Rechtsschutzversicherung

Wann Sie den Vertrag kündigen dürfen – und wann die Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kündigungsfrist einer Rechtsschutzversicherung beträgt in der Regel drei Monate zum Ende der Vertragslaufzeit.
  • Ohne Kündigung verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr.
  • Es gibt für Versicherung und Kunden aber Sonderkündigungsrechte.
  • Insbesondere nach mehreren Schäden innerhalb von zwölf Monaten können beide Seiten die Police kündigen.

So gehen Sie vor

  • Schauen Sie in Ihrem Vertrag rechtzeitig nach, welche Kündigungsfristen gelten und halten Sie diese ein.
  • Wollen Sie den Rechtsschutz-Anbieter wechseln, suchen Sie sich einen neuen Vertrag, bevor Sie den alten kündigen.
  • Hat Ihr Versicherer den Vertrag beendet, sollten Sie anbieten, selbst zu kündigen, falls er seine Kündigung zurücknimmt. Sonst kann es schwer werden, eine neue Police zu bekommen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Rechtsschutzversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wer seine Rechtsschutzversicherung kündigen will, etwa weil er sie nicht mehr braucht oder einen günstigeren Anbieter gefunden hat, muss einiges beachten. Die ordentliche Kündigungsfrist einer Rechtschutzversicherung beträgt in der Regel drei Monate. Häufig haben die Verträge eine Laufzeit von einem Jahr. Versicherte können die Police bis spätestens drei Monate vor Ende der Laufzeit kündigen.

Tipp

Fristen wahren

Fordern Sie die Versicherung auf, Ihre Kündigung zu bestätigen. Falls Sie erst kurz vor Fristablauf kündigen, empfiehlt es sich, ein Einschreiben mit Rückschein zu schicken.

Das bedeutet: Haben Sie Ihren Einjahresvertrag beispielsweise zum 1. Januar abgeschlossen, muss Ihr Kündigungsschreiben bis zum 30. September des Folgejahres bei der Versicherung eingehen, damit der Vertrag zum 31. Dezember endet. Verstreicht die Kündigungsfrist, verlängert sich die Rechtsschutzversicherung meist stillschweigend um ein weiteres Jahr.

Einige Rechtsschutz-Verträge haben allerdings auch eine längere Laufzeit. Zwei- und Dreijahresverträgen können Kunden zum Ablauf des letzten Vertragsjahres kündigen. Bei Verträgen über fünf Jahre ist die Kündigung schon eher möglich – nämlich frühestens zum Ende des dritten Jahres. Sogenannte Kündigungsdienste können helfen, die Frist für eine rechtzeitige Kündigung nicht zu verpassen.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Digitales

Dienstleister beenden unliebsame Verträge

  • Kündigungsdienste kennen hunderte Anbieter.
  • Dienstleister formulieren Kündigung, verschicken sie auf Wunsch und bieten Versandnachweis.
  • Hoher Datenschutz laut AGB.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

Früher aus dem Vertrag durch Sonderkündigungsrecht

Nicht immer müssen Versicherte sich an die reguläre Kündigungsfrist halten. Unter bestimmten Voraussetzungen haben sie ein Sonderkündigungsrecht für die Rechtsschutzversicherung. Es gilt in folgenden Fällen:

Anbieter zahlt nicht - Lehnt die Versicherung es ab, die Kosten für einen Rechtsstreit zu übernehmen, obwohl sie vertraglich dazu verpflichtet wäre, kann der Versicherte innerhalb eines Monats kündigen. Alternativ können sich Kunden beim Versicherungsombudsmann beschweren und ihn bitten, die Angelegenheit zu klären. Das ist für Verbraucher immer kostenlos.

Achtung

Auf nahtlosen Wechsel achten

Kümmern Sie sich frühzeitig um einen neuen Vertrag, falls Sie die Versicherung wechseln wollen. Nur wenn der neue Vertrag ohne einen Tag Unterbrechung an den alten anschließt, entfällt die sonst übliche Wartezeit, bevor die Versicherung zahlt.

Beitragserhöhung - Erhöht der Anbieter den Beitrag, ohne die Leistung der Rechtsschutzpolice zu verbessern, darf der Versicherte innerhalb eines Monats kündigen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem er die Information über die Beitragserhöhung erhalten hat. Kündigen kann er dann mit sofortiger Wirkung, allerdings nicht vor dem Termin, ab dem die Beitragserhöhung gilt.

Risikowegfall - Fällt das versicherte Risiko weg, können Kunden den Vertrag mit sofortiger Wirkung beenden. Möglich ist das etwa, wenn der Versicherte sein Auto abmeldet und deshalb keinen Verkehrsrechtsschutz mehr braucht oder der Berufsrechtsschutz nach dem Eintritt in die Rente nicht mehr notwendig ist.

