Indexfonds Dax (Dax-ETFs)

Warum die wichtigsten Aktien aus Deutschland nicht ausreichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Deutsche Aktienindex (Dax) bündelt die 30 deutschen Unternehmen mit dem größten Wert an der Börse.
  • Aktien-Indexfonds (ETFs) auf den Dax sind sehr beliebt: In den sechs größten Dax-ETFs stecken 2017 mehr als 16 Milliarden Euro Anlegergeld.
  • Verlustrisiken sind beim Dax auf wenige Unternehmen verteilt: Die Kursausschläge können daher größer ausfallen als bei internationalen Aktien-ETFs.
  • Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kann Dax-ETFs als Ergänzung zu einer breiter gestreuten Anlage nutzen.
  • Finanztip empfiehlt Indexfonds auf breiter aufgestellte Indizes wie den Weltaktienindex MSCI World oder einen europäischen Index wie den Stoxx Europe 600.

So gehen Sie vor

  • Um ETFs zu kaufen, brauchen Sie ein Depot bei einer Onlinebank oder einem Wertpapierhändler.
  • Finanztip empfiehlt die kostenlosen Depots von Flatex und Onvista Bank. Gute Sonderangebote für ETFs haben auch ING-Diba und Comdirect.
  • Am besten streuen Sie Ihr Risiko mit einem ETF auf den MSCI World. Finanztip empfiehlt die ETFs von Comstage (WKN ETF110), Amundi (WKN A0X8ZX), db x-trackers (WKN DBX1MW) oder iShares (WKN A0RPWH).
  • Als Ergänzung eignen sich europäische Indizes, etwa der Stoxx Europe 600, MSCI Europe oder der MSCI EMU.
  • Wer seinem Portfolio einen Dax-ETF beimischen will, findet die wichtigsten Indexfonds in unserer Tabelle im Text.

Der deutsche Aktienindex (Dax) ist der wichtigste und bekannteste Aktienindex hierzulande. Er umfasst die 30 deutschen Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert, berechnet mit der Formel: Anzahl der Aktien mal Kurs. Bei Anlegern ist der Dax sehr beliebt. Zwei der fünf größten börsennotierten Indexfonds (ETFs) in Europa bilden, laut der Deutschen Börse, den Dax ab.

Bekanntheit und Beliebtheit sind aber kein Maß für eine gute Geldanlage. Wichtiger für die langfristige Vermögensbildung ist, ob eine Anlage in Aktien breit über Länder, Branchen und Währungen streut. Nur so sind die Risiken auf viele Schultern verteilt. Dax-ETFs sollten daher einer breiter gestreuten Aktienanlage bestenfalls beigemischt sein.

Überblick über die Dax-ETFs

Name   WKN / ISIN   Gebühr pro Jahr   Verwendung der Dividenden   verwaltetes Vermögen (in Mio. Euro)   Auflagedatum
iShares Core DAX UCITS ETF (DE)   593393 / DE0005933931   0,15 %   thesaurierend   8.364   27.12.2000
db x-trackers DAX UCITS ETF (DR) 1C   DBX1DA / LU0274211480   0,01 %   thesaurierend   3.839   10.01.2007
Deka DAX UCITS ETF   ETFL01 / DE000ETFL011   0,15 %   thesaurierend   2.137   14.03.2008
Lyxor DAX (DR) UCITS ETF   LYX0AC / LU0252633754   0,15 %   thesaurierend   1.027   01.06.2006
Comstage DAX TR UCITS ETF   ETF001 / LU0378438732   0,08 %   ausschüttend   648   21.08.2008
db x-trackers DAX UCITS ETF (DR) - Income 1D   DBX0NH / LU0838782315   0,01 %   ausschüttend   545   28.11.2012
            gesamt:   16.560    

Quelle: Börse Frankfurt (Stand: 12. Oktober 2017)

Alle genannten ETFs kaufen die Aktien, die im Dax vertreten sind, auch wirklich nach: Es sind sogenannte physisch-replizierende ETFs. Die vier größten ETFs stecken Dividenden wieder in den Fonds, das wird auch Thesaurierung genannt. Für Sparer, die Vermögen aufbauen wollen, sind solche ETFs besser geeignet. Wer auf regelmäßige Einkünfte angewiesen ist, sollte einen ETF wählen, der Dividenden ausschüttet.

