Steuerberater Kosten & Suche Wie Du einen Steuerberater findest - und was er kostet

Jörg Leine
Jörg Leine
Experte Steuern

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Du einen Steuerberater beauftragst, Deine Steuererklärung zu machen, profitierst Du von einer automatischen Fristverlängerung.
  • Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) regelt, wie viel Steuerberatung minimal und maximal kosten darf.

So gehst Du vor

  • Frag im Freundeskreis nach Empfehlungen und prüfe die Internetauftritte der vorgeschlagenen Kanzleien.
  • Um einen Steuerberater in der Nähe zu finden, nutze zum Beispiel die Websites der regionalen Steuerberaterkammern.
  • Du kannst auch spezielle Steuerberatungs-Apps nutzen. 

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Was sind außergewöhnliche Belastungen oder der Verpflegungsmehraufwand? Lohnt es sich, alle Belege über Medikamente aufzubewahren und einzureichen? Welche Versicherungsbeiträge kannst Du geltend machen? Was gehört zu den Sonderausgaben

Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert. Manche Steuerpflichtige sind mit der eigenen Steuererklärung überfordert, andere wollen sich nicht selbst damit beschäftigen – und suchen professionelle Unterstützung. Wir zeigen Dir, wie Du den richtigen Steuerberater oder die richtige Steuerberaterin findest und einschätzen kannst, was Dich die Beratung kostet.

Wie viel kostet ein Steuerberater?

Zwar sind die Kosten für eine Steuerberatung sind in der Vergütungsverordnung für Steuerberater, der sogenannten Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Aber für diese Vergütung gibt es meist Tabellen mit Grundgebühren und zusätzlich einen Gebührenrahmen, in welchem der Steuerberater oder die Steuerberaterin einen großen Ermessensspielraum hat.

Er oder sie kann die Gebühren innerhalb der vorgegebenen Bandbreiten festlegen. Entscheidend ist dabei, welcher Faktor angesetzt wird. Die Gebühr berechnet sich generell so:

Grundgebühr nach Tabelle x Faktor = konkrete Gebühr.

Der Faktor darf höher sein, wenn der Aufwand größer ist. Zum Beispiel, weil die Unterlagen nicht geordnet sind oder der Mandant ungewöhnlich viele Dokumente einreicht.

Haben sich die Gebühren geändert? 

Ja, die Gebühren für Steuerberatung wurden zum 1. Juli 2025 geändert. Damit steigen die Wertgebühren um sechs Prozent und die mittlere sogenannte Betragsrahmengebühr für die Lohnbuchführung um rund neun Prozent

Beachte generell: Auf alle Gebühren kommt oben drauf noch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. 

Wie viel kostet eine Einkommensteuererklärung?

Für eine Einkommensteuererklärung über Einkünfte von 30.000 Euro beträgt eine volle Gebühr nach Tabelle A der Verordnung 946 Euro. 

Dein Steuerberater darf davon zwischen 1/10 und 6/10 berechnen, also zwischen 94,60 und 567,60 Euro. Die Bandbreite ist also groß. Bei einem durchschnittlichen Fall setzt Deine Beraterin die Mittelgebühr an, das wären also 3,5/10, was sich auf 331,10 Euro beläuft. Verlangt sie mehr, muss sie Dir das erläutern. 

Bedenke: Hinzu kommt für Angestellte noch die “Ermittlung des Überschusses der Einnahmen über die Werbungskosten”. Dieser liegt auch die Tabelle A zugrunde, hier beträgt der Faktor allerdings zwischen 1/20 und 12/20. Die Mittelgebühr entsprechend der obigen Rechnung 6,5/20 x 946 Euro = 307,45 Euro

Insgesamt bist Du damit bei 331,10 + 307,45 = 638,55 Euro, plus Mehrwertsteuer dann 759,87 Euro.

Wie viel kostet eine Einnahmenüberschussrechnung?

Wer seine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) durch den Steuerberater anfertigen lässt und Einnahmen in Höhe von 37.500 Euro hat, zahlt nach Tabelle B ein Honorar von 5/10 bis 20/10 der Gebühr von 215 Euro. Er kann Dir dafür also zwischen 107,50 Euro und 430 Euro in Rechnung stellen. Dabei handelt es sich aber nur um die Kosten, die für den reinen Jahresabschluss anfallen. Es entstehen meist noch Kosten für Einkommensteuererklärung und Buchhaltung, sofern Du das nicht selbst erledigst.

