Indexfonds DAX (DAX-ETFs)

So funktioniert der Deutsche Aktienindex

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutsche Aktienindex (Dax) misst die Kurse von dreißig deutschen Unternehmen.
  • In den letzten Jahrzehnten hat er sich zum Kursbarometer für die Aktienmärkte in Deutschland insgesamt entwickelt.
  • Die Konzentration auf wenige Unternehmen und auf den heimischen Markt ist für Anleger problematisch.
  • Aktien-Indexfonds auf den Dax eignen sich daher nur als Beimischung zu anderen Anlageformen.
  • Finanztip empfiehlt Indexfonds auf breiter aufgestellte Indizes wie den MSCI World oder einen europäischen Index wie den Euro Stoxx 600.
  • Tipp: Sollen wir Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Der deutsche Aktienindex (Dax) ist der wichtigste und bekannteste deutsche Aktienindex, deshalb ist er für Anleger von Aktienindexfonds (ETF) sehr wichtig. Die meisten Anleger in Deutschland entscheiden sich dann auch für den deutschen Leitindex: Dax-ETFs sind hierzulande die umsatzstärksten Aktienindexfonds, und zwei der fünf größten ETFs in Europa basieren auf dem Dax (Quelle: Gruppe Deutsche Börse).

Bekanntheit und Beliebtheit sind aber kein Maß dafür, ob ein bestimmter Index wie der Dax für den einzelnen Anleger die beste Wahl ist. Wer sich bei seiner Geldanlage nicht von Stimmungen leiten lassen möchte, sollte wissen, wie der Index funktioniert und wie er diese Information für sich nutzen kann.

Der Dax versammelt die Top 30

Der deutsche Aktienindex (Dax) ist der wichtigste Index der Deutschen Börse AG. Er hat für den deutschen Aktienmarkt eine ähnliche Bedeutung wie der Dow Jones Industrial Average (kurz: Dow Jones) für die USA. Allerdings entstand der Dax etwa einhundert Jahre später als der Dow Jones: Erst seit 1988 zeigt der Index die Kursentwicklung von 30 der größten deutschen Unternehmen.

Für die Aufnahme und Gewichtung der Dax-Mitglieder sind zwei Faktoren entscheidend: die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz an der Wertpapierbörse in Frankfurt. Entscheidend für die Marktkapitalisierung ist der Streubesitz. In die Berechnung fließen nur frei handelbare Aktien ein, die nicht von Großaktionären mit über 5 Prozent Anteil am Aktienkapital gehalten werden. Die Aktien des Unternehmens müssen außerdem fortlaufend in Xetra gehandelt werden, dem elektronischen Handelssystem der Frankfurter Börse.

Eine Reihe von Indexregeln stellt sicher, dass sich kurzfristige Kursbewegungen in Xetra oder Änderungen beim Streubesitz nicht unmittelbar auf die Zusammensetzung des Index auswirken. Eine ordentliche Anpassung des Index findet einmal pro Jahr statt, weitere Überprüfungen unternimmt der Arbeitskreis Aktienindizes in vierteljährlichem Rhythmus.

Im Laufe der Jahre hat die Deutsche Börse nach diesem Verfahren fast 40 Unternehmen ausgetauscht, manche sind neu, andere – wie etwa Continental – fielen gleich mehrfach heraus, sind aber heute wieder im Index. 13 Unternehmen sind seit der ersten Berechnung im Jahr 1988 Teil des Dax, drei weitere (Daimler, E-on, Thyssen-Krupp) sind aus fusionierten oder umbenannten Erstmitgliedern hervorgegangen.

Der Austausch umsatzschwacher und weniger kapitalisierter Unternehmen stellt sicher, dass die 30 Dax-Unternehmen seit Gründung des Index kontinuierlich etwa vier Fünftel des in Deutschland zugelassenen Börsenkapitals repräsentieren. Auf diese Weise konnte der Dax seinen Ruf als Abbild des Börsengeschehens in Deutschland wahren – auch wenn viele der größten deutschen Unternehmen wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe nicht börsennotiert sind, und damit im Dax fehlen.

Für die Deutsche Börse war der Dax von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Aufbauend auf dem Erfolg ihres Leitindex entwickelte sie im Lauf der Zeit weitere Indizes für andere Marktsegmente – für mittlere und kleinere Unternehmen (M-Dax und S-Dax), für Technologieunternehmen (Tec-Dax) oder auch für bestimmte Anlagestrategien (Div-Dax).

