Rechnung vom Handwerker und Verbraucherschutz

  • Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2012
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Wenn die Rechnung vom Handwerksbetrieb kommt und der zu zahlende Betrag vom Kostenvoranschlag abweicht, stellt sich schnell die Frage, ob das Recht eine Abweichung von X Prozent nach oben zulässt oder nicht. Die Prüfung derartiger Rechtsfragen stellt häufig kein Problem dar. Schnell die Website einer Verbraucherzentrale oder anderer informativer Online-Medien aufgerufen und schon ist die Frage beantwortet. Folgen Sie hierfür dem vorherigen Link. Dieser Finanztipp-Artikel erläutert alle wesentlichen Aspekte, die für Verbraucher bei der Rechnungstellung von Handwerksbetrieben relevant sind. Es wird auch kurz auf die Anforderungen an die korrekte Ausstellung einer Rechnung eingegangen.

Wichtig für Verbraucher

Die Rechnung des Werkunternehmers muss nachprüfbar sein. Schon aus steuerlichen Gründen ist eine detaillierte Rechnung erforderlich, denn Lohnkosten aus der Handwerkerrechnung sind bei Privatpersonen ggf. von der Steuerschuld abziehbar. <Mehr hierzu im Artikel <link 304>Handwerkerkosten - Arbeitslohn steuerlich abziehen>. Die wichtigsten Positionen und die Aufteilung in Arbeitslohn und Material sollten daher in Rechnung angegeben sein. Sofern Rechnungsposten unklar sind, kann ggf. ein Teilbetrag der Rechnungssumme bis zur vollständigen Klärung zurückbehalten oder nur unter schriftlichem Vorbehalt gezahlt werden.

Sofern die ausgeführten Arbeiten Mängel aufweisen, die noch zu beseitigen sind, kann auch nach der Abnahme die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigert werden. Als Faustregel gilt ein Betrag in Höhe des Doppelten der für die Beseitigung erforderlichen Kosten ("Faktor 2"). Unangemessene Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen wie zum Beispiel "Handwerkerrechnungen sind sofort vor Ort beim Monteur zu zahlen" sind unwirksam, wenn sie nicht ausdrücklich vereinbart wurden oder branchenüblich sind.

Es gibt Kunden, die generell einen Skontoabzug von der Rechnung vornehmen, obwohl die Rechnungsstellung dies nicht vorsieht. Eine derartige Kürzung der Rechnung ist nicht zulässig und es drohen zu Recht Verzugszinsen, wenn der Kunde mit der Zahlung in Verzug geraten ist. Der nicht zulässige Skontoabzug ist ein Trick der Kunden, die damit rechnen, dass wegen der "2 Prozent" der Unternehmer schon nichts machen wird.

Verzugszinsen wegen verspäteter Zahlung

Wann fallen Verzugszinsen an? Das Gesetz sagt hierzu im § 286 BGB: "Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist." Verzugszinsen darf der Handwerker ab dem Zeitpunkt berechnen, ab dem der Kunde mit der Zahlung in Verzug geraten ist. Wenn kein Zahlungsziel vereinbart wurde, ist die Rechnung also sofort zu zahlen, andernfalls drohen bei entsprechendem Hinweis nach 30 Tagen Verzugszinsen.

Grundlage für die Berechnung der Verzugszinsen ist der Basiszinssatz (vgl. § 247 BGB). Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank. Dieser Zinssatz schwankt. Der aktuelle Basiszinssatz einschließlich der Historie kann auf der Website der Bundesbank abgerufen werden. Als Kunde eines Werkvertrages sollten Sie daher nicht die Mahnung zur Zahlungsaufforderung abwarten, denn ab 30 Tagen nach Zugang der Rechnung geraten Sie bei vielen Werkverträgen in Verzug und müssen mit Verzugszinsen rechnen.

Bei Nichtzahlung wird der Handwerker entweder die Zahlung anmahnen (außergerichtliches Mahnverfahren) oder sogar einen Mahnbescheid erwirken. Der Anspruch des Handwerkers auf seinen Werklohn verjährt innerhalb der regelmäßigen Verjährungsfrist des BGB von 3 Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.

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Rechnung für das Finanzamt

Um das Finanzamt an den Handwerkerkosten zu beteiligen, kommen mehrere Alternativen in Betracht. In der Regel wird es sich bei Privatpersonen um die Steuermäßigungen für Handwerkerleistungen im Sinne des § 35a Abs. 3 EStG handeln. Andere Fälle sind zum Beispiel der behindertengerechte Umbau einer Wohnung als außergewöhnliche Belastung und natürlich der Abzug als Werbungskosten bei den Einkünften. Auftraggeber und Steuerpflichtiger sollten identisch sein. Im Notfall hilft ggf. die Interpretation der BFH-Richter zur steuerlichen Absetzbarkeit einer fremd bezahlten Rechnung.

Eine korrekte und vollständige Rechnung eines Unternehmers, der umsatzsteuerpflichtige Lieferungen und Leistungen tätigt, muss die Mindestangaben (Pflichtangaben) des § 14 Abs. 4 UStG erfüllen. Nur eine korrekte Rechnung, die diesen Anforderungen im Umsatzsteuergesetz genügt, berechtigt auch zum Vorsteuerabzug.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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