträume werden addiert. Entscheidend ist, dass die Arbeitsunfähigkeit auf demselben, medizinisch nicht ausgeheilten Leiden beruht. Sind Sie bereits krankgeschrieben und es tritt eine weitere Erkrankung hinzu, wird die Leistungsdauer von 78 Wochen nicht verlängert (§ 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V).

Der Anspruch auf Krankengeld ruht, solange und soweit der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt tatsächlich fortzahlt oder Arbeitslosengeld gezahlt wird - also in der Regel während der ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit (§ 49 Abs. 1 Nr. 1 SGB V, § 146 Abs. 1 Satz 1 SGB III). Das Krankengeld ruht auch während der Elternzeit. Während der Anspruch auf Krankengeld ruht, zahlt die Krankenkasse kein  Krankengeld. Die Leistungsdauer verkürzt sich entsprechend. In der Regel gibt es deshalb nach den sechs Wochen Entgeltfortzahlung noch bis zu 72 Wochen Krankengeld.

Hat ein neuer Dreijahreszeitraum begonnen und bei Ihnen tritt dasselbe Leiden wieder auf, wegen dem Sie bereits einmal 78 Wochen arbeitsunfähig waren, beginnt der Anspruch auf Krankengeld von vorne. Dazu müssen Sie aber weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse und entweder sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder arbeitssuchend sein. Und in der Zwischenzeit darf Sie für mindestens sechs Monate kein Arzt wegen dieser einen speziellen Erkrankung krankgeschrieben haben.

Krankengeld ist steuerfrei

Auf das Krankengeld müssen Sie keine Steuern zahlen. Es unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Dadurch wird das Krankengeld zum versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Der somit ermittelte höhere Steuersatz wird auf das zu versteuernde Einkommen angewandt. Durch diese Vorgehensweise vermeidet der Fiskus, dass Versicherte, die Krankengeld bezogen haben, einen geringeren Steuersatz haben als Versicherte, die kein Krankengeld bekommen haben.

Community

Haben Sie eine Frage zum Krankengeld? Stellen Sie sie in der Finanztip Community!

Wenn die Krankenkasse kein Krankengeld zahlen will

Obwohl es Ihr gutes Recht ist, Krankengeld zu beziehen, kann es in sehr seltenen Fällen vorkommen, dass sich Ihre Kasse querstellt. Zum Beispiel, weil sie der Auffassung ist, dass Sie längst wieder gesund sind und arbeiten können. Dennoch darf die Krankenkasse die Lohnersatz-Zahlungen nicht einfach so streichen. Sie muss eigene Ermittlungen anstellen, um ihre Behauptungen zu beweisen. Dazu gehören in der Regel die Befragung der behandelnden Ärzte und eine medizinische Untersuchung. Die Kasse darf sich dabei nicht allein auf eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen berufen (Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 18. Oktober 2007, Az. L 8 KR 228/06).

Sollten Sie Schwierigkeiten mit Ihrer Krankenkasse haben, weil sie den Krankengeldanspruch ablehnt oder Sie zu Reha-Maßnahmen auf Kosten der Rentenversicherung drängt, lassen Sie sich unbedingt beraten und unterstützen. Sie können sich dazu zum Beispiel kostenlos an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden.

Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Leistungen meist gleich

  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Anbieter:

  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Krankengeld sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wenn der Krankengeldanspruch ausläuft

Sind Sie auch nach der 78. Woche der Krankengeldzahlung – dem Ende des Krankengelds – nicht arbeitsfähig, deutet vieles auf eine Erwerbsunfähigkeit hin. Sie haben eventuell Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

Ihre Krankenkasse fordert Sie dazu spätestens drei Monate vor dem Auslaufen des Krankengelds auf, einen Antrag auf eine medizinische Reha zu stellen. Daraufhin wird geprüft, ob eine erneute Reha-Maßnahme Ihre Arbeitsfähigkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten wieder herstellen kann. Ist dies nicht zu erwarten, wird der Antrag auf Reha in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgewandelt. Melden Sie sich spätestens drei Monate vor Ablauf des Krankengelds bei der Agentur für Arbeit, denn Sie haben Anspruch auf ALG I (§ 145 SBG III), während die Deutsche Rentenversicherung Ihren Antrag prüft.

Tipp

Rechtzeitig Berufsunfähigkeit beantragen

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, sollten Sie frühzeitig während des Bezugs von Krankengeld einen Leistungsantrag bei Ihrer Versicherung stellen. Denn die Entscheidung über Ihren Antrag dauert meist mehrere Monate. Sie können parallel Krankengeld und BU-Rente erhalten. Diese schließen sich nicht gegenseitig aus.

Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Staatliche Rente reicht nicht aus

  • Versichern Sie eine ausreichend hohe Rente.
  • Achten Sie auf die Leistung nicht auf den Preis.
  • Wer Gesundheitsfragen falsch beantwortet, bekommt womöglich keine Leistung.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Makler:

Sollen wir Sie
zum Thema Krankengeld
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Gesamte Diskussion anzeigen - Anmelden oder registrieren, um an der Diskussion teilzunehmen.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter britta.schoen@finanztip.de.