Riester-Banksparplan

Alternativen zum günstigen Riester-Sparen dringend gesucht

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Riester-Banksparplan ist die einfachste und kostengünstigste Form des Riesterns. Sparer zahlen monatlich in den Vertrag ein und erhalten eine Verzinsung, die sich an einem Referenzzins orientiert.
  • Anfang 2017 haben die bisher untersuchten überregionalen Anbieter den Vertrieb aber eingestellt. Grund dafür sind die anhaltenden Niedrigzinsen sowie neue gesetzliche Anforderungen.
  • Die Sparkasse Holstein hat den Sparplan im April 2017 überregional, die Mainzer Volksbank regional wiedereingeführt. Eine weitere Bank prüft die Wiedereinführung.
  • Bei laufenden Verträgen erhöhen manche Banken die Gebühren. Wer bereits einen Riester-Banksparplan hat, sollte dennoch dabeibleiben.
  • Allein durch die staatlichen Riester-Zulagen erzielen Singles bei einem 30-jährigen Banksparplan bis zur Rente eine Verzinsung je nach Einkommen um die drei Prozent pro Jahr.
  • Riester-Sparer können ihr Guthaben jederzeit entnehmen, um damit eine selbst bewohnte Immobilie abzubezahlen.

So gehen Sie vor

  • Wer einen Riester-Banksparplan abschließen will, kann sich das Angebot der Sparkasse Holstein ansehen. Wir empfehlen allerdings abzuwarten oder weitere Alternativen zu prüfen.
  • Die Riester-Förderung gibt es auch für Riester-Fondssparpläne. Wir empfehlen das Angebot von Fairr oder die rabattierte Form der DWS Toprente.
  • Weitere mögliche Riester-Formen sind die Riester-Rentenversicherung oder der Riester-Bausparvertrag.
  • Wer bereits einen Riester-Banksparplan hat, sollte dabeibleiben – auch wenn die Bank die Gebühren erhöht. Am Ende der Sparzeit erhalten Sie in jedem Fall Ihre eingezahlten Beiträge plus der Förderung wieder heraus.
  • Vergewissern Sie sich, dass Sie alle Beiträge in Ihrer Steuererklärung geltend machen.
  • Wenn Sie den Banksparplan bis zur Rente behalten, haben Sie die Wahl zwischen einem Auszahlplan oder einer Sofortrente.
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Rund 800.000 Riester-Banksparpläne gab es Ende 2016 in Deutschland. Neben Riester-Rentenversicherungen und Riester-Fondssparplänen führt das einfachste Riester-Produkt damit eher ein Nischendasein: Nur etwa jeder zwanzigste Riester-Vertrag ist ein Banksparplan. Das liegt allerdings weniger am Produkt selbst, sondern an der Zurückhaltung der Anbieter. Für den Verbraucher hat der Banksparplan gegenüber den anderen Riester-Arten einige Vorteile. 

Er ist einfach: Der monatliche Riester-Beitrag fließt komplett vom ersten Tag an in den Sparplan. Die Höhe des Guthabens ist jederzeit einsehbar. Die Verzinsung steht allerdings nicht fest, sondern schwankt. Der variable Zinssatz richtet sich nach den Sparzinsen am Markt.  

Er ist günstig: Anders als bei der Riester-Rentenversicherung fallen keine Abschlussgebühren an. Der Vertrag lohnt sich daher auch für Sparer, die nur noch 10 oder 15 Jahre bis zur Rente haben.

Sie bleiben flexibel: Wenn Sie noch nicht genau wissen, ob Sie in ein paar Jahren bauen wollen, ist der Banksparplan die beste Option. Sie können Ihr angespartes Guthaben ohne Abschläge zum Beispiel für den Erwerb von Wohneigentum entnehmen.

