Ratgeber Riester-Banksparplan

Transparente und flexible Altersvorsorge

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Riester-Banksparplan ist die einfachste Form des Riesterns. Sie zahlen monatlich in den Vertrag ein und erhalten eine Verzinsung, die sich an einem Referenzzins orientiert.
  • Wegen der relativ niedrigen Kosten eignet sich der Riester-Banksparplan besonders dann, wenn Sie nur noch 10 oder 15 Jahre bis zur Rente haben.
  • Es fallen keine Abschlussgebühren an. Sie können Ihr Guthaben so ohne Abschläge jederzeit entnehmen, um damit eine selbst bewohnte Immobilie abzubezahlen.
  • Die staatlichen Zulagen erhöhen spürbar Ihre Rendite in der Ansparphase: bei einem 30-jährigen Banksparplan bis zu 2,5 Prozentpunkte pro Jahr.

So gehen Sie vor

  • Wählen Sie einen Banksparplan, der sich online abschließen lässt.
  • Laden Sie sich die Vertragsunterlagen herunter, und schicken Sie sie ausgefüllt per Post an die Bank.
  • Bei einer beliebigen Postfiliale können Sie sich über das sogenannte Postident-Verfahren legitimieren.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie die staatlichen Zulagen mit beantragen.
  • Vergewissern Sie sich, dass Sie alle Beiträge in Ihrer Steuererklärung geltend machen.
  • Wenn Sie den Banksparplan bis zur Rente behalten, haben Sie die Wahl zwischen einem Auszahlplan oder einer Sofortrente.
  • Die bisherige Empfehlung, der Banksparplan der Volksbank Gronau-Ahaus, wurde zum 30. November 2016 eingestellt.
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Wenn Sie privat für das Alter vorsorgen, erhalten Sie staatliche Förderung. Ende 2015 gab es in Deutschland laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales gut 16 Millionen Riester-Verträge. Eines der einfachsten Produkte, der Riester-Banksparplan, wird von den Verbrauchern allerdings kaum beachtet: Nur etwa jeder zwanzigste Riester-Vertrag ist ein Banksparplan. Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die großen privaten Geldhäuser dieses Produkt nicht im Programm haben. Sie bieten stattdessen Riester-Renten oder Riester-Fondssparpläne an, weil diese Produkte mehr Provision einbringen.

Als Kunde bekommen Sie Riester-Banksparpläne in der Regel nur von Genossenschaftsbanken und Sparkassen angeboten. Viele Banken beschränken das Angebot aber auf die Region, in der sie ansässig sind.

Einfaches Riestern mit dem Banksparplan

Ein Banksparplan ist oft eine gute Wahl. Im Vergleich zu anderen Formen des Riesterns bringt er einige Vorteile:

  • Er ist einfach: Der monatliche Riesterbeitrag fließt komplett vom ersten Tag an in den Sparplan. Die Höhe des Guthabens ist jederzeit einsehbar.
  • Er ist günstig: Anders als bei der Riester-Rentenversicherung fallen keine Abschlussgebühren an. Der Vertrag lohnt sich daher auch für Sparer, die nur noch 10 oder 15 Jahre bis zur Rente haben.
  • Sie bleiben flexibel: Wenn Sie noch nicht so genau wissen, ob Sie in ein paar Jahren doch noch bauen wollen, ist der Banksparplan die beste Option. Sie können Ihr angespartes Guthaben ohne Abschläge für den Erwerb von Wohneigentum entnehmen oder zu einem anderen Riester-Banksparplan wechseln.

So funktioniert der Riester-Banksparplan

Jeder, der Anspruch auf Riester-Förderung hat, kann einen Riester-Banksparplan abschließen. Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, haben Anspruch auf Förderung. Wer sonst noch eine Förderung erhält, lesen Sie in unserem Text Wer darf riestern?

