Riester-Fondssparplan

Der beste Fondssparplan mit staatlicher Zulage

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Riester-Fondssparplan bietet grundsätzlich die Chance, mit Aktien eine hohe Rendite zu erzielen.
  • Derzeit fahren Anbieter ihre Aktienquoten zurück und investieren mehr in sichere, aber wenig profitable Rentenfonds.
  • Grund ist die Beitragsgarantie. Anbieter müssen zu Rentenbeginn ein Guthaben nachweisen, das allen geleisteten Zahlungen und Zulagen entspricht.
  • Sparer müssen daher darauf achten, dass der Fondssparplan die Balance zwischen Renditechancen und Kosten hält.

So gehen Sie vor

  • Entscheiden Sie sich für einen Fondssparplan, wenn Sie noch mindestens 20 Jahre Zeit bis zur Rente haben und Sie sicher sind, einen Teil ihrer Einzahlungen in Aktien anlegen zu wollen.
  • Wir empfehlen das Angebot von Fairr und die rabattierte Version der DWS Toprente.
  • Gute Alternativen sind die Uniprofirente 4P von Union Investment und die Deka-Bonusrente.
  • Zu Beginn der Auszahlphase sollten Sie prüfen, ob sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt.
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Jahrelang war der Fondssparplan mit Aktien der Liebling der Riester-Anbieter. Sie versprachen Kunden deutlich höhere Renditechancen als bei anderen Riester-Sparformen, bei gleichzeitig begrenztem Risiko. Wie bei allen Riester-Verträgen müssen Anbieter den Sparern alle eingezahlten Beiträge und Zulagen nach der Ansparphase garantieren.

Doch im Niedrigzinsumfeld haben Anbieter Schwierigkeiten, das Versprechen zu erfüllen. Denn der Spielraum, in Aktien anzulegen, wird immer geringer. De facto müssen alle Anbieter früher oder später von Aktien in sichere Anleihen umschichten. Nur so können sie Sparern die eingezahlten Beiträge und Zulagen garantieren. Schaffen sie das nicht, müssen sie aus eigenen Mitteln draufzahlen, um die Beitragsgarantie zu stemmen – das wollen die Anbieter unbedingt verhindern.

Für Riester-Sparer, die sich für einen Fondssparplan interessieren, bedeutet das: Sie sollten einerseits das Anlagemodell des Anbieters verstehen und andererseits auf die Kosten achten. Generell empfehlen wir Riestern mit Aktienfonds nur Sparern, die noch mindestens 20 Jahre, besser 30 Jahre, Zeit bis zur Rente haben. Andernfalls können die Anbieter nur geringe Anteile in Aktienfonds anlegen.

So funktioniert Riestern mit Aktienfonds

Riester-Sparer zahlen meist monatlich einen festen Betrag in den Vertrag ein. Wenn sie die volle staatliche Förderung in Anspruch nehmen wollen, sollten sie 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Jahreseinkommens aufwenden. Für einen Single wären das 1.946 Euro im Jahr, auf die dann 154 Euro Zulagen entfallen. 

Zusätzlich können Riester-Sparer einen Teil der Ausgaben in der Steuererklärung geltend machen, was einer weiteren Förderung entspricht. Sie müssen jedoch beachten, dass sie im Alter auf die dann fälligen Rentenzahlungen Steuern zahlen müssen.

Beim Riestern mit Aktien sind zwei Varianten möglich:

Fondsgebundene Riester-Rentenversicherung - Ein Teil der Sparraten wird in Aktienfonds investiert, die Sie selbst aussuchen können. Aufgrund der hohen Kosten sind die Chancen auf eine gute Rente aber begrenzt. Wir raten daher von solchen fondsgebundenen Verträgen ab.

Riester-Fondssparplan - Auch dabei legt der Anbieter Teile Ihrer Beiträge in Aktienfonds an. Die Fonds gibt allerdings der Anbieter vor. Meist handelt es sich um selbst verwaltete Fonds. Nur in wenigen Tarifen haben Sie geringe Wahlmöglichkeiten. In diesem Ratgeber geht es um diese Variante von Riestern mit Aktien.

