Fernbus vergleichen

Mit Fernbussen reist Du günstiger als mit der Bahn

25. Januar 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Fernbus ist die günstigste Art, durch Deutschland zu reisen. Auch Fahrten ins angrenzende Ausland können sich lohnen.
  • Zwar ist die Bahn auf vielen Verbindungen deutlich schneller als der Bus, allerdings auch teurer. Wer Zeit hat, kann mit dem Fernbus also viel Geld sparen.
  • Auf Nebenstrecken und für die Fahrt zum Flughafen kann der Bus praktischer und schneller sein als die Bahn.
So gehst Du vor
  • Vergleich die Preise aller Fernbusse für Deine geplante Fahrt auf busliniensuche.de.
  • Prüf die Ermäßigungen für Kinder, Gruppen, Studenten oder Schwerbehinderte auf den Seiten der Busunternehmen.
  • Halt Dich auf dem Laufenden über Sonderpreise und Rabattaktionen per Newsletter, Facebook-Fanseiten und in Foren.

Mit dem Fernbus kannst Du sehr günstig durch Deutschland reisen, auch wenn die Zeiten extremer Niedrigpreise kurz nach der Freigabe des Fernbusverkehrs vorbei sind. Doch nicht nur preislich können Fernbusse punkten. Auf Nebenstrecken haben Busse teilweise sogar bessere Verbindungen als die Bahn. Denn während Du mit dem Zug von Berlin nach Heringsdorf an die Ostsee einmal umsteigen musst, fährt der Bus direkt ans Ziel. Dieser Vorteil gilt allerdings nur auf wenigen Strecken in Deutschland. Auf den Hauptrouten ist die Deutsche Bahn schneller – dafür aber auch teurer.

So sieht der Fernbus-Markt aus

Die Zahl der Fernbusanbieter in Deutschland ist stark geschrumpft. Der Anbieter mit dem größten Marktanteil ist mit Abstand Flixbus. Das Unternehmen hat sich die Konkurrenten Megabus und Meinfernbus einverleibt, 2016 folgte die Übernahme des Postbus von der Deutschen Post. Im Oktober 2016 gab die Deutsche Bahn ihren Berlinlinienbus auf. Einige wenige Strecken werden unter der Marke IC Bus weitergeführt.

Vor dem Quasi-Monopol von Flixbus unterschieden sich die Busunternehmen vor allem durch die angebotenen Routen und in den Preisen. Ausstattung und Service der Anbieter waren ähnlich – zu dem Schluss kamen sowohl die Stiftung Warentest (Heft 5/2013) als auch das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ-Studie März 2014).

2017 sind nur noch wenige Konkurrenten von Flixbus übrig. Neben dem IC  Bus der Deutschen Bahn zählen dazu beispielsweise deinbus.de und der österreichische Anbieter Hellö, der auch Strecken in Deutschland bedient.

Preisvergleich: Fernbus fast immer am günstigsten

Der Fernbus ist eine preiswerte Alternative im Fernverkehr. Gerade wenn es bei der Bahn keine Sparpreise mehr gibt, lohnt sich die Reise mit dem Fernbus: Während eine kurzfristige Fahrt von Berlin nach München an einem Freitagmittag zum Testzeitpunkt mit der Bahn 130 Euro kostete, gab es die Reise mit dem Fernbus bereits für 22 Euro. Eine Mitfahrgelegenheit kostete gut 25 Euro – je nach Tag und Fahrer kann der Preis auch mal günstiger oder teurer sein.

Beispiele: Vergleich von Fernbus, Bahn und Mitfahrgelegenheit

Fahrt am selben Tag München – Berlin

VerkehrsmittelPreisDauer
Fernbus22 €7:05 h
Bahn130 €6:30 h
Mitfahrgelegenheit25 €ca. 6 h +

Quelle: Finanztip-Recherche am 4. April 2014 für eine Fahrt am selben Tag

Fahrt in 4 Tagen München – Bodensee

VerkehrsmittelPreisZeit
Fernbus13 €2:20 h
Bahn (Sparpreis)39 €2:32 h
Mitfahrgelegenheit10 €ca. 2 h +