Die sechs wichtigsten Regeln beim Riester-Banksparplan:

  • Die Verzinsung Ihres Guthabens ist variabel und an einen offiziellen Referenzzinssatz gekoppelt. Um ihre Kosten zu decken, erheben die Banken einen Abschlag vom Referenzzins als Marge. Er variiert je nach gewählter Referenz.
  • Der Startzins, den Sie bei Abschluss des Vertrags auf die ersten Raten erhalten, spielt kaum eine Rolle, da zu diesem Zeitpunkt nur geringes Guthaben vorhanden ist. Die aktuell niedrigen Zinsen sprechen deshalb nicht unbedingt gegen einen Banksparplan.
  • Die Volksbank Gronau-Ahaus bietet eine garantierte Mindestverzinsung an. Das ist vor allem in einer Niedrigzinsphase wertvoll. Sparpläne insbesondere der Sparkassen setzen auf eine Kombination aus niedriger Grundverzinsung und Bonuszinsen, die sich nach der Laufzeit richten.
  • Viele Sparpläne sehen einen Schlussbonus vor. Das macht den Sparplan deutlich unflexibler.
  • Die staatliche Förderung durch Zulagen und Steuererleichterungen erhöht die Rendite in der Ansparphase spürbar. Weil Sparer die Rente voll versteuern müssen, mindert sich der tatsächliche Vorteil.
  • Nach Renteneintritt erhalten Sie eine lebenslange Auszahlung. Dabei sind Sparer allerdings auf eine Versicherungsgesellschaft angewiesen, die die Rente spätestens ab dem 85. Lebensjahr garantiert. Diese Rentengarantie geht zulasten der monatlichen Auszahlsumme.

So viel gibt der Staat dazu

Wie bei anderen Riester-Verträgen fördert der Staat Riester-Banksparpläne auf zwei Arten:

Zulagen - Sie erhalten pro Person eine Zulage von 154 Euro im Jahr, wenn Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens, maximal 1946 Euro, im Jahr sparen. Für jedes Kind, das nach dem 1. Januar 2008 geboren wurde, erhalten Sie zusätzlich 300 Euro im Jahr. Für Kinder, die früher geboren sind und für die Sie Kindergeld erhalten, zahlt der Staat eine Prämie von 185 Euro pro Kind.

Steuerersparnis - Sie können Einzahlungen in Höhe von maximal 2.100 Euro im Jahr in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend machen. Die 154 Euro Prämie sowie etwaige Zulagen für Kinder werden von den gesparten Steuern allerdings wieder abgezogen. Zudem müssen Sie im Rentenalter die Leistungen aus dem Banksparplan versteuern – im Fachjargon wird das nachgelagerte Besteuerung genannt.

Riester-Förderung der privaten Altersvorsorge

Zulagen  
pro förderberechtigter Person 154 € im Jahr
pro Kind (vor 2008 geboren) 185 € im Jahr
pro Kind (ab 2008 geboren) 300 € im Jahr
Steuervorteil  
maximal geförderter Sparbetrag 2.100 € im Jahr
Höhe Steuervorteil (näherungsweise) Differenz aus Grenzsteuersatz im Berufsleben und im Rentenalter, Zulagen werden mit Steuervorteil verrechnet

Obwohl im Rentenalter die Leistungen, die Sie aus staatlich geförderten Einzahlungen erhalten, steuerpflichtig sind, sparen Sie mit dem Riester-Modell wahrscheinlich Steuern, da Ihr persönlicher Steuersatz im Alter deutlich niedriger sein dürfte als im Berufsleben. Sie zahlen also als Rentner weniger Steuern als Sie zuvor eingespart haben. Ausführliche Informationen zur Förderung mit verschiedenen Fallbeispielen finden Sie in unserem Detailartikel.  

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Kein Banksparplan wie der andere

Insgesamt haben wir im April 2016 zehn Riester-Banksparpläne angeschaut, bei denen klar ist, wie der Sparzins berechnet wird, und die Sie bundesweit abschließen können. Kaum ein Banksparplan ist wie der andere. Die Angebote unterschieden sich bei Sparzins, Referenzzins, Bonuszahlungen und Gebühren. Die genauen Unterschiede haben wir in unserem Testartikel zu den Riester-Banksparplänen erläutert.