Renditeaussichten unsicher

Beim Riestern mit Aktien ist es schwierig, die spätere Rendite zu prognostizieren. Sie hängt von zwei Faktoren ab:

Anlagemodell - Generell gibt es zwei unterschiedliche Vorgehensweisen: Entweder die Anbieter schichten je nach verbleibender Restlaufzeit die Anlagen schrittweise von Aktien in sichere Anleihen – sogenannte Rentenfonds – um (Lebenszyklusmodell). Oder sie investieren je nach Marktlage mehr oder weniger in Aktien (dynamisches Modell). Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld müssen sich diese Anbieter fragen, welchen Anteil der Beiträge sie überhaupt noch in Aktien investieren können, um die Beitragsgarantie nicht zu gefährden.

Kosten - Selbst wenn die Fondsanlage eine ordentliche Rendite erwirtschaftet: Sie nützt Sparern nichts, wenn hohe Kosten sie schmälern. Einige Anbieter verlangen hohe Abschlussgebühren oder Ausgabeaufschläge, dazu kommen Fondsgebühren und Verwaltungskosten. Durch neue Konkurrenten ist inzwischen der Druck auf die Anbieter gestiegen, die Kosten niedrig zu halten.

Insgesamt haben wir acht verschiedene Fondssparpläne untersucht. Die zwei Produkte der Deutschen Bank (DWS) werden über Fondsvermittler mit deutlich reduzierten Kosten angeboten. Deshalb haben wir von der Toprente und der Riesterrente Premium jeweils beide Varianten genauer angeschaut. 

So unterscheiden sich ausgewählte Riester-Fondssparpläne¹

Produkt   Anlage-modell   Abschluss-provision   Ausgabe-aufschlag   Fondskosten Aktienfonds pro Jahr   Fondskosten Rentenfonds pro Jahr   Kontogebühr pro Jahr
Deka-Bonusrente   Lebenszyklus   --   3,5 %   1,2 %   0,9 %   10 €
Deka Zukunftsplan Select   dynamisch   --   5,3 %   2,5 %   1,2 %   10 €
DWS Premium Standard   dynamisch   3,3 %   --   1,8 %   0,5 %   1
Fairriester²   Lebenszyklus   --   --   0,5 %   0,1 %   27 €
Uniprofirente 4P   dynamisch   --   5 %   1,3 %   0,7 %   13,50 €

¹ Bei einigen Angaben handelt sich um Schätzwerte oder Näherungsangaben.
² Bei Fairr fallen je nach Depotwert zusätzlich zwischen 1,5 % und 0,5 % pro Jahr an Kosten an.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. April 2016)

In der Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Unterschiede der Kosten und des Anlagemodells einiger Fondssparpläne. 

Fairriester und die Deka-Bonusrente folgen dem Lebenszyklusmodell. Sie starten mit einem hohen Aktienanteil von etwa 80 Prozent bei mehr als 25 Jahren Restlaufzeit. Die übrigen Sparpläne folgen dynamischen Modellen, bei denen je nach Marktlage von Aktien in Anleihen oder von Anleihen in Aktien umgeschichtet wird. Manche dynamischen Sparpläne wie die Uniprofirente 4P versuchen, Umschichtungen komplett zu vermeiden, während andere Modelle wie die Riesterrente Premium täglich Umschichtungen vornehmen.

Kosten setzen sich sehr unterschiedlich zusammen

Anbieter verlangen in der Regel Fondskosten, Depotgebühren, Abschlusskosten oder Ausgabeaufschläge und Verwaltungskosten. Im Detail berechnen alle Anbieter Kosten für die Verwaltung der Fonds und eine Depotgebühr. Die einmaligen Abschlusskosten werden entweder in Form von Ausgabeaufschlägen beim Kauf der Fonds abgezogen wie beispielsweise bei der DWS Toprente. Oder sie werden über die gesamte Laufzeit gebündelt und in den ersten fünf Jahren von den Einzahlungen abgezogen. Das hat Nachteile für den Kunden, vor allem, wenn er sich dazu entschließt, den Vertrag nicht bis zum Ende durchzuhalten oder beitragsfrei zu stellen.

