Riester-Fondssparplan

Der beste Fondssparplan mit staatlicher Zulage

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Riester-Fondssparplan bietet grundsätzlich die Chance, mit Aktien eine hohe Rendite zu erzielen.
  • Sparer müssen sich für eines von zwei Anlagemodelle entscheiden: das Lebenszyklusmodell oder das dynamische Modell.
  • Beim Lebenszyklusmodell setzen Anleger auf eine Mischrendite aus Aktien- und Anleihe-Erträgen.
  • Beim dynamischen Modell können Anleger höhere Erträge als im Lebenszyklusmodell erreichen. Das Risiko ist aber größer, am Ende nur die garantierten Einzahlungen herauszubekommen.
  • Die aktuell sehr niedrigen Zinsen verstärken zurzeit die jeweiligen Nachteile der beiden Modelle.
  • Sparer sollten neben den Renditechancen auch auf die Kosten achten.

So gehen Sie vor

  • Entscheiden Sie sich für einen Fondssparplan, wenn Sie noch mindestens 20 Jahre Zeit bis zur Rente haben und Sie sicher sind, einen Teil ihrer Einzahlungen in Aktien anlegen zu wollen.
  • Wir empfehlen das Angebot von Fairr, das die Aktienbeteiligung über die Laufzeit systematisch reduziert und geringe Kosten erzeugt.
  • Für Sparer, die eine Chance auf höhere Aktienquoten als bei Fairr haben wollen, empfehlen wir die rabattierte Version der DWS Toprente.
  • Alternativen sind die Uniprofirente 4P von Union Investment und die Deka-Bonusrente.
  • Vor Beginn der Auszahlphase sollten Sie prüfen, ob sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt.
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Jahrelang war der Fondssparplan mit Aktien der Liebling der Riester-Anbieter. Sie versprachen Kunden deutlich höhere Renditechancen als bei anderen Riester-Sparformen, bei gleichzeitig begrenztem Risiko. Wie bei allen Riester-Verträgen müssen Anbieter den Sparern alle eingezahlten Beiträge und Zulagen nach der Ansparphase garantieren.

Doch im Niedrigzinsumfeld haben Anbieter Schwierigkeiten, das Versprechen zu erfüllen. Denn der Spielraum, in Aktien anzulegen, wird immer geringer. De facto müssen alle Anbieter früher oder später von Aktien in sichere Anleihen umschichten. Nur so können sie Sparern die eingezahlten Beiträge und Zulagen garantieren. Schaffen sie das nicht, müssen sie aus eigenen Mitteln draufzahlen, um die Beitragsgarantie zu stemmen – das wollen die Anbieter unbedingt verhindern.

Zwischen Anfang Juni und November 2016 waren die durchschnittlichen Renditen deutscher Staatsanleihen (Umlaufrendite) negativ. Derart extreme Zinsen verschärfen die Probleme der Angebote noch einmal deutlich.

Für Riester-Sparer, die sich für einen Fondssparplan interessieren, bedeutet das: Sie sollten einerseits das Anlagemodell des Anbieters verstehen und andererseits auf die Kosten achten. Grundsätzlich empfehlen wir das Riestern mit Aktienfonds nur Sparern, die noch mindestens 20 Jahre, besser 30 Jahre, Zeit bis zur Rente haben. Andernfalls können die Anbieter nur geringe Anteile in Aktienfonds anlegen.

So funktioniert Riestern mit Aktienfonds

Riester-Sparer zahlen meist monatlich einen festen Betrag in den Vertrag ein. Wenn sie die volle staatliche Förderung in Anspruch nehmen wollen, sollten sie 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Jahreseinkommens aufwenden. Für einen Single wären das maximal 1.946 Euro im Jahr, auf die dann 154 Euro Zulagen entfallen. 

Zusätzlich können Riester-Sparer einen Teil der Ausgaben in der Steuererklärung geltend machen, was einer weiteren Förderung entspricht. Sie müssen jedoch beachten, dass sie im Alter auf die dann fälligen Rentenzahlungen Steuern zahlen müssen.

