Riester-Fondssparplan

Wo Sparer am besten mit Aktien riestern

Das Wichtigste in Kürze

  • Riester-Fondssparpläne eignen sich für alle, die langfristig privat mit Aktien vorsorgen wollen, ohne große Verluste zu riskieren.
  • Insbesondere Angestellte mit mittlerem Einkommen sind auf Aktienrendite angewiesen, damit sich ein Riester-Vertrag für sie lohnt.
  • Vom Staat gibt es Zulagen, Steuervorteile und den garantierten Erhalt der Einzahlungen zum Rentenbeginn. Weil Beiträge in weltweite Aktienfonds fließen, besteht die Chance auf eine gute Gesamtrendite.
  • Wegen der Beitragsgarantie kalkulieren Anbieter vorsichtig. Sichere Einnahmen müssen mögliche Verluste am Aktienmarkt über die Anspardauer ausgleichen können.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienquote für Neukunden lange hoch bleibt, ist im Niedrigzinsumfeld gering. Ein Fondssparplan sollte aber stets die beste Aktienquote für den Sparer herausholen.
  • Auch Kosten, Bonität des Anbieters und Verständlichkeit des Vertrags spielen eine Rolle.

So gehen Sie vor

  • Um die volle Riester-Zulage zu erhalten, zahlen Sie im Jahr 4 Prozent Ihres Bruttoeinkommens ein, maximal 2.100 Euro.
  • Passen Sie den Vertrag an, wenn sich Ihr Gehalt ändert oder Sie ein Kind bekommen. Holen Sie sich mehrere Angebote für die Rente ein.
  • Eine gute Allround-Lösung für den Fondssparplan ist die Toprente der DWS. Sie punktet bei Renditechancen, Kosten und Anbieterbonität. Bei Online-Fondsvermittlern gibt es den Vertrag günstiger.
  • Am transparentesten und ebenfalls sehr günstig ist der Fondssparplan von Fairr. Die Aktienquote sinkt nach einem vorgegebenen Schema. Den Sparplan gibt es online.
  • Die beste Kombination aus Aktienquote und Transparenz bietet der Zukunftsplan Classic der Deka. Er ist aber etwas teurer. Sie bekommen den Sparplan in Filialen der Sparkasse.
  • Eine Mindestaktienquote mit Potenzial nach oben hält die Uniprofirente Select von Union Investment bereit. Auch sie ist etwas teurer. Verträge gibt es bei Volks- und Raiffeisenbanken.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Riester-Fondssparplan immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wer privat fürs Alter vorsorgen will, kann seinen Chef in die Pflicht nehmen für eine Betriebsrente, flexibel mit Aktien-Indexfonds (ETFs) ansparen, eine günstige Rentenversicherung über einen Honorarberater abschließen – oder riestern. Riester-Verträge eignen sich besonders für Angestellte, die etwas Geld im Monat übrig haben und kein großes Risiko eingehen wollen. Alle Einzahlungen sind zum Rentenbeginn garantiert. Zusätzlich gibt es vom Staat Zulagen und je nach Einkommen eine Steuererstattung.

Für wen sich der Fondssparplan lohnt

Es gibt mehrere Riester-Sparformen: Die klassische Riester-Rentenversicherung wählt, wer seine spätere Rente schon von Vornherein kennen möchte. Der Banksparplan ist interessant für Sparer, denen Flexibilität wichtig ist. Der Fondssparplan dagegen ist für alle geeignet, die beim Riestern eine Chance auf Aktienrendite haben wollen – und insbesondere für Sparer mit mittlerem Einkommen. Sie profitieren am wenigsten von der staatlichen Förderung und brauchen die Zusatzrendite, damit sich das Riestern für sie lohnt.

So funktioniert die Förderung

Um die volle Riester-Zulage zu erhalten, müssen Sie im Jahr 4 Prozent Ihres Bruttoeinkommens aufwenden. Sie können höchstens 2.100 Euro einzahlen, die Zulagen eingerechnet. Die Grundzulage liegt 2017 bei 154 Euro. Für Kinder, die vor 2008 geboren sind, gibt es 185 Euro. Für jedes Kind, das ab 2008 geboren ist, zahlt der Staat 300 Euro Zulage.