Wichtig ist: Sparpläne mit einer heute besseren Sparverzinsung müssen auf lange Sicht nicht die höhere Rendite liefern. Die Gründe dafür sind unterschiedliche Referenzzinsen – und wie sie sich bei steigenden Zinsen verhalten:

Genossenschaftsbanken verwenden oft die aktuelle Rendite deutscher Staatsanleihen (Umlaufrendite), Sparkassen häufig eine Durchschnittsrendite der vergangenen Jahre (gleitender Durchschnitt). Bei fallenden Zinsen hat der gleitende Durchschnitt den Vorteil, dass er langsamer abfällt. Bei steigenden Zinsen gibt er Zinserhöhungen aber erst deutlich zeitverzögert weiter.

Genaues Hinsehen nötig

Für Sparer ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, welcher Banksparplan der beste ist. Denn neben verschiedenen Referenzzinsen zahlen einige Banken Bonuszinsen. Einige verlangen Gebühren für die Verwaltung des Kontos, für den Wechsel zu einem anderen Produkt oder bei Entnahme des Guthabens.

Wir haben daher aus den zehn Banksparplänen vier verschiedenen Typen identifiziert und diese für unterschiedliche Szenarien gegengerechnet. Wir haben angenommen, dass das Zinsniveau gleichbleibt oder ansteigt, dass Sparer 15 oder 30 Jahre lang ansparen, dass sie bis zur Rente dabeibleiben oder zwischendurch Guthaben entnehmen, um es in eine Baufinanzierung zu stecken oder den Sparvertrag zu wechseln. Bei einer Entnahme oder einem Wechsel verlangen manche Banken Gebühren, der Schlussbonus einiger Banken fällt weg. Lesen Sie in unserem Testartikel, wie wir im Detail vorgegangen sind.

Ein Banksparplan hebt sich ab

Unsere Analyse vom April 2016 hat ergeben, dass ein Banksparplan für sechs von acht getesteten Szenarien gleich gut oder besser abschneidet als die Sparplan-Varianten anderer Anbieter. Dieser Sparplan der Volksbank Gronau-Ahaus koppelt die Sparverzinsung an die Umlaufrendite.

Achtung

Die Volksbank Gronau-Ahaus hat ihren Riester-Banksparplan zum 30. November 2016 eingestellt. Was dahinter steckt, lesen Sie in unserem Blogbeitrag. Die Redaktion plant für Anfang 2017 einen neuen Konditionencheck.

Folgende Tabelle zeigt, wie sich die Banksparpläne anderer Anbieter von unserer Empfehlung unterscheiden.

Das bieten einzelne Banksparpläne

    Volksbank Gronau-Ahaus   Kreissparkasse Halle/Westfalen   Sparkasse Gelsenkirchen   Sparkasse Holstein
Verzinsung pro Jahr   0,25%   0,85%   0,05%   0,97%
Referenzzins   Umlaufrendite, Abschlag 0,5%   gleitender Durchschnitt Staatsanleihen, Abschlag 1%   gleitender Durchschnitt Staatsanleihen, Abschlag   gleitender Durchschnitt Pfandbriefe, Abschlag 1,1%
Art der Bonuszahlung   keine   Bonuszinsen ab dem 4. Jahr, Schlussbonus ab dem 6. Jahr   Schlussbonus ab dem 6. Jahr   keine
Kosten bei Entnahme des Guthabens für Wohneigentum   nein   100€   100€   150€
Spannbreite der jährlichen Renditen   0,25% - 1,49%   0,2% - 1,21%   0% - 0,65%   0% - 1,04%
Bewertung im Vergleich   In fünf von acht Fällen am besten, in einem Fall gleich gut   In einem von acht Fällen am besten, in einem gleich gut   In einem von acht Fällen am besten   Nie die beste Lösung

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 6. April 2016) 

Der Banksparplan der Volksbank Gronau-Ahaus schneidet stets besser oder gleich gut ab, wenn Sparer nach 15 oder 30 Jahren Geld entnehmen wollen, um es in eine laufende Baufinanzierung zu stecken oder den Sparvertrag zu wechseln. Diese Option kostet bei der Bank nichts – anders als bei vielen Konkurrenten. Die garantierte Mindestverzinsung von 0,25 Prozent pro Jahr beschert dem Sparplan eine positive Rendite selbst bei gleichbleibend niedrigen Zinsen.