Überregional nur ein Sparplan abschließbar

Trotz der Vorteile für den Verbraucher können Neukunden den Banksparplan überregional bis auf eine Ausnahme nicht mehr abschließen: Die zehn von uns im Februar 2016 untersuchten Volksbanken und Sparkassen, die solche Sparpläne bislang anboten, haben bis spätestens Ende 2016 den Vertrieb bis auf Weiteres eingestellt. Darunter auch die bisherige Finanztip-Empfehlung, die Volksbank Gronau-Ahaus.

Seit April 2017 bietet nun die Sparkasse Holstein wieder einen Banksparplan an, den Kunden deutschlandweit und online abschließen können. Die Volksbank Mainz hat zum 1. April 2017 den Banksparplan für Kunden aus dem Geschäftsgebiet wieder im Programm. Folgende Tabelle trägt die Erkenntnisse zusammen.

Das wurde aus den überregionalen Riester-Banksparplänen

Anbieter   Kommentar
     
Deutsche Skatbank /VR Alteburger Land   eingestellt im Dezember 2016
Förde Sparkasse   eingestellt zum Jahresende 2016
VB Gronau-Ahaus   eingestellt zum 30.11.2016
VR Genobank Fulda   eingestellt zum Jahresende 2016
Rostocker VR Bank   eingestellt zum Jahresende 2016
Sparda Bank Hannover   eingestellt zum 1.10.2016
Sparkasse Gelsenkirchen   eingestellt zum Jahresende 2016
     
Volksbank Mainz   bietet den Sparplan ab dem 1.4.2017 regional an
Sparkasse Holstein   bietet den Sparplan ab April 2017 überregional an
Kreissparkasse Halle   prüft Wiedereinführung im Lauf des Jahres 2017

Quelle: Anbieter (Stand 19. April 2017)

Darüber hinaus dürften die überwiegende Anzahl von Banken auch den regionalen Vertrieb von Riester-Banksparplänen zum Jahreswechsel eingestellt haben. Die Gründe dafür sind zweierlei.

Zum einen konnten die Banken wegen der anhaltend niedrigen Marktzinsen mit den Kundengeldern nicht so viel Geld verdienen wie in der Vergangenheit. Gleichzeitig bieten alle Banken andere Riester-Formen (wie Rentenversicherungen oder Bausparverträge) an, die deutlich einträglicher sind. Teilweise haben Banken für ihre Kunden mit Riester-Banksparplan daher Gebühren eingeführt.

Zum anderen schreibt der Gesetzgeber seit Anfang 2017 vor, dass Anbieter von staatlich geförderten Altersvorsorgeverträgen Kunden beim Neuabschluss ein detailliertes Produktinformationsblatt (PIB) aushändigen müssen. Im PIB enthalten sein müssen unter anderem die effektiven Kosten des Produkts und eine Einschätzung des Risikos für den Kunden. Die Erstellung eines PIBs war den verbliebenen Anbietern offenbar zu aufwendig und teuer.

Aktuell keine Empfehlung
Derzeit kann Finanztip keinen überregionalen Riester-Banksparplan empfehlen. Zwar bietet die Sparkasse Holstein seit April 2017 deutschlandweit wieder einen Banksparplan an, der online abschließbar ist. Doch ist dieser gering verzinst (0,63 Prozent pro Jahr, Stand: April 2017) und steigende Marktzinsen machen sich erst deutlich zeitverzögert bemerkbar. Besonders ist die Flexibilität für den Sparer eingeschränkt. Für einen Wechsel des Vertrags oder die Entnahme des Guthabens für eine Immobilienfinanzierung berechnet die Sparkasse 150 Euro – also fast eine gesamte Jahreszulage. In unserem Test von Riester-Banksparplänen vom April 2016 hat der Banksparplan nie das beste Ergebnis erzielt. 

Diese Riester-Verträge sind Alternativen

Sparer, die sich für einen Riester-Vertrag interessieren, sollten daher prüfen, ob andere Riester-Sparformen infrage kommen.