Zusätzlich können Sie Ihre Beiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen (Anlage AV). Auf die spätere Rente müssen Sie dann Einkommensteuer zahlen. Das ist für die meisten Sparer von Vorteil, denn häufig ist der Steuersatz im Alter niedriger als im Berufsleben.

So viel Rente kann ein Durchschnittsverdiener erwarten

Im Ratgeber Riester-Förderung zeigen wir, dass ein Single, der 36.000 Euro im Jahr verdient und monatlich gut 107 Euro einbezahlt, eine vergleichsweise niedrige Rendite aus der staatlichen Förderung erwarten kann – 2,4 Prozent pro Jahr. Er profitiert weder von hohen Steuervorteilen noch von hohen Zulagen. Er müsste älter als 90 Jahre werden, damit er seine Einzahlungen als Rente wieder herausbekommt.

Anders sieht es aus, wenn sich das Fondsguthaben moderat mit 2 Prozent pro Jahr (nach Kosten) verzinst. Nach 30 Jahren hat der Sparer deutlich mehr Guthaben auf dem Riester-Konto, ohne dass er mehr einzahlen müsste. Die Gesamtrendite liegt jetzt bei gut 4 Prozent pro Jahr. Um seine Einzahlungen als Rente wieder herauszubekommen, müsste der Sparer nun noch etwa 85 Jahre alt werden.

Riester-Renditen und Renten für den Durchschnittsverdiener¹

Verzinsung Guthaben (nach Kosten)   Einzahlungen nach 30 Jahren   Kontostand nach 30 Jahren   Rendite   Monatsrente² (nach Steuern)³   Einzahlungen zurück im Alter von
in % p.a.   in €   in €   in % p.a.   in €   in Jahren
0   29.000   43.000   2,4   97   92
2   29.000   59.000   4   133   85
3   29.000   69.000   5   155   83

¹ Wir gehen von einem Single aus, der im Jahr 36.000 Euro brutto verdient und davon 30 Jahre lang 4 Prozent in einen Riester-Fondssparplan einzahlt. Alle Euro-Angaben sind gerundet.
² Die Höhe der Rente schätzen wir anhand des sogenannten Rentenfaktors. Er gibt an, wie viel Rente ein Sparer monatlich für jede 10.000 Euro angespartes Kapital erwarten kann. Versicherer rechnen häufig mit einem Rentenfaktor um die 30. Diesen Wert haben wir übernommen.
³ Wir gehen davon aus, dass der Sparer 45 Jahre lang in die Rentenkasse einbezahlt, mit 67 in Rente geht und eine gesetzliche Rente von etwa 1.100 Euro im Monat bekommt. Der zugehörige Steuersatz beträgt dann etwa 25 Prozent.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 13. September 2017)

Noch besser sieht es aus, falls sich Ihr Vertrag besser verzinst als im Beispiel angenommen, sich die Rentenkonditionen verbessern, Sie Kinderzulagen erhalten oder deutlich mehr verdienen.

Beiträge anpassen
Vergewissern Sie sich, dass Ihr Anbieter einen Dauerzulagenantrag stellt. So vermeiden Sie, jedes Jahr aufs Neue einen Antrag einzureichen. Passen Sie Beiträge an, wenn sich Ihr Gehalt ändert und beantragen Sie die Kinderzulage, sobald Nachwuchs da ist. So erhalten Sie immer die maximale Förderung.

So funktioniert Riester mit Aktienfonds

Riester-Fondssparpläne zielen auf eine möglichst hohe Aktienrendite. Dafür investieren sie Beiträge und staatliche Zulagen in international aufgestellte Aktienfonds. Bei der Anlage sind Fondssparpläne flexibler als fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen. Die Chance auf zusätzliche Aktienrendite ist größer.

Weil die Einzahlungen zum Rentenbeginn zur Verfügung stehen müssen, können Anbieter aber kein allzu hohes Risiko eingehen und müssen auch in Anleihefonds investieren. Sie müssen dabei immer so kalkulieren, dass die sicheren Zinserträge aus Anleihefonds mögliche Verluste am Aktienmarkt bis zum Ende der Ansparzeit ausgleichen können.