Der Sparplan von Fairr geht einen anderen Weg: Statt der Abschlusskosten werden Verwaltungskosten zwischen 0,5 und 1,5 Prozent pro Jahr fällig, die sich mit dem Wert des Depots verändern. Eine detailliertere Analyse der Vor- und Nachteile der einzelnen Fondssparpläne finden Sie in unserem Testartikel.

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Hohe Kosten bei den meisten Anbietern

Wie bereits erläutert, macht sich die Rendite am Ende an Kosten und Anlagemodell fest. Letztlich besteht eine Wechselwirkung: Je mehr ein Fondssparplan noch in Aktien investiert, umso teurer ist er. Es wäre daher falsch, eine Empfehlung an den Kosten allein festzumachen. Dennoch sind die Kosten wichtig – sie muss der Kunde in jedem Fall bezahlen, während die Rendite zunächst nur versprochen wird. Um die Kosten zu vergleichen, haben wir für alle Anbieter beispielhaft ein Anlagemodell durchgerechnet. 

In der Tabelle finden Sie die Ergebnisse, beginnend mit dem teuersten Anbieter:

So viel kosten die Fondssparpläne bei kontinuierlichem Umschichten

Produkt   Effektivkosten pro Jahr   Rendite nach Kosten pro Jahr
Deka Zukunftsplan Select   2 %   1 %
Deka Zukunftsplan Classic   1,9 %   1,1 %
Deka-Bonusrente   1,3 %   1,7 %
Uniprofirente 4P   1,3 %   1,7 %
Uniprofirente Select   1,3 %   1,7 %
DWS Premium Standard   1,3 %   1,7 %
DWS Toprente   1,2 %   1,8 %
DWS Premium Standard (rabattiert)   1 %   2 %
Fairriester   0,9 %   2,1 %
DWS Toprente (rabattiert)   0,9 %   2,1 %

Annahmen: Verteilung Aktienquote wie bei Fairr, Rendite vor Kosten 3 %, Einzahlung von 2.100 € p.a., Laufzeit 30 Jahre, Förderung nicht berücksichtigt. 
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 27. April 2016)

Die Übersicht zeigt, dass unter den gewählten Annahmen die Toprente der DWS (rabattiert) und Fairriester am günstigsten sind. Günstig ist auch das rabattierte Angebot der DWS Riesterrente Premium. Dieses Produkt hat jedoch den Nachteil, dass Kunden die Abschlusskosten erst bezahlen und anschließend zurückerstattet bekommen. Das bedeutet, dass die Kunden die Rückerstattungen als Einkommen versteuern müssen und diese zunächst nicht in den Vertrag fließen.

Die Reihenfolge der Anbieter gilt auch, wenn wir andere Anlagemodelle unterstellen, etwa eine konstante Aktienquote von 30 oder 100 Prozent über die gesamte Laufzeit.

Vier Anbieter stechen in der Gesamtanalyse hervor

Um zu sehen, welcher Anbieter die niedrigsten Kosten mit den besten Renditechancen verknüpft, haben wir einen qualitativen Ansatz gewählt. Das bedeutet, wir haben anhand mehrerer gewichteter Kriterien eine Gesamtnote für den Fondssparplan ermittelt.

Konkret fließen in den Test einerseits Berechnungen zu den zu erwartenden Kosten ein, andererseits qualitative Kriterien wie das Anlagemodell, die Art der verwendeten Fonds und die Frage, wie sicher die Anbieter für die Beiträge der Sparer garantierten können. In den einzelnen Kategorien sind Bewertungen zwischen einem und fünf Punkten möglich.