Beim Riestern mit Aktien haben Sie die Wahl zwischen zwei Varianten:

Fondsgebundene Riester-Rentenversicherung - Ein Teil der Sparraten wird in Aktienfonds investiert, die Sie selbst aussuchen können. Aufgrund der hohen Kosten sind die Chancen auf eine gute Rente aber begrenzt. Wir raten daher von solchen fondsgebundenen Verträgen ab.

Riester-Fondssparplan - Auch dabei legt der Anbieter Teile Ihrer Beiträge in Aktienfonds an. Die Fonds gibt allerdings der Anbieter vor. Meist handelt es sich um selbst verwaltete Fonds. Nur in wenigen Tarifen haben Sie geringe Wahlmöglichkeiten. In diesem Ratgeber geht es um diese Variante des Riesterns mit Aktien.

Renditeaussichten unsicher

Beim Riestern mit Aktien ist es schwierig, die spätere Rendite zu prognostizieren. Sie hängt von zwei Faktoren ab:

Anlagemodell - Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Vorgehensweisen: Einige Anbieter schichten je nach verbleibender Restlaufzeit die Anlagen schrittweise von Aktien in sichere Anleihen – sogenannte Rentenfonds – um (Lebenszyklusmodell). Im Niedrigzinsumfeld bringen die Rentenfonds allerdings wenig bis gar keinen Ertrag. Die Anlagerendite des Vertrags liegt dann deutlich unter der eines reinen Aktieninvestments.

Alternativ investieren Anbieter je nach Marktlage mehr oder weniger in Aktien (dynamisches Modell). Eine Aktienquote von 100 Prozent ist dem Modell nach möglich. Bei Zinsen nahe Null oder zuletzt Negativzinsen kann andererseits der gesamte Beitrag direkt in Anleihen fließen oder nur kurz in Aktien verweilen: Nur so können die Anbieter die eingezahlten Beiträge garantieren. Die Chance auf eine hohe Aktienquote für die Laufzeit ist in einem solchen Umfeld deutlich geringer als auf Normalzinsniveau.

Beim Lebenszyklusmodell setzen Anleger also auf eine Mischrendite aus Aktien- und Anleiheerträgen, wobei letztere nahe Null liegen. Sie verzichten auf die Chance hoher Aktienquoten. Dafür haben sie eine Aktienquote größer null bis kurz vor Ende der Ansparphase sicher.

Beim dynamischen Modell können Anleger größere Erträge als im Lebenszyklusmodell erreichen. Allerdings ist – je niedriger das Zinsniveau – auch die Wahrscheinlichkeit umso höher, am Ende nur die garantierten Einzahlungen herauszubekommen.

Kosten - Selbst wenn die Fondsanlage eine ordentliche Rendite erwirtschaftet: Sie nützt Sparern nichts, wenn hohe Kosten sie schmälern. Einige Anbieter verlangen hohe Abschlussgebühren oder Ausgabeaufschläge, dazu kommen Fondsgebühren und Verwaltungskosten. Durch neue Konkurrenten ist inzwischen der Druck auf die Anbieter gestiegen, die Kosten niedrig zu halten.

Insgesamt haben wir im April 2016 acht verschiedene Fondssparpläne untersucht. Die zwei Produkte der Deutschen Bank (DWS) werden über Fondsvermittler mit deutlich reduzierten Kosten angeboten. Deshalb haben wir von der Toprente und der Riesterrente Premium jeweils beide Varianten genauer angeschaut. 

Acht Fondssparpläne im Vergleich

Im April 2016 haben wir acht verschiedene Fondssparpläne untersucht. Die zwei Produkte der Deutschen Bank (DWS) werden über Fondsvermittler mit deutlich reduzierten Kosten angeboten. Deshalb haben wir von der Toprente und der Riesterrente Premium jeweils beide Varianten genauer angeschaut.

In der Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Unterschiede der Kosten und des Anlagemodells einiger ausgewählter Fondssparpläne.