Worauf es beim Fondsparplan ankommt

Fondssparpläne müssen die Balance zwischen Renditechance und Verlustrisiko halten. Jeder Anbieter geht dabei etwas anders vor. Man unterscheidet dynamische Modelle, die Aktienquoten flexibel je nach Marktumfeld anpassen und Lebenszyklusmodelle, die die Aktienquote nach einem vorgegebenen Schema verringern. Welche Rendite ein Vertrag am Ende erzielt, lässt sich nicht vorhersagen.

Seit die Sparzinsen niedrig sind und Anleihen kaum mehr Ertrag bringen, ist die Wahrscheinlichkeit bei den dynamischen Modellen deutlich gesunken, dass Neukunden eine relativ hohe Aktienquote über lange Zeit halten können. Anbieter müssen von Vornherein vorsichtiger kalkulieren und mischen dem Portfolio eher sichere Anleihen bei. Einige Anbieter haben ihre Fondssparpläne im Laufe des Jahres 2017 angepasst.

Für alle, die heute einen guten Fondssparplan abschließen wollen, sind unserer Ansicht nach vier Kriterien ausschlaggebend:

Chance auf eine möglichst hohe Aktienquote - Der Fondssparplan lässt grundsätzlich eine hohe Aktienquote zu und hat die Möglichkeit, die Aktienquote für den Sparer je nach Marktumfeld anzupassen und zu optimieren.

Kosten des Vertrags - Die Möglichkeit, die Aktienquote anzupassen und im Zweifel Rendite gutzumachen ist ein erster Schritt. Sie nützt aber nur, wenn gleichzeitig die Kosten des Vertrags gering sind.

Bonität des Anbieters - Das Fondsvermögen der Kunden ist Sondervermögen und daher grundsätzlich vor Pleiten des Anbieters geschützt. Die Finanzkraft des Anbieters ist dennoch wichtig: Im Falle, dass die eingezahlten Beiträge und Zulagen zum Rentenbeginn nicht bereitstehen, weil das Anlagemodell schlecht funktioniert hat, müsste der Anbieter mit eigenem Geld einspringen.

Verständlichkeit des Anlagemodells - Je transparenter das Anlagemodell für den Sparer, umso eher bleibt er langfristig dabei. Ausschlaggebend ist, dass der Sparer gut nachvollziehen kann, in welche Wertpapiere sein Geld gerade investiert ist.

Diese Riester-Fondssparpläne empfiehlt Finanztip

Im August 2017 haben wir uns alle am Markt verfügbaren Fondssparpläne angeschaut. Sechs haben wir näher unter die Lupe genommen. Um sie vergleichen zu können, nehmen wir an, dass ein Neukunde über 30 Jahre mit dem immer gleichen Betrag anspart.

Wir empfehlen die vier Fondssparpläne, die über alle unsere Kriterien die höchste Punktzahl erreicht haben, wobei die Skala von einem bis fünf Punkte reicht.

So schneiden die getesteten Riester-Fondssparpläne ab

Produkt   Punktzahl Aktienquote¹   Punktzahl Kosten   Punktzahl Bonität   Punktzahl Verständlichkeit   Gesamtpunkte
Gewichtung   30 %   30 %   20 %   20 %   100 %
                     
DWS Toprente (über Online-Vermittler)   4,7   4   4   2   3,8
                     
Fairriester   2,3   4   2   5   3,3
Deka Zukunftsplan Classic   4   2   4   3   3,2
Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)   4,7   2   4   2   3,2
                     
Uniprofirente klassisch   3,7   2   4   2   2,9
Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal Vorsorge)   3,7   2   4   2   2,9

¹ Das Kriterium „Chance auf möglichst hohe Aktienquote“ setzt sich zusammen aus dem Kriterium „maximal erreichbare Aktienquote“ (Gewicht 10 %) und „individuelle Steuerung der Aktienquote“ (20 %).
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 13. September 2017)

Die Toprente der Deutschen Bank (DWS) liegt mit guten 3,8 von maximal 5 Punkten vorn. Sie bietet von allen Angeboten die beste Allround-Lösung für Sparer. Wir bewerten die Variante ohne Abschlusskosten, die Sie über einen Fondsvermittler im Internet bekommen.