Folgende Tabelle zeigt die Endergebnisse:

So schneiden die besten vier Riester-Fondssparpläne ab

Produkt   Punktzahl Kosten   Punktzahl Renditechancen   Gesamtpunktzahl (alle Kriterien)
Gewichtung   35 %   30 %   100 %
Fairriester   4   3   3,4
DWS Toprente (rabattiert)   4   3   3,3
Uniprofirente 4P   2   4   2,95
Deka-Bonusrente   2   3   2,95

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. April 2016)

Demnach erzielen der Sparplan von Fairr mit 3,4 und die rabattierte DWS Toprente der Deutschen Bank mit 3,3 Punkten die besten Werte. Dahinter folgen mit jeweils knapp 3 Punkten die seit Juli 2015 am Markt erhältliche neue Uniprofirente 4P von Union Investment und die Deka-Bonusrente der Sparkassen. 

Fondssparplan von Fairr auf Platz 1

Das Unternehmen Fairr vermittelt den Fondssparplan, die Kundengelder werden von der Sutor Bank aus Hamburg verwaltet. Positiv fallen die niedrigen Kosten auf und die Verwendung von Indexfonds: Die Bank investiert in ETFs, die den Wert eines Börsenindex nachbilden, und in quasi-ETFs des Anbieters Dimensional Fund Advisors. Letztere folgen nicht nur starr einem Index, sondern investieren nach vorgegebenen Regeln mehr in Großkonzerne oder kleine Firmen.

Negativ ist uns die Verteilung der Kosten aufgefallen: Besonders zu Beginn müssen Kunden mit hohen Kosten im Verhältnis zum Depotwert rechnen, die erst im Laufe der Zeit abnehmen. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Beitragsgarantie: Diese stammt von der Sutor Bank, deren Bonität im Gegensatz zu den Konkurrenten schwierig zu bewerten ist. Sorgen um das angesparte Kapital müssen sich Riester-Sparer aber nicht machen: Die Beiträge werden in Fonds investiert und sind Sondervermögen. Sie sind deshalb vor Pleiten von sowohl Fairr als auch der Sutor Bank geschützt. Lesen Sie hierzu auch unseren Fairr-Detailartikel.

Fairriester
Fondssparplan von Fairr und Sutor Bank

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • keine Abschlusskosten – niedrige Gesamtkosten von etwa 1 Prozent pro Jahr
  • Anlage in kostengünstige Indexfonds (ETF)
  • Lebenszyklusmodell – Fonds werden nach festem Muster in sichere Anlagen umgeschichtet
  • Fonds sind Sondervermögen und bleiben im Besitz des Kunden
  • Auszahlung als Sofortrente durch Versicherer Mylife
  • unklar, ob Sutor Bank im Ernstfall für Riester-Beitragsgarantie einstehen kann

DWS Toprente mit Rabatt auf Platz 2

Die DWS Toprente der Deutschen Bank ist ein Klassiker unter den Riester-Fondssparplänen. Normalerweise sind die Kosten relativ hoch, was unter anderem an den Ausgabeaufschlägen von regulär 4,5 Prozent der Einzahlungen liegt. Doch Fondsvermittler wie AVL, fondsvermittlung.de, fonds-for-less.de oder Trigonus bieten den Fondssparplan komplett ohne Ausgabeaufschläge an. Dies ist nicht nur günstiger für den Kunden, auch die Chance auf hohe Aktienquoten erhöht sich, da die Ausgabeaufschläge nicht erst für die Beitragsgarantie zurückverdient werden müssen.

Abzüge erhält die Toprente für das Verwenden von aktiv gemanagten Fonds, die nicht unbedingt der allgemeinen Entwicklung der Aktienmärkte folgen. Auch die Verwendung des dynamischen Anlagekonzepts, das häufige Umschichtungen zwischen Aktien und Anleihen zulässt, führt zu einer Abwertung gegenüber den transparenteren Lebenszyklusmodellen.