Wie viel kostet ein Jahresabschluss?

Ein Architekturbüro macht einen jährlichen Gewinn von 70.000 Euro. Die Betriebseinnahmen belaufen sich auf 100.000 Euro, die Betriebsausgaben auf 30.000 Euro. Für den Jahresabschluss wird mit den Betriebseinnahmen gerechnet. Eine volle Gebühr beträgt 369 Euro nach Tabelle B. Die Steuerberaterin darf ihr Honorar innerhalb der Bandbreite von 5/10 bis 20/10 in Rechnung stellen. Üblich ist die Mittelgebühr, also 461,25 Euro.

Wie haben sich die Kosten nach Tabelle B zum 1. Juli 2025 geändert?

Faktor

5/10 

7,5/10

10/10

12,5/10

15/10

17,5/10

20/10

Gebühr bis 30. Juni 2025

174 €

261 €

348 €

435 €

522 €

609 €

696 €

Gebühr ab 1. Juli 2025

184 €

277 €

369 €

461 €

554 €

646 €

738 €

Quelle: Finanztip-Recherche, Werte auf volle Euro gerundet (Stand: 25. November 2025)

Wie viel kostet die Finanzbuchhaltung?

Die Gebühren für Buchführung und Kontieren betragen monatlich zwischen 2/10 bis 12/10 der vollen Gebühr gemäß Tabelle C der Verordnung. Sind etwa Einnahmen in Höhe von 40.000 Euro zu verzeichnen, beläuft sich eine volle Buchführungsgebühr auf 122 Euro. Der Gebührenrahmen bewegt sich monatlich zwischen 2/10 und 12/10 davon, also zwischen 24,40 Euro und 146,40 Euro. Da kann in einem Jahr eine beträchtliche Summe zusammenkommen.

Mit der Gebühr abgegolten sind nach Paragraf 33 Abs. 8 StBVV ergänzende Leistungen, so zum Beispiel die Fertigung der Umsatzsteuer-Voranmeldung. Du kannst Dir diese Kosten aber sparen, indem Du die Buchführung und die Anmeldung über Elster selbst erledigst. 

Wie ist der Gebührenrahmen für übliche Steuerberatungsleistungen?

LeistungBandbreite Faktormittlerer
Faktor
Tabelle für
Grundgebühr
Rat, Auskunft (Erstberatung)1/10 - 10/100,55Tabelle A (max. 190 Euro)
Einkommensteuererklärung1/10 - 6/100,35Tabelle A
Ermittlung der Werbungskosten1/20 - 12/200,65Tabelle A
Einnahmenüberschussrechnung5/10 - 20/101,75Tabelle B
Umsatzsteuerjahreserklärung1/10 - 8/100,45Tabelle A
Buchführung2/10 - 12/100,7Tabelle C (Monatsgebühr)
Erbschaftssteuererklärung2/10 - 10/100,6Tabelle A

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 25. November 2025)

Wie kannst Du selbst Steuerberatungskosten berechnen?

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie hoch Deine Steuerberatungskosten sein werden, kannst Du im Internet den von der Cyberlab GmbH bereitgestellten Rechner nutzen. Dort kannst Du in ein Formular die typischen Kostenarten und Deine eigenen Werte eingeben. Voreingestellt sind lediglich die Mindestwerte. Du siehst auch die Bandbreiten für die Sätze, die Dein Steuerberater oder Deine Steuerberaterin in Rechnung stellen kann.

Das Ergebnis kannst Du nutzen, um die Rechnung Deines Steuerberaters oder Deiner Steuerberaterin zu überprüfen oder über das Honorar zu verhandeln. Sprich ihn oder sie darauf an, wenn die Werte innerhalb der zulässigen Bandbreiten immer am oberen Ende liegt.

Ist auch ein niedrigeres Honorar möglich?

Seit der Reform der StBVV am 23. Juli 2016 kannst Du mit Deinem Steuerberater oder Deiner Steuerberaterin vereinbaren, dass eine niedrigere oder höhere Gebühr als die gesetzlich fixierte abgerechnet wird. Zumindest bei außergerichtlichen Angelegenheiten darf er oder sie bei entsprechend geringerem Aufwand ein niedrigeres Honorar verlangen.