So unterscheiden sich ausgewählte Riester-Fondssparpläne¹

Produkt   Anlage-modell   Abschluss-provision   Ausgabe-aufschlag   Fondskosten Aktienfonds pro Jahr   Fondskosten Rentenfonds pro Jahr   Kontogebühr pro Jahr
Deka-Bonusrente   Lebenszyklus   --   3,5 %   1,2 %   0,9 %   10 €
Deka Zukunftsplan Select   dynamisch   --   5,3 %   2,5 %   1,2 %   10 €
DWS Premium Standard   dynamisch   3,3 %   --   1,8 %   0,5 %   18 €
Fairriester²   Lebenszyklus   --   --   0,5 %   0,1 %   27 €
Uniprofirente 4P   dynamisch   --   5 %   1,3 %   0,7 %   13,50 €

¹ Bei einigen Angaben handelt sich um Schätzwerte oder Näherungsangaben.
² Bei Fairr fallen je nach Depotwert zusätzlich zwischen 1,5 % und 0,5 % pro Jahr an Kosten an.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. April 2016)

In der Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Unterschiede der Kosten und des Anlagemodells einiger Fondssparpläne. 

Fairriester und die Deka-Bonusrente folgen dem Lebenszyklusmodell. Sie starten mit einem hohen Aktienanteil von etwa 80 Prozent bei mehr als 25 Jahren Restlaufzeit. Die übrigen Sparpläne folgen dynamischen Modellen, bei denen je nach Marktlage von Aktien in Anleihen oder von Anleihen in Aktien umgeschichtet wird. Manche dynamische Sparpläne wie die Uniprofirente 4P versuchen, Umschichtungen komplett zu vermeiden, während andere Modelle wie die DWS Riesterrente Premium täglich umschichten.

Kosten setzen sich sehr unterschiedlich zusammen
Anbieter verlangen in der Regel Fondskosten, Depotgebühren, Abschlusskosten oder Ausgabeaufschläge und Verwaltungskosten. Im Detail berechnen alle Anbieter Kosten für die Verwaltung der Fonds und eine Depotgebühr. Die einmaligen Abschlusskosten werden entweder in Form von Ausgabeaufschlägen beim Kauf der Fonds abgezogen, beispielsweise bei der DWS Toprente. Oder sie werden über die gesamte Laufzeit gebündelt und in den ersten fünf Jahren von den Einzahlungen abgezogen, wie beim Produkt DWS Premium Standard. Das hat Nachteile für den Kunden, vor allem, wenn er sich dazu entschließt, den Vertrag nicht bis zum Ende durchzuhalten oder beitragsfrei zu stellen.

Der Sparplan von Fairr geht einen anderen Weg: Statt der Abschlusskosten werden Verwaltungskosten zwischen 0,5 und 1,5 Prozent pro Jahr fällig, die sich mit dem Wert des Depots verändern. Eine detailliertere Analyse der Vor- und Nachteile der einzelnen Fondssparpläne finden Sie in unserem Testartikel.

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Hohe Kosten bei den meisten Anbietern

Wie bereits erläutert, macht sich die Rendite am Ende an Kosten und Anlagemodell fest. Letztlich besteht eine Wechselwirkung: Je mehr ein Fondssparplan noch in Aktien investiert, umso teurer ist er. Es wäre daher falsch, eine Empfehlung an den Kosten allein festzumachen. Dennoch sind die Kosten wichtig – sie muss der Kunde in jedem Fall bezahlen, während die Rendite zunächst nur versprochen wird. Um die Kosten zu vergleichen, haben wir für alle Anbieter beispielhaft ein Anlagemodell durchgerechnet. 

