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Für den Emittent ist die Ausgabe einer Anleihe eine attraktive Alternative zum Bankkredit. Sein Vorteil: Beschaffung von Liquidität ohne Bereitstellung zusätzlicher Sicherheiten. Anleihen werden vorrangig vom Staat, staatlichen Organisationen oder Unternehmen begeben. So unterscheidet man zwischen Staats- und Unternehmensanleihen. Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland werden auch als Bundeswertpapiere bezeichnet.
Heute erfolgt der Kauf und Verkauf ganz anders und vollkommen unkompliziert. Es gibt keine gedruckten Urkunden mehr und aus Vereinfachungsgründen wird der gesamte Schuldbetrag in einer Sammelurkunde verbrieft. Die Sammelurkunde wird von der im Prospekt festgelegten Wertpapierbank verwahrt. Im Bankalltag werden beim An- und Verkauf von Anleihen nur noch die Anteile zwischen Käufer und Verkäufer im Computer übertragen.
Insbesondere Anleihen mit längerer (Rest-)Laufzeit sind einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt, das sich aus der Ungewissheit über die zukünftige Zinsentwicklung am Markt ergibt. Gerade in Zeiten mit einem niedrigen Kapitalmarktzinsniveau (wie im gesamten Jahr 2011) kann ein Investment in längerfristige Rentenpapiere in Zukunft zu deutlichen Kursrückgängen führen. Voraussetzung: Das Zinsniveau steigt wieder, denn steigende Zinsen bedeuten fallende Bondkurse.
Die Anleihebedingungen wie Verzinsung, Laufzeit und Tilgung sind in diesen Bedingungen vorgegeben. Der Emittent schließt mithin praktisch einen "Kreditvertrag" mit dem Gläubiger (Anleger). In dem "Kreditvertrag" sind die wesentlichen Punkte auf der Sammelurkunde bezeichnet. Die Details des "Kreditvertrages" (der Emission) sind zumeist ausführlich in den Emissionsbedingungen geregelt. Da diese Bedingungen ebensfalls Vertragsbestandteil werden, empfiehlt sich ein Blick in diese Unterlage. Beispiel: Behält sich der Schuldner ein einseitiges (vorzeitiges) Kündigungsrecht vor?
Der Anleger erwirbt die Anleihe bei einer neuen Emission zu einem bestimmten Nominalbetrag oder an der Börse zum gehandelten Kurs in Prozent. Bei festverzinslichen Anleihen bleibt die Verzinsung während der gesamten Laufzeit konstant, bei variabel verzinslichen Anleihen wird die Verzinsung periodisch gemäß den Anleihebedingungen angepasst. Am Ende der Laufzeit werden Anleihen in der Regel zum Nominalbetrag (100%) zurückgezahlt. Während der Laufzeit der Anleihe kann es zu Kursschwankungen kommen, weil sich der Kurs des Rentenpapiers am Kapitalmarktzinsniveau orientiert.
Die bekanntesten Anleihen sind die Schuldverschreibungen des Bundes. Der Bund gibt neben Bundesanleihen (Laufzeit 10 bis 30 Jahre), Bundesobligationen (Laufzeit 5 Jahre) und Bundesschatzanweisungen (Laufzeit bis 2 Jahre) auch Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze aus, wobei Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze nicht an der Börse gehandelt werden. Wegen der hohen Bonität besteht bei diesen Papieren faktisch nur ein Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit.
Der Anleger "guckt dann in die Röhre" und muss wahrscheinlich das Geld zu einem ungünstigeren Zinssatz (bei gesunkenem Zinsniveau) wieder anlegen. Die Kehrseite der Medaille: Anleihen mit vorzeitigem Kündigungsrecht sind zumeist mit einem höheren Zinssatz ausgestattet, d.h. der Emittent zahlt dem Anleger wegen der Kündigungsmöglichkeit einen Aufschlag. Der Anleger sollte für seine Finanzplanung aber trotzdem genau wissen, ob die Anleihe vorzeitig gekündigt werden kann oder nicht.
Fazit: Wer Anleihen kaufen möchte, braucht dafür auch ein Wertpapierdepot. Die Bank kann sonst die Wertpapiertransaktion nicht abwickeln. Da die Kosten bei vielen Banken (zumindest Direktbanken) für die Wertpapiertransaktionen deutlich gesunken sind, schlagen die Kosten für den Anleihenkauf an der Börse und für die Depotverwahrung nicht mehr so stark zu Buche wie früher.
Neben Bundeswertpapieren gehören andere Staatsanleihen und Unternehmensanleihen im Hinblick auf die mittel- und langfristige Kapitalanlage nach wie vor zu den besonders geeigneten Anlageprodukten. Konservativ eingestellte Anleger werden bei Anleihen vorzugsweise zu festverzinslichen Wertpapieren in Euro mit festem Rückzahlungstermin und guter bis sehr guter Bonität tendieren und dafür auch gern etwas weniger Rendite akzeptieren.
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