Quelle: Finanztip-Recherche am 7. April 2014 für eine Fahrt am 11. April 

Fahrt in 3 Wochen Frankfurt Hbf – Stuttgart

VerkehrsmittelPreisDauer
Fernbus11 €3:10 h
Bahn (Sparpreis)39 €1:34 h
Mitfahrgelegenheit12 €ca. 2 h +

Quelle: Finanztip-Recherche am 7. April 2014 für eine Fahrt am 27. April

Fernbus unterbietet sogar Mitfahrgelegenheit im Preis

Mitfahrgelegenheiten und Fernbusse liegen preislich nah beieinander – tendenziell ist der Bus noch etwas günstiger. Dort reist Du anonym, hast meist WLAN und kannst Dir ein wenig die Beine vertreten. Über eine Mitfahrgelegenheit kannst Du hingegen interessante Menschen kennenlernen, individuelle Pausen vereinbaren und bist oft schneller unterwegs.

Günstigste Fahrt finden mit Vergleichsportal

Die Preise für die Fahrten der Fernbusse unterscheiden sich je nach Strecke, Datum und Anbieter. Wie bei der Bahn gilt bei den Bussen: Wer früher bucht, fährt günstiger. Denn es gibt für alle Fahrten ein begrenztes Angebot an Sonderpreisen, die kurzfristig oft nicht mehr verfügbar sind. Um die Preise für Deine gewünschte Fahrt abzufragen, kannst Du Vergleichsportale nutzen. 

Wir haben bereits 2014 zehn Vergleichsseiten für Fernbusse getestet und konnten eine eindeutige Empfehlung ermitteln. Für alle Teststrecken hat busliniensuche.de die meisten Verbindungen und die günstigsten Preise gefunden.

busliniensuche.de
Preisvergleich für Fernbusse
  • die meisten Verbindungen und die günstigsten Preise
  • zeigt auch Bahnpreise und Sonderangebote der Bahn
  • gute Suchoptionen und Sortiermöglichkeiten
  • Informationen zum Service im Bus
  • auch als App für Android, iPhone und Windows
  • berücksichtigt keine ermäßigten Preise oder Bahncard-Preise
Nur beim Anbieter abschließbar

Nachteil der Busse: Die Fahrtzeit

Während der Bus deutlich günstiger ist als die Bahn, ist der große Minuspunkt der Fernbusse die Fahrtzeit. Von Hamburg nach München brauchen die Busse über zehn Stunden, während die Bahnfahrt weniger als sechs Stunden dauert. Allerdings gibt es auch Strecken, für die der Bus ideal ist – nämlich wenn es keine direkte Bahnverbindung gibt. Schau also am besten nach einer Busfahrt, bevor Du eine umständliche Verbindung mit der Bahn buchst, bei der Du umsteigen musst.

Weitere Vorteile von Fernbussen

Fernbusse sind also fast immer die günstigste Art zu reisen. Sie bieten aber noch weitere Vorteile im Vergleich zu anderen Fernverkehrsmitteln.

Kostenloses WLAN, Fahrradmitnahme und preiswerte Getränke

Fernbusse stellen wie die ICEs der Deutschen Bahn kostenloses WLAN bereit. Fast alle Fernbusse bieten mittlerweile auch Getränke und kleine Snacks zum Verkauf an. Bei manchen Unternehmen gibt es sogar Gratis-Kaffee. Außerdem kannst Du bei einigen Busunternehmen Dein Fahrrad mitnehmen, nach Voranmeldung und gegen Aufpreis. In den ICEs der Deutschen Bahn ist das hingegen nicht möglich – erst der neue ICE 4 wird Fahrräder transportieren können.

Für alleinreisende Kinder geeignet

Fernbusse sind ein geeignetes Verkehrsmittel, wenn Du Dein Kind allein auf Reisen schicken musst. Durch Kinder-Ermäßigungen ist die Fahrt für die Kleinen noch günstiger. Außerdem ist der Raum im Bus kleiner und geschützter als im Zug. Der Busfahrer kann ein Auge auf Dein Kind haben und schauen, dass es nicht zu früh aussteigt.

Die Altersgrenze, ab wann Kinder alleine mit dem Bus reisen dürfen, ist bei den Busunternehmen unterschiedlich. Bei Flixbus dürfen Kinder ab elf Jahren alleine reisen, im IC Bus bereits ab sechs Jahren. Auf jeden Fall musst Du dafür eine Einverständniserklärung ausfüllen. Dabei musst Du angeben, wer Dein Kind am Zielort abholt. Das entsprechende Formular stellen die meisten Busunternehmen über ihre Internetseiten zur Verfügung oder geben es im Bus aus.