In der Tabelle finden Sie die Ergebnisse, beginnend mit dem teuersten Anbieter:

So viel kosten die Fondssparpläne bei kontinuierlichem Umschichten

Produkt   Effektivkosten pro Jahr   Rendite nach Kosten pro Jahr
Deka Zukunftsplan Select   2 %   1 %
Deka Zukunftsplan Classic   1,9 %   1 %
Deka-Bonusrente   1,3 %   1,7 %
Uniprofirente 4P   1,3 %   1,7 %
Uniprofirente Select   1,3 %   1,7 %
DWS Premium Standard   1,3 %   1,7 %
DWS Toprente   1,2 %   1,8 %
DWS Premium Standard (rabattiert)   1 %   2 %
Fairriester   0,9 %   2,1 %
DWS Toprente (rabattiert)   0,9 %   2,1 %

Annahmen: Verteilung Aktienquote wie bei Fairr, Rendite vor Kosten gerundet 3 %, Einzahlung von 2.100 € p.a., Laufzeit 30 Jahre, Förderung nicht berücksichtigt. Alle Ergebnisse sind auf die erste Nachkommastelle gerundet. 
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 27. April 2016)

Die Übersicht zeigt, dass unter den gewählten Annahmen die Toprente der DWS (rabattiert) und Fairriester am günstigsten sind. Günstig ist auch das rabattierte Angebot der DWS Riesterrente Premium. Dieses Produkt hat jedoch den Nachteil, dass Kunden die Abschlusskosten erst bezahlen und anschließend zurückerstattet bekommen. Das bedeutet, dass die Kunden die Rückerstattungen als Einkommen versteuern müssen und diese zunächst nicht in den Vertrag fließen.

Die Reihenfolge der Anbieter gilt auch, wenn wir andere Anlagemodelle unterstellen, etwa eine konstante Aktienquote von 30 oder 100 Prozent über die gesamte Laufzeit.

Vier Anbieter stechen in der Gesamtanalyse hervor

Um zu sehen, welcher Anbieter die niedrigsten Kosten mit den besten Renditechancen verknüpft, haben wir einen qualitativen Ansatz gewählt. Das bedeutet, wir haben anhand mehrerer gewichteter Kriterien eine Gesamtnote für den Fondssparplan ermittelt.

Konkret fließen in die Analyse einerseits Berechnungen zu den zu erwartenden Kosten ein, andererseits qualitative Kriterien wie das Anlagemodell, die Art der verwendeten Fonds und die Frage, wie sicher die Anbieter für die Beiträge der Sparer garantierten können. In den einzelnen Kategorien sind Bewertungen zwischen einem und fünf Punkten möglich.

Folgende Tabelle zeigt die Endergebnisse:

So schneiden die besten vier Riester-Fondssparpläne ab

Produkt   Punktzahl Kosten   Punktzahl Renditechancen¹   Gesamtpunktzahl (alle Kriterien)
Gewichtung   35 %   30 %   100 %
Fairriester   4   3   3,4
DWS Toprente (rabattiert)   4   3   3,3
Uniprofirente 4P   2   4   2,95
Deka-Bonusrente   2   3   2,95

¹ Die Bewertung gilt für ein niedriges, jedoch leicht positives Zinsniveau.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. April 2016)

Demnach erzielen der Sparplan von Fairr mit 3,4 und die rabattierte DWS Toprente der Deutschen Bank mit 3,3 Punkten die besten Werte. Dahinter folgen mit jeweils knapp 3 Punkten die seit Juli 2015 am Markt erhältliche neue Uniprofirente 4P von Union Investment und die Deka-Bonusrente der Sparkassen. 

Fondssparplan von Fairr auf Platz 1
Das Unternehmen Fairr vermittelt den Fondssparplan, die Kundengelder werden von der Sutor Bank aus Hamburg verwaltet. Der Fondssparplan von Fairr folgt dem Lebenszyklusmodell. Das heißt, über die Laufzeit wird die Aktienquote kontinuierlich reduziert, der Anleiheanteil im Portfolio steigt. Anleger verzichten auf die Chance hoher Aktienquoten. Dafür haben sie eine Aktienquote größer null bis kurz vor Ende der Ansparphase sicher. 

