Inflationsgesicherte Anleihen (Linker)Inflationsgesicherte Anleihen (Linker) sind nur dann attraktiv für den Anleger, wenn die Inflation (Preissteigerungsrate) über die Markterwartungen während der Laufzeit hinaus steigt. Die Zinszuschläge ergeben sich aus den Ausgabebedingungen. Der Anleger muss also davon ausgehen, dass die Preise schneller und /oder höher steigen als der Emittent der Anleihe erartet. Anfang März 2006 hatte die Bundesrepublik Deutschland erstmals nach den Zeiten der Weimarer Republik wieder eine an die Preissteigerung gekoppelte Anleihe (inflationsindexierte Bundesanleihe) aufgelegt. Deswegen nennt man diese Form auch inflationsindexierte oder inflationsgeschützte Anleihe. Weil der Zinskoupon und teilweise auch der Nennwert (Rückzahlungsbetrag) der Anleihe mit der Inflation erhöht werden, nennt man solche Obligationen auch "Linker". Durch diese zusätzliche Sicherheit sind inflationsgesicherte Anleihen wie die ausgegebene Bundesanleihe auch mit einem geringeren Basiszinssatz ausgestattet. Mit einer inflationsgeschützten Anleihe kann der Anleger eine möglichst sichere reale Verzinsung des Kapitals erzielen. Eine derartige Inflations-Stopper-Anleihe wendet sich in erster Linie an institutioneller Anlege (Pensionskassen, Versicherungen). Aber auch private Geldanleger, die für ihre Altersversorgung auch relativ inflationssicher in einer Anleihe investieren, kommen als Erwerber in Betracht. In anderen Staaten im Euroland sowie in den Vereinigten Staaten wird dieser Anleihetyp schon länger begeben. In Deutschland ist diese Form der Geldanlage noch weitgehend unbekannt. Die Kurse inflationsindexierter Anleihen weisen geringere Schwankungen auf als die Kurse normaler Rentenpapiere. Die Realverzinsung passt sich in der Tendenz der Teuerungsrate an. Theoretisch müssten sich Inflationsanleihen bei steigenden Preisen stabil halten. Doch die Inflationsrate ist nur ein Faktor, der die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen beeinflusst.
Verzinsung und (zumeist auch) Rückzahlung variabel Bei inflationsgesicherten Bonds muss der Anleger mithin zwischen einer Nennwertvariante und einer Zinsvariante unterscheiden. Bei der Zinsvariante wird der Kapitalwert der Anleihe nicht durch den Inflationsindex geändert (siehe EIB-Beispiel). Bei der Nennwertvariante erhält der Anleger zum Fälligkeitstermin der Inflationsanleihe das inflationsangepasste Nominalkapital zurück.
Inflationswette mit Emittent Die Kehrseite der Medaille: Der Emittent einer Linkeranleihe profitiert von niedrigeren Preissteigerungen. Außerdem: Der Inflationsschutz ist für den Anleger nicht umsonst. Die zusätzlichen Kosten für diesen Schutz ergeben sich nicht unbedingt aus den Bedingungen der Inflationswette. Hier sind vor allem Vergleichsrechnungen gefragt. Auf lange Sicht gesehen dürften klassische Anleihen deshalb eine bessere Verzinsung bieten als inflationsgeschützte Wertpapiere. Die Finanzwette beeinflusst natürlich die reale Rendite. Die Rendite von Anleihen im Besitz steigt bei "normalen" Rentenpapieren in der Regel bei einer sinkenden Preissteigerungsrate. Umgekehrt gilt: Bei steigender Inflation sinken die Kurse die Kurse festverzinslicher Wertpapiere. Inflationsgeschützte Anleihen lohnen sich also vor allem dann, wenn die Inflation (Preissteigerungsinde) schneller und höher steigt als allgemein erwartet.
Inflationsindexierte Anleihen als Depotbeimischung
Fazit: Eine "Linker-Anleihe" basiert auf einer "Inflationswette".
Ist die Preisentwicklung (Inflationsrate) während der Laufzeit des Wertpapiers höher als allgemein erwartet, ist der Käufer einer inflationsgeschützten Anleihe im Vergleich zum Käufer einer normalen Anleihe besser dran. Je höher die Inflation, desto größer der reale Gewinn zu einem vergleichbaren festverzinslichen Wertpapier. Der Effekt ist in der Regel bei der inflationsangepassten Nennwertvariante noch stärker. Der "normale" Anleger
wird jedoch eher auf derartige Inflationswetten verzichten und sich Anleihen mit variabler Verzinsung wie zum Beispiel Floating Rate Notes zuwenden.
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