Weicht er oder sie von der Vergütungsverordnung ab – egal ob nach oben oder unten –, so muss das vorher „in Textform“ mitgeteilt werden und Du musst dies betätigen. Ein „Okay“ als Antwort auf eine Mail ist ausreichend, eine Unterschrift oder ein Vertrag ist nicht nötig (§ 4 Absatz 3 StBVV).

Eine unentgeltliche Steuerberatung ist nicht erlaubt. Und bei einem Verfahren vor dem Finanzgericht dürfen keine niedrigeren als die gesetzlichen Gebühren abgerechnet werden.

Wie kannst Du Steuerberatungskosten sparen?

Wenn Du gut vorstrukturierte Aufzeichnungen und Belege beim Steuerberater abgibst und ihm so viel Kleinarbeit ersparst, hast Du zumindest die Chance, Deine Kosten zu drücken. Denn dank Deiner tatkräftigen Unterstützung hat der Steuerberater einen geringeren Aufwand. Niedrigere Steuerberatergebühren solltest Du am besten schriftlich vereinbaren.

Warum benötigst Du oft keinen Steuerberater?

Meist ist die steuerliche Situtation vor allem von Angestellten gar nicht so kompliziert ist. Dann kannst Du in der Regel Deine Steuererklärung selbst erledigen.

Wer Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen von der Steuer absetzen will und keine großen Besonderheiten hat, kann seine Steuererklärung auch allein über Elster oder noch besser mit einer Steuersoftware erstellen.

Die von Finanztip empfohlenen Programme und Steuer-Apps geben allesamt hilfreiche Tipps zum Steuersparen. Die gibt es für Normalverdiener genauso wie für Personen, die unter den Spitzensteuersatz fallen.

Bedenke: Viele Steuerkanzleien sind auch nach der Corona-Pandemie mehr als ausgelastet und nehmen deshalb einfache Fälle von Angestellten gar nicht erst an.

Übrigens: Auch die Grundsteuererklärung 2022 konntest Du ohne Hilfe eines Steuerberaters abgeben. Denn für diese Erklärung waren nur wenige Daten zusammenzutragen und mit unserer Ausfüllhilfe konntest Du es schaffen, die Grundsteuererklärung kostenlos mit Elster abzugeben.

Kann ein Lohnsteuerhilfeverein eine Alternative sein?

Ja. Für einen Lohnsteuerhilfeverein spricht vor allem der Kostenfaktor. Du wirst dort Mitglied und zahlst meist eine geringe Vereinsaufnahmegebühr sowie einen Jahresbeitrag, der sich nach ihrem Bruttoeinkommen richtet. Der durchschnittliche Jahresbeitrag beträgt laut Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine etwa 150 Euro

Aber: Mitglied kann nicht jeder werden. Denn Lohnsteuerhilfevereine erstellen nur für Arbeitnehmerinnen, Beamte, Auszubildende, Studentinnen, Pensionärinnen, Rentner und Unterhaltsempfängerinnen die Einkommensteuererklärung (§ 4 Nr. 11 Steuerberatungsgesetz, StBerG). 

Selbstständige und Gewerbetreibende oder Angestellte mit zusätzlichen Einnahmen aus einer selbstständigen Tätigkeit dürfen die Vereine nicht beraten; und auch nicht bei der Grundsteuererklärung. Das ist die klassische Klientel von Steuerberatern.

Achtung: Bist Du angestellt und hast insgesamt weitere Einkünfte von mehr als 18.000 Euro im Jahr, zum Beispiel aus Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen, darf der Lohnsteuerhilfeverein Dich ebenfalls nicht beraten

Jörg Leine

Meist kannst Du Dir den teuren Gang zum Steuerberater sparen - die Steuer kannst Du selbst.

Jörg Leine
Unser Finanztip-Experte für Steuern

Wie ist die Abgabefrist beim Steuerberater?

Erstellt ein Steuerberater oder eine Steuerberaterin Deine Steuererklärung, dann profitierst Du automatisch von einer siebenmonatigen Fristverlängerung – bis Ende Februar des darauf folgendes Jahres.

Generell gilt: Wenn Du eine Steuererklärung abgeben musst, gilt für Dich die allgemeine gesetzliche Abgabefrist am 31. Juli des Folgejahres. Mit Steuerberatung dann Ende Februar im Jahr nach dem Folgejahr. 

Achtung: Seit dem Steuerjahr 2019 gab es aber wegen der Corona-Pandemie Ausnahmeregelungen: 

  • Hilft Dir eine Steuerberatung oder ein Lohnsteuerhilfeverein bei der Steuererklärung für das Jahr 2023, dann muss diese erst bis zum 2. Juni 2025 im Finanzamt eintreffen.
  • Für die Steuererklärung 2024 ist es der 30. April 2026.