DWS Toprente Dynamik
Fondssparplan der Deutschen Bank über Vermittler

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • niedrige Gesamtkosten von unter 1 Prozent pro Jahr
  • dynamisches Modell: Guthaben wird je nach Marktlage von Aktien in Anleihen umgeschichtet
  • Fonds sind Sondervermögen und bleiben im Besitz des Kunden
  • aktive Fonds: Sparplan investiert in hauseigene Aktien- und Rentenfonds
DWS Toprente Dynamik

Alternativ: Uniprofirente 4P von Union Investment

Die Uniprofirente 4P von Union Investment wird in Volks- und Raiffeisenbanken vertrieben. Der Sparplan soll möglichst lange so viel wie möglich in Aktien investieren und setzt somit das Konzept des Fondssparplans am besten um. Der Nachteil: Sollten Verluste auftreten, kann es sein, dass die Aktienfonds dauerhaft in Rentenfonds umgeschichtet werden. Eine Erhöhung der Aktienquote ist dann nur durch neue Einzahlungen möglich.

Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen steigt die Wahrscheinlichkeit der Umschichtung: Deshalb hat die Union reagiert und ihr Modell im Juli 2015 angepasst: Der Aktienfonds Uniglobal Vorsorge ist jetzt kein reiner Aktienfonds mehr. Die Aktienquote kann je nach Marktlage zwischen 50 und 120 Prozent betragen. Eine Aktienquote von mehr als 100 Prozent ist möglich, wenn der Fondsanbieter über spezielle Finanzinstrumente zusätzliche Aktien "auf Kredit" kauft. Das soll die Wertschwankungen des Fonds mindern und somit seltener zu Umschichtungen führen. Bei den Kosten liegt die Uniprofirente im Mittelfeld.

Uniprofirente 4P
Fondssparplan von Union Investment

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Sparplan mit bester Aktienquote
  • Gesamtkosten im Mittelfeld
  • in Krisenzeiten droht dauerhafte Umschichtung in sichere Fonds
  • aktive Fonds: Sparplan investiert in hauseigene Aktien- und Rentenfonds

Uniprofirente 4P

Alternativ: Deka-Bonusrente

Die Deka-Bonusrente erhalten Kunden bei den Sparkassen. Der Sparplan folgt dem Lebenszyklusmodell und schichtet schrittweise von Aktien in Anleihen um. Die Kosten des Vertrags liegen im Mittelfeld. Auch die Renditechancen sind durchschnittlich. Ähnlich wie bei der Uniprofirente wurde der Aktienfonds Deka Br-100 umgestellt, in den Kunden bei langen Restlaufzeiten investieren. Er ist kein reiner Aktienfonds mehr – vielmehr legt der Anbieter je nach Marktlage zwischen 61 und 100 Prozent in Aktien an. Das mindert die Wertschwankungen, schmälert aber im Vergleich zu einem reinen Aktienfonds auch die Renditechancen.

Deka-Bonusrente
Fondssparplan der Sparkassen-Gruppe

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Lebenszyklusmodell: Fonds werden nach festem Muster in sichere Anlagen umgeschichtet
  • Gesamtkosten im Mittelfeld
  • aktive Fonds: Sparplan investiert in hauseigene Aktien- und Rentenfonds

Deka-Bonusrente

Details dazu, wie wir alle Anbieter in den verschiedenen Kategorien bewertet haben, finden Sie in unserem Testartikel.

So viel bringt die Förderung

Um zu verstehen, wie sich die Kosten zu den Renditechancen der Fonds verhalten, haben wir zunächst ohne Fördereffekte gerechnet.

Tatsächlich erhalten Sparer aber staatliche Zulagen und genießen Steuervorteile. Berücksichtigt man die Zulagen und die volle Steuerersparnis, ergibt sich aus den verbleibenden Nettoeinzahlungen ein deutlicher Zinseszinseffekt über die Jahre. Die Renditen sind im Vergleich zum ungeförderten Fall deutlich höher.