Sparer, die bis zur Rente durchhalten, sind ebenfalls am besten bei der Volksbank Gronau-Ahaus aufgehoben, wenn das allgemeine Zinsniveau wieder anzieht. Sparzinsen würden dann unmittelbar ansteigen. Sollten Zinsen so niedrig bleiben wie im Moment, erzielt über 30 Jahre der Sparplan der Kreissparkasse Halle/Westfalen und über 15 Jahre der Sparplan der Sparkasse Gelsenkirchen eine bessere Rendite pro Jahr. Beide Male fällt der Schlussbonus ins Gewicht.

Die Detailergebnisse für alle Banksparpläne und Szenarien finden Sie in unserem Testartikel.

Förderung bringt bis zu 5% mehr Rendite in der Ansparphase

Um zu verstehen, welcher Typ Sparplan am besten funktioniert, haben wir zunächst ohne Fördereffekte gerechnet.

Tatsächlich erhalten Sparer aber staatliche Zulagen und genießen Steuervorteile. Berücksichtigt man die Zulagen und geht man davon aus, dass Sparer die volle Steuerersparnis wieder anlegen, ergibt sich ein deutlicher Zinseszinseffekt über die Jahre. Die Renditen sind im Vergleich zum ungeförderten Fall deutlich höher.

Wie hoch der Effekt ausfällt, haben wir am Beispiel eines 30-jährigen Banksparplans der Volksbank Gronau-Ahaus ausgerechnet. Wir gehen von gleichbleibenden Zinsen aus. Bei Sparplänen mit laufender Bonusverzinsung ergäbe sich ein etwas niedrigerer Zinseszinseffekt. Die Größenordnung der Renditen ändert sich aber nicht.

Für die Berechnungen unterscheiden wir die Musterfälle, wie in der Tabelle aufgezeigt.

So viel Rendite bringt ein 30-jähriger Banksparplan mit und ohne Förderung¹

Musterfall   Einzahlungen nach 30 Jahren   Endstand nach 30 Jahren   Rendite pro Jahr   Differenz durch Förderung in Prozentpunkten
Single, ohne Riester-Förderung   58.380 €   60.818 €   0,25 %    
Single, Einkommen 50.000 € brutto, keine Kinder   58.380 €   87.471 €   2,56 %   2,31 %
Ehepaar, Gesamteinkommen 50.000 € brutto, ein Kind (geboren 2008)   110.785 €   153.659 €   2,12 %   1,88 %
Ehepaar, Gesamteinkommen 70.000 € brutto, ein Kind (geboren 2008)   110.785 €   159.660 €   2,36 %   2,11 %
Ehepaar, Gesamteinkommen 50.000 € brutto, drei Kinder (alle nach 2008 geboren)   98.835 €   149.261 €   2,75 %   2,5 %

¹Die Sparrate bei Alleinstehenden beträgt inklusive der staatlichen Zulagen durchschnittlich 175 Euro im Monat. Bei Ehepaaren schließt jeder Partner einen Riester-Vertrag über 175 Euro im Monat inklusive Zulagen ab. Sämtliche Kinderzulagen werden einem Ehepartner zugerechnet. 
Quelle: Bundesbank, Finanztip-Berechnungen (Stand: 30. März 2016)

Durch die staatliche Riester-Förderung erhöht sich die Rendite des Banksparplans deutlich. Das gilt sowohl für Singles mit relativ hohem Einkommen als auch für Familien mit Kindern und eher geringem Einkommen. Im Szenario mit steigenden Zinsen ist die Rendite pro Jahr höher, die Differenz aufgrund der Förderungen bewegt sich aber in der gleichen Größenordnung.