Mit einem Abstand von etwa einem halben Punkt folgen Fairriester 2.0, der Deka Zukunftsplan Classic und die Uniprofirente Select von Union Investment, die Beiträge im Aktienfonds Uniglobal II anspart. Jeder der drei Zweitplatzierten ist bei bestimmten Kriterien besonders stark.

Welche Fondssparpläne wir ausgeschlossen haben und warum, detaillierte Kosten und weitere Details zur Punktevergabe, lesen Sie weiter unten im Abschnitt „So haben wir getestet“.

DWS Toprente Dynamik: Die beste Allround-Lösung

Die DWS Toprente Dynamik der Deutschen Bank ist ein Klassiker unter den Riester-Fondssparplänen. Sie folgt einem dynamischen Anlagemodell. Maximal 100 Prozent der Beiträge und Zulagen können im DWS-eigenen Aktienfonds Top Dynamic (ISIN: LU0350005186) angelegt sein. Zudem passt das Modell die Aktienquote im Portfolio laufend und individuell für jeden Sparer an. Im heutigen Zinsumfeld (September 2017) startet die Toprente bei gut 45 Prozent Aktienquote. Anleger haben aber die Chance, dass sich die Aktienquote erhöht, wenn mittelfristig die Zinsen wieder steigen.

Auch die Kosten sind bei diesem Fondssparplan vergleichsweise niedrig. Sparer profitieren am meisten, wenn sie sich die Abschlusskosten sparen und den Sparplan über Fondsvermittler wie AVL, fondsvermittlung.de, fonds-for-less.de oder Trigonus online abschließen. Die DWS ist finanziell gut aufgestellt. Wegen der individuellen Anpassung des Portfolios müssen Sparer aber in Sachen Nachvollziehbarkeit Abstriche machen.

DWS Toprente Dynamik
Fondssparplan der Deutschen Bank mit Rabatt über Online-Vermittler

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • dynamisches Modell: Aktienquote wird laufend individuell angepasst
  • keine Abschlusskosten über Online-Fondsvermittler – niedrige Gesamtkosten von gut 1 Prozent pro Jahr
  • gute Finanzkraft des Anbieters

DWS Toprente Dynamik

Fairriester 2.0: Geringe Kosten, hohe Transparenz

Neukunden, denen die Kosten wichtig sind, die aber auch genau verstehen wollen, wann und warum sich ihr Portfolio verändert, sind bei Fairriester richtig. Den Fondssparplan der Hamburger Sutor Bank können Sparer beim Berliner Unternehmen Fairr online abschließen. Er ist etwas günstiger als die rabattierte Toprente der DWS und deutlich transparenter. Über die Laufzeit sinkt die Aktienquote von anfangs 90 Prozent (bei 30 Jahren Restlaufzeit) kontinuierlich auf 0 im letzten Jahr (Lebenszyklusmodell).

Abstriche machen müssen Sparer bei der Aktienquote. Sie verringert sich nach einem festen Schema abhängig von der Restlaufzeit und passt sich nicht an das Marktumfeld an. Sparer erreichen daher nicht zu jeder Zeit die für sie optimale Quote. Die Bonität der Sutor ist nicht bewertet. Zwar ist das gesamte Fondsguthaben im Falle einer Pleite als Sondervermögen geschützt. Probleme könnte es aber geben, wenn das Fondsguthaben aller Sparer bei starken Einbrüchen des Aktienmarkts unter das garantierte Kapital fällt. Dann müsste Sutor finanzstark genug sein, um Geld nachzuschießen.

Fairriester ist verknüpft mit garantierten Rentenkonditionen des Lebensversicherers Mylife. Andere Fondssparpläne garantieren keinen Rentenfaktor bei Abschluss des Vertrags. Wir bewerten diesen Punkt aber nicht explizit.