Wie hoch der Effekt ausfällt, haben wir am Beispiel des Fairr-Fondssparplans für einen Single mit einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro brutto ausgerechnet, der die maximale Förderung in Anspruch nimmt. Dabei haben wir verschiedene Renditeentwicklungen angenommen. Der Sparer erhält 154 Euro Zulagen, die direkt in den Vertrag fließen, und Steuererleichterungen von etwa 690 Euro im Jahr, die wir mit den Einzahlungen in den Vertrag verrechnen.

Modellrechnung: Sparplan über 30 Jahre mit Fairriester¹

angenommene jährliche Rendite²   Endstand     Minderung Rendite pro Jahr (durch Kosten) zusätzliche jährliche Rendite durch Förderung³ Gesamtrendite pro Jahr¹¹
0 %   61.742 €     0 %²² 3,3 % 3,3%
4 %   100.556 €     0,9 % 3 % 6,1 %
8 %   197.111 €     1 % 2,8 % 9,8 %

¹ Grundlage: Single, keine Kinder, 50.000 € Jahreseinkommen, Eigenbeitrag von 162 € pro Monat.
² Rendite vor Kosten und Steuern.
³ Bis zum Renteneintritt, keine Betrachtung der Rentenphase.
¹¹ Durch Zinseszinseffekte ändert sich diese Rendite.
²² Es entstehen keine Kosten, da sämtliche Beiträge und Zuzahlungen garantiert werden.
Quelle: Fairr, Finanztip-Berechnungen (Stand: 3. Mai 2016)

Die zusätzliche Rendite durch die Förderung liegt also bei etwa 3 Prozent. Die Größenordnung des Effekts ist für alle Fondssparpläne gleich.

Bei dieser Berechnung haben wir nicht berücksichtigt, dass die Rentenzahlungen im Alter versteuert werden müssen. Da Verbraucher im Rentenalter meist einen niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben haben, sparen sie mit dem Riester-Modell insgesamt Steuern, wie in unserem Artikel zur Riester-Förderung beschrieben.

Prüfen Sie, ob ein Wechsel infrage kommt

Wenn Sie bereits einen Riester-Vertrag besitzen, können Sie überlegen, ob es sich lohnt, zu einem anderen Anbieter oder einem anderen Riester-Produkt zu wechseln. Dies ist grundsätzlich möglich, Sie können Ihr Riester-Guthaben übertragen. Der Übertrag ist aber nicht immer kostenfrei.

Was es beim Wechsel zu beachten gibt und wie Sie sich insbesondere von teuren oder wenig rentablen Riester-Fondssparplänen trennen, erläutern wir in unserem Detailartikel

Vergleichen Sie vor Renteneintritt die Angebote

Zum Beginn der Rentenphase können Sie wählen, was Sie mit Ihrem angesparten Kapital machen wollen. Laut Gesetz muss die Auszahlung von Riester-Verträgen zwar als lebenslange Rente erfolgen. Jedoch können Sie einmalig bis zu 30 Prozent des Guthabens entnehmen. Dieses Geld müssen Sie – wie die monatlichen Rentenzahlungen auch – voll versteuern.

Es ist offen, ob die Renten zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie in Rente gehen, höher sind als heute oder niedriger. Für niedrigere Renten spricht grundsätzlich die steigende Lebenserwartung in Deutschland. Diese ist in den meisten Tarifen bereits eingerechnet. Für höhere Rentenzahlungen aber spricht, dass derzeit die Zinsen historisch niedrig sind und in Zukunft wahrscheinlich höher liegen werden. Das bedeutet auch höhere Renten. 

In jedem Fall lohnt es sich, gegen Ende der Auszahlungsphase Angebote für die Rentenphase einzuholen. Sie sind nicht an einen Versicherer gebunden, sondern können den Anbieter frei wählen. Derzeit befindet sich der größte Teil der Riester-Verträge noch in der Ansparphase; der Markt für die Rentenzahlungen an Riester-Kunden ist daher noch relativ klein und die Angebote sind oft wenig attraktiv. Im Laufe der nächsten Jahre könnten mehr Anbieter diesen Markt für sich entdecken und die Angebote deshalb deutlich besser sein als heute.