Wie bereits erwähnt, lohnt sich ein Riester-Banksparplan auch für ältere Sparer, da die Kosten relativ niedrig sind und ihr Geld sicher angelegt wird. Deshalb haben wir die Renditen eines 15-jährigen Banksparplans von 2016 bis 2031 für die vier Musterfälle berechnet. Hierbei treffen wir dieselben Annahmen wie beim Sparplan mit 30 Jahren Laufzeit und gehen erneut vom schlechtesten Szenario dauerhafter Niedrigzinsen aus.

So viel Rendite bringt ein 15-jähriger Banksparplan mit und ohne Riester-Förderung¹

Musterfall   Einzahlung nach 15 Jahren   Endstand nach 15 Jahren   Rendite pro Jahr   Differenz durch Förderung in Prozentpunkten
Single, ohne Riester-Förderung   29.190 €   29.741 €   0,25 %    
Single, Einkommen 50.000 € brutto, keine Kinder   29.190 €   42.462 €   4,81 %   4,56 %
Ehepaar, Gesamteinkommen 50.000 € brutto, ein Kind (geboren 2008)   53.880 €   73.231 €   3,96 %   3,71 %
Ehepaar, Gesamteinkommen 70.000 € brutto, ein Kind (geboren 2008)   53.880 €   76.074 €   4,44 %   4,19 %
Ehepaar, Gesamteinkommen 50.000 € brutto, drei Kinder (alle nach 2008 geboren)   44.880 €   69.893 €   5,65 %   5,41 %

¹ Die Sparrate bei Alleinstehenden beträgt inklusive der staatlichen Zulagen durchschnittlich 175 Euro im Monat. Bei Ehepaaren schließt jeder Partner einen Riester-Vertrag über 175 Euro im Monat inklusive Zulagen ab. Sämtliche Kinderzulagen werden einem Ehepartner zugerechnet.
Quelle: Bundesbank, Finanztip-Berechnungen (Stand: 30. März 2016)

Weil weniger Zinseszinsen in die Rechnung einfließen, wirkt sich der Fördereffekt im Vergleich zum 30-jährigen Banksparplan stärker aus. 

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Die Auszahlungsphase: Sofortrente oder Auszahlplan

Im Rentenalter erhalten Sie Ihr Guthaben als lebenslange Rente ausgezahlt. Das ist gesetzlich so festgelegt. Die Auszahlung muss spätestens ab dem 85. Lebensjahr über eine Versicherungsgesellschaft laufen, die die lebenslange Rente garantiert. Davor haben Sie Wahlfreiheit, wie Sie Ihr Geld erhalten wollen.

Die lebenslange Verrentung lassen sich die Versicherungsunternehmen meist hoch vergüten. Oftmals werden bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals für die Rente ab 85 zurückgelegt. Falls Sie vor Erreichen dieses Alters  versterben sollten, ist dieser Betrag nicht vererbbar und fällt an die Versicherung. Falls Sie allerdings sehr alt werden, bietet Ihnen die lebenslange Verrentung einen Vorteil.

Bei einem Banksparplan haben Sie die Wahl, wie Sie Ihr Guthaben bis zum 85. Lebensjahr ausbezahlt bekommen. Sie haben diese Möglichkeiten:

Auszahlungsplan mit lebenslanger Rente ab 85 Jahren - Sie erhalten monatlich eine feste Rate von Ihrer Bank. Ab dem 85. Lebensjahr bekommen Sie eine lebenslange Sofortrente von einer Versicherung. Wenn Sie vor Erreichen des 85. Lebensjahres versterben, erhalten Ihre Erben das Guthaben, das sich noch in dem Auszahlplan befindet, nicht jedoch das Geld für die Rente ab 85.

Sofortrente - Sie erhalten ab Renteneintritt eine lebenslange Sofortrente von einer Versicherung. Je nach Angebot können sich die Auszahlungen der Inflation anpassen. Im Todesfall können je nach Vertrag die restlichen Beträge verfallen, die Beiträge zurückgezahlt werden oder die Rente bis zu zehn Jahre an die Erben ausbezahlt werden.