Positiv fallen die niedrigen Kosten auf und der Einsatz von Indexfonds: Die Bank investiert in ETFs (kurz für Exchange Traded Funds), die den Wert eines Börsenindex nachbilden, und in quasi-ETFs des Anbieters Dimensional Fund Advisors. Letztere folgen nicht nur starr einem Index, sondern investieren nach vorgegebenen Regeln mehr in Großkonzerne oder kleine Firmen.

Negativ ist uns die Verteilung der Kosten aufgefallen: Besonders zu Beginn müssen Kunden mit hohen Kosten im Verhältnis zum Depotwert rechnen, die erst im Laufe der Zeit abnehmen. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Beitragsgarantie: Diese stammt von der Sutor Bank, deren Bonität im Gegensatz zu den Konkurrenten schwierig zu bewerten ist. Sorgen um das angesparte Kapital müssen sich Riester-Sparer aber nicht machen: Die Beiträge werden in Aktien- und Anleihefonds investiert und sind damit Sondervermögen. Sie sind deshalb vor Pleiten von sowohl Fairr als auch der Sutor Bank geschützt. Lesen Sie hierzu auch unseren Fairr-Detailartikel.

Fairriester
Fondssparplan von Fairr und Sutor Bank

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • keine Abschlusskosten – niedrige Gesamtkosten von etwa 1 Prozent pro Jahr
  • Anlage in kostengünstige Indexfonds (ETF)
  • Lebenszyklusmodell – Fonds werden nach festem Muster in sichere Anlagen umgeschichtet
  • Fonds sind Sondervermögen und bleiben im Besitz des Kunden
  • Auszahlung als Sofortrente durch Versicherer Mylife
  • unklar, ob Sutor Bank im Ernstfall für Riester-Beitragsgarantie einstehen kann

DWS Toprente mit Rabatt auf Platz 2
Die DWS Toprente der Deutschen Bank ist ein Klassiker unter den Riester-Fondssparplänen. Sie folgt einem dynamischen Anlagemodell: Je nach Marktlage wird ein größerer oder kleinerer Teil der Beiträge in Aktien investiert. Im schlimmsten Fall kann der Aktienanteil dauerhaft auf null stehen.

Normalerweise sind die Kosten relativ hoch, was unter anderem an den Ausgabeaufschlägen von regulär 4,5 Prozent der Einzahlungen liegt. Doch Fondsvermittler wie AVL, fondsvermittlung.de, fonds-for-less.de oder Trigonus bieten den Fondssparplan komplett ohne Ausgabeaufschläge an. Dies ist nicht nur günstiger für den Kunden, auch die Chance auf hohe Aktienquoten erhöht sich, da die Ausgabeaufschläge nicht erst für die Beitragsgarantie zurückverdient werden müssen.

Abzüge erhält die Toprente für das Verwenden von aktiv gemanagten Fonds, die nicht unbedingt der allgemeinen Entwicklung der Aktienmärkte folgen. Auch das dynamische Anlagekonzept selbst, das häufiges Umschichten zwischen Aktien und Anleihen zulässt, führt dazu, dass wir es im Vergleich zu den transparenteren Lebenszyklusmodellen abwerten.

DWS Toprente Dynamik
Fondssparplan der Deutschen Bank über Vermittler

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • niedrige Gesamtkosten von unter 1 Prozent pro Jahr
  • dynamisches Modell: Guthaben wird je nach Marktlage von Aktien in Anleihen umgeschichtet
  • Fonds sind Sondervermögen und bleiben im Besitz des Kunden
  • aktive Fonds: Sparplan investiert in hauseigene Aktien- und Rentenfonds
DWS Toprente Dynamik

Alternativ: Uniprofirente 4P von Union Investment
Die Uniprofirente 4P von Union Investment wird in Volks- und Raiffeisenbanken vertrieben. Der Sparplan soll möglichst lange so viel wie möglich in Aktien investieren. Im Juli 2015 hat Union Investment auf das Niedrigzinsumfeld reagiert und den alten Aktienfonds Uniglobal durch eine Art Mischfonds, den Uniglobal Vorsorge, ersetzt. Das soll die Wertschwankungen des Fonds mindern und somit seltener zu Umschichtungen führen. Die Aktienquote kann nun je nach Marktlage zwischen 50 und 120 Prozent betragen. So Aktienquote von mehr als 100 Prozent ist möglich, indem der Fondsanbieter über spezielle Finanzinstrumente zusätzliche Aktien „auf Kredit“ kauft.

