Carsharing

So sparen Sie Zeit und Geld mit Carsharing

Das Wichtigste in Kürze

  • Carsharing ist praktisch: Sie müssen sich nicht um TÜV und Inspektion kümmern, keine Parkscheine ziehen und nicht selbst tanken.
  • Carsharing lohnt sich, sofern Sie nicht täglich auf ein Auto angewiesen sind und weniger als etwa 10.000 Kilometer im Jahr fahren. Beispielrechnungen finden Sie in unserem Carsharing-Kostenvergleich.
  • Autos ohne feste Stationen („free floating“) sind ideal für spontane Fahrten und kurze Strecken. Die Fahrzeuge lassen sich mit dem Smartphone oder einer Kundenkarte öffnen.
  • Für planbare Hin- und Rückfahrten mit Aufenthaltszeit sind Anbieter mit festen Stationen billiger. Es gibt sie in mehr als 500 Städten in Deutschland.
  • Für lange Strecken oder Zeiträume ist hingegen ein Mietwagen die beste Wahl.

So gehen Sie vor

  • Melden Sie sich bei mehreren Carsharing-Unternehmen an und wählen Sie den passenden Anbieter je nach Strecke und Verfügbarkeit. Nutzen Sie am Anfang Tarife ohne Grundgebühr.
  • Ein guter Einstieg für Großstädter ist das flexible Carsharing von Car2go und Drivenow sowie in Berlin auch Multicity.
  • Auch in kleineren Orten verfügbar ist Carsharing mit festen Stationen. Der größte Anbieter mit mehr als 800 Stationen in 200 Städten ist Flinkster.
  • Prüfen Sie weitere stationäre Anbieter in Ihrer Nähe. Einen guten Überblick über die Stationen liefert mymobilitymap.de.
  • Wenn Sie mit Carsharing auskommen, können Sie Hunderte Euro im Jahr sparen, indem Sie Ihr eigenes Auto abschaffen.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Carsharing sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Günstiger und komfortabler als ein eigenes Auto ist in größeren Städten oft das flexible Mieten eines Autos, Carsharing genannt. Sie zahlen dabei nur, wenn Sie das Fahrzeug wirklich brauchen. Ums Tanken und Waschen, TÜV und Inspektion kümmert sich der Anbieter.

Dafür stehen verschiedene aktuelle Automodelle zur Verfügung. So können Sie auch mal ein Cabrio nehmen oder ein Elektroauto ausprobieren. Häufig können Sie mit einer Anmeldung gleich in mehreren Städten fahren.

Wenn Sie nicht täglich auf ein Auto angewiesen sind und weniger als etwa 10.000 Kilometer im Jahr fahren, kann es sich lohnen, das eigene Auto abzuschaffen und auf einen Verkehrsmittel-Mix aus Carsharing und beispielsweise Fahrrad, Bahn, Fernbus, Mietwagen und Taxi zu setzen. Welche Verkehrsmittel für eine bestimmte Strecke zur Verfügung stehen, zeigen moderne Mobilitäts-Apps wie Qixxit von der Deutschen Bahn. Natürlich können Sie Carsharing auch als Ergänzung zum privaten Wagen nutzen.

Carsharing in fast 600 Städten und Gemeinden verfügbar

Laut dem Bundesverband Carsharing gab es Anfang 2016 in knapp 540 deutschen Städten und Gemeinden Carsharing-Angebote von etwa 150 Unternehmen. Anfang 2017 waren es bereits fast 600 Orte, in denen die flexible Automiete angeboten wird.

Die Großen der Branche wie Flinkster, Cambio und Stadtmobil beispielsweise haben jeweils Autos in mehr als 100 Städten. In den Metropolregionen und größeren Städten gibt es mehrere Unternehmen und ein gut ausgebautes Netz.

Mit Stationen oder völlig flexibel

Carsharing-Angebote unterscheiden sich vor allem darin, ob die Autos an bestimmten Orten bereitstehen oder ob sie flexibel in der Stadt verteilt sind. Anbieter mit festen Stationen gibt es schon seit Jahrzehnten. Relativ neu sind die flexiblen Carsharing-Anbieter: Car2go von Daimler und Europcar, Drivenow von BMW und Sixt sowie Multicity von Citroën und der Deutschen Bahn.