Fairriester 2.0
Fondssparplan von Sutor Bank und Fairr

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • keine Abschlusskosten – niedrige Gesamtkosten von etwa 1 Prozent pro Jahr
  • transparentes Anlagemodell – Aktienquote nimmt nach festem Schema ab
  • online abschließbar
  • garantierte Rentenkonditionen durch Versicherer Mylife


Deka Zukunftsplan Classic: Beste Kombination aus Aktienquote und Transparenz

Den Deka Zukunftsplan Classic gibt es bei den Sparkassen. Er ist für alle geeignet, die sich die Chance auf eine optimierte Aktienquote bewahren wollen, ohne auf eine gewisse Transparenz zu verzichten. Je nach Marktumfeld steckt die Deka das Guthaben des Sparers in einen von vier hauseigenen Dachfonds mit unterschiedlicher Aktienquote. Erste Beiträge fließen zunächst in den Fonds mit knapp 100 Prozent Aktienquote, Umschichtungen sind aber jederzeit möglich.

Somit berücksichtigt das Modell die individuelle Situation des Sparers, etwa sein Guthaben, seinen Beitrag und die Restlaufzeit. Jedoch kommt nicht jeder Sparer zu jeder Zeit auf die für ihn höchstmögliche Aktienquote. Der Vorteil dieser etwas „gröberen“ Portfoliosteuerung: Kunden können recht leicht nachvollziehen, in welchem der vier Deka-Zielfonds ihr Geld gerade steckt und wie hoch die Aktienquote im Fonds ist. Die Finanzkraft der Deka ist gut. Nur die Kosten des Vertrags liegen vergleichsweise höher.

Deka Zukunftsplan Classic
Fondssparplan der Sparkassen-Gruppe

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Anlagemodell mit Chance auf Aktienquote: Sie wird individuell angepasst
  • Verständlichkeit des Anlagemodells: Aktienquote wird über vier Stufen angepasst
  • gute Finanzkraft des Anbieters


Deka Zukunftsplan Classic

Uniprofirente Select (Uniglobal II): Mindestaktienquote mit Luft nach oben

Die Uniprofirente Select können Sparer bei Volks- und Raiffeisenbanken abschließen. Sie haben die Wahl, entweder mit dem Aktienfonds Uniglobal anzusparen oder mit dem Uniglobal Vorsorge, der Mischfonds-Charakter hat. Mit dem Uni Global II sind nach Einschätzung von Finanztip die Renditechancen höher: Nicht nur investiert er zu 100 Prozent in Aktien; Union Investment steuert das Anlegerportfolio wie die DWS auch laufend und individuell.

Union Investment hat eine gute Bonität, schneidet bei Kosten und Verständlichkeit aber schlechter ab. Der Sparplan eignet sich für Sparer, die sich eine Mindestaktienquote mit Potenzial nach oben sichern möchten. Bei 30 Jahren Restlaufzeit sind 25 Prozent Aktienquote garantiert. Mit der Zeit nimmt die Mindestquote dann ab. Neukunden mit einem Sparhorizont von 30 Jahren können derzeit (September 2017) mit gut 40 Prozent Aktienquote rechnen.

Uniprofirente Select (mit Fonds Uniglobal II)
Fondssparplan der Volks- und Raiffeisenbanken

  • für Aktiensparer, die 20 Jahre oder mehr Zeit bis zur Rente haben
  • Aktienquote bis zu 100 Prozent mit dem Uniglobal-II-Fonds
  • dynamisches Modell: Aktienquote wird laufend individuell angepasst
  • gute Finanzkraft des Anbieters


Uniprofirente Select (mit Fonds Uniglobal II)

Hinweis: Kunden, die erst vor Kurzem die klassische Uniprofirente abgeschlossen haben (bisherige Empfehlung), brauchen sich keine Sorgen zu machen. Sie haben ein Produkt, das nach Aktienrendite strebt. In einem nicht immer perfekten Marktumfeld halten wir eine individuellere Depotsteuerung allerdings für ratsamer. Mit Blick darauf ist die Uniprofirente Select (mit dem Uni-Global-II-Fonds) etwas besser aufgestellt. Lassen Sie sich im Zweifel beraten, ob ein Wechsel zu Uniprofirente Select infrage kommt.