Die flexibelste der verbleibenden Varianten ist der Riester-Fondssparplan. Riester-Sparen mit Fonds bietet die Chance auf eine etwas bessere Rendite als andere Riester-Formen, denn ein Teil der Beiträge ist in Aktien angelegt. Auch beim Riester-Fondssparplan sind die eingezahlten Beiträge garantiert. Finanztip empfiehlt die Fondssparpläne von Fairr oder die rabattierte Form der DWS Toprente, die ohne Ausgabeaufschlag für die Fondsanteile auskommt. Wie beim Banksparplan sind die Anfangskosten also besonders niedrig.

Die Riester-Rentenversicherung ist eine mögliche Lösung für alle, die schon jetzt sicher wissen wollen, wie viel Rente sie später einmal erhalten. Ein Riester-Bausparvertrag sichert dagegen niedrige Zinsen in der Zukunft. Er ist eine sinnvolle Lösung für Riester-Sparer, die in sieben bis zehn Jahren Geld in ihr Eigenheim investieren möchten. Allerdings fällt am Anfang eine Abschlussgebühr an, und die Sparzinsen sind sehr niedrig.

Für Sparer ab 55 Jahren ist die Förderrendite drin
Für Kunden, die nur noch zwölf oder weniger Jahre bis zur Rente haben, haben es derzeit schwer. Rentenversicherungen und auch Fondssparpläne mit Abschlussprovision kommen für sie nicht infrage, da die Anbieter oft eine höhere Mindestlaufzeit voraussetzen. Die Anbieter brauchen oft 15 Jahre oder länger, um diese Anfangskosten wieder zu verdienen und die Beiträge sicher bereitstellen zu können.

Von den empfohlenen Fondssparplänen nimmt Fairr Neukunden an, die noch zwölf Jahre bis zur Rente haben. Bei diesem Vertrag gibt es keine Abschlusskosten. Der Anbieter legt die Beiträge nach dem Lebenszyklusmodell an. 12 Jahre vor Rentenbeginn fließen noch 33 Prozent der Beiträge in Aktien. Mit abnehmender Restlaufzeit verringert sich die Aktienquote dann. Fairr geht davon aus, dass auf diese Art und Weise nach zwölf Jahren die Beiträge garantieren werden können. 

Bei der Uniprofirente 4P können Kunden zwar formal bis 10 Jahre vor Rentenbeginn einen Riester-Fondssparplan abschließen. Die Chancen, mit Aktien eine höhere Rendite zu erzielen, sind aber gering. Sparer können hier nur darauf setzen, zum Rentenbeginn, alle eingezahlten Beiträge samt Zulagen zur Verfügung zu haben: also die Förderrendite einzustreichen. 

Kunden mit Riester-Banksparplänen sollten dabeibleiben

Wer in der Vergangenheit bereits einen Riester-Banksparplan abgeschlossen hat, sollte dabeibleiben. Finanztip empfiehlt dies auch dann, wenn die Bank in Maßen die Gebühren erhöht oder neue Gebühren eingeführt hat, und dies aus zwei Gründen: Einerseits gibt es derzeit nicht die Möglichkeit, zu einem günstigeren Banksparplan zu wechseln. Andererseits sind allen Kunden, die den Banksparplan bis zum Ende halten, ihre Beiträge inklusive der Förderung sicher.

Möglicherweise zwackt die Bank also jedes Jahr 10 Euro mehr an Verwaltungsgebühr ab und deckt so laufende Kosten. So geschehen bei der bisherigen Empfehlung, der Volksbank Gronau-Ahaus. Am Ende der Laufzeit des Banksparplans muss die Bank aber sämtliche eingezahlten Beiträge inklusive Förderung als Rentenkapital bereitstellen. Im schlimmsten Fall müsste sie fehlende Beträge aus eigener Tasche nachschießen. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Blogbeitrag.