In Deutschland ist Drivenow in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln und München verfügbar, Car2go zusätzlich in Frankfurt am Main und Stuttgart. Ausschließlich in Berlin tätig ist Multicity.

Die zahlreichen anderen Carsharing-Anbieter haben für ihre Fahrzeuge feste Parkplätze oder ein bestimmtes Gebiet, wo die Autos abgeholt und wohin sie auch wieder zurückgebracht werden. Der Marktführer Flinkster, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, hat beispielsweise mehr als 800 Stationen, an denen Fahrzeuge unterschiedlicher Kategorien zur Verfügung stehen.

Flexibles Carsharing im Vergleich

    Car2go   Drivenow   Multicity
von ...   Daimler, Europcar   BMW, Sixt   Citroën, Deutsche Bahn
Note ADAC / „test“   1,7 / 2,1   2 / 2,1   2 / 1,9
einmalige Anmeldegebühr   9 €   29 €   9,90 €
Standard-Minutenpreis: Fahren / Zwischenparken   0,24 bis 0,34 € / 0,19 €   0,31 bis 0,34 € zzgl. 1 € Fixpreis je Fahrt / 0,15 €   0,28 € / 0,28 €
Fahrpreis-Ermäßigung bei Vorkasse   nein   bestenfalls 0,28 €/Minute   bestenfalls 0,20 €/Minute
Belohnung fürs Volltanken/Aufladen   10 Freiminuten, wenn Tank vorher < 25 %   30 Freiminuten, wenn Tank/Akku vorher < 25 %   15 Freiminuten, wenn Akku vorher < 50 %
Städte (Deutschland und angrenzende Länder)   Amsterdam, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Köln, München, Stuttgart, Wien   Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Kopenhagen, München, Wien   Berlin
Fahrzeuge   Smart, Mercedes   BMW, Mini   Citroën (viele E-Autos)
Selbstbeteiligung   500 € (Smart), 1000 € (Mercedes)   350 €   500 €

Quelle: Anbieter-Websites, ADAC, Stiftung Warentest (Stand: 16. Februar 2017)

Flexibles Carsharing für spontane Fahrten

Fahrzeuge von Car2go, Drivenow und Multicity sind über die ganze Stadt verteilt. Auf der Website oder über die App können Kunden sehen, wo die Autos gerade stehen. Mehrere Anbieter auf einmal zeigen beispielsweise die Apps Free2move (bis Anfang 2017 Carjump genannt), Mobility Map oder Car Radar.

Kunden können die Autos 15 oder 30 Minuten lang reservieren oder spontan einsteigen und losfahren. Am Zielort angekommen, lassen die Fahrer den Wagen einfach stehen und beenden die Miete – vorausgesetzt, sie verlassen nicht das Geschäftsgebiet. Für die Parkgebühren kommt der Anbieter auf. 

Wenn der Kunde jedoch beispielsweise zum Einkaufen fährt und das Auto zwischenzeitlich auf dem Supermarkt-Parkplatz abstellt, ohne es freizugeben, zahlt er für die Parkzeit einen bestimmten Minutenpreis. Bei Drivenow beträgt dieser ungefähr die Hälfte des Preises fürs Fahren, bei Car2go zwei Drittel. Multicity verlangt hingegen denselben Preis fürs Zwischenparken wie fürs Fahren.

Diese Art Carsharing, auch „free floating“ oder stationsunabhängig genannt, ist sehr flexibel. Im Zentrum der Großstädte gibt es zahlreiche Fahrzeuge, sodass Sie normalerweise in wenigen Gehminuten ein Auto erreichen.