Sparer müssen sich erst einige Monate vor Beginn der Auszahlungen für eine der Methoden entscheiden. Ihre Bank wird wahrscheinlich für beide Möglichkeiten ein Angebot unterbreiten. Wir empfehlen Ihnen, zusätzlich mit anderen Versicherungen zu reden. Sollten Ihnen die angebotenen Optionen Ihrer Bank nämlich nicht zusagen, können Sie gegen eine überschaubare Gebühr von höchstens 100 Euro zu einem anderen Anbieter Ihrer Wahl wechseln, der höhere Auszahlungsraten garantiert. Bei der Volksbank Gronau-Ahaus kostet der Wechsel nichts.

Wir erwarten, dass aufgrund der hohen Zahl von Riester-Verträgen die Unternehmen in den nächsten Jahren dieses Geschäft für sich entdecken und potenziellen Wechslern gute Angebote für eine Auszahlung des Banksparplans unterbreiten.

Unser Beispiel zeigt Ihnen, wie sich ein Banksparplan über die Jahre entwickeln kann.

Beispiel

Sie sind unverheiratet, verdienen 50.000 Euro im Jahr und zahlen 30 Jahre lang jährlich 2.100 Euro in einen Riester-Banksparplan ein. Sie erhalten eine durchschnittliche Verzinsung von 0,25 Prozent im Jahr.

Von den 2.100 Euro zahlen Sie 1.946 Euro aus eigener Tasche, 154 Euro erhalten Sie als Zulage vom Staat. Zusätzlich sparen Sie etwa 740 Euro pro Jahr an Steuern, die Sie ebenfalls in den Sparplan einzahlen.

Bei Renteneintritt haben Sie ein Guthaben von etwa 87.470 Euro angespart. Das entspricht einer Rendite inklusive Förderung von 2,56 Prozent pro Jahr.

Für die Auszahlung wählen Sie die Sofortrente. Sie erhalten nach derzeitigem Stand eine garantierte Rente von etwa 440 Euro im Monat beziehungsweise 3.672 Euro im Jahr. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent im Alter müssen Sie monatlich rund 77 Euro an Steuern abführen. Durch Überschussbeteiligungen kann die monatliche Rente auch höher ausfallen.

Die Sofortrente besitzt eine Garantiezeit von zehn Jahren. Das bedeutet, dass im Todesfall die Erben Zahlungen bis zehn Jahre nach Auszahlungsbeginn erhalten. Sollten Sie nach drei Jahren versterben, erhalten Ihre Hinterbliebenen also noch sieben Jahre Geld aus dem Vertrag.

So haben wir getestet

Die Auswahl der getesteten Genossenschaftsbanken und Sparkassen haben wir dem Magazin „Finanztest“ (11/2015) zu Riester-Banksparplänen entnommen. Dabei haben wir nur solche Banken berücksichtigt, die den Riester-Banksparplan bundesweit anbieten. Nach der Auswertung von Finanztest waren das im November 2015 24 Institute. Wir haben im März und April 2016 von diesen 24 Instituten die aktuellen Konditionen einzeln erfragt. Am Ende fielen 14 der 24 Banken aus verschiedenen Gründen heraus. Die einzelnen Gründe erfahren Sie in unserem Testartikel.

  • Von drei Banken erhielten wir nach wiederholter und auch telefonischer Nachfrage keine Rückmeldung
  • Drei Banken wollten uns die für eine Untersuchung notwendigen Informationen nicht geben.
  • Drei Banken haben das bundesweite Angebot eingestellt.
  • Fünf Banken nehmen den Riester-Banksparplan bis spätestens Ende Mai 2016 ganz aus dem Vertrieb.