Der Dax ist recht eng gefasst

So beliebt der Dax bei deutschen Anlegern auch ist, wenn es um die langfristige Geldanlage geht, sollte er nicht die erste Wahl sein. Das Grundproblem des Dax ist: Die Verlustrisiken sind auf nur 30 Unternehmen verteilt. Außerdem stammen die Dax-Firmen aus einigen wenigen Branchen.

Mit den drei Autoherstellern Daimler, VW und BMW sowie dem Zulieferer Continental entfällt etwa ein Fünftel der Dax-Gewichtung auf diese Branche. Mit Bayer, BASF und Merck erreicht die Chemie- und Pharmaindustrie rund 15 Prozent Gewicht. Nimmt man noch Versicherungen und Banken hinzu (mit Allianz, Münchener Rück, Deutscher und Commerzbank), so erreicht man bereits fast die 50-Prozent-Marke. Drei Branchen bestimmen also nahezu die Hälfte des Dax-Werts.

Ähnlich eng wird es bei der Anzahl der Unternehmen: Die acht Unternehmen mit der höchsten Gewichtung machen gut die Hälfte des Dax-Anlagekapitals aus (Stand Oktober 2017) – und haben großen Einfluss auf den Kurs des Dax.

Zusammensetzung des Dax

Name   Branche   Indexgewichtung in %
SAP   Standardsoftware   9,07
Siemens   Elektrotechnik   7,9
Bayer   Chemie und Pharma   7,55
Allianz   Versicherungen   6,74
BASF   Chemie   6,34
Deutsche Telekom   Telekommunikation   5,71
Volkswagen   Automobilproduktion   5,71
Daimler   Automobilproduktion   5,62
BMW   Automobilproduktion   4,4
Henkel   Konsumgüter   3,8
Deutsche Post   Transport   3,6
Continental   Automobilzulieferer   3,34
Adidas   Sportartikelhersteller   3,13
Fresenius   Medizintechnik   2,99
Linde   Industriegase und Anlagenbau   2,53
Deutsche Bank   Banken   2,25
Münchener Rück   Versicherungen   2,22
Fresenius Medical Care   Medizintechnik   1,94
Infineon   Halbleiter   1,92
Beiersdorf   Konsumgüter   1,84
E.ON   Energieversorgung   1,71
Deutsche Börse   Börsen   1,43
Vonovia   Immobilien   1,36
Heidelberg Cement   Baustoffe   1,32
Commerzbank   Banken   1,13
Thyssen Krupp   Stahl   1,04
RWE   Energieversorgung   0,98
Merck   Chemie und Pharma   0,97
Lufthansa   Luftfahrt   0,91
ProSieben Sat1   Medien   0,55

Quelle: finanzen.net, Finanztip-Berechnung (Stand: 17. Oktober 2017)

Für Anleger bedeutet das: Schlechte Nachrichten zu einigen wenigen Branchen oder zu den Dax-Schwergewichten führen zu Kursabschwüngen und damit Vermögenseinbußen. Natürlich können Anleger bei positiven Nachrichten auch von Kurszuwächsen profitieren.

Allerdings bleibt das Grundproblem erhalten: Ein Anleger setzt mit dem Dax gerade nicht auf die Entwicklung der gesamten heimischen Wirtschaft, sondern konzentriert sich auf wenige Branchen. Eine vernünftige Streuung des Risikos auf viele Unternehmen und Branchen bleibt damit auf der Strecke.

