Den richtigen Berater finden

So viel kostet ein guter Steuerberater

Das sollten Sie wissen

  • Finden Sie den für Sie richtigen Steuerberater, indem Sie nach Empfehlungen bei Freunden und Bekannten fragen.
  • Suchen Sie einen Berater in Ihrer Nähe auf den Webseiten der Steuerberaterkammern oder über andere Suchdienste. Achten Sie darauf, dass er oder sie passende Erfahrung mitbringt.
  • Sie können mit Ihrem Steuerberater nur eingeschränkt über die Gebühren verhandeln. Eine Verordnung regelt, was der Berater mindestens verlangen muss und höchstens abrechnen darf.
  • Ihr Berater hat im Rahmen der Verordnung aber einen großen Ermessensspielraum. Nutzen Sie einen Online-Kostenrechner, um einzuschätzen, ob der Preis angemessen ist.
  • Steuerberatungskosten können Sie von der Steuer absetzen.

In welcher Höhe kann man Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen? Lohnt es sich, alle Belege über Medikamente aufzubewahren und einzureichen? Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert. Für viele Arbeitnehmer ist die jährliche Steuererklärung deshalb eine lästige Pflicht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den richtigen Steuerberater finden und einschätzen können, was er kostet.

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Suche nach dem richtigen Steuerberater

Obwohl es über 90.000 Steuerberater in Deutschland gibt, ist es nicht leicht, den richtigen zu finden. Das geht schon damit los, dass Laien nur schwer einschätzen können, wie gut ihr Steuerberater arbeitet. Wenn Sie nicht als normaler Angestellter arbeiten, empfiehlt es sich darauf zu achten, ob der Steuerberater sich in Ihrer Branche auskennt: So haben sich einige Berater auf Freiberufler oder Handwerker spezialisiert, andere auf Vereine oder GmbHs. Anders als bei Rechtsanwälten gibt es keine Spezialisierung, die dem Fachanwalt entspricht.

Hören Sie sich im Freundeskreis um, wer mit welchem Steuerberater gute Erfahrungen gemacht hat. Gleichen Sie aber ab, ob Ihr Freund dasselbe von der Fachkraft erwartet wie Sie. Fragen Sie auch nach den Kosten. Die Bundessteuerberaterkammer hält eine Online-Suche bereit, wo sich nach Postleitzahl gefiltert Steuerberaterbüros finden lassen. Als weitere Kriterien können Sie die Branche auswählen oder die Suche auf eine reine Einkommensteuerberatung einschränken.

Tipp

Die Steuer selber machen

Nicht jeder Steuerzahler braucht auch einen Steuerberater. Ein Arbeitnehmer, der seine Werbungskosten von der Steuer absetzen kann und bei dem ansonsten keine großen Besonderheiten vorkommen, kann seine Steuererklärung auch allein über Elster oder einer Steuersoftware versuchen.

Eine Verordnung regelt die Steuerberater-Kosten

Das Unternehmen Straßenberger erstellte 2013 eine Studie zur Zufriedenheit von Mandanten mit ihren Steuerberatern. 61 Prozent der Befragten fanden die Kosten der Steuerberater hoch oder sehr hoch.

Steuerberatungsgebühren sind in der Vergütungsverordnung für Steuerberater geregelt. In diesem Rahmen hat der Berater aber einen großen Ermessensspielraum. Ein Steuerberater darf zwar nicht weniger verlangen, als in der Verordnung als Mindestsatz vorgesehen ist. Er kann aber seine Gebühren innerhalb der vorgegebenen Bandbreiten festlegen. Entscheidend ist dabei, welchen Faktor der Berater ansetzt. Dieser kann höher sein, wenn der Aufwand größer ist. Zum Beispiel, weil die Unterlagen nicht geordnet sind oder ungewöhnlich viele Dokumente eingereicht werden.

Bei den Gebühren für die Einkommensteuererklärung hat der Berater einen geringeren Spielraum als bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung, die ein Selbstständiger machen muss. Die Gebühr berechnet sich so: Grundgebühr nach Tabelle x Faktor = konkrete Gebühr.

Gebührenrahmen für übliche Steuerberater-Leistungen

Leistung Bandbreite Faktor Mittlerer Faktor Tabelle für Grundgebühr
Rat, Auskunft (Erstberatung) 1/10 - 10/10 0,55 Tabelle A (max. 190 Euro)
Einkommensteuererklärung 1/10 - 6/10 0,35 Tabelle A
Ermittlung der Werbungskosten 1/20 - 12/20 0,325 Tabelle A
Einnahmen-Überschussrechnung 5/10 - 20/10 1,25 Tabelle B
Umsatzsteuerjahreserklärung 1/10 - 8/10 0,45 Tabelle A
Buchführung 2/10 - 12/10 0,7 Tabelle C (Monatsgebühr)