So haben wir getestet

Wir haben im April 2016 die wichtigsten Riester-Fondssparpläne nach den Kriterien Höhe der Kosten (35 Prozent Gewicht), Verteilung der Kosten (5 Prozent), Wahl zwischen aktiv und passiv verwalteten Fonds (5 Prozent), Güte der Garantie (10 Prozent), Anlagemodell (15 Prozent) und Renditechancen (30 Prozent) getestet.

Wir sind von den Riester-Fondssparplänen ausgegangen, die auch die Stiftung Warentest in ihrem Test vom Oktober 2015 untersucht hat. Ausgeschlossen haben wir Verträge, bei denen die Aktienquote von Beginn an beschränkt ist, da sich die Angebote nur lohnen, wenn möglichst viel in Aktien investiert wird. Das gilt insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen, in denen mit Rentenfonds kaum Rendite zu erwarten ist.

Herausgefallen sind daher die Uniprofirente Select mit Mischfonds sowie die DWS Toprente Balance und die DWS Riesterrente Premium Balance. Der Sparplan Sutor-Riester-Depot der Sutor Bank wird derzeit komplett überarbeitet und voraussichtlich Ende 2016 in neuer Form angeboten. Diesen Sparplan konnten wir deshalb nicht berücksichtigen.

Es verbleiben acht Sparpläne von vier verschiedenen Banken. Die zwei Angebote der Deutschen Bank (DWS) werden über Fondsvermittler im Internet mit deutlich reduzierten Kosten angeboten. Deshalb haben wir von der Toprente und der Riesterrente Premium jeweils zwei Varianten untersucht.

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse zusammen. Eine genauere Begründung für die einzelnen Bewertungen finden Sie in unserem Testartikel.

So haben die Anbieter abgeschnitten

    Kosten       Fonds   Garantie   Anlagemodell            
Produkt   Höhe   Verteilung   aktiv oder passiv   Umfang und Bonität   Lebenszyklus oder dynamisch   Rendite-chancen   Gesamtpunkte   Platz
Fairriester   4   2   4   2   4   3   3,4   1
DWS Toprente (rabattiert)   4   4   2   4   2   3   3,3   2
Uniprofirente 4P   2   3   2   5   2   4   3,0   3
Deka-Bonusrente   2   3   2   5   4   3   3,0   3
Uniprofirente Select   2   3   2   5   2   2   2,4   5
DWS Zukunftsplan Select   1   3   2   5   2   3   2,3   6
DWS Toprente   2   3   2   4   2   2   2,3   6
DWS Riesterrente Premium (rabattiert)   3   1   2   4   2   1   2,2   8
Zukunftsplan Classic   1   4   2   5   2   2   2,1   9
DWS Riesterrente Premium   2   1   2   4   2   1   1,9   10
Gewichtung   35 %   5 %   5 %   10 %   15 %   30 %        

Quelle: Finanztip (Stand: 3. Mai 2016)

Diese Riester-Rente ist die richtige für Sie

Manuel Kayl
Experte für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.
  • Viele Varianten zur Auswahl.

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Mit 5 Euro mtl. starten, dann sind auch die gezillmerten Kosten entsprechend
niedrig, dann den Beitrag auf die notwendige Höhe um ...
25. Mai 2016 zum Beitrag
Hallo ,
natürlich hast du mit deinen Behauptungen recht, keiner kann in die Zukunft schauen und man kann immer erst im Nachhinein beurteilen, ob sich etwas wirklich gelohnt hat.
Wir versuchen ...
11. Mai 2016 zum Beitrag
Hallo ,
vielen Dank für die Antwort.
Ich finde das alles sehr schwierig zu entscheiden.
Gehen wir mal davon aus ich würde den Vertrag beitragsfrei stellen oder das Guthaben auf eine ...
11. Mai 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Manuel Kayl ist bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Studiert hat er an der TU München und dem Max-Planck-Institut für Physik.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

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