Belegabruf

Die vorausgefüllte Steuererklärung spart Zeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit der sogenannten vorausgefüllten Steuererklärung können Sie elektronisch an die Finanzverwaltung gemeldete Daten per Mausklick in Ihre elektronische Steuererklärung einfügen.
  • Die Daten stammen vom Arbeitgeber und der Sozialversicherung. Immer mehr Stellen melden steuerrelevante Daten elektronisch an die Finanzverwaltung – so auch manche Empfänger von Spenden.
  • Die Registrierung für den Belegabruf ist etwas mühselig. Langfristig gewinnen Sie aber Zeit.

So gehen Sie vor

  • Um die Belege elektronisch abrufen zu können, müssen Sie sich unter Angabe der Steueridentifikationsnummer auf elster.de, dem Online-Finanzamt, registrieren. Dann können Sie den Belegabruf im Elster-Portal freischalten.
  • Sie benötigen einen dauerhaft gültigen Abrufcode. Nach der Registrierung erhalten Sie diesen per Post und Mail von der Finanzverwaltung.
  • Folgen Sie dann den sieben Schritten bis zur vorausgefüllten Steuererklärung, die wir in diesem Ratgeber erläutern.
  • Bevor Sie die Daten für Ihre Steuererklärung übernehmen und diese absenden, sollten Sie die abgerufenen Zahlen überprüfen.

Für die meisten Arbeitnehmer lohnt sich die jährliche Steuererklärung. Die Digitalisierung ist auch dort angekommen, die elektronische Steuererklärung (Elster) wird zunehmend zum Standard.

Im Laufe der Zeit ist Elster ein ganzes Stück komfortabler geworden. Seit 2014 bereits gibt es die „vorausgefüllte Steuererklärung“, die die Bürger rückwirkend für die Einkommensteuererklärung ab 2012 nutzen können. Die Finanzverwaltung nennt den Service Belegabruf, weil Steuerzahler die für die vorausgefüllte Erklärung nötigen Daten elektronisch bei ihr abrufen und per Mausklick übernehmen können.

Sozialversicherungsbeiträge und Steuern übernehmen

Wer sich für den Belegabruf auf elster.de anmeldet, spart sich bei der Steuererklärung das Eintippen von Daten, die dem Finanzamt ohnehin vorliegen.

Bis Mitte März sind normalerweise alle benötigten Daten des Vorjahres vorhanden. Das sind neben den Stammdaten wie Name, Adresse, Konfession und Steuernummer beispielsweise:

Weitere steuerrelevante Daten sollen in den nächsten Jahren hinzukommen und somit für den Belegabruf zur Verfügung stehen. So melden beispielsweise immer mehr Empfänger von Spenden die Zuwendungsbestätigung elektronisch. Spenden können Sie dann als Sonderausgaben absetzen.

Für den Belegabruf in mehreren Stufen registrieren

Um diese Belege elektronisch abrufen zu können, müssen Sie sich unter Angabe der Steueridentifikationsnummer im Elster-Portal registrieren. Ende Juli 2017 hat die Finanzverwaltung die Homepage benutzerfreundlicher gestaltet. Elster.de fungiert jetzt als integrierte Startseite des Online-Finanzamts. Dort können Sie ein Benutzerkonto anlegen und sich für Mein Elster registrieren. Details hierzu finden Sie im Ratgeber Elster.

Die Authentifizierung ersetzt Ihre persönliche Unterschrift. Dafür benötigen Sie neben einem Passwort auch eine Zertifikatsdatei vom Finanzamt. Den meisten Steuerpflichtigen genügt das kostenlose Elster-Basis-Verfahren. Dabei erhalten Sie ein elektronisches Zertifikat in Form einer pfx-Datei. Diese sollten Sie auf der Festplatte speichern und zusätzlich auf einem USB-Stick, einer externen Festplatte oder in der Cloud. Zusammen mit einem Passwort können Sie sich bei jeder Anwendung im Elster-Portal authentifizieren, sodass das Finanzamt Sie als berechtigten Nutzer erkennt.

Die etwas mühselige Registrierung ist notwendig und benötigt mindestens einige Tage, vielleicht auch mehrere Wochen, bis sie komplett abgeschlossen ist. Schließlich bekommen Sie die Aktivierungsdaten per Post. Dadurch wollen die Finanzämter garantieren, dass sich niemand unbemerkt für jemand anders ausgeben und an dessen Steuerdaten gelangen kann.