Beim Wechsel ist das Guthaben die neue Garantie
Neue Gebühren bei einem Banksparplan könnten lediglich für Kunden entscheidungsrelevant sein, die über einen Wechsel zu einem Fondssparplan nachdenken. Zu den Finanztip-Empfehlungen Fairr und der rabattierten DWS Toprente ist ein Wechsel ohne weitere Abzüge möglich. Übertragen wird in diesem Fall das Bestandsguthaben. Wer also mit einem Guthaben wechselt, das unter der Beitragsgarantie liegt, hat im neuen Vertrag auch nur dieses Übertragsguthaben garantiert. Genau dies kann der Fall sein, wenn die Bank laufende Gebühren abzieht. Wer mit einem Guthaben wechselt, das über der Beitragsgarantie liegt, kann dieses höhere Guthaben als neue Garantie einloggen. 

So viel gibt der Staat dazu

Selbst wenn die laufende Verzinsung eines Riester-Banksparplans über die gesamte Laufzeit null betragen hat: Am Ende profitieren Sparer von der Rendite, die sich aus den staatlichen Zulagen und Steuervorteilen ergibt.

Zulagen - Sie erhalten pro Person eine Zulage von 154 Euro im Jahr, wenn Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens, maximal 1946 Euro, im Jahr sparen. Für jedes Kind, das nach dem 1. Januar 2008 geboren wurde, erhalten Sie zusätzlich 300 Euro im Jahr. Für Kinder, die früher geboren sind und für die Sie Kindergeld erhalten, zahlt der Staat eine Prämie von 185 Euro pro Kind.

Steuerersparnis - Sie können Einzahlungen in Höhe von maximal 2.100 Euro im Jahr in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend machen. Die 154 Euro Prämie sowie etwaige Zulagen für Kinder werden von den gesparten Steuern allerdings wieder abgezogen. Zudem müssen Sie im Rentenalter die Leistungen aus dem Banksparplan versteuern – im Fachjargon wird das nachgelagerte Besteuerung genannt.

Riester-Förderung der privaten Altersvorsorge

Zulagen  
pro förderberechtigter Person 154 € im Jahr
pro Kind (vor 2008 geboren) 185 € im Jahr
pro Kind (ab 2008 geboren) 300 € im Jahr
Steuervorteil  
maximal geförderter Sparbetrag 2.100 € im Jahr
Höhe Steuervorteil (näherungsweise) Differenz aus Grenzsteuersatz im Berufsleben und im Rentenalter, Zulagen werden mit Steuervorteil verrechnet
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So viel bringt die Riester-Förderung

Folgende Tabelle zeigt schließlich, wie viel Rendite allein die Förderung bestimmten Mustersparern über 30 Jahre pro Jahr bringt. Wir tun also einmal so, als würde das Sparprodukt, zum Beispiel der Banksparplan, über die Anlagedauer keine Rendite erzielen. 

Als Profile für Mustersparer haben wir die Fälle gewählt, die besonders viel oder wenig von der Riesterförderung profitieren:  

  • einen Single, der durchschnittlich viel verdient, also etwa 36.000 Euro brutto pro Jahr.
  • einen alleinstehender Besserverdiener, der 70.000 Euro brutto im Jahr verdient.
  • ein alleinerziehendes Elternteil mit drei Kindern, die nach 2008 geboren sind. Die Mutter/der Vater arbeiten in Teilzeit und verdienen 12.000 Euro pro Jahr.
  • ein Ehepaar mit 3 Kindern, die nach 2009 geboren sind. Einer verdient durchschnittlich viel (rund 36.000 Euro pro Jahr), der andere hat kein Einkommen und riestert mit dem Minimalbeitrag von 60 Euro im Jahr mit.


Wer wenig verdient oder viele Kinder hat, profitiert

Am wenigsten lohnt sich Riestern für den Durchschnittsverdiener ohne Kinder, da er weder von einem besonders hohen Steuervorteil noch von Kinderzulagen profitieren kann. Anders beim Besserverdiener: Er kann die relativ hohe Steuererstattung für künftige Beiträge nutzen. 

Am meisten profitieren Geringverdiener mit mehreren Kindern. Hier wirken sich die Kinderzulagen deutlich aus. Über 30 Jahre erzielt der Riester-Sparer über 30 Jahre pro Jahr mehr als 10 Prozent Rendite. 