Veränderte Gefahrenumstände - Nach dem Abschluss der Rechtsschutzversicherung können bestimmte Umstände dazu führen, dass die Versicherung ein erhöhtes Risiko für Rechtsstreitigkeiten befürchtet. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Versicherte sich neben dem Auto zusätzlich ein Motorrad angeschafft hat. In solchen Fällen darf der Anbieter den Beitrag erhöhen. Ein Sonderkündigungsrecht hat der Kunde dann, wenn der Beitrag um mehr als 10 Prozent steigt oder der Anbieter es ablehnt, die erhöhte Gefahr zu versichern.

Wenn Sie Ihr Sonderkündigungsrecht nutzen wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kündigen mit sofortiger Wirkung oder Sie legen fest, dass die Kündigung zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft treten soll, spätestens jedoch zum Ende des laufenden Versicherungsjahres. Letzteres kann sinnvoll sein, um etwas Zeit für die Suche nach einem geeigneten neuen Anbieter zu gewinnen.

So können Sie in Ruhe die Leistungen des alten Vertrages mit neuen Policen vergleichen. Denn um einen lückenlosen Versicherungsschutz sicherzustellen, sollte Ihr neuer Vertrag beginnen, sobald der alte endet.

Mehr in unserem Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Ein Rechtsstreit kann teuer werden

  • Rechtsschutz ist sinnvoll, aber kein Muss.
  • Viele Fälle, etwa rund um Hausbau oder Scheidung, sind nicht versichert.
  • Wir zeigen gute Tarife zu einem fairen Preis.

» Zum Ratgeber

Auch die Versicherung darf kündigen

Nicht nur Kunden dürfen eine Rechtsschutzversicherung kündigen. Der Versicherer kann den Vertrag regulär zum Ende des Versicherungsjahres beenden oder ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht nutzen. Ein solches hat er in folgenden Fällen:

Nach Versicherungsfall - Falls ein Kunde innerhalb von zwölf Monaten mindestens zwei Schäden meldet, für die Versicherungsschutz besteht, können sowohl Versicherung als auch Kunde den Vertrag beenden. Nachdem der Rechtsschutz-Anbieter die Deckungszusage für den zweiten Schaden erteilt hat, haben beide Seiten einen Monat Zeit, um zu kündigen. Vereinzelt gibt es sogar Verträge, die schon nach dem ersten Schaden eine Möglichkeit zur Kündigung vorsehen. Versicherer nutzen diese Klausel immer wieder, um sich von unrentablen Verträgen zu trennen.

Zahlungsverzug - Zahlt der Versicherte auch nach Aufforderung seine Beiträge nicht, kann der Anbieter fristlos kündigen.

Hat Ihnen der Versicherer gekündigt, sind Sie vier Wochen, nachdem Sie das Schreiben erhalten haben, nicht mehr versichert. Sobald die Kündigung wirksam wird, müssen Sie keine Beiträge mehr zahlen.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Rechtsschutzversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Probleme beim Neuabschluss nach Kündigung

Falls der Anbieter den Vertrag gekündigt hat, kann es manchmal schwierig werden, eine neue Versicherung zu finden. Denn beim Neuabschluss müssen Sie angeben, ob Sie vorher bereits versichert waren und wer diesen Vertrag gekündigt hat. Hat der alte Versicherer Ihnen gekündigt, kann es passieren, dass die neue Versicherung Sie als potenziell streitfreudigen Kunden ablehnt, weil sie hohe Kosten befürchtet.

Haben Sie die Kündigung Ihres Anbieters auf dem Tisch, sollten Sie ihn bitten, diese zurückzunehmen, damit Sie anschließend selbst kündigen können. Alternativ können Sie sich mit dem Versicherer auf eine sogenannte Vertragssanierung einigen. Das bedeutet, der Versicherungsvertrag wird so verändert, dass der Anbieter bereit ist, ihn fortzuführen. Beispielsweise können Sie eine höhere Selbstbeteiligung vereinbaren oder bestimmte Lebensbereiche wie Miet- oder Arbeitsrecht vom Schutz ausschließen. Bevor Sie solchen Änderungen zustimmen, sollten Sie jedoch genau überlegen, ob sich die Versicherung dann noch lohnt.

Lässt sich die Kündigung durch den Anbieter nicht abwenden, bleibt nur noch die geduldige Suche nach einem neuen Vertrag. Holen Sie sich konkrete Angebote von mehreren Versicherern und vergleichen Sie deren Leistungen. Bei den Fragen im Versicherungsantrag zu schummeln, ist übrigens keine Lösung: Sie laufen sonst Gefahr, den Versicherungsschutz zu verlieren.

Sollen wir Sie
zum Thema Rechtsschutzversicherung
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.