Die verlängerten Abgabefristen findest Du in der tabellarischen Übersicht in unserem Ratgeber Abgabefrist. 

Nur weil Du die Frist verpasst hast, solltest Du nicht zum Steuerberater gehen. Der wird immer deutlich teuerer sein als ein potenzieller Verspätungszuschlag

Übrigens: Von der automatischen Fristverlängerung profitierst Du auch bei einem Lohnsteuerhilfeverein.

Wann ist ein Steuerberater notwendig?

Abgesehen von der eben erwähnten Fristverlängerung gibt es eine Reihe von Sonderfällen, in denen das spezielle Wissen eines Steuerberaters oder einer Steuerberaterin gefragt ist. Das gilt beispielsweise für die folgenden Arbeitnehmer und Beamtinnen:

  • Grenzgänger oder Grenzgängerinnen, die zum Beispiel in Deutschland wohnen, aber etwa in der Schweiz oder in Österreich arbeiten
  • Angestellte, die zumindest teilweise im Ausland beschäftigt sind
  • Personen, die im Ausland Geld angelegt haben und die Quellensteuer zurückholen möchten
  • diejenigen, die Geld etwa in geschlossene Fonds, Denkmalschutzobjekte oder anderen Steuersparmodelle investiert haben
  • Eltern, die zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens verschenken möchten
  • viele Erbfälle

Manche Berufsgruppen mit Besonderheiten auf der Einnahmen- und Ausgabenseite benötigen ebenso speziellen Rat. Ob der ausgewählte Steuerberater oder die Steuerberaterin die dafür nötige Spezialisierung mitbringt, sollte in einem Erstgespräch geklärt werden.

Brauchen Selbstständige und Gewerbetreibende einen Steuerberater?

Gewerbetreibende, Freiberuflerinnen und Unternehmer jeglicher Couleur kommen meist an einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater nicht vorbei. Zu den wichtigsten Dienstleistungen zählen 

  • die Finanzbuchhaltung
  • die Erstellung des Jahresabschlusses oder der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)
  • die Lohnabrechnung, die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge
  • die Erstellung der Umsatzsteuer-Voranmeldungen
  • die Erstellung der Umsatzsteuer-Jahreserklärung, Gewerbe-, Einkommen- und Körperschaftsteuererklärung
  • die Liquiditätsplanung, betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA)

Insbesondere für Freiberufler und andere Unternehmenskunden ist es von Vorteil, wenn sie auch in Rechtsfragen auf kurzem Wege kompetenten Rat erhalten können.

Dürfen Steuerberater rechtlich beraten?

Steuerberater dürfen nur eingeschränkt rechtlich beraten, so zum Beispiel in Sozialversicherungsfragen. Um etwa den Status eines Geschäftsführers, ob angestellt oder selbstständig, gerichtlich zu klären, haben Steuerberater keine Vertretungsbefugnis. Das dürfen nur Rechtsanwälte als Volljuristen. In vielen Steuer-Kanzleien gibt es daher mindestens einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin; andere kooperieren mit Anwälten.

Eine Steuerberaterin darf Dich also zum Beispiel nicht zu der Frage zu Anstellungsverträgen und einer Kündigung beraten.

Wann brauchst Du Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung?

Bei größeren Unternehmen sind oft Leistungen von Wirtschaftsprüfern gefragt, beispielsweise für Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sowie benötigte Testate – insbesondere für den Jahresabschluss.

Hinzu kommt das breite Spektrum der betriebswirtschaftlichen Beratung. Berater, die sowohl Steuerberater, Rechtsanwalt als auch Wirtschaftsprüfer sind, dürfen alle Leistungen anbieten.

Personen, die diese drei Qualifikationen in sich vereinen, sind allerdings rar: Es gab zum Stichtag 1. Januar 2025 nicht einmal 400 davon in Deutschland. Steuerberater/Steuerberaterin und Anwalt/Anwältin zugleich sind laut Bundessteuerberaterkammer immerhin knapp 8.700 Personen.

Helfer für die Steuererklärung

Wie findest Du den passenden Steuerberater?

