FiFo: Steuerliche Nachteile bei nur einem Depot
Beispiel: Sie haben am 1. Dezember 2008 (vor dem Jahresende 2008) Aktien mit Wertsteigerungspotenzial gekauft. Nun kaufen Sie im Januar 2009 und im April 2009 weitere Aktien des gleichen Unternehmens für ihr Wertpapierdepot dazu. Beim späteren Verkauf vor dem 1. Dezember 2009 werden die steuerlichen Nachteile sichtbar. Denn es gilt bei der Einkommensteuer die FiFo-Regel: Die zuerst erworbenen Wertpapiere gelten bei einem Wertpapierverkauf auch als erste Papiere im Verkauf (Verkaufsfiktion). Das ist für den Anleger von Nachteil, denn die Kursgewinne dieser - bis Ende 2008 gekauften - Aktien bleiben nach Ablauf der Haltefrist von einem Jahr steuerfrei. Durch die Verkaufsfiktion gelten aber die zuerst angeschafften Aktien (Erwerb 1. Dezember 2008) als verkauft.
Was ist zu tun? Die Antwort lautet: Zwei Wertpapierdepots. Denn nur so kann der Anleger selbst bestimmen, dass die ab 2009 gekauften - und damit der Abgeltungsteuer unterliegenden - Aktien zuerst verkauft werden. Dazu muss nicht einmal die Bank gewechselt werden. Das zweite Wertpapierdepot sollte lediglich eine eigene Depotnummer aufweisen. Die beiden Depots können zwar bei derselben Bank geführt werden, es müssen aber zwei voneinander getrennte Wertpapierdepots und nicht nur Unterdepots sein. Neben der Frage, welche Wertpapiere im Depot gehalten werden sollen, stellt sich für viele Anleger somit auch die Frage, ob ein Zweitdepot den bisherigen Bestand auch "abgeltungsteuersicher" macht.
Was ist FiFo?
FiFo steht für die First-in-First-out-Methode (FiFo). Dieses aus der Bewertung der Warenwirtschaft entnommende Verfahren besagt, dass diejenigen Teile, die zuerst ins Lager aufgenommen wurden, auch als erste wieder entnommen wurden.
Die FiFo-Methode gilt seit dem Jahr 2005 für Zwecke der Einkommensteuer auch verbindlich auf die Veräußerung von Wertpapieren und seit dem Jahr 2006 auch für Finanzinnovationen. Erwirbt ein Anleger ein und dasselbe Wertpapier zu verschiedenen Zeitpunkten und verkauft er das Wertpapier wieder zu unterschiedlichen Zeitpunkten, so werden nach der FiFo-Methode steuerlich immer diejenigen Wertpapiere als zuerst veräußert angesehen, die auch zuerst erworben wurden.
Fazit: Die Positionen im Wertpapierdepot werden geprüft, ob ein Nachkauf dieser Positionen für den Anleger in Betracht kommt. Wenn dies nicht ausgeschlossen ist, sollte ein weiteres Wertpapierdepot eingerichtet werden. Das neue Depot kann auch erst im Jahr 2009 oder 2010 eröffnet werden. Wichtig ist nur, dass die nach dem 1.1.2009 erworbenen Wertpapiere sich nicht mit dem gleichen - früher angeschafften - Wertpapier "vermischen".
Dies ist eine gute Gelegenheit auch gleich zu prüfen, wie hoch die bisherigen Wertpapierdepotkosten im Vergleich liegen. Bei vielen Direktbanken ist ein Wertpapierdepot unter bestimmten Bedingungen kostenfrei zu führen. Der Depotvergleich zeigt dem Anleger anhand des persönlichen Anlageverhaltens, welche Banken für ihn in Betracht kommen. Gut zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch, dass bei einem Depotwechsel die Kosten des Depotwechsels dem bisherigen Kunden nicht in Rechnung gestellt werden dürfen.
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