Kasko Kfz-Versicherung

Kaskoschutz auch bei grober Fahrlässigkeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei grober Fahrlässigkeit kann die Kaskoversicherung die Zahlung verweigern.
  • Als Autofahrer bleiben Sie dann auf den Kosten des Schadens sitzen.
  • Schließen Sie deswegen unbedingt eine Kfz-Versicherung ab, die grobe Fahrlässigkeit absichert.
  • Machen Sie immer zwei Vergleiche. Kombinieren Sie dafür Vergleichsportale und Direktversicherer miteinander.
  • Die besten Vergleichsportale sind Verivox und Check24. Etwas schlechter, aber immer noch empfehlenswert, schnitt autoversicherung.de ab.
  • Kombinieren Sie ein Portal mit einem der günstigen Direktversicherer, die nicht auf den Portalen vertreten sind. Das sind vor allem Hannoversche Direkt und Huk24. Oder kombinieren Sie zwei Vergleichsportale.
  • Die günstigsten Ergebnisse in unseren Tests lieferte die Kombination aus Verivox und Hannoversche.
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Die Kaskoversicherung bezahlt Schäden, die am eigenen Auto entstanden sind. Sie zahlt aber nicht auf jeden Fall, egal wie der Schaden entstanden ist. Auch eine Voll- oder Teilkaskoversicherung kann die Zahlung verweigern oder kürzen. Nämlich dann, wenn grobe Fahrlässigkeit schuld am Schaden ist, der Fahrer also seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist. Der Verstoß muss allerdings objektiv über das normale Maß hinausgehen.

Grob fahrlässig bedeutet, dass jemand ohne Sorgfalt handelt und nicht so, wie es jedem als selbstverständlich einleuchten müsste (Bundesgerichtshof, Urteil vom 29. Januar 2003, Az. IV ZR 173/01).

Kasko kann Schutz verweigern

Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung kann in diesem Fall der Kaskoversicherungsschutz entfallen. In Paragraf 81 Absatz 2 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) heißt es: „Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen.“

Dagegen können Sie sich schützen, indem Sie einen Vollkaskotarif wählen, bei dem der Anbieter ausdrücklich darauf verzichtet, Zahlungen wegen grober Fahrlässigkeit zu verweigern. Eine Finanztip-Studie zeigt: Der Zusatzschutz ist in den meisten Tarifen schon enthalten und kostet dann keinen Aufschlag. Auch die günstigsten Tarife hatten die grobe Fahrlässigkeit fast immer eingeschlossen. Selbst wer bei einem Neuabschluss ausdrücklich auf die Klausel verzichtet, findet nur selten eine Police ohne. Sparen lässt sich mit dem Verzicht auf diesen Schutz dementsprechend kaum. Bei den wenigen Tarifen im Test, die Varianten mit und ohne diese Klausel boten, lag der Preisunterschied nur bei 2 Prozent. Die Differenz zwischen einem Basistarif ohne diesen Schutz und dem nächsthöheren Tarif betrug nur zwischen 3 und 5 Prozent.

Eine Einschränkung gibt es: Viele Anbieter kürzen weiterhin ihre Leistung, wenn grobe Fahrlässigkeit wegen Alkohol- oder Drogenkonsums vorlag oder falls ein Autodiebstahl grob fahrlässig ermöglicht wurde. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Schlüssel im Auto steckte. Bei Eis oder Glätte sollte die Versicherung die Leistung dagegen nicht kürzen können. Schauen Sie daher in die Bedingungen der Versicherung.

Wer noch einen Vertrag ohne die Klausel besitzt, sollte unbedingt vergleichen und einen neuen Vertrag abschließen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Wann handelt jemand grob fahrlässig?

Kommt es zum Rechtsstreit über die Frage, ob ein Autofahrer grob fahrlässig gehandelt hat, müssen Richter entscheiden. Diese wägen immer die besonderen Umstände ab, um zu beurteilen, ob der Fahrer die erforderliche Sorgfalt in besonderem Maße missachtet hat. Das muss die Versicherung aber beweisen können.

Wer eine rote Ampel überfährt, handelt fast immer grob fahrlässig; geht es um ein überfahrenes Stoppschild, gilt das meist als grob fahrlässig. Auch wer während der Fahrt das heruntergefallene Handy aufhebt und so einen Unfall verursacht, handelt grob fahrlässig.

Ausnahmen gibt es jedoch bei einem sogenannten Augenblicksversagen. War zum Beispiel ein Fahrer an der Ampel verkehrsbedingt abgelenkt und fährt deshalb bei Rot, kann dies auch als nicht grob fahrlässig gewertet werden.

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Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn Vergleichsportale listen nicht alle Versicherungen. Und günstige Direktversicherer ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück.

Vergleichen Sie auf einem der drei empfohlenen Portale: Verivox, Check24 oder autoversicherung.de. Zusätzlich sollten Sie auch bei der Hannoverschen Direkt oder bei der Huk24 Preise abfragen. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Die beste Kombination lieferte in unserem Test die Hannoversche zusammen mit Verivox. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erlären wir in unserem Ratgeber.

Verivox
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 30 Minuten

Laut eigener Angabe 57 Versicherer insgesamt im Angebot
  • hervorragende Benutzerfreundlichkeit
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung

Hannoversche Direkt
günstiger Direktanbieter

nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • günstige Tarife
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
Hannoversche Direkt

Check24
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 30 Minuten

laut eigener Angabe 58 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf Portal
  • hervorragende Benutzerfreundlichkeit
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist "Maklerempfehlung"

Huk24
günstiger Direktanbieter

nicht mehr auf Vergleichsportalen vertreten
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • günstige Tarife
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
  • keine Support-Hotline

autoversicherung.de
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 45 Minuten

laut eigener Angabe 53 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • aufwendige Dateneingabe
  • keine Support-Hotline
  • höchste maximale Abweichung unter den getesteten Vergleichsportalen
autoversicherung.de

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.