Die Suche nach dem richtigen Steuerberater ist kompliziert. Das liegt schon mal daran, dass es nach Angaben der Bundessteuerberaterkammer rund 105.000 Steuerberater, Steuerberaterinnen und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland gibt. Hinzu kommt, dass Laien nur schwer einschätzen können, wie gut er oder sie arbeitet. Finanztip zeigt Dir, wie Du fündig werden kannst.

Warum ist die eigene Recherche wichtig?

Der Steuerberater kommt nich zu Dir, du bist am Zug. In der Praxis am meisten bewährt hat sich, dass Du Dich im Bekanntenkreis umhörst und nach guten Empfehlungen fragst. Besuche dann die Internetseiten der empfohlenen Steuerberater und Steuerberaterinnen und achte darauf, ob die Informationen dort kompetent erklärt und verständlich formuliert sind. Einige Steuerkanzleien setzen Erklärvideos ein, stellen im offenen Bereich fundierte Mandanteninformationen mit Steuertipps zur Verfügung, andere wiederum nur im geschlossenen Bereich für ihre Klienten. Beispiele zur Abrechnung der Gebühren sind hingegen nicht der Regelfall. 

Warum ist ein Erstgespräch wichtig?

Du wirst keine Freude haben, wenn Dein Steuerberater zwar fachlich top ist, aber die Zusammenarbeit sehr schwierig ist. Du solltest deshalb keinesfalls auf ein persönliches Erstgespräch verzichten. Schließlich kommt es bei der Zusammenarbeit mit einem Berater oder einer Beraterin auch immer auf das Vertrauensverhältnis und die persönliche Sympathie an.

Nutze das Gespräch, um Deine private und berufliche Situation zu schildern. Oft gibt es Sachverhalte, die steuerrelevant sind oder werden können, die Du zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen kannst.

Frage auch nach den Kosten – aber nicht ausschließlich danach. Bedenke: Steuerberaterinnen verdienen ihr Geld in erster Linie mit Unternehmenskunden. Einfachere Sachverhalte – dazu gehört die Erstellung einer privaten Einkommensteuererklärung – bearbeiten deshalb in der Regel qualifizierte Sachbearbeiter, die für Dich in der Kanzlei die wichtigsten Ansprechpartner sind.

Achte darauf, dass Du Deinen Steuerberater oder Ansprechpartnerin in der Kanzlei gut erreichen kannst und dass die Kanzlei organisiert ist.

Worauf sollten Unternehmer unbedingt achten?

Für Unternehmenskunden ist bedeutend, dass sich der Steuerberater in ihrer Branche auskennt. Immer mehr Kanzleien spezialisieren sich auf Ärzte, Apothekerinnen und andere medizinische Berufe. Andere kennen sich gut im Handwerk aus, wieder andere arbeiten gerne mit kreativen Freiberuflern wie Grafikern, Designerinnen und Journalisten zusammen. Außerdem gibt es Spezialisten für bestimmte Rechtsformen wie Genossenschaften, GmbHs oder Personengesellschaften sowie Expertinnen für Steuerarten wie die Erbschafts- und Schenkungssteuer.

Seit einigen Jahren gibt es zudem Steuerberater, die eine Zusatzqualifikation als „Fachberater oder Fachberaterin“ aufweisen. Sie haben durch eine Weiterbildung Fachkenntnisse erworben in Themenbereichen wie Unternehmensnachfolge, Gesundheitswesen, Vermögens- und Finanzplanung oder Testamentsvollstreckung und Nachlassverwaltung. 

Wie findest Du einen Steuerberater in der Nähe?

Über die Website der Bundessteuerberaterkammer oder den vergleichbaren Service des Deutschen Steuerberaterverbands kannst Du nach Postleitzahl und Themen gefiltert Steuerberatungsbüros finden. Als weitere Kriterien kannst Du die Branche und Fremdsprachenkenntnisse auswählen oder die Suche auf eine Einkommensteuerberatung einschränken.

Eine weitere Suchmöglichkeit, um eine Steuerberaterin in der Nähe zu finden, bietet der IT-Dienstleister Datev, eine Genossenschaft von rund 40.000 Steuerberaterinnen, Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüferinnen: Auf smartexperts.de präsentieren sich Datev-Mitglieder mit einem eigenen Profil. Dazu gehört oft ein Bild, eine Beschreibung des Leistungsangebots, die Anzahl der Steuerberater und Mitarbeiterinnen der Kanzlei sowie die Öffnungszeiten. 