Quelle: eigene Recherche (Stand: 2. Februar 2015)

Einkommensteuererklärung - Für eine Einkommensteuererklärung über Einkünfte von 30.000 Euro beträgt eine volle Gebühr nach Tabelle A der Verordnung derzeit 796 Euro. Das ist aber nur eine Rechengröße, die dann mit dem Faktor multipliziert wird. Ihr Steuerberater darf davon zwischen 1/10 und 6/10 berechnen, also zwischen 79,60 und 477,60 Euro. Die Bandbreite ist also groß. Bei einem durchschnittlichen Fall setzt Ihr Berater meist die Mittelgebühr an, das wären also 3,5/10, was sich auf 278,60 Euro beläuft. Verlangt Ihr Steuerberater mehr als die Mittelgebühr, muss er Ihnen das erläutern.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung - Wer also zum Beispiel seine Einnahmen-Überschuss-Rechnung durch den Steuerberater anfertigen lässt und Einnahmen in Höhe von 37.500 Euro hat, zahlt nach Tabelle B ein Honorar von 5/10 bis 20/10 von 181 Euro. Ihr Berater kann Ihnen dafür also zwischen 90,50 Euro und 362 Euro in Rechnung stellen. Dabei handelt es sich aber nur um die Kosten, die für den reinen Jahresabschluss anfallen. Es entstehen dann meist noch Kosten für Einkommensteuererklärung und Buchhaltung, sofern Sie das nicht selbst erledigen.

Beispiel

Ein Architekturbüro macht einen jährlichen Gewinn von 60.000 Euro. Die Betriebseinnahmen belaufen sich auf 90.000 Euro, die Betriebsausgaben auf 30.000 Euro. Da die Betriebseinnahmen höher sind, wird mit diesem Wert gerechnet. Eine volle Gebühr beträgt 311 Euro nach Tabelle B. Ihr Steuerberater darf Ihnen sein Honorar innerhalb dieser Bandbreite in Rechnung stellen:

5/10 7,5/10 10/10 12,5/10 15/10 17,5/10 20/10
155,50 € 233,25 € 311,00 € 388,75 € 466,50 € 544,25 € 622,00 €

Üblich wäre die Mittelgebühr, also 388,75 Euro.

Quelle: eigene Recherche (Stand: 2. Februar 2015)

Finanzbuchhaltung - Die Gebühren für Buchführung und Kontieren beträgt monatlich zwischen 2/10 bis 12/10 der vollen Gebühr gemäß Tabelle C der Verordnung. Sind etwa Einnahmen in Höhe von 40.000 Euro zu verzeichnen, beläuft sich eine volle Buchführungsgebühr auf 103 Euro. Der Gebührenrahmen bewegt sich monatlich zwischen 2/10 und 12/10 hiervon, also zwischen 20,60 Euro und 123,60 Euro. Da kann in einem Jahr eine ganz schöne Summe zusammenkommen. Mit der Gebühr abgegolten sind nach § 33 Abs. 8 StBVV ergänzende Leistungen, so zum Beispiel die Fertigung der Umsatzsteuer-Voranmeldung, Sie können sich diese Kosten aber auch sparen, indem Sie die Anmeldung und Buchführung über Elster selbst erledigen.

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So berechnen Sie Ihre Steuerberatungskosten

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie hoch Ihre Steuerberatungskosten sein werden, können Sie im Internet den von der Cyberlab GmbH bereitgestellten Rechner nutzen. Dort können Sie in ein Formular die typischen Kostenarten und Ihre eigenen Werte eingeben. Voreingestellt sind lediglich die Mindestwerte. Sie sehen auch die Bandbreiten für die Sätze, die Ihr Steuerberater in Rechnung stellen kann. Mit dem Ergebnis können Sie die Rechnung Ihres Steuerberaters überprüfen.

Auch beim Steuerberaterhonorar besteht Verhandlungsspielraum. Sprechen Sie Ihren Berater darauf an, wenn er innerhalb der zulässigen Bandbreiten immer am oberen Ende liegt.

Das muss in der Rechnung stehen

In der Rechnung muss der Steuerberater die Beträge der einzelnen Gebühren und Auslagen angeben, die Vorschüsse, eine kurze Bezeichnung der Tätigkeit, die Bezeichnung der Auslagen sowie die angewandten Vorschriften der Gebührenverordnung. Nach demselben Stundensatz berechnete Zeitgebühren können zusammengefasst werden. Die errechneten Beträge sind Nettobeträge. Es kommt also die gesetzliche Umsatzsteuer hinzu.

Tipp

Berufliche Steuerberatungskosten absetzen

Kosten für die Steuerberatung sind als Werbungs- oder Betriebskosten absetzbar, wenn sie zur Ermittlung Ihrer Einkünfte anfallen, also beruflich veranlasst sind. Was Sie dabei beachten müssen, haben wir hier zusammengestellt.