Dax und MSCI World im Vergleich

Eine bessere Risikostreuung bekommen Indizes hin, die ausreichend viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen, Ländern und Währungsräumen bündeln. Ein Index, der diesen Vorgaben besonders gut entspricht, ist der Weltaktienindex MSCI World. Statt 30 Unternehmen aus einem Land – wie beim Dax – bildet der MSCI World mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Die Verteilung (sogenannte Diversifikation) beim MSCI könnte zwar noch besser sein: Ende 2016 vereinten US-amerikanische Unternehmen rund 60 Prozent des Indexgewichts auf sich. Dennoch sind Anleger mit einem ETF auf den MSCI World sehr viel breiter aufgestellt als mit einem Dax-ETF.

Für die Wertentwicklung eines Index bedeutet eine breitere Streuung in der Regel, dass der Index weniger schwankt – nach oben wie nach unten – verglichen mit enger gefassten Indizes. Wir haben zwei ETFs, jeweils einen auf den Dax und MSCI World, auf die Schwankungsbreite hin untersucht und dafür die Wertentwicklung der vergangenen zehn Jahre angeschaut.

Rendite und Schwankung von Indizes (2007 bis 2017)¹

    Rendite in % pro Jahr   Schwankungsbreite in % po Jahr²
Dax-ETF (WKN DBX1DA)   5,5   23,3
MSCI World-ETF (WKN DBX1MW)   6,0   17,7

¹ Die ETF-Zeitreihen haben wir betrachtet vom 11. Januar 2007 bis 10. Januar 2017.
² Zur Berechnung der Volatilität verwenden wir Tagesdaten.
Quelle: db x-trackers, Finanztip-Berechnung (Stand: 17. Oktober 2017)

Wie in der Tabelle dargestellt, hat der ETF auf den MSCI World in den vergangenen zehn Jahren pro Jahr etwa einen halben Prozentpunkt Rendite mehr erzielt, bei gleichzeitig geringeren Kursausschlägen nach oben und unten.

Maximale Kursverluste beim Dax höher

Die höhere Schwankungsanfälligkeit des Dax zeigt sich auch, wenn man die höchsten Verluste der Indizes ausgehend von einem einmal erreichten Kurs betrachtet.

In den vergangenen zehn Jahren verloren MSCI World und Dax unmittelbar im Anschluss an die Finanzkrise am meisten (zwischen dem Sommer 2007 und Frühjahr 2009). Damals gab der db x-trackers ETF auf den Dax (WKN DBX1DA) in eindreiviertel Jahren knapp 55 Prozent seines Werts ab, der entsprechende MSCI World-ETF (WKN DBX1MW) gut 53 Prozent. Während der ETF auf den Weltaktienindex den Verlust nach ziemlich genau vier Jahren, im Frühjahr 2013, wieder aufgeholt hatte, brauchte der Dax-ETF etwas länger.

Deutlicher werden die Unterschiede, wenn man etwas weiter zurückschaut. So verlor der Dax beim Platzen der Internetblase im Jahr 2000 bis zum Tief Anfang 2003 fast 70 Prozent seines Werts. Der MSCI World büßte ebenfalls Wert ein, allerdings rund 14 Prozentpunkte weniger als der Dax. Anschließend konnte der Dax sich etwas deutlicher erholen als der MSCI World. 

Verlustphasen im Dax und MSCI World

Ereignis   Zeitraum¹   Verlust in %  
        Dax   MSCI World
Platzen der Internetblase²   2000 - 2003   68,3   54,2
Finanzkrise³   2007 - 2009   54,9   53,4

¹ Wir messen vom jeweils unterjährigen Hoch bis zum unterjährigen Tiefstand.
² Wir verwenden näherungsweise Monatsdaten des Dax-Performance-Index und des MSCI World in Euro vor Steuerabzug (gross). Die Verluste auf Tagesbasis könnten höher ausfallen.
³ Wir nehmen die Tagesdaten des db x-trackers ETFs auf den Dax (WKN DBX1DA) und MSCI World (DBX1MW).
Quelle: finanzen.net, db x-trackers, MSCI, Finanztip-Berechnung (Stand: 17. Oktober 2017)

Anlegen im Heimatmarkt ist riskant

Neben der Risikobetrachtung spielt beim Dax noch ein weiteres Argument eine Rolle: Nur wer außerhalb Deutschlands anlegt, entkoppelt die Entwicklung des Aktienportfolios von der wirtschaftlichen Entwicklung des eigenen Landes.