Car2go
Flexibles Carsharing

  • Smarts sind klein und stadttauglich
  • gute Testnoten vom ADAC und der Stiftung Warentest
  • 10 Freiminuten fürs Tanken
  • Vollkasko mit 500 oder 1.000 € Selbstbeteiligung
  • in Amsterdam, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Köln, München, Stuttgart, Wien
  • keine vergünstigten Vorkasse-Minuten
  • Autos lassen sich nicht mit Kundenkarte buchen und öffnen
Car2go

Drivenow
Flexibles Carsharing

  • verschiedene Autotypen, auch Cabrios
  • gute Testnoten vom ADAC und der Stiftung Warentest
  • vergünstigte Vorkasse-Minuten möglich
  • 30 Freiminuten fürs Tanken/Aufladen
  • Autos mit App oder Kundenkarte buchen und öffnen
  • Vollkasko mit 350 € Selbstbeteiligung
  • in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Kopenhagen, München, Wien

Multicity
Flexibles Carsharing

  • hoher Anteil an Elektroautos
  • gute Testnoten vom ADAC und der Stiftung Warentest
  • niedrigster Minutenpreis
  • vergünstigte Vorkasse-Minuten möglich
  • 15 Freiminuten fürs Aufladen
  • Autos mit App oder Kundenkarte buchen und öffnen
  • Vollkasko mit 500 € Selbstbeteiligung
  • ausschließlich in Berlin
  • zwischenzeitliches Parken ist teuer
Multicity

So drücken Sie den Preis und erhalten Freiminuten

Der reguläre Minutenpreis der flexiblen Carsharing-Anbieter ist nicht in Stein gemeißelt. Bei Drivenow und Multicity können Sie den Preis drücken, indem Sie ein Kontingent an Minuten buchen und per Vorkasse zahlen. Diese Minuten können Sie dann nach und nach verbrauchen. Allerdings wäre das Guthaben futsch, falls der Anbieter pleitegeht. Das ist aber äußerst unwahrscheinlich, weil dahinter große Automobilkonzerne stehen. Mit Vorkasse-Minuten können Sie bei Multicity den Preis auf 20 Cent pro Minute senken, bei Drivenow auf 28 Cent.

Eine zweite Möglichkeit sind Tarife mit einer monatlichen Grundgebühr, die eine bestimmte Menge an Fahrminuten enthalten. Bei Nichtnutzung verfallen die Minuten nach Ablauf des Monats. Solche Tarife bietet etwa Drivenow unter dem Namen „Spar-Pakete“ an. So erhalten Sie beispielsweise 125 Minuten pro Monat für 34,99 Euro – das macht 28 Cent pro Minute statt 31 Cent. Der Nachteil solcher Pakete liegt auf der Hand: Wenn Sie die enthaltenen Minuten nicht voll ausnutzen, haben Sie zu viel bezahlt. Dadurch entsteht der Anreiz, mehr zu fahren als nötig.

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Stationäres Carsharing zum Planen und Sparen

Carsharing mit festen Stationen gibt es auch außerhalb der Metropolen in kleineren Städten. Hier wissen Kunden immer, wo die Autos stehen, sofern sie nicht verliehen sind. Der Wagen muss zum Ende der Mietzeit wieder auf seinem Parkplatz abgestellt werden.

Ein Vorteil stationsgebundener Angebote ist, dass Kunden die Fahrzeuge einige Zeit im Voraus reservieren können. Das ermöglicht Planungssicherheit. Und weil das Auto oft einen reservierten Parkplatz hat, entfällt die Parkplatzsuche. Allerdings gibt es auch Anbieter mit sogenannten Parkraumquartieren, wo Kunden den Wagen abstellen und dabei selbst einen Parkplatz suchen müssen.

Bei der Reservierung müssen die Kunden auch angeben, wann sie das Auto zurückbringen. Falls die Fahrt länger dauert, sollten die Fahrer versuchen, die Buchung rechtzeitig zu verlängern. Wenn das Auto im Anschluss schon gebucht ist, dann ist eine Verlängerung nicht möglich und eine Strafe wird fällig.

Planen Sie daher den Buchungszeitraum lieber etwas großzügiger und bringen Sie das Auto etwas früher zurück. Der Anbieter Flinkster beispielsweise erstattet die Hälfte des Preises für ungenutzte Zeit. Bei einer Verspätung verlangt er hingegen bis zu 50 Euro extra.

Anbieter von Carsharing mit festen Stationen sind zum Beispiel Cambio, Flinkster, Greenwheels und Stadtmobil. Ein besonders günstiger Anbieter war Citeecar, der allerdings 2016 pleitegegangen ist.