Details dazu, wie wir alle Anbieter in den verschiedenen Kategorien bewertet haben, finden Sie in unserem Testartikel zu den Riester-Fondssparplänen.

Vergleichen Sie vor Renteneintritt die Angebote

Sparen Sie bei einer Fondsgesellschaft an (DWS, Union Investment oder Deka), so kümmert sich in der Regel der jeweilige Anbieter bis zum 85. Lebensjahr um Ihre Rentenzahlung (Auszahlplan). Erst danach übernimmt ein Versicherer. Wie hoch Ihre Rente tatsächlich ausfällt, legen die Anbieter erst beim Renteneintritt fest. Neben der Lebenserwartung spielen das dann gültige Zinsniveau und die Verwaltungskosten eine Rolle. Fairr geht einen anderen Weg und bietet Kunden über den Versicherer Mylife schon heute garantierte Rentenkonditionen an.

In jedem Fall gilt: Sparer sind an diese Angebote nicht gebunden. Der Gesetzgeber sieht ausdrücklich vor, dass Riester-Sparer Anbieter wechseln können – das gilt auch für die Verrentung. Wir empfehlen Ihnen daher, bereits einige Zeit vor Rentenbeginn Angebote von anderen Anbietern und Versicherern einzuholen.

Künftig dürfte es mehr Wettbewerb geben

Derzeit ist es für Sparer noch schwer, an alternative Rentenangebote zu kommen. Je nach Fondssparplan nehmen Anbieter Wechsler nur auf, wenn diese noch eine bestimmte Anzahl an Jahren ansparen. Nur beim Deka Zukunftsplan und der Uniprofirente Select können Sparer bis kurz vor der Rente einsteigen. Auch die Versicherer halten sich noch zurück. Sie müssen das übertragene Kapital für die Rente garantieren und können so kaum Abschlusskosten verlangen.

Allerdings: Der größte Teil der Riester-Verträge befindet sich noch in der Ansparphase. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Anbieter dann den Wettbewerb guter Rentenangebote aufnehmen, wenn viele Verträge gleichzeitig in die Rentenphase übergehen.

Prüfen Sie, ob ein Wechsel infrage kommt

Wenn Sie bereits einen Riester-Vertrag besitzen, können Sie überlegen, ob es sich lohnt, zu einem anderen Anbieter oder einem anderen Riester-Produkt zu wechseln. Dies ist grundsätzlich möglich, Sie können Ihr Riester-Guthaben übertragen. Dieses Guthaben stellt Ihr neues Garantieguthaben dar. Der Übertrag ist aber nicht immer kostenfrei.

Was es beim Wechsel zu beachten gibt und wie Sie sich insbesondere von teuren oder wenig rentablen Riester-Fondssparplänen trennen, erläutern wir in unserem Detailartikel Riester kündigen.

So haben wir getestet

Test Riester-Fondssparpläne 2017
Im August 2017 haben wir Riester-Fondssparpläne getestet. Dabei haben wir zunächst die am Markt verfügbaren Fondssparpläne betrachtet. Diese waren 

- Toprente und Riester-Rente Premium der Deutschen Bank (DWS), 
- Zukunftsplan Classic und Select der Deka,
- Uniprofirente von Union Investment in der klassischen Variante und der Variante Select,
- Fairriester 2.0, der Fondssparplan der Sutor Bank und Fairr.de. 
- Sutor Riester Depot 2.0

Toprente und Riester-Rente Premium der DWS gibt es auch in Kombination mit einem Mischfonds mit geringerer Aktienquote (Variante Balance). Bei der Uniprofirente Select gibt es die Möglichkeit, mit dem Aktienfonds Uniglobal II oder dem Uniglobal Vorsorge anzusparen. Bei letzterem Fonds behält sich Union Investment vor, über Finanzinstrumente die Aktienquote je nach Marktlage zwischen 51 und 120 Prozent zu variieren. 

