Steuerberatungskosten

Kosten für Steuerberatung absetzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ausgaben für den Steuerberater, den Lohnsteuerhilfeverein, für Fachbücher oder eine Online-Steuererklärung mithilfe von Steuersoftware können Sie unter Umständen als Steuerberatungskosten absetzen.
  • Kosten für die Steuerberatung sind als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar, wenn sie zur Ermittlung Ihrer Einkünfte anfallen, also beruflich veranlasst sind.
  • Privat veranlasste Steuerberatungskosten können Sie nicht von der Steuer absetzen. Dies betrifft beispielsweise die Unterstützung bei der Anlage „Kind“ oder beim Mantelbogen.
  • Ihr Steuerberater sollte beruflich und privat veranlasste Kosten in seiner Rechnung getrennt ausweisen.
  • Das Finanzamt akzeptiert jedoch Ausgaben, die sowohl dem beruflichen als auch privaten Bereich zugeordnet werden können, bis zu einer Höhe von 100 Euro als Mischkosten.
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Die Steuererklärung selbst machen? Vielen Steuerzahlern ist das zu kompliziert, daher lassen sie sich von einem Steuerberater oder dem Lohnsteuerhilfeverein beim Ausfüllen der Formulare unterstützen. Das kostet natürlich etwas. 

Zumindest einen Teil dieser Steuerberatungskosten dürfen Sie als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen, nämlich den Betrag, der auf den beruflichen Teil entfällt.

Tipp

Erklärung selbst ausfüllen

Wer es sich zutraut, kann viel sparen, indem er die Steuererklärung selbst erledigt, zum Beispiel mithilfe des kostenlosen Steuer-E-Books von Finanztip oder einer vergleichsweise günstigen Steuersoftware.

Was als Steuerberatungskosten zählt

Die Ausgaben für die professionelle Unterstützung bei der Steuererklärung durch einen Steuerberater oder die Mitgliedschaft im Lohnsteuerhilfeverein zählen zu den Steuerberatungskosten. Auch PC-Programme, Online-Software und Fachliteratur gehören dazu. Selbst die Fahrten zu Ihrem Steuerberater und Briefporto oder Telefongebühren sind Steuerberatungskosten.

Lange Zeit konnte man Steuerberatungskosten als Sonderausgaben in der Steuererklärung eintragen und so sein zu versteuerndes Einkommen senken. Die Ausgaben mussten keiner bestimmten Einkunftsart zugeordnet werden. Seit 2006 lassen sich Ausgaben, die im Zusammenhang mit einer Steuerberatung entstehen, nur auf konkrete Einkunftsarten bezogen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzen.

Das hat auch der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil bestätigt (BFH-Urteil vom 4. Februar 2010, Az. X R 10/08). Dennoch galten die Steuerbescheide noch einige Zeit als vorläufig in diesem Punkt. Steuerzahler konnten also ihre Ausgaben für die Beratung weiter als Sonderausgaben eintragen und auf ein neues Urteil hoffen. Doch seit 2013 ist auch diese Möglichkeit dahin: Das Bundesfinanzministerium hat die Vorläufigkeit aufgehoben. Die Rechnung des Steuerberaters ist nur noch absetzbar, wenn man sie seinen Betriebsausgaben oder Werbungskosten zuordnen kann.

Kosten zur Ermittlung der Einkünfte sind absetzbar

Absetzen können Sie die Ausgaben für die Steuerberatung als Werbungskosten oder Betriebsausgaben, wenn sie bei der Ermittlung Ihrer Einkünfte entstehen. Als Angestellter können Sie beispielsweise die Ausgaben unter den Werbungkosten eintragen, die bei der Erstellung Ihrer Anlage N entstehen, weil damit Ihr zu versteuerndes Einkommen ermittelt wird.

Wenn Sie eine Wohnung vermieten oder ein Grundstück verpachten, sind auch das Einkünfte. Sofern Sie sich also bei deren Ermittlung von einem Steuerberater helfen lassen, können Sie das als Werbungskosten absetzen (Anlage V). Das gilt auch für Kapitalerträge (Anlage KAP), Renten (Anlage R) sowie Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft (Anlage L). Gewerbetreibende (Anlage G) und Freiberufler (Anlage S) können die steuerliche Beratung als Betriebsausgaben absetzen, insbesondere das Erstellen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR), die Umsatzsteuer-Voranmeldungen sowie Umsatzsteuer- und Gewerbesteuer-Erklärungen.

Ihre Ausgaben für die Steuerberatung tragen Sie bei der jeweiligen Einkunftsart ein. Als Vermieter tragen Sie also die Steuerberatungskosten unter den Werbungskosten in der Anlage V ein.