Wenn Sie nicht selbst nach einem stationären Carsharing-Unternehmen suchen wollen, dann empfehlen wir Flinkster. Das Angebot der Deutschen Bahn ist mit Stationen in mehr als 200 Städten so weit verbreitet wie kein anderes. Berliner können nach der Registrierung beim flexiblen Carsharing-Anbieter Multicity auch die Fahrzeuge von Flinkster buchen.

Flinkster
stationäres Carsharing

  • größter Anbieter mit rund 800 Stationen in mehr als 200 Städten
  • Testsieger Stiftung Warentest und gute Note vom ADAC
  • verschiedene Fahrzeuge, auch Cabrios, Elektroautos und Transporter
  • Begleitperson darf auch fahren
  • Tarife mit und ohne monatliche Grundgebühr
  • Selbstbeteiligung im Schadensfall 1.500 €, Reduzierung möglich
  • keine Freiminuten fürs Tanken
Flinkster

Den richtigen Anbieter vor Ort selbst finden

Beim stationären Carsharing kommt es darauf an, ob eine Station in Ihrer Nähe ist. Müssen Sie erst lange dorthin fahren, kann der Vorteil dahin sein. Einen guten Überblick bietet die Website mymobilitymap.de und die dazugehörige App Mobility Map. Mobility Map enthält außerdem viele weitere Verkehrsmittel und hat in unserem Vergleich der Mobilitäts-Apps gut abgeschnitten.

Weitere Anbieter finden Sie auf der Übersichtskarte des Bundesverbandes Carsharing.

Mobility Map
Mobilitäts-App

  • vergleicht die meisten Carsharing-Anbieter
  • berücksichtigt die zweitmeisten Verkehrsmittel
  • kennt Nextbike und Call a Bike
  • keine Fernbusse und Flüge
  • etwas unübersichtlich
Mobility Map
Tipp

Angebote kombinieren

  • Für kürzere Strecken ohne Rückfahrt oder für spontane Fahrten sind die flexiblen Anbieter Car2go, Drivenow und Multicity am besten geeignet.
  • Für planbare Fahrten mit Hin- und Rückweg und längerer Parkzeit sind stationäre Anbieter günstiger.
  • Melden Sie sich bei mehreren Carsharing-Anbietern an und wählen Sie jeweils denjenigen, der für Zweck und Strecke gerade am besten passt.

Privates Carsharing kann eine Alternative sein

Neben kommerziellen Anbietern gibt es auch privates Carsharing über Onlineplattformen wie Drivy oder Tamyca. Hier bieten Privatpersonen ihr Auto an. Die Preise legen die Fahrzeughalter selbst fest.

Zum Angebot gehört eine Zusatz-Versicherung, die meist pauschal abgerechnet wird. Weil diese Gebühren zum eigentlichen Mietpreis hinzukommen, ist privates Carsharing für kurze Strecken nicht unbedingt günstiger als ein kommerzielles Angebot. Und für lange Strecken oder eine Fahrt übers Wochenende kann ein Mietwagen preiswerter sein. 

Privates Carsharing kann sich aber in bestimmten Fällen trotzdem lohnen, zum Beispiel für spontane Tagestouren, wenn kein kommerzieller Anbieter verfügbar ist oder die Stationen ungünstig liegen. Außerdem bieten Privatleute manchmal bestimmte Liebhaberwagen an, zum Beispiel Oldtimer. Solche Fahrzeuge stehen bei den kommerziellen Anbietern nicht zur Wahl und können ein Anreiz sein, privates Carsharing zu nutzen.

So haben wir ausgewählt

Die empfohlenen Carsharing-Anbieter haben die Note „gut“ oder „sehr gut“ in den Tests des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) und der Stiftung Warentest erzielt. 

Im ADAC-Carsharing-Test 2016 erreichte Car2go eine Durchschnittsnote von 1,7. Drivenow erzielte eine glatte 2, ebenso wie Multicity. In der Untersuchung der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 7/2015) erhielten Car2go und Drivenow jeweils die Note 2,1. Multicity erreichte eine 1,9.

Den Test der Stiftung Warentest im Juli 2015 gewann Flinkster mit der Gesamtnote 1,7. Der ADAC vergab die Note „Gut“.

Die Empfehlung von Mobility Map basiert auf dem Finanztip-Vergleich von Mobilitäts-Apps.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.