Du kannst gezielt nach einem bestimmten Themengebiet und einem Ort suchen, zum Beispiel „Doppelte Haushaltsführung Berlin“. Dann werden Dir, sortiert nach Entfernung, Steuerberater und Steuerberaterinnen in der Nähe aufgelistet, die diesen Themenschwerpunkt in ihrem Profil angegeben haben. Du kannst die Kanzlei Deiner Wahl per Mail direkt anschreiben.  

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Was sind Steuerberatungs-Apps?

Steuerberatungs-Apps sind Apps, die nur dazu da sind, Dich mit einem Steuerberater zusammen zu bringen. Solche Apps oder auch Programme können ein Ausweg sein, wenn Du keinen Steuerberater findest - und die Steuer nicht selbst machen willst. Besonders interessant ist das für einfache Steuerfälle, also wenn Du nicht selbstständig bist oder ein Gewerbe hast. 

Finanztip stellt Dir jetzt die wichtigsten Steuerberatungs-Apps vor und geht dabei auf Leistungsumfang und Preise ein.

Wie hilft der Buhl-Berater?

Der Buhl-Berater ist ein Angebot der Firma, welche die von Finanztip empfohlenen Steuerprogramme Wiso Steuer und Tax verkauft.

Beim Buhl-Berater musst Du zuerst im Browser in einem Chat einige Fragen zu Deiner Person, Deinen steuerlichen Begebenheiten und Deinem Bruttoverdienst beantworten, ähnlich einer Steuer-App. Am Ende sagt Dir der Buhl-Berater, wie viel Dich die Steuerberatung kosten wird. Bist Du zum Beispiel ledig, angestellt ohne zusätzliche Einkünfte und hast ein Jahresbrutto zwischen 40.000 und 70.000 Euro, sind es fix 219 Euro. Das liegt deutlich unter den Gebühren eines „normalen“ Steuerberaters.

Der Buhl-Berater fordert dann Unterlagen an, zum Beispiel per Foto oder Scan. Ein 30-minütiges Telefongespräch ist inklusive. Am Ende schickt der Buhl-Berater Deine Steuererklärung ans Finanzamt. 

Der Buhl-Berater deckt viele Steuerfälle ab. Selbstständige und Gewerbetreibende bleiben aber außen vor und werden auf Wiso Steuer verwiesen. 

Die Preise beginnen bei 169 Euro, wenn Du weniger als 40.000 Euro im Jahr brutto verdienst. Vermietungseinkünfte kosten extra 99 Euro pro Wohneinheit und Kapitaleinkünfte über dem Sparerfreibetrag 59 Euro.

Was ist Taxfix Experten-Service?

Taxfix ist eine von Finanztip empfohlene Steuer-App. In der App wirst Du gleich zu Beginn gefragt, ob Du die Steuer selbst machen willst – oder den Experten-Service nutzen willst. 

Entscheidest Du Dich für die zweite Möglichkeit, wird Dir ein Steuerexperte vermittelt. Dann musst Du in einem Chat Fragen beantworten und erhältst eine Aufgabenliste. Das bedeutet, Du musst die für die Steuererklärung benötigten Dokumente hochladen. Ist alles da, legt Dein Steuerberater los und fragt gegebenenfalls im Chat nach, wenn etwas fehlt. Am Ende bekommst Du die Erklärung zur Prüfung vorgelegt. Nach Deiner Freigabe sendet Taxfix die Erklärung ans Finanzamt.

Der Experten-Service deckt mittlerweile auch Einnahmen aus Vermietung und dem Ausland ab, geht aber nicht für Selbstständige.

Der Preis beträgt 20 Prozent Deiner Steuererstattung, mindestens jedoch 99,99 Euro. Zahlen musst Du zwar erst, nachdem das Finanzamt Deine Steuererklärung bearbeitet hast. Allerdings stimmst Du schon ganz zu Beginn zu, dass Du die Zahlung übernimmst. Wenn Du zum Beispiel eine Erstattung von 2.000 Euro bekommst, kostet Dich der Experten-Service 400 Euro.

Wofür steht die App Zasta?

Zasta ist eine App, die ausschließlich dafür da ist, Dich mit einem Steuerberater zu verbinden. Du kannst Zasta auch im Browser am Computer nutzen. Bekannt wurde Zasta mit ihrem Auftritt in der TV-Gründershow „Die Höhle der Löwen“. 