In der folgenden Tabelle finden Sie die Banken, die wir im Test berücksichtigen konnten:

Diese Banken bieten Riester-Banksparpläne an

Bank   aktueller Sparzins p.a.   Standard-Berechnung des Sparzinses   Bonuszahlungen   Verwaltungskosten p.a.   Gebühren bei Wechsel zu Baufinanzierung
Deutsche Skatbank   0,05 %   Umlaufrendite minus 0,5 %   nein   10 €   0 €
Förde Sparkasse   0,01 %   Umlaufrendite minus 0,5 %   nein   0 €   0 €
Kreisparkasse Halle/Westfalen   0,85 %   Gleitende Durchschnitte von Bundeswertpapieren minus 1 %   ab dem 4. Sparjahr, Schlussbonus ab dem 5. Sparjahr   10 €   100 €
Mainzer Volksbank   0,05 %   Umlaufrendite minus 0,5 %   nein   10 €   0 €
Rostocker VR Bank   0,0975 %   75 % der Umlaufrendite   nein   15 €   0 €
Sparda-Bank Hannover   0,01 %   Umlaufrendite minus 0,5 %   nein   0 €   0 €
Volksbank Gronau-Ahaus   0,25 %   Umlaufrendite minus 0,5 %   nein   0 €   0 €
VR Genossenschaftsbank Fulda   0,05 %   Umlaufrendite minus 0,75 %   nein   0 €   0 €
Sparkasse Gelsenkirchen   0,05 %   Gleitende Durchschnitte von Bundeswertpapieren mit Abschlag   Schlussbonus ab dem 6. Sparjahr   0 €   100 €
Sparkasse Holstein   0,97 %   Gleitende Durchschnitte von Pfandbriefen minus 1,1 %   nein   10 €   150 €

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 6. April 2016)

Die Banksparpläne der einzelnen Anbieter unterscheiden sich in der Berechnung ihrer Referenzzinsen, beim Abschlag, in der Gestaltung der Bonuszahlungen und bei den Gebühren. Aus den zehn Angeboten lassen sich vier unterschiedliche Typen herausfiltern. Wie sie sich unterscheiden, lesen Sie im Testartikel. Die vier Typen haben wir für verschiedene Szenarien gegengerechnet.

Wir haben unterstellt, dass Sparer 15 oder 30 Jahre lang monatlich 100 Euro einbezahlen. Für die Umlaufrendite haben wir angenommen, dass sie bei null verharrt oder über 15 Jahre gleichmäßig bis auf 1,5% oder über 30 Jahre bis auf 3% ansteigt. Wir haben zuletzt getestet, wie sich die jährliche Rendite verändert, wenn Sparer Guthaben entnehmen oder nicht. Im ersten Fall verlangen manche Banken Gebühren. Im letzten Fall zahlen einige einen Schlussbonus. Die genauen Ergebnisse finden Sie in unserem Testartikel.

Die staatlichen Zulagen und Steuervorteile lassen alle Renditen deutlich ansteigen. Wie stark, lesen Sie im Artikel „So viel bringt die Förderung“. In diesen Berechnungen ist nicht berücksichtigt, dass Kunden die erhaltenen Rentenzahlungen versteuern müssen. Der hier berechnete Effekt der Förderung lässt sich aber gut mit anderen Riester-Produkten vergleichen. Der tatsächliche Vorteil inklusive Verrentungsphase fällt jedoch geringer aus.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Hallo ,
zunächst einmal sind zwei Sachen entscheidend:
1. was steht im Kleingedruckten bezogen auf den Abschluss des Vertrages sowie evtl. geänderte AGBs, gegen die kein EInspruch erhoben ...
17. Januar 2017 zum Beitrag
Hallo sehr geehrte Community,
wer kann mir zu meiner Frage was sagen:
Seit 2002 habe ich einen Riester-Vertrag bei einer Versorgungskasse. Nun möchte ich diesen Vertrag an meine geänderten ...
13. Januar 2017 zum Beitrag
Hallo zusammen,
seit Anfang letzter Woche versuche ich eine Bank zu finden, die noch Riester-Banksparpläne bundesweit anbietet. Bisher leider erfolglos.
Weiß jemand ob es überhaupt noch ...
12. Januar 2017 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.