Welche Firmen den Dax prägen

Der Dax ist vor allem geprägt von Chemie- und Pharmawerten, der Finanzbranche und der Autoindustrie. Zum genannten Stichtag waren die folgenden Unternehmen mit der genannten Indexgewichtung im Dax vertreten:

Zusammensetzung des Dax

Name Branche Indexgewichtung in %
SAP Standardsoftware 8,63
Bayer Chemie und Pharma 8,39
Siemens Elektrotechnik 8,10
Deutsche Telekom Telekommunikation 7,21
Daimler Automobilproduktion 7,16
Allianz Versicherungen 6,47
BASF Chemie 6,06
BMW Automobilproduktion 4,76
Continental Automobilzulieferer 3,97
Fresenius Medizintechnik 3,45
Merck Chemie und Pharma 3,17
Munich Re Versicherungen 3,07
Deutsche Post Transport 2,95
Fresenius Medical Care Medizintechnik 2,42
Linde Industriegase und Anlagenbau 2,37
Adidas Bekleidung 2,15
Deutsche Bank Banken 2,11
Beiersdorf Konsumgüter 1,98
Volkswagen Automobilproduktion 1,97
Henkel Konsumgüter 1,70
E.ON Energieversorgung 1,68
Vonovia Immobilien 1,49
Deutsche Börse Börsen 1,43
HeidelbergCement Baustoffe (Zement) 1,43
Infineon Technologies Halbleiter 1,42
ThyssenKrupp Stahl 1,09
ProSieben Sat1 Medien 0,99
Commerzbank Banken 0,97
RWE Energieversorgung 0,71
Deutsche Lufthansa Luftfahrt 0,66

Quellen: boerse.de, Finanztip-Berechnung (Stand: 1. April 2016)

In den Dax fließen auch Dividenden ein

Ausgangspunkt des ersten Dax-Kurses waren die Schlusskurse der 30 ausgewählten deutschen Standardwerte vom 31. Dezember 1987. Sie repräsentierten den Indexwert 1.000.

Üblicherweise wird der Dax – anders als andere Indizes wie etwa der Euro Stoxx 50 oder der Dow Jones – als Performanceindex (engl. total return index) notiert. Dividenden und sonstige Einnahmen, etwa aus Bezugsrechten, fließen also in die Indexberechnung ein. Für den Anleger ist dieses Verfahren besser als eine Berechnung als Kursindex (engl price index), bei dem die positiven Effekte von Dividendenzahlungen herausgerechnet werden.

Notierungen des Dax als Kursindex gibt es auch, allerdings werden sie nicht oft verwendet. Zum Vergleich: Seinen Höchststand als Performanceindex erreichte der Dax am 10. April 2015 mit einem Schlusskurs von 12.375. Als Kursindex stand er damit bei 6.331 Punkten.

  • Tipp: Sollen wir Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Anlegen in einzelne Dax-Werte

Viele Anleger verlassen sich immer noch auf ihr Gespür und versuchen, sich die vermeintlich richtigen Einzelwerte zum richtigen Zeitpunkt in ihr Depot zu legen. Diese Spekulation mit Aktien kann im Einzelfall aufgehen, für einen systematischen Vermögensaufbau ist sie jedoch ungeeignet.

Die Kursverläufe großer Dax-Werte wie etwa von Volkswagen zeigen dies eindrucksvoll. Nach der Aufdeckung des Abgasskandals Mitte September 2015 verlor die Aktie innerhalb weniger Tage ein Drittel ihres Wertes – und dass, obwohl der Kurs bereits in den Monaten zwischen Mitte März und Mitte September 2015 von 250 Euro auf 170 Euro je Vorzugsaktie gesunken war. Wer in diesen wenigen Monaten bei seiner Altersvorsorge oder einem Sparziel allein auf diesen einen Dax-Wert gesetzt hatte, hat mehr als die Hälfte seines Geldes verloren.

Dem Index insgesamt hat diese Entwicklung zwar auch geschadet. Da Volkswagen aber im September 2015 nur mit etwas über 3 Prozent im Dax gewichtet war, schlug diese Entwicklung im Index bei weitem nicht so stark durch wie beim Einzelwert. Da der Index den gewichteten Durchschnitt der Aktienkurse abbildet, schwankt er weniger als die Einzelwerte.

Wer also die Wertschwankungen in seinem Depot verringern möchte, sollte besser auf Indexfonds als auf wenige Einzelwerte setzen.

Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

ETF: einfach, transparent, flexibel

  • Indexfonds sind auch als ETFs bekannt.
  • Sie bilden Börsenindizes nach.
  • Deshalb sind sie kostengünstig.
  • Indexfonds bieten langfristig hohe Renditechancen.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Depotbanken:

Anlegen in Indexfonds auf den Dax

Das Beispiel des VW-Abgasskandals verdeutlicht aber auch ein Grundproblem des Dax: Die enthaltenen Unternehmen stammen aus einigen wenigen Branchen (auch wenn die Gewichtung eines Einzelwerts nach den Regeln der Deutschen Börse auf maximal 10 Prozent begrenzt ist). Auf positive oder negative Nachrichten zu einem bestimmten Wirtschaftszweig – oder auch nur einem einzelnen Unternehmen – reagieren die Kurse dann ähnlich.

Besonders ausgeprägt ist dies bei der Autoindustrie: Mit den drei Pkw-Herstellern Daimler, VW und BMW sowie dem Zulieferer Continental entfällt ein gutes Viertel der Indexgewichtung auf diese Branche. Mit Bayer, BASF und Merck erreicht die Chemie- und Pharmaindustrie einen ähnlich hohen Anteil. Nimmt man noch Versicherungen hinzu (mit Allianz und Münchener Rück), so erreicht man bereits die 50-Prozent-Marke. Drei Branchen bestimmen also etwa die Hälfte der Indexgewichtung.

Ähnlich eng wird es bei der Anzahl der Unternehmen: Die sieben Unternehmen mit der höchsten Gewichtung machen gut die Hälfte des Index aus – und haben großen Einfluss auf den Kurs des Dax.

Damit werden grundlegende Prinzipien einer guten Risikostreuung innerhalb eines Index verletzt: Berücksichtigung unterschiedlicher Branchen, deren Werte sich nicht gleichgerichtet bewegen und Verteilung auf eine hinreichend große Zahl einzelner Werte. Statistiken zur Entwicklung des Dax zeigen diese Anfälligkeit des Index für extreme Wertschwankungen. Während der Depotwert eines Dax-Anlegers im besten Jahr 1985 um 66 Prozent anstieg, sank er im schlechtesten Jahr 2002 um fast 44 Prozent.

Die besten und schlechtesten Jahre des Dax

Datum Performance
1985 66 %
1967 51 %
1997 47 %
1993 47 %
1975 40 %

Quelle: boerse.de, Stand: 1. Oktober 2015

Datum Performance
2002 -44 %
2008 -40 %
1987 -30 %
1970 -28 %
1973 -25 %

Deutlich wird dies auch beim Vergleich des MSCI World und des Dax. Während der MSCI World mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern abbildet, sind es beim Dax nur knapp 2 Prozent davon – 30 Unternehmen – aus nur einem Land. Auch wenn die Verteilung (sogenannte Diversifikation) beim MSCI noch besser sein könnte – die Gewichtung der USA liegt beständig bei um die 50 Prozent – so ist der Anleger mit einem Aktien-Indexfonds (ETF) auf den MSCI World sehr viel breiter aufgestellt als mit einem Dax-ETF.

Anlegen im Heimatmarkt ist riskant

Eine Anlage außerhalb des Dax hat für Anleger in Deutschland noch einen zusätzlichen Vorteil. Sie entkoppelt die Entwicklung des Aktienportfolios von der wirtschaftlichen Entwicklung des eigenen Landes.

Wer in Deutschland lebt und arbeitet, hängt bereits in vielen Bereichen seines Lebens von der hiesigen wirtschaftlichen Entwicklung ab: Staatliche Leistungen, die Gehaltsentwicklung, das Angebot an Arbeitsplätzen und viele weitere Aspekte der eigenen finanziellen Situation sind abhängig von der Konjunktur vor Ort.

Wer dann auch noch in deutsche Unternehmen investiert, erleidet bei einem wirtschaftlichen Abschwung einen doppelten Verlust. Nicht nur die Lage auf dem Arbeitsplatz wird schlechter, sondern sinkende Aktienkurse schmälern auch noch das Vermögen.

Diese Erkenntnisse setzen sich allerdings erst allmählich durch. Indexfonds auf den MSCI World kommen in Deutschland nur etwa auf ein Zehntel des Handelsvolumens von Dax-ETFs. Diese ETFs sollten aber nicht mehr als eine kleine Beimischung im Portfolio sein.

Wer sein Geld anlegt, sollte sich zudem klar darüber sein, dass eine Anlage in Aktien eine langfristige Sache ist, und dass man einen Teil des Geldes in Tagesgeld und Festgeld angelegen sollte. Wie Sie Ihr Geld am besten anlegen, passend zu Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft, erfahren Sie in unserem Ratgeber Geldanlage. Was Sie beim Anlegen in Aktien wissen sollten, haben wir hier zusammengetragen.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Gesamte Diskussion anzeigen - Anmelden oder registrieren, um an der Diskussion teilzunehmen.

Sollen wir Sie
zu aktuellen ETF-Empfehlungen
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.