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Fonds: Exchange Traded Funds (ETF) - Grundlagen

Exchange Traded Funds (ETF)

Exchange Traded Funds (ETFs) sind praktisch Investmentfonds, deren Börsenkurs laufend aktualisiert wird. Man unterscheidet: passiv gemanagte Aktienfonds (auch Indexfonds genannt) und aktiv gemanagte Exchange Traded Funds (ETFs). Die Mehrheit der gehandelten ETFs sind passiv gemanagte Aktienfonds. Da ein Exchange Traded Fund fortlaufend gehandelt wird, kann mit einem ETF eine bestimmte Fondsanlage jederzeit wie eine Aktie gehandelt werden.

Der Anteilspreis eines Investmentfonds wird allgemein nur einmal täglich berechnet und der Anleger kennt bei Auftragserteilung noch nicht seinen Abrechnungskurs. Bei einem ETF hingegen erfolgt die Orderausführung in der Regel sofort nach Eingang der Order. Exchange Traded Funds sind durch ihre fortlaufende Notierung über die Börsen jederzeit handelbar. Der Net-Asset-Value (Nettoinventarwert=NAV) des Anteils ist auch jederzeit feststellbar. Ein weiterer Vorteil sind die geringen Kosten.

Eine Geldanlage in einem Exchange Traded Fund (ETF) ist deutlich günstiger als ein Investment in einem vergleichbaren Investmentfonds. So beträgt die Verwaltungsgebühr bei Aktien-ETFs in der Regel nur zwischen 0,35 und 0,50 Prozent und bei Renten-ETFs zwischen 0,15 und 0,25 Prozent pro Jahr. Auch die Transaktionskosten sind bei ETFs niedrig. Der Spread – die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs - macht nur rd. 0,1 Prozent aus. Durch derartig enge Spreads - kombiniert mit der fortlaufenden Börsennotierung - eignen sich ETFs besonders für ein schnelles Handeln und Traden am Markt.

Wie Investmentfonds bilden Exchange Traded Funds Sondervermögen des Emittenten. Das Vermögen eines ETF ist somit vom Vermögen des Emittenten getrennt und bleibt auch bei Insolvenz des Emittenten erhalten. Auch die Transparenz ist im Vergleich zu einem klassischen Investmentfonds ausgeprägter. Während die Manager eines klassischen Investmentfonds lediglich zum Quartalsende den Portfoliobestand veröffentlichen, wird der Anleger bei einem Investment in ein ETF aktueller und fortlaufend über die aktuelle Struktur informiert.

Bei einem "aktiv gemanagten ETF" erfolgt ein aktives Portfoliomanagement, d.h. Manager des Emittenten analysieren die Märkte und versuchen, den Fonds über eine Aktienauswahl aktiv zu optimieren. Der größte Teil des Fondsvermögens wird weiterhin passiv angelegt, also Auswahl und Gewichtung erfolgt 1:1 zum Index. Ein kleiner Teil, zum Beispiel fünf Prozent des Fondsvermögens, legen die Fondsexperten aktiv an. Bei einem "passiv gemanagten ETF" (Indexfonds) erfolgt lediglich ein 1:1-Nachbau des Markt-, Regionen- oder Branchenindex.

Bei passiv gemanagten Fonds wird das Fondsvermögen nur dann neu strukturiert, wenn sich die Zusammensetzung des Index ändert, also zum Beispiel ein Unternehmenswechsel im Index erfolgt oder die Gewichtung im Index geändert wird (Index-Tracking). Wegen der sehr niedrigen Managementgebühren bei passiven ETFs ist die Differenz bei der Nachbildung des Index ("Tracking Error") sehr gering und liegt in der Regel zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Der Investor entscheidet in welchem Index er investieren will. Dabei gilt es noch zu beachten, ob es sich um einen Performance-Index (Dividendenzahlungen der im Index enthaltenen Unternehmen werden berücksichtigt, so z.B. DAX,MDAX) oder um einen Kurs-Index ohne Berücksichtigung von Dividendenzahlungen (so zum Beispiel EURO STOXX, DOW) handelt.

Ein Nachteil passiver Fonds liegt darin, dass insbesondere bei kontinuierlich sinkenden Aktienkursen es nicht zu einer Reduzierung des Portfoliobestandes in liquide Mittel kommen kann, weil sonst der Index nicht genau abgebildet wird. Wer dem Fondsmanagement zutraut, den Vergleichsindex (Benchmark) zu übertreffen, ist mit einem aktiven Fonds besser bedient. Bei einem aktiven Fonds sind die Verwaltungsgebühren naturgemäß etwas höher als bei passiven Fonds.

An der Börse Frankfurt lassen sich Kennziffern wie aktueller Kurs, Spread ('Geld- und Brief-Spanne) sowie Umsatzvolumen aller dort gehandelten Exchange Traded Funds aktuell abrufen.

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