Ein Ehepaar, bei dem nur einer verdient, kann ebenfalls gute Renditen aus dem Riester-Vertrag mitnehmen. Der Verdiener erhält eine gewisse Steuererstattung, der andere Partner erhält mit minimalem Einsatz von 60 Euro im Jahr die vollen Kinderzulagen. Gemittelt liegt die Rendite für das Ehepaar bei 4,09 Prozent pro Jahr über 30 Jahre. Hinzu kommen die deutlichen Steuervorteile aus der steuerlichen Zusammenveranlagung, die hier nicht berücksichtigt sind.

So viel Rendite bringt die Riester-Förderung über 30 Jahre¹

Musterfall   Einzahlungen nach 30 Jahren   Endstand nach 30 Jahren   Rendite durch Förderung pro Jahr  
Single, Einkommen 36.000 € brutto, keine Kinder   27.502 €   43.200 €   2,75 %  
Besserverdiener, Einkommen 70.000 €, keine Kinder   35.085 €   63.000   3,43 %  
Alleinerziehendes Elternteil, Gesamteinkommen 12.000 € brutto, drei Kinder Kind (geboren 2009, 2011, 2012)   4.726 €   25.246 €   10,78 %  
Ehepaar, einer verdient 36.000 €, drei Kinder (geboren 2009, 2011, 2012)   33.185 €   65.520€   4,09 %  

¹ Alle Riester-Sparer zahlen 4 Prozent ihres Einkommens, um die maximale Förderung zu erhalten. Bei Ehepaaren verdient nur einer. Der Verdiener macht den vollen Steuervorteil geltend. Der Partner riestert mit 60 Euro pro Jahr und erhält die Kinderzulagen. Alle Renditen sind Vorsteuer-Renditen.
Quelle: Finanztip-Berechnungen (Stand: 19. Januar 2017)

Steuersatz im Alter entscheidend
Obwohl im Rentenalter die Leistungen, die Sie aus staatlich geförderten Einzahlungen erhalten, steuerpflichtig sind, sparen Sie mit dem Riester-Modell wahrscheinlich Steuern, da Ihr persönlicher Steuersatz im Alter deutlich niedriger sein dürfte als im Berufsleben. Sie zahlen also als Rentner weniger Steuern als Sie zuvor eingespart haben. Die Rendite über die gesamte Laufzeit liegt durch die nachgelagerte Besteuerung aber niedriger als in der Ansparphase. Ausführliche Informationen zur Förderung mit verschiedenen Fallbeispielen finden Sie in unserem Detailartikel.  

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Die Auszahlungsphase: Sofortrente oder Auszahlplan

Im Rentenalter erhalten Sie Ihr Guthaben als lebenslange Rente ausgezahlt. Das ist gesetzlich so festgelegt. Die Auszahlung muss spätestens ab dem 85. Lebensjahr über eine Versicherungsgesellschaft laufen, die die lebenslange Rente garantiert. Davor haben Sie Wahlfreiheit, wie Sie Ihr Geld erhalten wollen.

Die lebenslange Verrentung lassen sich die Versicherungsunternehmen meist hoch vergüten. Oftmals werden bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals für die Rente ab 85 zurückgelegt. Falls Sie vor Erreichen dieses Alters  versterben sollten, ist dieser Betrag nicht vererbbar und fällt an die Versicherung. Falls Sie allerdings sehr alt werden, bietet Ihnen die lebenslange Verrentung einen Vorteil.

Bei einem Banksparplan haben Sie die Wahl, wie Sie Ihr Guthaben bis zum 85. Lebensjahr ausbezahlt bekommen. Sie haben diese Möglichkeiten:

Auszahlungsplan mit lebenslanger Rente ab 85 Jahren - Sie erhalten monatlich eine feste Rate von Ihrer Bank. Ab dem 85. Lebensjahr bekommen Sie eine lebenslange Sofortrente von einer Versicherung. Wenn Sie vor Erreichen des 85. Lebensjahres versterben, erhalten Ihre Erben das Guthaben, das sich noch in dem Auszahlplan befindet, nicht jedoch das Geld für die Rente ab 85.