Nicht berücksichtigt

Nicht im Test berücksichtigt haben wir die Riester-Rente Premium der DWS. Diese verlangt Abschlusskosten in Höhe von 2,5 Prozent der Vertragssumme, die sie über die ersten fünf Jahre des Vertrags erhebt. Sparer sind so mit ihren Beiträgen zunächst im Minus, worunter die Aktienquote leidet. Ausgeschlossen haben wir auch den Zukunftsplan Select der Deka. Dort müssen sich Sparer für Fonds im Bereich Nachhaltigkeit und Dividendenstärke entscheiden. Diese Fonds schränken unserer Ansicht nach das Anlageuniversum ein und gewähren nicht die gewünschte breite Streuung.

Weiterhin nicht betrachtet haben wir die Variante Balance der DWS Toprente. Der Fondssparplan funktioniert wie die klassische Toprente, nur spart sie von Vornherein in einen Fonds mit geringerer Aktienquote an. Dem Sutor Riesterdepot 2.0 liegt ein Lebenszyklusmodell zugrunde. Das Angebot kostet allerdings deutlich mehr und schneidet bei den übrigen Auswahlkriterien nicht besser ab als der Fairriester 2.0. Wir haben daher nur den Fairriester 2.0 im Test genauer betrachtet. 

Auswahlkriterien

In die engere Auswahl kamen sechs Fondssparpläne: die DWS Toprente, der Zukunftsplan Classic der Deka, die Uniprofirente in der klassischen Variante und der Variante Select (mit Uniglobal II und Uniglobal Vorsorge) von Union Investment und Fairriester. Diese Fondssparpläne haben wir nachfolgenden Kriterien bewertet.

- höchstmögliche Aktienquote (Gewichtung 10 %)
- individuelle Steuerung des Anlageportfolios (Gewichtung 20 %)
- Effektivkosten des Vertrags (Gewichtung 30 %)
- Bonität des Anbieters (Gewichtung 20 %)
- Verständlichkeit des Anlagemodells (Gewichtung 20 %)

Chancen auf möglichst hohe Aktienquote

Die maximal mögliche und die individuelle Steuerung der Aktienquote dienen uns als Gradmesser, um die Renditechancen des Vertrags zu beurteilen. Dabei haben wir die maximal mögliche Aktienquote mit 10 Prozent geringer gewichtet als in unserer vorigen Untersuchung im April 2016. Die Aussagekraft ist in den vergangenen Jahren gesunken, da die Wahrscheinlichkeit für Sparer, im Niedrigzinsumfeld über lange Zeit die maximale Aktienquote zu bekommen, gesunken ist. 

Wichtiger geworden ist dagegen, ob Anbieter ein sich veränderndes Marktumfelder reagieren können und damit zumindest die Möglichkeit haben, stets die beste Aktienquote für Sparer herauszuholen. Ob eine aktive Depotsteuerung dem Riester-Fondssparplan am Ende eine bessere Aktienrendite beschert als ein Lebenszyklusmodell ist zwar nicht gesagt. Zumindest bietet es aber die Chance, vor dem Hintergrund der Riester-Garantie die Aktienquote zu optimieren und im Zweifel Rendite gutzumachen.

Effektivkosten

Sie geben direkt an, um wie viele Prozentpunkte sich die Rendite eines Fondssparplans durch Kosten verringert. Die Effektivkosten zu ermitteln, war einfacher als 2016. Größtenteils konnten wir sie den sogenannten Muster-Produktinformationsblättern entnehmen, die Anbieter seit Beginn 2017 auf ihrer Website zur Verfügung stellen müssen. Die dort angegebenen Kosten beziehen sich immer auf eine vorgegebene Wertentwicklung der eingezahlten Beiträge und Zulagen. Wir haben Kosten für eine Wertsteigerung von 3 Prozent pro Jahr verglichen.

