Fondsgebundene Lebensversicherung

So funktionieren Fondspolicen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine fondsgebundene Lebensversicherung verbindet eine Fondsanlage mit einer Risikolebensversicherung.
  • Die Renditechancen sind größer als bei einer klassischen Lebensversicherung, zugleich ist aber das Risiko höher.
  • Die Abschluss- und Verwaltungskosten sind meist sehr hoch und fressen Steuervorteile oft auf.
  • Es ist besser, eine Risikolebensversicherung getrennt von einem Sparprodukt abzuschließen.
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Es steht nicht sehr gut um die klassische Lebensversicherung. Anhaltend niedrige Zinsen haben noch mehr zu schlechter Presse über das Anlageprodukt geführt. Immer weniger Menschen schließen einen neuen Vertrag ab. Stattdessen steigt die Zahl der Verträge von fondsgebundenen Lebensversicherungen, die stärker in Aktienfonds investieren und damit höhere Renditechancen versprechen. Zusätzlich lockt die fondsgebundene Lebensversicherung mit Steuervorteilen gegenüber einem normalen Aktienkauf.

Laut dem europäischen Versicherungsverband Insurance Europe lag der Marktanteil der Fondspolicen in Deutschland 2015 bereits bei gut 16 Prozent. Für Versicherungen ein gutes Geschäft: Das Risiko der schwankenden Aktienkurse trägt der Kunde allein.

Investition in Aktien

Die fondsgebundene Lebensversicherung ist eine Kombination einer Fondsanlage mit einer Risikolebensversicherung. Sie verbindet also einen Hinterbliebenenschutz mit einer Sparanlage. Die Beiträge werden in Investmentfonds angelegt. Klassische Lebensversicherungen investieren dagegen vornehmlich in festverzinsliche Wertpapiere sowie Immobilien und nur zu einem geringen Teil in Aktien. Läuft der Vertrag der fondsgebundenen Police aus, erhält der Versicherte in der Regel den Wert der Fondsanteile, die bis zu diesem Zeitpunkt erworben wurden. Bei einigen Anbietern ist es auch möglich, die erworbenen Fonds zum Vertragsende in ein Depot zu übertragen. Der Zeitpunkt für den Ausstieg ist entscheidend: Stehen die Papiere gerade gut, war die Anlage ein Gewinn. Es kann aber auch ein Verlust sein, wenn zum Vertragsende die Marktlage schlecht ist.

Bindung an die Investmentfonds des Versicherers

In welche Fonds das Geld investiert wird, hängt vom Anbieter ab. Nur wenige Versicherungen investieren in kostengünstige ETFs. Die meisten bieten dagegen eine kleine Menge gemanagter fremder Fonds zur Auswahl an oder gleich hauseigene Fonds. In vielen Tarifen können Kunden zwischen Aktien-, Renten- und Immobilienfonds wählen. Wie gut die Rendite der fondsgebundenen Lebensversicherung am Ende ausfällt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der gewählten Fonds ab.

Wer eine solche Lebensversicherung kauft, muss sich daher zunächst mit der Auswahl der Fonds beschäftigen und sollte diese auch über die Laufzeit nicht aus den Augen verlieren. Vorab einzuschätzen, wie gut welcher Investmentfonds abschneiden kann, ist für die meisten Kunden unmöglich. Je nach Marktentwicklung kann es außerdem sinnvoll sein, den Fonds während der Vertragslaufzeit zu wechseln. Dies ist aber abhängig von den Angeboten des Versicherers und kostet mitunter zusätzlich.

Verzinsung nicht garantiert

Eine Garantieverzinsung gibt es in der Regel nicht, schließlich hängt der Wert der Police vom Stand der Aktienmärkte ab. Dadurch gibt es eine Chance auf höhere Rendite, als es Investments in sicherere Anlagen versprechen. Allerdings besteht auch die Gefahr hoher Verluste, die allein der Kunde trägt. Dementsprechend sollte nicht die gesamte Altersvorsorge an einem solchen Vertrag hängen. Vielmehr ist die Fondspolice für Menschen geeignet, die noch Geld übrig haben und es investieren möchten.

Nicht alle Vorsorgesparer sind bereit, zugunsten der Renditechance komplett auf Garantien zu verzichten. Einige Policen bieten deshalb auch Höchststandgarantien an. Damit verspricht die Versicherung, den Marktwert auszuzahlen, den die Fonds an gewissen Stichtagen erreicht haben, sollte der Vertrag zum Enddatum weniger wert sein.

Eine andere Möglichkeit ist, die Beiträge aufzuteilen. Auch dafür gibt es verschiedene Modelle. Eine Version: Ein Teil der Prämie fließt in die Fonds, ein anderer Teil in einen Garantiefonds, der wie eine klassische Kapitallebensversicherung angelegt wird und auf diesen Teil auch den Garantiezins erhält.

Hohe Kosten für Garantien

Solche Garantien kosten aber zusätzlich. Daneben fallen außerdem Abschlusskosten an, Verwaltungskosten, Fondskosten und die Kosten für den Risikoschutz im Todesfall. Wer die Prämien nicht jährlich, sondern monatlich überweist, zahlt einen Ratenzuschlag.

All diese Kosten müssen mit einer Rendite erstmal verdient werden. Auch der Steuervorteil, den Versicherungen gegenüber Investments wie einem Fondssparplan haben, geht durch die Kosten schnell verloren.

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Starre Bindung des Todesfallschutzes an die Fondspolice

Die vereinbarte Todesfall-Leistung ist in vielen Verträgen nicht ausreichend. Zusätzlich kennzeichnen viele Versicherungen nicht klar, wie hoch der Kostenanteil der Risikolebensversicherung an den Beiträgen ist. Daher ist nur schwer nachzuvollziehen, wie viel der Prämien wirklich angespart wird.

Ändert sich etwas im Leben des Versicherten und kann er die Versicherung nicht mehr zahlen, gibt es keine Möglichkeit, die weit günstigere eingeschlossene Risikolebensversicherung alleine weiterzuführen. Bei von vornherein getrennten Verträgen wäre es dagegen möglich, den Sparanteil alleine beitragsfrei zu stellen.

Mehr dazu im Ratgeber Risikolebensversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
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Eine fondsgebundene Lebensversicherung bedeutet: höhere Risiken bei höheren Renditechancen. Weil die Versicherung in Investmentfonds anlegt, muss der Versicherungsnehmer darauf hoffen, dass sich der Wert seiner Fondsanteile positiv entwickelt. Dafür muss er Sicherheit aufgeben, denn die fondsgebundene Lebensversicherung gewährt anders als die „normale“ Kapitallebensversicherung keine Garantien auf die Sparbeiträge. Hohe Kosten müssen erst einmal durch Rendite erwirtschaftet werden. Zusätzlich geht ein Teil der Beiträge in die Risikolebensversicherung, die oft nur unzureichenden Schutz bietet. Es ist sinnvoller, einen Todesfallschutz getrennt von einem Sparprodukt abzuschließen. Für eine Anlage in Aktien eignen sich viel besser ETF-Indexfonds.

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Sara Zinnecker
von Finanztip,
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.