Bei Zasta registriest Du Dich und gibst Deine Steueridentifikationsnummer an. Du erteilst Zasta eine Vollmacht und der Anbieter ruft Deine Daten vom Finanzamt ab - und macht Dir ein Preisangebot. Nimmst Du es an, musst Du in einem Chat verschiedene Fragen zu Deinen steuerlichen Umständen beantworten. Am Ende reicht der Steuerberater Deine Steuererklärung beim Finanzamt ein. 

Zasta lässt sich nur mit einfachen Steuerfällen nutzen. Du darfst nicht selbstständig sein oder Vermietungseinkünfte haben. Der Preis beträgt mindestens 50 Euro. Mehr lässt sich an dieser Stelle nicht sagen, in jedem einzelnen Fall legt der Steuerberater den Preis fest. Lehnst Du den Preisvorschlag ab, zahlst Du auch nichts. Du weißt also immerhin vorher, wie viel Deine Steuererklärung kosten wird.

Was macht Taxando Premium?

Auch Taxando gibt es als App fürs Smartphone oder im Browser. Zwar ist es damit prinzipiell möglich, seine Steuererklärung selbst zu machen. Doch schon bei einem einfachen Beispielfall landeten wir nach Eingabe einiger Daten bei Taxando Premium, und damit bei einem Steuerberater. Bei einem Jahresbruttogehalt von 60.000 Euro und Kapitaleinkünften sollte dieser 419 Euro kosten. Als Mindestpreis ruft der Anbieter für Taxando Premium 99 Euro auf. 

Auch bei Taxando läuft der Austausch mit dem Steuerberater online. Das Angebot gilt auch für spezielle Einkunftsarten.

Wie schätzt Finanztip Steuerberatungs-Apps ein?

Die genannten Angebote sollten nach Finanztip-Meinung nur im äußersten Notfall zum Einsatz kommen. Warum? Dafür gibt es drei wichtige Gründe: 

  • Du bezahlst bei allen deutlich mehr, als wenn Du die Steuererklärung selbst machst.
  • Zudem musst Du Dich trotzdem mit dem Thema auseinandersetzen, steuerliche Fragen beantworten sowie Belege raussuchen und zum jeweiligen Anbieter schicken.
  • Die meisten Angebote können nur recht einfache Fälle. Wenn Dein Fall einfach ist, solltest Du es zuerst mit einer Steuer-App oder einer Steuersoftware probieren. Ist der Fall kompliziert, musst Du so oder so zu einem „richtigen“ Steuerberater.

Was muss in der Rechnung des Steuerberaters stehen?

In der Rechnung muss der Steuerberater die Beträge der einzelnen Gebühren und Auslagen angeben, die Vorschüsse, eine kurze Bezeichnung der Tätigkeit, die Bezeichnung der Auslagen sowie die angewandten Vorschriften der Gebührenverordnung.

Nach demselben Stundensatz berechnete Zeitgebühren können zusammengefasst werden. Die errechneten Beträge sind Nettobeträge. Es kommt also die gesetzliche Umsatzsteuer von 19 Prozent hinzu.

Kosten für die Steuerberatung sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar, wenn sie zur Ermittlung Deiner Einkünfte anfallen, also beruflich veranlasst sind. Dementsprechend sollte die Steuerberaterin oder der Steuerberater die einzelnen Positionen in der Rechnung ausweisen. Was Du beim steuerlichen Abzug der Beraterkosten beachten müssen, haben wir im Ratgeber Steuerberatungskosten zusammengestellt.

Was tust Du gegen zu hohe Steuerberater-Rechnungen?

Prüfe zuerst den Gebührenrahmen. Hat die Steuerberaterin immer den Gebührenrahmen voll ausgeschöpft, kannst Du das zum Anlass nehmen, um mit ihr über die erbrachte Leistung und die Höhe der Rechnung zu sprechen.

Du kannst Dich bei der regional zuständigen Steuerberaterkammerbeschweren. Die überprüfen dann zwar nicht konkret die Rechnung, aber ob Dein Berater oder Deine Beraterin gegen Berufspflichten verstoßen hat. Dazu gibt es auf den Internetseiten der Kammern Vordrucke, die Du nutzen kannst.

Bedenke generell: Du kannst nicht einfach den Preis mindern wie beim Kauf einer mangelhaften Sache. Grund: Ein mit einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin abgeschlossener Vertrag ist ein Geschäftsbesorgungsvertrag (§ 675 BGB). Er oder sie schuldet Dir keinen Erfolg, sondern nur die Tätigkeit. 