Wer in Deutschland lebt und arbeitet, hängt bereits in vielen Bereichen seines Lebens von der hiesigen wirtschaftlichen Entwicklung ab: Staatliche Leistungen, die Gehaltsentwicklung, das Angebot an Arbeitsplätzen und viele weitere Aspekte der eigenen finanziellen Situation sind abhängig von der Konjunktur vor Ort.

Wer dann auch noch in deutsche Unternehmen investiert, erleidet bei einem wirtschaftlichen Abschwung einen doppelten Verlust. Nicht nur die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird schlechter, sinkende Aktienkurse schmälern auch noch das Vermögen.

Finanztip empfiehlt ETFs auf den MSCI World

Vor dem Hintergrund einer wenig gut gestreuten Anlage und tendenziell größeren Kursausschlägen beim Dax, sollten Anleger eher auf den Weltaktienindex MSCI World bauen – und Dax-ETFs bestenfalls in geringem Maße beimischen. Die besten ETFs auf den MSCI World haben wir im Januar 2017 getestet.

Zum Vermögensaufbau eignen sich die MSCI-World-ETFs von Comstage (WKN ETF110), Amundi (WKN A0X8ZX), db x trackers (WKN DBX1MW) oder iShares (WKN A0RPWH). Sie alle sind bereits mindestens fünf Jahre am Markt und ausreichend Geld ist darin investiert – die Indizes lassen sich also gut am Markt kaufen oder verkaufen. Eröffnen Sie dafür, falls noch nicht vorhanden, ein kostenloses Wertpapier-Depot.

Comstage MSCI World TRN UCITS ETF
ISIN LU0392494562 / WKN ETF110

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

Amundi ETF MSCI World
ISIN FR0010756098 / WKN A0X8ZX

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
Amundi ETF MSCI World

db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

Auch europäische Indizes kommen als Beimischung in Frage – für alle, die dem US- und damit Dollar-lastigem MSCI World ein wenig mehr Europa-Anteil verschaffen wollen. Ebenfalls im Januar 2017 haben wir die besten ETFs auf den Stoxx Europe 600, den MSCI Europe und den Euro-Index MSCI EMU herausgefiltert.

Einzelne Aktien nicht zum Sparen geeignet

Viele Anleger verlassen sich immer noch auf ihr Gespür und versuchen, sich die vermeintlich richtigen Einzelwerte zum richtigen Zeitpunkt in ihr Depot zu legen. Diese Spekulation mit Aktien kann im Einzelfall aufgehen, für einen systematischen Vermögensaufbau ist sie jedoch ungeeignet.

Die Kursverläufe großer Dax-Werte wie etwa von Volkswagen zeigen dies eindrucksvoll. Nach der Aufdeckung des Abgasskandals Mitte September 2015 verlor die Aktie innerhalb weniger Tage ein Drittel ihres Wertes – und dass, obwohl der Kurs bereits in den Monaten zwischen Mitte März und Mitte September 2015 von 250 Euro auf 170 Euro je Vorzugsaktie gesunken war. Wer in diesen wenigen Monaten bei seiner Altersvorsorge oder einem Sparziel allein auf diesen einen Dax-Wert gesetzt hatte, hat mehr als die Hälfte seines Geldes verloren.

Dem Index insgesamt hat diese Entwicklung auch geschadet. Da Volkswagen aber im September 2015 nur mit etwas über 3 Prozent im Dax gewichtet war, schlug diese Entwicklung im Index bei weitem nicht so stark durch wie beim Einzelwert. Da der Index den gewichteten Durchschnitt der Aktienkurse abbildet, schwankt er weniger als die Einzelwerte. Noch geringer sind die Schwankungen wie weiter oben beschrieben bei europäischen Indizes oder dem MSCI World. 