Der Nachteil: Sollten Verluste auftreten, kann es sein, dass das Guthaben aus Aktienfonds dauerhaft in Rentenfonds umgeschichtet wird. Eine Beteiligung am Aktienmarkt ist dem Modell nach dann nur durch neue Einzahlungen möglich. Mit sinkendem Zinsniveau steigt das Risiko, dass auch der neu angesparte Aktienanteil wieder umgeschichtet wird, um das Garantiekapital zu halten. Bei den Kosten liegt die Uniprofirente im Mittelfeld.

Uniprofirente 4P
Fondssparplan von Union Investment

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Sparplan mit bester Aktienquote
  • Gesamtkosten im Mittelfeld
  • in Krisenzeiten droht dauerhafte Umschichtung in sichere Fonds
  • aktive Fonds: Sparplan investiert in hauseigene Aktien- und Rentenfonds

Uniprofirente 4P

Alternativ: Deka-Bonusrente
Die Deka-Bonusrente gibt es bei den Sparkassen. Der Sparplan folgt dem Lebenszyklusmodell und schichtet schrittweise von Aktien in Anleihen um. Die Kosten des Vertrags liegen im Mittelfeld. Auch die Renditechancen sind durchschnittlich. Ähnlich wie bei der Uniprofirente wurde auch hier der Aktienfonds umgestellt, in den Kunden bei langen Restlaufzeiten investieren. Der Fonds Deka Br-100 ist seit 15. Mai 2016 kein reiner Aktienfonds mehr – vielmehr legt der Anbieter je nach Marktlage zwischen 61 und 100 Prozent in Aktien an. Das mindert die Wertschwankungen, schmälert aber im Vergleich zu einem reinen Aktienfonds auch die Renditechancen.

Deka-Bonusrente
Fondssparplan der Sparkassen-Gruppe

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Lebenszyklusmodell: Fonds werden nach festem Muster in sichere Anlagen umgeschichtet
  • Gesamtkosten im Mittelfeld
  • aktive Fonds: Sparplan investiert in hauseigene Aktien- und Rentenfonds

Deka-Bonusrente

Details dazu, wie wir alle Anbieter in den verschiedenen Kategorien bewertet haben, finden Sie in unserem Testartikel.

So viel bringt die Förderung

Um zu verstehen, wie sich die Kosten zu den Renditechancen der Fonds verhalten, haben wir zunächst ohne Fördereffekte gerechnet.

Tatsächlich erhalten Sparer aber staatliche Zulagen und genießen Steuervorteile. Berücksichtigt man die Zulagen und die volle Steuerersparnis, ergibt sich aus den verbleibenden Netto-Einzahlungen ein deutlicher Zinseszinseffekt über die Jahre. Die Renditen sind im Vergleich zum ungeförderten Fall deutlich höher.

Wie hoch der Effekt ausfällt, haben wir am Beispiel des Fairr-Fondssparplans für einen Single mit einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro brutto ausgerechnet, der die maximale Förderung in Anspruch nimmt. Dabei haben wir verschiedene Rendite-Entwicklungen angenommen. Der Sparer erhält 154 Euro Zulagen, die direkt in den Vertrag fließen, und Steuererleichterungen von etwa 690 Euro im Jahr, die wir mit den Einzahlungen in den Vertrag verrechnen.

