Kfz-Haftpflichtversicherung

Das müssen Sie über die Kfz-Haftpflichtversicherung wissen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.
  • Sie ersetzt Schäden, die Sie anderen Menschen und deren Fahrzeugen zugefügt haben.
  • Die gesetzliche Versicherungssumme sollte möglichst auf 100 Millionen Euro aufgestockt werden.
  • Für Schäden am eigenen Wagen kommt eine Voll- oder Teilkasko auf.
  • Die günstigste Autoversicherung finden Sie über Vergleichsportale und bei Direktversicherern.
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Jeder Fahrzeughalter in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Ein Auto wird nur zugelassen, wenn die erforderliche Versicherungsbestätigung (Versicherungskarte oder EVB-Nummer) der Zulassungsstelle vorliegt. Die Autohaftpflicht kommt für Personen- und Sachschäden sowie für Vermögensschäden der Geschädigten auf.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

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Was Sie bei der Kfz-Haftpflicht beachten müssen

Die gesetzliche Mindestdeckungssumme in der Kfz-Haftpflicht beträgt für Personenschäden 7,5 Millionen Euro, für Sachschäden 1,12 Millionen und für Vermögensschäden 50.000 Euro. Diese Versicherungssummen sind recht niedrig. Besonders wenn mehrere Personen durch einen Unfall verletzt werden, kann die Höchstgrenze schnell ausgereizt sein. Ratsam ist daher der Abschluss einer deutlich höheren Deckungssumme von 100 Millionen Euro. Bei guten Verträgen sind die höheren Versicherungssummen heute Standard.

Wer mit dem eigenen Fahrzeug ins Ausland fährt, sollte wissen, in welchen Gebieten seine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung gilt. Wer sich im europäischen Ausland einen Mietwagen nimmt, sollte im Vertrag auf die Versicherungssumme achten. Mit einer Mallorca-Police im Vertrag des eigenen Autos, ist auch der Mietwagen im europäischen Ausland mit der deutschen Haftpflichtsumme versichert.

Was die Kfz-Haftpflichtversicherung bezahlt

Verursachen Sie einen Unfall, bezahlt die Versicherung Ihren Unfallgegnern unter anderem Abschleppkosten, Reparatur, Mietwagen oder Wiederbeschaffung bei einem Totalschaden. Außerdem ersetzt sie beispielsweise Schäden an Gebäuden, die durch den Unfall entstanden sind. Wurden Menschen verletzt – auch Mitfahrer –, dann bezahlt die Autohaftpflicht die Heilkosten, Schmerzensgeld, Verdienstausfall und gegebenenfalls eine lebenslange Rente.

Nicht im Versicherungsschutz enthalten sind Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug. Bei diesen springt die Kaskoversicherung ein. Außerdem zahlt die Versicherung meist nicht für eine Windschutzscheibe, die durch einen Stein beschädigt wurde, den ein vorausfahrendes Auto hochgeschleudert hat.

Teilweise schließen Verträge auch Schäden aus, die bei Fahrerflucht, ohne Betriebserlaubnis, unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder Fahren ohne Führerschein entstehen. In diesen Fällen zahlt die Kfz-Pflichtversicherung zwar zunächst. Sie nimmt jedoch den Fahrer als Verursacher in Regress und holt sich von ihm das Geld zurück. Grundsätzlich ist der Regressanspruch allerdings auf höchstens 5.000 Euro je Verstoß begrenzt.

Fordert ein Unfallgegner unberechtigte oder überhöhte Zahlungen, wirkt die Kfz-Haftpflichtversicherung wie eine Art kleine Rechtsschutzversicherung. Die Versicherung verteidigt Sie gegen ungerechtfertigte Ansprüche.

In der Auto-Haftpflichtversicherung gilt der sogenannte Kontrahierungszwang. Das bedeutet, dass ein Anbieter einen Antrag auf Versicherungsschutz grundsätzlich annehmen muss. Der Versicherer darf den Abschluss nur unter bestimmten Bedingungen verweigern.

Erhöhte Betriebsgefahr für den Fahrzeughalter

Schadenersatzpflichtig ist im Allgemeinen der Fahrer, der den Schaden verursacht hat. Im Straßenverkehr haftet laut Gesetz für verursachte Schäden (§ 7 Straßenverkehrsgesetz)  aber nicht nur der Fahrer, sondern auch der Halter des Fahrzeugs, der in Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief eingetragen ist. Das gilt selbst dann, wenn ihn kein eigenes Verschulden trifft. Das ist eine schwerwiegende Ausnahme vom allgemeinen Rechtsgrundsatz, dass Schadensersatz nur bei eigenem Verschulden zu leisten ist.

Wer ein Fahrzeug im Straßenverkehr führt, trägt ein höheres Risiko, die sogenannte Betriebsgefahr. Sie ist nicht abhängig von eigener Schuld. So kann etwa ein Autofahrer möglicherweise von schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern oder Radfahrern haftbar gemacht werden, obwohl ihn bei einem Unfall gar keine Schuld trifft.

Elektronische Versicherungsbestätigung (EVB)

Tipp

Steuern sparen

Die Kfz-Haftpflichtversicherung zählt zu den Sonderausgaben und kann von der Steuer abgesetzt werden.

Die Zeiten der sogenannten Doppelkarte als Bestätigung für eine Autohaftpflicht sind vorbei. Früher diente das vom Versicherer ausgestellte Dokument als Nachweis für den Abschluss, der bei der Zulassungsstelle vorgelegt werden musste. Inzwischen ist das auch problemlos online möglich – mit der elektronischen Versicherungsbestätigung (EVB), einer siebenstelligen Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Sie kann für jede An- und Ummeldung genutzt werden.

Die EVB-Daten werden elektronisch zwischen dem jeweiligen Versicherungsunternehmen, dem Kraftfahrtbundesamt und den örtlichen Zulassungsbehörden ausgetauscht. Auch nach erfolgter Zulassung kann so leicht kontrolliert werden, ob dem Fahrzeughalter die Zulassung entzogen werden muss, weil er nicht versichert ist: Zahlt ein Fahrzeughalter seine Prämie nicht, informiert der Kfz-Versicherer die zuständigen Behörden.

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Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn Vergleichsportale listen nicht alle Versicherungen. Und günstige Direktversicherer ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück.

Vergleichen Sie auf einem der drei empfohlenen Portale: Verivox, Check24 oder autoversicherung.de. Zusätzlich sollten Sie auch bei der Hannoverschen Direkt oder bei der Huk24 Preise abfragen. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Die beste Kombination lieferte in unserem Test die Hannoversche zusammen mit Verivox. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Verivox
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 30 Minuten

Laut eigener Angabe 57 Versicherer insgesamt im Angebot
  • hervorragende Benutzerfreundlichkeit
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung

Hannoversche Direkt
günstiger Direktanbieter

nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • günstige Tarife
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
Hannoversche Direkt

Check24
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 30 Minuten

laut eigener Angabe 58 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf Portal
  • hervorragende Benutzerfreundlichkeit
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist "Maklerempfehlung"

Huk24
günstiger Direktanbieter

nicht mehr auf Vergleichsportalen vertreten
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • günstige Tarife
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
  • keine Support-Hotline

autoversicherung.de
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 45 Minuten

laut eigener Angabe 53 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • aufwendige Dateneingabe
  • keine Support-Hotline
  • höchste maximale Abweichung unter den getesteten Vergleichsportalen
autoversicherung.de

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.