Praktisch für Nebenstrecken und Fahrten zum Flughafen

Für Nebenstrecken ist die Reise mit dem Fernbus oft ideal. Zum Beispiel von München nach Friedrichshafen an den Bodensee oder nach Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land. Oder für Ziele an Nord- und Ostsee. Mit dem Zug musst Du auf diesen Strecken umsteigen und brauchst etwas länger als mit dem Bus.

Besonders für den Transfer zum Flughafen ist der Fernbus oft die beste Verbindung. Fast alle deutschen Flughäfen werden von Bussen angefahren, während Du mit der Bahn meist nicht direkt hinkommst. Gerade kleinere Airports für die Billigflieger erreichst Du mit dem Bus am besten.

Mit dem Fernbus günstig ins Ausland

Mit dem Fernbus kannst Du auch günstig ins Ausland reisen. Bei weiten Strecken bist Du damit allerdings sehr lange unterwegs. Nahe gelegene Städte im Ausland kannst Du mit dem Bus aber oft gut und vor allem günstig erreichen, zum Beispiel Straßburg, Groningen oder Salzburg.

Die meisten internationalen Busfahrten bietet Eurolines an. Der Anbieter arbeitet mit anderen europäischen Busunternehmen zusammen und fährt daher von Deutschland aus 32 europäische Länder an. Aber auch mit anderen Busunternehmen kannst Du zumindest in angrenzende Länder reisen. Flixbus zum Beispiel fährt unter anderem nach Österreich und in die Schweiz, nach Frankreich, Schweden und in die Niederlande.

Fernbusreise buchen

Für die Buchung wirst Du meistens vom Vergleichsportal auf die Seiten der Busunternehmen weitergeleitet. Dort hast Du verschiedene Bezahlmöglichkeiten: von Lastschrift über Kreditkarte bis zu Paypal. So lange noch Plätze verfügbar sind, kannst Du auch kurzfristig buchen. Meistens reicht es, wenn Du die Buchungsbestätigung auf dem Handy vorzeigen kannst und einen Ausweis dabei hast – das Ausdrucken kannst Du Dir sparen.

Statt der Buchung im Internet bieten einige Unternehmen Tickets auch über ihre Hotline an, in Verkaufsstellen und Reisebüros oder am Busterminal. Fast immer ist es außerdem möglich, die Fahrkarte erst beim Busfahrer zu lösen. Dort bekommst Du aber nur noch die Normalpreise und meist keine Ermäßigungen mehr. Die Karte erst im Bus zu kaufen, ist also am teuersten. Grundsätzlich gilt: Je früher Du buchst, umso günstiger kannst Du fahren. Wir empfehlen Dir, busliniensuche.de zu nutzen und das Ticket online zu kaufen.

So sparst Du zusätzlich

Die meisten Busunternehmen bieten ermäßigte Preise für Kinder an. Teilweise gibt es auch Rabatte für Gruppen, Studenten oder Schwerbehinderte. Diese Angebote findest Du dann allerdings nicht über ein Vergleichsportal, sondern erst auf der Seite des Busunternehmens. Wenn Du Preisnachlässe nutzen kannst: Schau zuerst auf busliniensuche.de nach den günstigsten Anbietern. Lass Dich dann auf die Seiten der Busunternehmen leiten. Dort kannst Du prüfen, welcher Preis sich durch die Ermäßigung ergibt.

Angebote für Vielfahrer und Gruppen nutzen

Manche Busunternehmen bieten Treueprogramme für Vielfahrer an. Dann gibt es beispielsweise für zehn Fahrten etwa einen 10-Euro-Gutschein. Extrapunkte kann sammeln, wer neue Kunden anwirbt. Gruppen ab drei Personen können bei manchen Anbietern von Sonderpreisen profitieren. Den Nachlass gibt es allerdings oft nur auf Nachfrage.

Billige Tickets über Newsletter und Facebook

Gelegentlich bieten die Busunternehmen Rabatte und Werbeaktionen oder verkaufen Tickets über Partner. Beim Discounter Lidl oder bei Tchibo gab es bereits Fernbusfahrten in Deutschland mit Flixbus beziehungsweise Meinfernbus ab 10 Euro.