Modellrechnung: Sparplan über 30 Jahre mit Fairriester¹

angenommene jährliche Rendite²   Endstand     Minderung Rendite pro Jahr (durch Kosten) zusätzliche jährliche Rendite durch Förderung³ Gesamtrendite pro Jahr¹¹
0 %   61.742 €     0 %²² 3,3 % 3,3%
4 %   100.556 €     0,9 % 3 % 6,1 %
8 %   197.111 €     1 % 2,8 % 9,8 %

¹ Grundlage: Single, keine Kinder, 50.000 € Jahreseinkommen, Eigenbeitrag von 162 € pro Monat.
² Rendite vor Kosten und Steuern.
³ Bis zum Renteneintritt, keine Betrachtung der Rentenphase.
¹¹ Durch Zinseszinseffekte ändert sich diese Rendite.
²² Es entstehen keine Kosten, da sämtliche Beiträge und Zuzahlungen garantiert werden.
Quelle: Fairr, Finanztip-Berechnungen (Stand: 3. Mai 2016)

Die zusätzliche Rendite durch die Förderung liegt also bei etwa 3 Prozent. Die Größenordnung des Effekts ist für alle Fondssparpläne gleich.

Bei dieser Berechnung haben wir nicht berücksichtigt, dass die Rentenzahlungen im Alter versteuert werden müssen. Da Verbraucher im Rentenalter meist einen niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben haben, sparen sie mit dem Riester-Modell insgesamt Steuern, wie in unserem Artikel zur Riester-Förderung beschrieben.

Prüfen Sie, ob ein Wechsel infrage kommt

Wenn Sie bereits einen Riester-Vertrag besitzen, können Sie überlegen, ob es sich lohnt, zu einem anderen Anbieter oder einem anderen Riester-Produkt zu wechseln. Dies ist grundsätzlich möglich, Sie können Ihr Riester-Guthaben übertragen. Dieses Guthaben stellt Ihr neues Garantieguthaben dar. Der Übertrag ist aber nicht immer kostenfrei.

Was es beim Wechsel zu beachten gibt und wie Sie sich insbesondere von teuren oder wenig rentablen Riester-Fondssparplänen trennen, erläutern wir in unserem Detailartikel

Vergleichen Sie vor Renteneintritt die Angebote

Zum Beginn der Rentenphase können Sie wählen, was Sie mit Ihrem angesparten Kapital machen wollen. Laut Gesetz muss die Auszahlung von Riester-Verträgen zwar als lebenslange Rente erfolgen. Jedoch können Sie einmalig bis zu 30 Prozent des Guthabens entnehmen. Dieses Geld müssen Sie – wie die monatlichen Rentenzahlungen auch – voll versteuern.

Es ist offen, ob die Renten aus dem Vertrag zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie aus dem Berufsleben ausscheiden, höher sind als heute oder niedriger. Für niedrigere Renten spricht grundsätzlich die steigende Lebenserwartung in Deutschland. Diese ist in den meisten Tarifen bereits eingerechnet. Für höhere Rentenzahlungen aber spricht, dass derzeit die Zinsen historisch niedrig sind und in Zukunft wahrscheinlich höher liegen. Das bedeutet auch höhere Renten. 

In jedem Fall lohnt es sich, gegen Ende der Auszahlungsphase Angebote für die Rentenphase einzuholen. Sie sind nicht an einen Versicherer gebunden, sondern können den Anbieter frei wählen. Derzeit befindet sich der größte Teil der Riester-Verträge noch in der Ansparphase; der Markt für die Rentenzahlungen an Riester-Kunden ist daher noch relativ klein und die Angebote sind oft wenig attraktiv. Im Laufe der nächsten Jahre könnten mehr Anbieter diesen Markt für sich entdecken und die Angebote deshalb deutlich besser sein als heute.

So haben wir getestet

Vergleich Riester-Fondssparpläne 2016
Wir haben im April 2016 die wichtigsten Riester-Fondssparpläne nach folgenden Kriterien untersucht:

- Höhe der Kosten (35 Prozent Gewicht),
- Verteilung der Kosten (5 Prozent),
- Wahl zwischen aktiv und passiv verwalteten Fonds (5 Prozent),
- Güte der Garantie (10 Prozent),
- Anlagemodell (15 Prozent), 
- Renditechancen (30 Prozent). 