Wann kannst Du Schadensersatz einfordern?

Beruht Deine Unzufriedenheit mit Deinem Berater oder Deiner Beraterin darauf, dass er oder sie tatsächlich Fehler gemacht hat, die zu einem Schaden geführt haben, kann unter Umständen ein Schadensersatzanspruch bestehen (§ 280 Abs. 1 BGB).

Das setzt voraus, dass erstens ein Schaden eingetreten ist und Du diesen zweitens auch beweisen kannst. Verhängt das Finanzamt zum Beispiel einen Verspätungszuschlag, weil die Unterlagen nicht rechtzeitig bearbeitet und weitergeleitet wurden, kannst Du verlangen, dass Dein Steuerberater oder Deine Steuerberaterin den Zuschlag als Schaden ersetzt.

Möglicherweise musst Du vor Gericht nachweisen, dass der Steuerberater oder die Steuerberaterin Fehler gemacht, falsch beraten, Fristen versäumt oder Belege verschlampt hat. Wenn Ihr Euch nicht einigen könnt, steht Dir der Klageweg offen. Steuerberater und Steuerberaterinnen müssen für solche Fälle zwingend eine Berufshaftpflichtversicherung haben.

Kannst Du den Steuerberater wechseln? 

Ja, bist Du unzufrieden, kannst Du Deinen Steuerberater wechseln und mit der neuen Beraterin im Vorfeld über die Kosten sprechen. Schau in Deinen Vertrag, ob Du irgendwelche Kündigungsfristen beachten musst, ansonsten kannst Du schon zum Monatsende kündigen.

Wichtig: Kläre vor der Kündigung, welche Leistungen Dein alter Berater Dir noch in Rechnung stellen kann – nicht, dass Du doppelt zahlen musst. Um zu einer anderen Steuerberaterin zu wechseln, muss diese alle relevanten Unterlagen bekommen. Das kann schwierig werden, wenn Dein alter Berater die Unterlagen nicht an Dich herausgibt, etwa weil noch Rechnungen offen sind. Das ist aber zulässig (§ 66 Abs. 2 StBerG).

Aber: Er darf nur die Unterlagen zurückhalten, die mit der noch offenen Rechnung in direktem Zusammenhang stehen. Streitest Du Dich also nur wegen der Rechnung für die Steuererklärung 2023, muss er die Unterlagen für 2022 oder 2024 herausgeben.

Was ist noch wichtig in der StBVV?

Wir zeigen Dir noch drei Punkte: die Informationspflicht über eine Abweichungsmöglichkeit, den Sitz im Inland und der Wegfall der Mindestgebühr.

Was ist die Informationspflicht über Abweichungsmöglichkeit?

Die Verordnung verpflichtet Steuerberater und Steuerberaterinnen, von sich aus darauf hinzuweisen, dass sie bei der Vergütung von der StBVV abweichen dürfen – auch bei schon seit Jahren laufenden Verträgen. Um keine schlafenden Hunde zu wecken, werden die meisten Steuerberater und Steuerberaterinnen diese Informationspflicht wohl insofern erfüllen, dass sie eine entsprechende Klausel in ihre Steuerberatungsverträge, in die Allgemeinen Auftragsbedingungen oder in die Vollmachten ihrer Mandanten aufnehmen werden.

Was bedeutet Inlandssitz?

Der Anwendungsbereich der StBVV ist auf Steuerberater und Steuerberaterinnen mit Sitz in Deutschland beschränkt. Sie gilt nicht, wenn die Steuerberatung aus dem Ausland angeboten wird.

  • Der deutsche Steuerberater auf Mallorca berät seinen Mandanten aus Deutschland. Für ihn gilt die StBVV nicht mehr zwingend.
  • Die österreichische Steuerberaterin mit Zulassung in Oberbayern muss hingegen nach der StBVV abrechnen.

Was ist mit der Mindestgebühr?

Früher gab es eine Mindestgebühr von zehn Euro für steuerliche Leistungen. Das wurde aber nach einem Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland geändert.

Faktisch spielte die Mindestgebühr nur eine Rolle bei Kleinstbetrieben, bei denen etwa Umsatzsteuer-Voranmeldungen oder Lohnabrechnungen danach abgerechnet wurden. Auch für diese muss nun statt pauschal exakt abgerechnet werden, also zum Beispiel pro Gehaltsabrechnung eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin mit acht Euro monatlich.

Autoren
Udo Reuß

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