Riester-Förderung

So viel bekommen Sie vom Staat

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Riester-Förderung besteht aus Zulagen und Steuervorteilen.
  • Die jährliche Grundzulage beträgt pro Person 154 Euro, die Kinderzulage 185 Euro für bis Ende 2007 geborene und 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder.
  • Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, müssen Sie jährlich vier Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens einzahlen.
  • Die Höhe Ihres Steuervorteils hängt von Ihrem Einkommensteuersatz ab.
  • Sie zahlen erst in der Auszahlungsphase Steuern: Alle Riester-Verträge werden nachgelagert besteuert.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Riester-Rente sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Ob sich ein Riester-Vertrag für Sie lohnt, hängt von der staatlichen Förderung ab, die Ihnen zusteht. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, sich die Vorteile der Riester-Förderung zu sichern: Sie können wählen zwischen einem Riester-Banksparplan, einem Riester-Bausparvertrag, einem Riester-Fondssparplan, einer Riester-Rentenversicherung und einem Riester-Darlehen.

Tipp

Einen Riester-Vertrag abschließen kann jeder, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt. Aber auch in anderen Fällen können Sie förderberechtigt sein – wann genau, lesen Sie hier.

So hoch ist die Riester-Förderung

Die staatliche Förderung von Riester-Verträgen erfolgt auf zwei Arten: über Zulagen und über Steuervorteile. Für die gesamte Förderung werden beide gegengerechnet. Um die volle Riester-Förderung zu erhalten, müssen Sie jährlich mindestens vier Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens einzahlen. Gefördert werden höchstens 2.100 Euro. Für Arbeitnehmer sind Bruttoeinkommen und rentenversicherungspflichtiges Einkommen meist identisch.

Zulagen
Die jährliche Grundzulage beträgt 154 Euro pro förderberechtigter Person. Hinzu kommt eine Kinderzulage von 185 Euro für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, und 300 Euro für Kinder, die 2008 oder später geboren wurden. Grundsätzlich gilt dabei: Die Kinderzulage erhalten Sie, solange Sie auch Kindergeld beziehen. Wenn Ihr Kind eine Ausbildung oder ein Studium absolviert, erhalten Sie die Zulage bis zu seinem 25. Lebensjahr.

Alle Zulagen werden auf Ihre Beiträge angerechnet und vermindern somit den Anteil, den Sie tatsächlich einzahlen müssen. Es kann passieren, dass der Eigenanteil durch die Zulagen vollständig entfällt. In diesen Fällen müssen Sie trotzdem einen jährlichen Sockelbetrag von 60 Euro einzahlen, um die staatliche Förderung zu erhalten.

Tipp

Prämie für Junge

Wenn Sie einen Riester-Vertrag abschließen und die erste Zulage beantragen, ehe Sie das 25. Lebensjahr vollendet haben, bekommen Sie einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.

In der folgenden Tabelle sehen Sie, wie sich Ihre jährliche Einzahlung durch die Zulagen verändert. Für alle Kinder in dem Beispiel gilt ein Geburtsdatum ab 2008:

Bruttoeinkommen   Kinder     Mindestanteil (4% des Einkommens) Maximal geförderter Betrag   Zulagen     minimaler Eigenanteil maximaler Eigenanteil
30.000 €   0     1.200 € 2.100 €   154 €     1.046 € 1.946 €
30.000 €   1     1.200 € 2.100 €   454 €     746 € 1.646 €
30.000 €   2     1.200 € 2.100 €   754 €     446 € 1.346 €

Riester-Förderung beantragen
Um die Zulagen zu erhalten, müssen Sie einen Antrag bei der Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) stellen. Das übernimmt der Anbieter in Ihrem Namen. Damit Sie nicht jedes Jahr einen Antrag ausfüllen müssen, können Sie ihrem Anbieter eine Vollmacht für einen Dauerzulagenantrag ausstellen. Veränderungen müssen der ZfA durch Ihren Bevollmächtigten mitgeteilt werden. Das ist der Fall, wenn Sie beispielsweise heiraten oder Nachwuchs bekommen.

Den Steuervorteil können Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Dazu füllen Sie die Anlage AV der Steuererklärung aus.

