Fondskauf FAQ
Fondsarten
Gut zu Wissen
ETF - Indexfonds
geschlossene Fonds
Ratgeber Extra ...
Investmentfonds:  Fondsdatenbank - Fonds - Fonds-Ratgeber     bei Finanztip.de
Geschlossene Fonds - Schiffsfonds / Containerfonds

Containerfonds als Kapitalanlage

Containerbeteiligung als Fonds am Containermarkt
Die Nachfrage nach Containerkapazitäten hat in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt durchgemacht. Einem sehr starken Anstieg folgte in den Jahren 2008 und 2009 ein gewaltiger Einbruch. Wer im Herbst 2009 über die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen fuhr, konnte unzählige und überflüssige - Container hochgestapelt sehen. Vor allem in den prosperierenden Zukunftsmärkten Asien und Osteuropa kam es anschließend wieder zu einem starken Anstieg der Güterströme im Containerumschlag. Doch plötzlich brachen die Preise ein. Risikobereite Kapitalanleger haben mit Containerfonds zwar die Möglichkeit, hohe Renditen in dem sehr zyklischen Markt der Container zu erzielen. Eine mittelfristige Prognose ist aber kaum möglich.

Die ganz großen Containerhäfen sind übrigens nicht Rotterdam oder Hamburg, sondern Singapur, HongKong, Shanghai und Shenzen. Die Kapitalanlage Container-Fonds galt als relativ sicher, weil die Container in der Regel an große Linienreedereien langfristig vermietet sind. Im Zuge der Krise musste jedoch einige Container-Fonds auch bestehende Charter-Raten drastisch anpassen. Und wenn die jeweiligen Linienreederei pleite geht, kommt es für den Anleger noch schlimmer. Der Anleger trägt das unternehmerische Risiko der Beteiligung voll mit.

Zum Investment: Die Geldanlage in Containerfonds ist ein mittelfristiges Investment, das für den Anleger leicht verständlich ist. Der Anleger kauft, mietet oder least Transportcontainer, die durch den Anbieter an internationale Reedereien oder Leasinggesellschaften weiter gegeben werden. Die Investoren werden Besitzer mehrerer Container, die sie über einen festgelegten Zeitraum zu festen Konditionen vermieten und anschließend wieder verkaufen. Sie erzielen regelmäßige Mieteinannahmen, wobei branchenübliche Risiken wie Verlust, Beschädigung und Ausfallzeiten durch Versicherungen abgedeckt sind. Erworben werden neue Container oder Gebrauchtcontainer.

Die Vermietung und Verwaltung wird dem Anleger abgenommen. Zumeist werden Verträge mit einer internationalen Container-Leasinggesellschaft und einer Reederei abgeschlossen, so dass die Miteinnahmen über die gesamte Vertragslaufzeit garantiert sind. Nach der festgelegten Laufzeit von rund fünf Jahren werden die Containerboxen wieder verkauft. Der Erlös kann bei guter Wartung der Container bei bis zu 50 bis 60 Prozent der Anschaffungskosten liegen. Für die Schiffsbetreiber ist die Anmietung von Frachtcontainern aufgrund der finanziellen Entlastung und des Investitionsbedarfs in die eigene Flotte eine gute Alternative zum Kauf.

  Kredite Vergleichen


Beteiligungsformen auf dem Containermarkt
Für Anleger bieten sich zwei Beteiligungsvarianten an. Erstens: die Investition in eine Fondsgesellschaft, die eine Anzahl an Containern erwirbt und auf Rechung des Fonds vermietet. In diesem Fall ist das Einzelfallrisiko aufgrund der Investition in mehrere tausend Container recht gering. Die vermögensverwaltende Kommanditgesellschaft (KG) erzielt Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. Zweitens gibt es die Möglichkeit, Container direkt vom Anbieter zu erwerben. Der Anleger wird Eigentümer der Container und schließt mit dem Anbieter einen Verwaltungsvertrag ab. Der Verkauf der Container am Ende der Laufzeit wird bereits beim Kauf zu fest stehenden Konditionen vereinbart.

Rendite im Containerleasing
Eine Anlage im Container-Leasing gilt als einfach, ertragreich und relativ sicher. Die Rendite ergibt sich aus dem Kaufpreis, den erzielbaren Mieten und dem Erlös aus dem Verkauf der Container. So sind in der Vergangenheit über mehrere Jahre Renditen zwischen fünf und sieben Prozent nach Steuern erzielt worden. Zweifelsohne haben sich jedoch starke Überkapazitäten aufgebaut. Presseberichten zufolge sind die Charterraten auf dem Containermarkt in der Wirtschaftskrise (2008-2009) teilweise um mehr als 70% eingebrochen. Verlässliche Aussagen über erwartete Renditen in der Zukunft kann kaum ein Anbieter treffen.

Einkommensteuer bei einer Container-Anlage
Die steuerlichen Folgen sind abhängig vom Unternehmenskonzept unterschiedlich. Beispiel: Bei einem Investment mit Betriebstätte in Singapur, dem größten Containerhafen der Welt, erzielen Kapitalanleger Unternehmensgewinne (Einkünfte aus Gewerbebetrieb), die in Singapur mit lediglich 20% besteuert werden und durch ein Doppelbesteuerungsabkommen in Deutschland bis auf den Progressionsvorbehalt freigestellt sind. Auf jeden Fall handelt es sich um Einkünfte aus Gewerbebetrieb, weil der Investor eine (mit-)unternehmerische Beteiligung eingeht. Es stellt sich lediglich die Frage, ob Deutschland oder ein ausländischer Staat das Besteuerungsrecht hat.

Gegenüber dem traditionellen Stückgutverkehr wartet das Logistiksystem Transportcontainer mit erheblichen Produktivitäts- und Kostenvorteilen auf. Waren aller Art können so weltweit schnell, sicher, effektiv und kostengünstig transportiert werden. Derzeit werden rund 70% des globalen Warenaufkommens in Containern transportiert - zu Wasser, zu Land oder auch in der Luft. Experten gehen davon aus, dass nach dem Überwinden der Containerkrise wieder mit einem jährlichen Wachstum in den Folgejahren von jährlich acht bis zehn Prozent gerechnet werden kann. Allerdings dann natürlich von einem sehr abgesenkten Basiswert und aufgrund der Überkapazitäten ist zunächst nicht mit großen Preisschüben zu rechnen.

Verwandt: Schiffsfonds - Schiffsbeteiligungen und Tonnagesteuer und Schiffsbeteiligungen und Grundlagen - Geschlossene Fonds
Fazit: Eine Investition am Containermarkt ist als Beimischung durchaus interessant. Wie Schiffsbeteiligungen bieten auch geschlossene Beteiligungen an Containerfonds hohes Renditepotenzial bei hohem Risiko. In der Vergangenheit haben viele Anleger auch gute Renditen erzielt. Die Wirtschaftskrise 2008-2009 hat aber deutlich gemacht, wie schnell es ganz tief abwärts gehen kann. So wurden in der Krise so manche "Long-Term-Lease-Verträge" nachverhandelt. Grundsätzlich erzielt man mit kurzfristigen "Master-Lease-Verträgen" höhere Charterraten, weil bei langfristigen Verträgen der Charterer einen entsprechenden Rabatt durchsetzen kann.
Finanztip.de   Keine Gewähr für Richtigkeit
Finanztipps