Was Sie gegen zu hohe Rechnungen tun können

Hat Ihr Steuerberater eine aus Ihrer Sicht zu hohe Rechnung gestellt und sind Sie zudem mit dessen Arbeit nicht zufrieden, können Sie nicht einfach den Preis mindern wie beim Kauf einer mangelhaften Sache. Grund: Ein mit einem Steuerberater abgeschlossener Vertrag ist ein Geschäftsbesorgungsvertrag nach § 675 BGB. Er schuldet Ihnen keinen Erfolg, sondern nur die Tätigkeit.

Gebührenrahmen prüfen - Wenn die Tätigkeit erbracht ist, kann der Steuerberater seine durch die Vergütungsverordnung festgelegte Bezahlung verlangen. Hat Ihr Steuerberater allerdings immer den Gebührenrahmen zu seinen Gunsten voll ausgeschöpft, können Sie das zum Anlass nehmen, um mit ihm über seine Leistung und die Höhe der Rechnung zu sprechen.

Schadensersatz - Beruht Ihre Unzufriedenheit mit Ihrem Berater darauf, dass er tatsächlich Fehler gemacht hat, die zu einem Schaden geführt haben, kann unter Umständen ein Schadensersatzanspruch bestehen (§ 280 Abs. 1 BGB). Das setzt aber voraus, dass ein Schaden eingetreten ist und Sie diesen auch beweisen können. Verhängt das Finanzamt zum Beispiel einen Verspätungszuschlag, weil der Steuerberater die Unterlagen nicht rechtzeitig bearbeitet und weitergeleitet hat, können Sie den Zuschlag als Schaden von Ihrem Berater ersetzt verlangen.

Steuerberater wechseln - Schließlich können Sie auch noch Ihren Steuerberater wechseln und mit dem neuen Berater im Vorfeld über die Kosten sprechen. Schauen Sie in Ihren Vertrag, ob Sie irgendwelche Kündigungsfristen beachten müssen, ansonsten können Sie schon zum Monatsende kündigen. Wichtig: Klären Sie vor der Kündigung, welche Leistungen Ihr alter Berater Ihnen noch in Rechnung stellen kann – nicht, dass Sie doppelt zahlen müssen. Um zu einem anderen Steuerberater zu wechseln, muss dieser alle relevanten Unterlagen bekommen. Das kann schwierig werden, wenn Ihr alter Berater die Unterlagen nicht an Sie herausgibt, etwa weil noch Rechnungen offen sind. Das ist nämlich zulässig (§ 66 Abs. 2 StBerG). Aber: Er darf nur die Unterlagen zurückhalten, die mit der noch offenen Rechnung in direktem Zusammenhang stehen. Streiten Sie also wegen der Rechnung aus 2012, muss er die Unterlagen 2011 oder 2013 herausgeben.

Beschwerde - Sie können sich auch bei der Steuerberaterkammer über Ihren Berater beschweren. Die überprüfen dann zwar nicht konkret die Rechnung, aber ob Ihr Berater gegen Berufspflichten verstoßen hat. Dazu gibt es bei den Kammern im Internet Vordrucke, die sie nutzen können.

Lohnsteuerhilfeverein statt Steuerberater

Eine gute Unterstützung bieten auch Lohnsteuerhilfevereine. Sie erstellen für Arbeitnehmer, Beamte, Auszubildende, Studenten, Pensionäre, Rentner und Unterhaltsempfänger deren Einkommensteuererklärung (§ 4 Nr. 11 StBerG). Dazu müssen Sie allerdings Vereinsmitglied werden. Meist zahlen Sie eine geringe Aufnahmegebühr sowie einen Jahresbeitrag, der sich nach Ihrem Bruttoeinkommen richtet. Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag beträgt laut Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine heute etwa 150 Euro. Der Verein kann für Sie den gesamten Schriftverkehr mit dem Finanzamt abwickeln. Auch Einspruchs- und Klageverfahren kann er für Sie übernehmen. Selbstständige und Gewerbetreibende oder Arbeitnehmer mit Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit dürfen die Vereine nicht beraten.

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Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
"den richtigen Steuerberater finden"
Ich habe mehrmals den Steuerberater gewechselt. Dabei habe ich neben den bereits genannten eine weitere, für mich sehr wichtige Erfahrung gemacht.
Die ...
24. August 2016 zum Beitrag
Es ist nicht alleine eine Sache der Software - wie in so vielen anderen Bereichen auch.
Wer als "normaler" Angestellter / Arbeiter sich die Zeit nimmt und auch bereit ist, sich in die steuerlichen ...
11. Januar 2015 zum Beitrag
Och, das glaube ich doch. Ein Smartdingeskirchen ist heute Stand der Technik.
Die Begründungen dafür sind recht einfach. Ein Sozialarbeiter muss auch einmal online auf seine Daten in der ...
7. Januar 2015 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.