Mein Elster kann Ihnen auf die Dauer Zeit sparen und senkt das Risiko, dass Sie bei der Steuererklärung falsche Daten eingeben, zum Beispiel weil Sie sich vertippen. Über Mein Elster können Sie etliche Services der Finanzverwaltung kostenlos nutzen wie

  • eine vollelektronische Steuererklärung, weil Sie sich mithilfe einer Zertifikatsdatei und eines Passworts authentifizieren, das heißt, als berechtigt ausweisen können;
  • Daten, die auf Ihrer elektronischen Lohnsteuerkarte (Elstam) gespeichert sind, sichten und überprüfen sowie
  • den Belegabruf.

So sieht der Antrag auf Belegabruf aus

Quelle: www.elster.de (Stand: 30. August 2017)

In sieben Schritten zur vorausgefüllten Steuererklärung

Für die vorausgefüllte Steuererklärung brauchen Sie zusätzlich einen zehnstelligen Abrufcode. Diesen können Sie dann bei jedem Belegabruf nutzen.

1. Login
Auf Mein Elster loggen Sie sich mit Ihrer Zertifikatsdatei und Passwort ein.

2. Daten abrufen
Unter „Formulare & Leistungen“ „Belegabruf“ beantragen Sie Ihren Abrufcode, der Ihnen per Post und zusätzlich per Mail in Ihr Elster-Postfach zugeht. Mit diesem Code rufen Sie die beim Finanzamt hinterlegten Daten ab.

3. Daten kontrollieren
Diese Daten können Sie in Ihre Steuererklärung übernehmen. Kontrollieren Sie die Angaben. Stellen Sie falsche Zahlen fest, teilen Sie dies dem Finanzamt mit und geben die richtigen Daten in der Steuererklärung an.

4. Persönliche Angaben vom Vorjahr übernehmen
Die Erklärung legen Sie an, indem Sie unter „Formulare“ „Einkommensteuer“ und dann „Einkommensteuererklärung unbeschränkte Steuerpflicht“ anklicken. Dann wählen Sie das Bundesland aus und geben Ihre Steueridentifikationsnummer ein. Vorteil für Elster-Nutzer: Sie können alte Daten aus vorherigen Erklärungen übernehmen und diese gegebenenfalls auch überschreiben.

5. Die Steuer erklären
Füllen Sie alle erforderlichen Formulare aus. Das ist auf jeden Fall der Mantelbogen und für Arbeitnehmer die Anlage N, für viele auch die Anlagen Vorsorgeaufwand und Kind. Riester-Sparer benötigen die Anlage AV.

6. Steuerbelege anlegen
Gehen Sie auf „Hauptvordruck“ und klicken Sie auf „Belegdaten abrufen/übernehmen“. Dann erscheint eine Liste mit Steuerbelegen. Wählen Sie diejenigen aus, die Sie in Ihre Erklärung übernehmen möchten.

7. Letzter Check
Vervollständigen Sie Ihre Steuererklärung und prüfen Sie alle Angaben. Achten Sie darauf, dass Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen vollständig eingetragen sind. Eventuell haben Sie auch haushaltsnahe Dienstleistungen, eine Haushaltshilfe oder Handwerkerleistungen in Anspruch genommen. Dann übermitteln Sie diese Angaben über das Internet. Die Erklärung gilt als abgegeben, sobald Sie sie verschickt haben. Sie bekommen eine Nachricht über die erfolgreiche Übermittlung samt Datum und Uhrzeit.

Fazit: Etwas mühsam, aber auf Dauer nützlich

Sie haben zwar einen einmaligen Aufwand für die Registrierung. Der Nutzen ist derzeit noch überschaubar. Denn komplett ausgefüllt ist die Steuererklärung bei Weitem noch nicht, allenfalls in Teilen vorausgefüllt. Die meisten Angaben müssen Sie weiterhin selbst eintragen.

Langfristig sollten Sie jedoch mit dem Belegabruf Zeit sparen, denn das Elster-System wird immer weiter ausgebaut, immer mehr Daten werden in den nächsten Jahren zur Verfügung gestellt. In den meisten Fällen dürften diese gemeldeten Zahlen auch richtig sein, sodass Sie diese übernehmen können und nicht woanders mühsam zusammentragen müssen. Dennoch sollten Sie die Daten immer kritisch überprüfen. Schließlich kommen immer wieder Falschmeldungen vor.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter [email protected].