Riestern für Paare

Wenn beide Ehepartner in die Rentenversicherung einzahlen, können beide einen Riester-Vertrag abschließen und jeder erhält die Grundzulage. Der maximal geförderte Betrag erhöht sich dann auf 4.200 Euro. Die Kinderzulage kann aber nur einmal pro Ehepaar beantragt werden. Kommt es versehentlich zur doppelten Beantragung, muss ein Partner bereits gewährte Förderung zurückzahlen. Der Übersichtlichkeit halber raten wir daher, alle Kinderzulagen einem Partner zuzuteilen.

Zahlt nur ein Ehepartner in die Rentenversicherung ein, ist der andere trotzdem mittelbar förderberechtigt. Um die Grundzulage zu erhalten, muss der zweite Ehepartner lediglich den Sockelbetrag von 60 Euro pro Jahr in einen eigenen Riester-Vertrag einzahlen. Die Fördergrenze wird dementsprechend auf 2.160 Euro angehoben.

Für die Berechnung der Zulagen und des Mindestanteils werden immer die Angaben des Vorjahrs verwendet. Das gilt für die Kinderzulage, aber auch bei einer Scheidung oder einer Änderung des Gehalts.

Achtung

Ältere Geringverdiener sollten nicht riestern

Nicht sinnvoll ist die Riester-Rente, wenn Sie nicht mehr allzu lange bis zur Rente haben und nur geringe Rentenansprüche erwarten. Denn die Riester-Rente würde dann auf die staatliche Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Sie hätten dann umsonst in Riester eingezahlt.

Steuervorteil für Riester-Sparer

Zusätzlich zu den Zulagen können sich einige Riester-Sparer auch noch Steuern vom Finanzamt zurückholen. Denn Riester-Beiträge und Zulagen lassen sich bis 2.100 Euro im Jahr absetzen.

Zunächst ergibt sich daraus ein rechnerischer Steuervorteil. Er hängt vom persönlichen Einkommensteuersatz und der Höhe der jährlichen Einzahlungen in den Riester-Vertrag ab.

Der errechnete Steuervorteil ist jedoch immer höher als die tatsächliche Rückerstattung. Der Grund hierfür liegt in der Verrechnung von Steuervorteil und Zulagen: Sie erhalten nur den Anteil Ihres Steuervorteils, der nach Abzug aller Zulagen übrigbleibt.

In den Beispielen der Tabelle riestert ein Single. Der tatsächliche Steuervorteil liegt jeweils 154 Euro unter dem zunächst errechneten.

Steuervorteil beim Riester-Sparen

Zu versteuerndes Einkommen Grenzsteuersatz¹ Einzahlung (jährlich) errechneter Steuervorteil tatsächliche Steuererstattung
36.000 € 35,9 % 2.100 € 754 € 600 €
70.000 € 44,3 % 2.100 € 931 € 777 €

¹ Der Grenzsteuersatz legt fest, wie hoch ein zusätzlicher Euro an Einkommen besteuert wird. Der Freibetrag ist berücksichtigt.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 17. Februar 2017)

So viel bringt die Riester-Förderung

Die eigentliche Förderrendite für Sparer ergibt sich am Ende aus dem Zusammenspiel von Zulagen und Steuervorteil. Am stärksten profitieren Sparer, die einen der beiden Faktoren stark ausschöpfen: Das sind einmal Riester-Sparer mit geringem Einkommen und vielen Kindern; sie bekommen hohe Zulagen. Oder Besserverdiener ohne Kinder; sie greifen einen hohen Steuervorteil ab. Der Durchschnittsverdiener ohne Kinder kann dagegen weder von einem besonders hohen Steuervorteil noch von Kinderzulagen profitieren.  

Wie viel Rendite allein die Förderung über 30 Jahre pro Jahr für verschiedene Mustersparer zusammenkommt, zeigt die Tabelle.

So viel Rendite bringt die Riester-Förderung über 30 Jahre¹

Musterfall   Einzahlungen nach 30 Jahren   Endstand nach 30 Jahren   Rendite durch Förderung pro Jahr  
Single, Einkommen 36.000 € brutto, keine Kinder   27.502 €   43.200 €   2,75 %  
Besserverdiener, Einkommen 70.000 €, keine Kinder   35.085 €   63.000   3,43 %  
Alleinerziehendes Elternteil, Gesamteinkommen 12.000 € brutto, drei Kinder Kind (geboren 2009, 2011, 2012)   4.726 €   25.246 €   10,78 %  
Ehepaar, einer verdient 36.000 €, drei Kinder (geboren 2009, 2011, 2012)   33.185 €   65.520€   4,09 %  