Sofortrente - Sie erhalten ab Renteneintritt eine lebenslange Sofortrente von einer Versicherung. Je nach Angebot können sich die Auszahlungen der Inflation anpassen. Im Todesfall können je nach Vertrag die restlichen Beträge verfallen, die Beiträge zurückgezahlt werden oder die Rente bis zu zehn Jahre an die Erben ausbezahlt werden.

Sparer müssen sich erst einige Monate vor Beginn der Auszahlungen für eine der Methoden entscheiden. Ihre Bank wird wahrscheinlich für beide Möglichkeiten ein Angebot unterbreiten. Wir empfehlen Ihnen, zusätzlich mit anderen Versicherungen zu reden. Sollten Ihnen die angebotenen Optionen Ihrer Bank nämlich nicht zusagen, können Sie gegen eine überschaubare Gebühr von höchstens 100 Euro zu einem anderen Anbieter Ihrer Wahl wechseln, der höhere Auszahlungsraten garantiert. Bei einigen Banken kostet der Wechsel nichts.

Wir erwarten, dass aufgrund der hohen Zahl von Riester-Verträgen die Unternehmen in den nächsten Jahren dieses Geschäft für sich entdecken und potenziellen Wechslern gute Angebote für eine Auszahlung des Banksparplans unterbreiten.

Unser Beispiel zeigt Ihnen, wie sich ein Banksparplan über die Jahre entwickeln kann.

Beispiel

Sie sind unverheiratet, verdienen 50.000 Euro im Jahr und zahlen 30 Jahre lang jährlich 2.100 Euro in einen Riester-Banksparplan ein. Wir nehmen an, Sie erhalten eine durchschnittliche Verzinsung von 0,25 Prozent im Jahr.

Von den 2.000 Euro – 4 Prozent Ihres Einkommens – zahlen Sie 1.846 Euro aus eigener Tasche, 154 Euro erhalten Sie als Zulage vom Staat. Zusätzlich sparen Sie knapp 700 Euro pro Jahr an Steuern. 

Bei Renteneintritt haben Sie ein Guthaben von gut 62.000 Euro angespart. Das entspricht einer Rendite inklusive Förderung von knapp 3,8 Prozent pro Jahr.

Für die Auszahlung wählen Sie die Sofortrente. Sie erhalten nach derzeitigem Stand anfangs eine garantierte Rente von etwa 220 Euro im Monat beziehungsweise rund 2600 Euro im Jahr. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent im Alter müssen Sie monatlich rund 55 Euro an Steuern abführen. Durch Überschussbeteiligungen kann die monatliche Rente auch höher ausfallen. 

Die Sofortrente besitzt eine Garantiezeit von zehn Jahren. Das bedeutet, dass im Todesfall die Erben Zahlungen bis zehn Jahre nach Auszahlungsbeginn erhalten. Sollten Sie nach drei Jahren versterben, erhalten Ihre Hinterbliebenen also noch sieben Jahre Geld aus dem Vertrag.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Danke, dass du uns auf dem laufenden hältst, das stimmt ja wirklich recht zuversichtlich, mal sehen, ob sich die Bank darauf einlässt.
5. April 2017 zum Beitrag
Der Schlichtungsvorschlag in meinem Ombudmannverfahren gegen die Volksbank Gronau-Ahaus ist da:
[quote='Ombudsmann']Die Beschwerde ist begründet. Ein Anspruch auf Zahlung einer jährlichen ...
1. April 2017 zum Beitrag
[quote='chris2702','http://www.finanztip.de/community/thema/1343-riester?postID=36023#post36023'][quote='justBfree','http://www.finanztip.de/community/thema/1343-riester?postID=36022#post36022']Unliebsame ...
8. Februar 2017 zum Beitrag
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Diese Riester-Rente ist die richtige für Sie

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.