Wer also die Wertschwankungen in seinem Depot verringern möchte, sollte besser auf Indexfonds als auf wenige Einzelwerte setzen.

Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

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Exkurs: So funktioniert die Gewichtung im Dax ganz genau

Ob ein Unternehmen in den Dax aufgenommen wird und wie stark es darin gewichtet wird, dafür sind zwei Faktoren entscheidend: die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz an der Wertpapierbörse in Frankfurt. Entscheidend für die Marktkapitalisierung ist der Streubesitz. In die Berechnung fließen also nur frei handelbare Aktien ein, die nicht in der Hand von Großaktionären sind. Mindestens 10 Prozent der Unternehmensaktien müssen, so die Vorgabe, in Streubesitz sein.

Die Aktien des Unternehmens müssen außerdem fortlaufend in Xetra gehandelt werden, dem elektronischen Handelssystem der Frankfurter Börse, und die Unternehmen müssen sich den Kriterien des sogenannten Prime Standard der Börse anschließen. Das bedeutet unter anderem, dass sie regelmäßig Geschäftsberichte veröffentlichen müssen.

Eine Reihe von Indexregeln stellt sicher, dass sich kurzfristige Kursbewegungen in Xetra oder Änderungen beim Streubesitz nicht unmittelbar auf die Zusammensetzung des Index auswirken. Eine ordentliche Anpassung des Index findet einmal pro Jahr statt, weitere Überprüfungen unternimmt der Arbeitskreis Aktienindizes in vierteljährlichem Rhythmus.

Im Laufe der Jahre hat die Deutsche Börse nach diesem Verfahren fast 40 Unternehmen ausgetauscht, manche sind neu, andere – wie etwa Continental – fielen gleich mehrfach heraus, sind aber heute wieder im Index. 13 Unternehmen sind seit der ersten Berechnung im Jahr 1988 Teil des Dax, drei weitere (Daimler, Eon, Thyssen-Krupp) sind aus fusionierten oder umbenannten Erstmitgliedern hervorgegangen.

Der Austausch umsatzschwacher und weniger kapitalisierter Unternehmen stellt sicher, dass die 30 Dax-Unternehmen seit Gründung des Index kontinuierlich etwa vier Fünftel des in Deutschland zugelassenen Börsenkapitals repräsentieren. Auf diese Weise konnte der Dax seinen Ruf als Abbild des Börsengeschehens in Deutschland wahren – auch wenn viele der größten deutschen Unternehmen wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe nicht börsennotiert sind, und damit im Dax fehlen.

Für die Deutsche Börse war der Dax von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Aufbauend auf dem Erfolg ihres Leitindex entwickelte sie im Lauf der Zeit weitere Indizes für andere Marktsegmente – für mittlere und kleinere Unternehmen (M-Dax und S-Dax), für Technologieunternehmen (Tec-Dax) oder auch für bestimmte Anlagestrategien (Div-Dax).

In den Dax fließen auch Dividenden ein

Ausgangspunkt des ersten Dax-Kurses waren die Schlusskurse der 30 ausgewählten deutschen Standardwerte vom 31. Dezember 1987. Sie repräsentierten den Indexwert 1.000.

Üblicherweise wird der Dax – anders als andere Indizes wie etwa der Euro Stoxx 50 oder der Dow Jones – als Performance-Index (engl. total return index) notiert. Dividenden und sonstige Einnahmen, etwa aus Bezugsrechten, fließen also in die Indexberechnung ein. Für den Anleger ist dieses Verfahren besser als eine Berechnung als Kursindex (engl. price index), bei dem die positiven Effekte von Dividendenzahlungen herausgerechnet werden.

Notierungen des Dax als Kursindex gibt es auch, allerdings werden sie nicht oft verwendet. Zum Vergleich: Den höchsten Schlusskurs als Performance-Index erreichte der Dax am 16. Oktober 2017 mit 13.003. Als Kursindex stand er gerade einmal bei 6.163 Punkten.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.