¹ Alle Riester-Sparer zahlen 4 Prozent ihres Einkommens, um die maximale Förderung zu erhalten. Bei Ehepaaren verdient nur einer. Der Verdiener macht den vollen Steuervorteil geltend. Der Partner riestert mit 60 Euro pro Jahr und erhält die Kinderzulagen. Alle Renditen sind Vorsteuer-Renditen.
Quelle: Finanztip-Berechnungen (Stand: 19. Januar 2017)

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Besteuerung erst im Alter

In der Ansparphase erhalten Sie Steuervergünstigungen. Erst wenn die Auszahlung beginnt, greift das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Dann werden die Einkünfte Ihrer Riester-Rente zusammen mit Ihrer übrigen Rente versteuert. Ihren Steuersatz im Rentenalter bereits jetzt zu bestimmen, ist schwierig. Anhaltspunkte, wie hoch Ihr derzeitiger Einkommensteuersatz ist, liefert der Einkommensteuerrechner des Bundesministeriums für Finanzen.

Zurzeit ist nur ein Teil der gesetzlichen Rente steuerpflichtig. Das ändert sich schrittweise bis zum Jahr 2040, wenn die gesamte Rente steuerpflichtig wird. Eine Einkommensteuererklärung wird für Sie Pflicht, wenn Ihre Einkünfte im Alter den Grundfreibetrag überschreiten. Er steigt jährlich und liegt für das Jahr 2017 bei 8.820 Euro für Alleinstehende und 17.640 Euro für Ehepaare.

Die nachgelagerte Besteuerung birgt ein großes Sparpotenzial. Ihre Steuerlast wird insgesamt geringer, weil Ihr Einkommen – und damit Ihr Steuersatz – im Alter niedriger sein wird als im Berufsleben. Das folgende Beispiel verdeutlicht diesen Vorteil: Der Arbeitnehmer verdient 55.000 Euro brutto (ab grob dieser Grenze gilt der Steuersatz von 42 Prozent), ist alleinstehend und hat keine Kinder. Der Startwert sind 100 Euro, die einmal direkt und einmal erst nach 30 Jahren besteuert werden. In unserem Beispiel sparen Sie dabei 25 Euro.

  nachgelagerte Besteuerung   direkte Besteuerung
Startwert   100 €   100 €
         
Grenzsteuersatz   nicht besteuert   42 %
         
Wert nach direkter Besteuerung   100 €   58 €
         
nach 30 Jahren mit einer Verzinsung von 2 % pro Jahr   181 €   105 €
         
Grenzsteuersatz im Rentenalter (geschätzt)   28 %   nicht besteuert
         
Endwert   130 €   105 €
Tipp

Auf Riester-Verträge wird keine Abgeltungssteuer fällig. Ihre Zinsen und Dividenden (Riester-Fondssparplan) sind sowohl in der Ansparphase als auch bei der Auszahlung von der Steuer befreit. Das gilt selbst für Einzahlungen, die über die maximal geförderte Summe hinausgehen.

Sonderfall Wohn-Riester

Wenn Sie die Riester-Förderung für den Erwerb von Wohneigentum nutzen, können später keine Steuern berechnet werden. Anstatt einer zu versteuernden Rente besitzen Sie dann eine Immobilie. Zu diesem Zweck wird bereits in der Ansparphase ein fiktives Wohnförderkonto geführt. Darauf werden jährlich die geförderten Spar- und Tilgungsleistungen verbucht. Im Rentenalter dient das Wohnförderkonto als Grundlage für die Besteuerung.

Zulagen und Steuervorteil können zurückgefordert werden

Riester-Verträge dienen der Altersvorsorge. Wenn Sie sich entscheiden, Ihren Riester-Vertrag vorzeitig aufzulösen oder das angesparte Geld für einen anderen Zweck zu verwenden, gilt das als schädliche Verwendung: Sie müssen alle erhaltenen Förderungen zurückzahlen. Das gilt sowohl für Zulagen als auch für Steuervorteile. Es gibt jedoch Ausnahmen, beispielsweise die Entnahme Ihres Guthabens für den Erwerb einer selbstbewohnten Immobilie, was nicht als schädliche Verwendung gilt.

Zusätzlich müssen die erwirtschafteten Zinsen nachträglich versteuert werden. Sie fallen als sonstige Einkünfte an, weil die Befreiung von der Abgeltungssteuer auch für frühzeitig gekündigte Verträge besteht.

Diese Riester-Rente ist die richtige für Sie

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.
  • Viele Varianten zur Auswahl.

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.