Kosten für das Erstellen folgender Formulare können Sie absetzen

Werbungskosten Betriebsausgaben
Anlage N Anlage G
Anlage V Anlage S
Anlage R Anlage L
Anlage KAP Anlage EÜR
Anlage SO  
Anlage AUS  

Nicht absetzbar: Hilfe für Steuer im privaten Bereich

Was nicht zur Ermittlung der Einkünfte gehört, hat der Fiskus 2006 zur Privatsache erklärt – einen Steuernachlass gibt es dafür nicht. Wer sich beispielsweise helfen lässt, den Mantelbogen auszufüllen, muss die Kosten für den Lohnsteuerhilfeverein oder den Steuerberater selbst tragen. Das gilt auch für die Anlagen „Kind“, „Unterhalt“, „Altersvorsorge“ und „Vermögenswirksame Leistungen“. Diese Anlagen haben nichts mit der Ermittlung Ihrer Einkünfte zu tun und sind demzufolge auch keine Werbungskosten. Leisten Sie sich dennoch einen Steuerberater, um diese Formulare auszufüllen, sind das laut BFH keine unvermeidbaren Ausgaben, sondern „Kosten der privaten Lebensführung“ (§12 Absatz 1 EStG).

Auch haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerkerkosten sowie Kirchen-, Erbschaft- oder Schenkungsteuer werden dem privaten Bereich zugeordnet. Wenn der Steuerberater hilft, diese Aufwendungen zusammenzustellen, dürfen Sie seine Rechnung nicht absetzen, weil es keine Werbungskosten (BFH-Urteil vom 16. Februar 2011, Az. X R 10/10) sind. Das gilt nicht für die Anlage EÜR zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung, in diesem Fall gehört das Ausfüllen des Formulars zur Ermittlung der Einnahmen.

Kosten aufteilen: beruflich oder privat veranlasst

Lassen Sie die Steuererklärung von einem Steuerberater machen, teilt er sein Honorar auf in den Teil, der abzugsfähig ist, und in den Teil, den Sie nicht absetzen können. Anhand der Rechnung können Sie die einzelnen Teile des Honorars entsprechend zuordnen, sodass Sie die berufsbedingten Beratungskosten in der Anlage N unter „Sonstiges“ (Zeile 46 bis 48) eintragen können. In der Regel übernimmt aber der Steuerberater diese Aufgabe für Sie.

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Mischkosten bis 100 Euro als Werbungskosten

Die Ausgaben für eine Steuersoftware, ein Fachbuch oder den Mitgliedsbeitrag des Lohnsteuerhilfevereins können Sie unter den Werbungskosten geltend machen, ohne sie aufzuteilen. Denn diese Kosten lassen sich nicht eindeutig dem privaten oder dem beruflichen Bereich zuordnen. Als sogenannte Mischkosten akzeptiert das Finanzamt Ausgaben für die Beratung bis 100 Euro als Werbungskosten.

Höhere Mischkosten werden gestaffelt: Liegen Ihre Steuerberatungskosten zwischen 100 und 200 Euro, können Sie davon 100 Euro einer Einkommensart Ihrer Wahl, beispielsweise Ihren Kapitaleinkünften, als Werbungskosten zuordnen, den Rest können Sie nicht absetzen. Von den Ausgaben, die über 200 Euro liegen, dürfen Sie die Hälfte als Werbungskosten oder Betriebsausgaben eintragen. Der Rest sind nicht absetzbare Sonderausgaben. Haben Sie beispielsweise Steuerberaterkosten von 150 Euro, können Sie davon 100 Euro absetzen, bei Kosten von 250 Euro können Sie 125 Euro absetzen.

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Udo Reuß
von Finanztip,
Experte für Steuern

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Achtung

Pauschbeträge überschreiten

Steuerberaterkosten als Werbungskosten einzutragen, lohnt sich bei einigen Einkunftsarten erst, wenn Ihre Werbungskosten insgesamt einen bestimmten Betrag erreichen. Diesen Pauschbetrag zieht der Fiskus bei jedem Steuerzahler automatisch ab:

- bei nichtselbstständiger Arbeit: Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro,
- bei Kapitalvermögen: Sparerpauschbetrag von 801 Euro beziehungsweise 1.602 Euro (Ehepaare),
- bei Renten: Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 Euro.

Steuerberatungskosten für Mieteinnahmen oder betriebliche Einkünfte können Sie sofort geltend machen. Dabei gibt es keine Pauschbeträge.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.

Andrea Wekenborg

ehemalige Finanztip-Redakteurin (bis 2015)

Andrea Wekenborg verfasste für Finanztip Artikel im Ressort Recht & Steuern. Ihre Begeisterung für Verbraucherthemen entdeckte sie in der Ombudsredaktion der Berliner Zeitung. Später schrieb sie fünf Jahre für einen Online-Finanzvergleich über Versicherungen, Konten und Steuern. Zudem war sie bereits beim Verbraucherzentrale Bundesverband tätig.