Kosten einzelner Riester-Fondssparpläne im Überblick

Anbieter   Name des Fondssparplans   Effektivkosten in % pro Jahr¹   Anlagemodell
Union Investment   Uniprofirente Select (Uniglobal II)   1,56 - 1,59²   dynamisch
Deka   Zukunftsplan Classic   1,51   dynamisch
Deka   Zukunftsplan Select   1,51   dynamisch
Union Investment   Uniprofirente Select (Uniglobal Vorsorge)   1,48 - 1,50²   dynamisch
Union Investment   Uniprofirente klassisch   1,42 - 1,47²   dynamisch
DWS   Riester Rente Premium   1,37   dynamisch
DWS   Toprente (über Online-Vermittler)   1,05³ (sonst 1,21)   dynamisch
Sutor und Fairr.de   Fairriester 2.0   1,01   Lebenszyklus

¹ bei 30 Jahren Anspardauer und Renditeerwartung von 3 Prozent pro Jahr.
² Die Effektivkosten der Fondssparpläne von Union Investment für Wertentwicklung von 3 Prozent pro Jahr liegen nicht vor. Finanztip hat sie rechnerisch abgeleitet und gibt daher nur eine Kostenspanne an.
³ Finanztip-Berechnung.
Quelle: Muster-Produktinformationsblätter der Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 13. September 2017) 

Bei den Fondssparplänen der Union Investment waren Effektivkosten nur für höhere Wertentwicklungen angegeben. Wir mussten die Effektivkosten für 3 Prozent Wertentwicklung daher rechnerisch schlüssig ableiten.

Bonität

Die Finanzkraft des Anbieters ist relevant, sollte er es trotz der jeweiligen Risikosteuerung nicht schaffen, Sparern zum Rentenbeginn alle Einzahlungen bereitzustellen. In dem Fall müsste der Anbieter die Differenz zwischen Guthaben und der Summe der eingezahlten Beiträge und Zulagen aus eigener Tasche begleichen. Wir belohnen, wenn die der Fondsgesellschaft angehörige Bank (Deutsche Bank, DZ Bank, Deka Bank Girozentrale) mindestens ein A-Rating bei einer der großen Ratingagenturen S&P, Moody’s oder Fitch hat. Damit folgen wir der Finanztip-Linie stabiler Banken. Dieses Kriterium gilt auch bei der Bewertung von Tages- und Festgeldkonten. Anbieter, die ein schlechteres oder kein Rating haben, bekommen zwei Punkte.

Verständlichkeit

Die Transparenz des Anlagemodells befinden wir ebenfalls als wichtig. Wir nehmen an, dass Kunden umso eher durchhalten, über 20 Jahre oder mehr anzusparen, je besser sie nachvollziehen können, woher ihre jeweilige Aktienquote gerade rührt. Wir nehmen in Kauf, dass verständliche Anlagemodelle nicht immer eine optimierte Aktienquote bieten: In der Regel ist die Portfoliosteuerung umso weniger transparent, je individueller ein Anbieter das Risiko steuert. Manche Anbieter bekommen aber eine etwas bessere Mischung hin als andere.

Robuste Ergebnisse

Die Gewichtung der einzelnen Kriterien entspricht der Einschätzung der Redaktion. Die Testergebnisse (Empfehlungen) bleiben aber auch bei abweichenden Gewichtungen gleich. Voraussetzung ist, beim Kriterium „Chance auf möglichst hohe Aktienquote“ die individuelle Risikosteuerung gegenüber der maximalen Aktienquote überzugewichten.

Weitere Details zu unserem Vorgehen lesen Sie in unserem Testartikel zu den Riester-Fondssparplänen. Darin geben wir unter anderem genau an, wie wir bei der Punktevergabe der einzelnen Anbieter vorgegangen sind. Wir begründen dort auch, warum die beiden weiteren Varianten der Uniprofirente von Union Investment (klassisch und Select mit dem Fonds Uniglobal Vorsorge) etwas weniger Punkte erzielen konnten.

Diese Riester-Rente passt zu Ihnen

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

  • Rentenversicherung: Hannoversche, Huk24
  • Fondssparplan: DWS Toprente Dynamik über Online-Vermittler, Fairriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)
  • Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethyp
Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Gesamte Diskussion anzeigen - Anmelden oder registrieren, um an der Diskussion teilzunehmen.

Sollen wir Sie
zum Thema Riester-Fondssparplan
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.