Solche Sonderpreise werden häufig im Forum von buslinensuche.de genannt. Schau vor einer Buchung am besten einmal nach. Dort finden sich manchmal auch Gutscheincodes, mit denen Du bei der Buchung Rabatt erhältst.

Auch eine kurze Google-Suche nach Gutscheinen des Anbieters kann hilfreich sein, bevor Du buchst. Mit etwas Glück sparst Du damit noch mal 20 Prozent. Am besten bleibst Du auf dem Laufenden, indem Du die Newsletter der Busunternehmen abonnierst und Dich auf Facebook vernetzt – zumindest für Busse und Strecken, die Du regelmäßig nutzt. 

Extra­kosten für Gepäck beachten

Achte darauf, wie viel Gepäck Du bei der Busfahrt mitnehmen darfst; das ist von Buslinie zu Buslinie unterschiedlich. Meist ist ein Hand­gepäckstück und ein Koffer kostenfrei, zusätzliches Gepäck oder Sperrgut kosten extra.

Kosten und Fristen für Umbuchung oder Stornierung

Ob Umbuchungen und Stornierungen möglich sind und was sie kosten, ist vom Anbieter der Busfahrt abhängig. Informier Dich dazu auf der Seite des Unternehmens.

Deine Rechte bei Verspätung oder Ausfall

Wenn Passagiere in der EU mehr als 250 Kilometer mit dem Fernbus reisen, gelten für sie die Fahrgastrechte der EU-Verordnung 181/2011. Sollte ein Bus ausfallen oder sich verspäten, muss das Unternehmen spätestens 30 Minuten nach der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit über die Lage und über die voraussichtliche neue Abfahrtszeit informieren.

Annullierung, Überbuchung oder Verspätung von mehr als 120 Minuten

Wenn Deine Fahrt ausfällt oder sich die Abfahrt von einem Busbahnhof um mehr als 120 Minuten verzögert, muss das Busunternehmen Dir Folgendes anbieten:

  • Fahrpreiserstattung oder
  • Weiterreise zum frühestmöglichen Zeitpunkt zum festgelegten Zielort ohne Aufpreis, auch mit geänderter Streckenführung.

Bekommst Du kein entsprechendes Angebot, hast Du zusätzlich zur Fahrpreiserstattung Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrpreises.

Versorgung bei Annullierung oder Verspätung von mehr als 90 Minuten

Im Fall einer Verspätung von weniger als 120 Minuten aber mehr als 90 Minuten hast Du nur Ansprüche, sofern Deine Fahrt planmäßig mindestens drei Stunden dauert. Falls eine solche Verzögerung eintritt oder die Fahrt ausfällt, muss das Busunternehmen Dir Folgendes anbieten:

  • Imbisse, Mahlzeiten oder Erfrischungen und
  • falls nötig ein Hotelzimmer für maximal zwei Nächte für höchstens 80 Euro pro Nacht (außer bei widrigen Wetterbedingungen oder schweren Naturkatastrophen).

Falls das Fernbus-Unternehmen die genannten Ansprüche nicht erfüllt, kannst Du Dich an das Eisenbahn-Bundesamt wenden. Die Behörde prüft die Einhaltung der Fahrgastrechte im Busverkehr und bietet im Internet ein Beschwerdeformular an. Zusätzlich kannst Du Dich auch bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr beschweren. Die Schlichter prüfen den Fall und geben an beide Seiten eine Empfehlung zur außergerichtlichen Streitbeilegung. Beide Wege, Deine Fahrgastrechte durchzusetzen, sind für Dich kostenlos.

So haben wir getestet

Test Fernbus-Vergleichsportale 2014

Für unseren Test im April 2014 haben wir die Preise für zehn Fahrten mit dem Fernbus in Deutschland abgerufen. Darunter waren Verbindungen zwischen Großstädten, die zahlreiche Busunternehmen anfahren, wie Hamburg–Köln oder München–Mannheim. Außerdem testeten wir Nebenstrecken, die nur von wenigen oder einem Unternehmen angeboten werden, zum Beispiel Ulm–Bad Reichenhall oder Bensersiel–Bremen. Busliniensuche.de hat für alle Teststrecken die meisten Verbindungen und die günstigsten Preise gefunden.

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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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