Wir sind von den Riester-Fondssparplänen ausgegangen, die auch die Stiftung Warentest in ihrem Test vom Oktober 2015 untersucht hat. Manche Anbieter haben zwei Varianten desselben Produkts im Programm: eine defensivere mit Mischfonds und eine chancenorientiere mit Aktienfonds. In dem Fall haben wir nur die chancenorientierte Variante untersucht. Die Uniprofirente Select mit Mischfonds, DWS Toprente Balance und DWS Riesterrente Premium Balance haben wir daher nicht berücksichtigt.

Herausgefallen sind daher die Uniprofirente Select mit Mischfonds sowie die DWS Toprente Balance und die DWS Riesterrente Premium Balance. Der Sparplan Sutor-Riester-Depot der Sutor Bank wird derzeit komplett überarbeitet und voraussichtlich Ende 2016 in neuer Form angeboten. Diesen Sparplan konnten wir deshalb nicht berücksichtigen.

Es verbleiben acht Sparpläne von vier verschiedenen Banken. Die zwei Angebote der Deutschen Bank (DWS) werden über Fondsvermittler im Internet mit deutlich reduzierten Kosten angeboten. Deshalb haben wir von der Toprente und der Riesterrente Premium jeweils zwei Varianten untersucht.

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse zusammen. Eine genauere Begründung für die einzelnen Bewertungen finden Sie in unserem Testartikel.

So haben die Anbieter abgeschnitten

    Kosten       Fonds   Garantie   Anlagemodell            
Produkt   Höhe   Verteilung   aktiv oder passiv   Umfang und Bonität   Lebenszyklus oder dynamisch   Rendite-chancen   Gesamtpunkte   Platz
Fairriester   4   2   4   2   4   3   3,4   1
DWS Toprente (rabattiert)   4   4   2   4   2   3   3,3   2
Uniprofirente 4P   2   3   2   5   2   4   3,0   3
Deka-Bonusrente   2   3   2   5   4   3   3,0   3
Uniprofirente Select   2   3   2   5   2   2   2,4   5
Deka Zukunftsplan Select   1   3   2   5   2   3   2,3   6
DWS Toprente   2   3   2   4   2   2   2,3   6
DWS Riesterrente Premium (rabattiert)   3   1   2   4   2   1   2,2   8
Deka Zukunftsplan Classic   1   4   2   5   2   2   2,1   9
DWS Riesterrente Premium   2   1   2   4   2   1   1,9   10
Gewichtung   35 %   5 %   5 %   10 %   15 %   30 %        

Quelle: Finanztip (Stand: 3. Mai 2016)

Diese Riester-Rente ist die richtige für Sie

Manuel Kayl
Experte für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.
  • Viele Varianten zur Auswahl.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

  • Wohn-Riester: Dr. Klein, Enderlein, Hypothekendiscount oder Interhyp.
  • Banksparplan: Volksbank Gronau-Ahaus
  • Rentenversicherung: Hannoversche
  • Fondssparplan: Fairr
Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Man sollte beachten, dass für die 4%-Berechnung das VORJAHRES-Einkommen herangezogen wird! Also nicht zu spät erhöhen, sonst gehen (unangemessen!) große Teile der staatlichen Zulagen flöten. (mir ...
30. August 2016 zum Beitrag
Zum Thema Kosten bei der DWS Rie-Re Premium ein Tipp.
Mit 5 Euro mtl. starten, dann sind auch die gezillmerten Kosten entsprechend
niedrig, dann den Beitrag auf die notwendige Höhe um ...
25. Mai 2016 zum Beitrag
Hallo ,
natürlich hast du mit deinen Behauptungen recht, keiner kann in die Zukunft schauen und man kann immer erst im Nachhinein beurteilen, ob sich etwas wirklich gelohnt hat.
Wir versuchen ...
11. Mai 2016 zum Beitrag
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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.