Dispozinsen

Bei diesen Girokonten ist der Dispo besonders niedrig

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 29. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Banken verlangen sogenannte Dispozinsen, sobald Du Dein Konto überziehst.
  • Die Höhe des Dispo ist von Bank zu Bank unterschiedlich, von rund 4 Prozent bis 14 Prozent im Jahr ist alles dabei.
  • Du solltest den Dispo nur kurzfristig nutzen, auf die Dauer ist er zu teuer.

Die Banken in Deutschland setzen die Dispozinsen bei ihren Girokonten unterschiedlich hoch an. Sie können knapp über 4 Prozent liegen oder aber bei fast 14 Prozent. Bei einigen unterscheiden sich die Zinsen abhängig vom Kontomodell, andere lassen die Zinsen bis zu bestimmten Summen oder bei bestimmten Kontomodellen ganz weg – so zum Beispiel die GLS Bank oder die Skatbank.

Inzwischen ist es zudem nicht mehr ungewöhnlich, dass Banken denselben Zins verlangen, falls ihre Kunden nicht nur das Konto, sondern auch den Dispo überziehen (sogenannte geduldete Überziehung).

Wie wichtig ist der Dispo bei der Kontowahl?

Der Dispozins allein sollte keine Entscheidungsgrundlage für die Wahl eines Girokontos sein. Doch wer öfter mal mit seinem Konto ins Minus rutscht, sollte eine Bank mit niedrigen oder zumindest fairen Dispozinsen wählen. So kannst Du im Laufe der Jahre einige Hundert Euro sparen, wie unser Rechenbeispiel zeigt.

Beispielrechnung: Der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 9/2018) zufolge verlangt die teuerste Bank Dispozinsen in Höhe von bis zu 13,75 Prozent, die günstigste nur 0 oder 4,19 Prozent. Wenn Du jeden Monat für zwei Wochen durchschnittlich 1.000 Euro des Dispokredits beanspruchst, zahlst Du im Jahr bei einem Zinssatz von 13,75 Prozent etwa 63 Euro. Beim günstigsten Anbieter hingegen fallen nur Kosten von ungefähr 19 Euro an.

Alternativ kann sich auch ein Rahmenkredit lohnen, oder aber ein Ratenkredit, falls Du auf der Suche nach einem längerfristigen Kredit bist. Ratenkredite sind auch interessant für Verbraucher, die länger im Minus sind und den Dispo umschulden wollen.

Welche Banken verlangen nur niedrige Dispozinsen?

Wir haben eine Liste von überregional tätigen Banken mit den niedrigsten Dispo- und Überziehungszinsen erstellt. Basis ist eine Untersuchung von „Finanztest“ (Ausgabe 9/2018). Bei diesen Banken kannst Du im ganzen Bundesgebiet online ein Konto eröffnen.

Einige Institute räumen beim Eröffnen eines Girokontos automatisch einen Dispokredit ein. Bei anderen Banken richtet sich die Höhe des Dispokredits nach dem monatlichen Gehalt, das auf das Konto eingezahlt wird. So erhältst Du bei dem günstigsten Anbieter – der Skatbank – vier Monate nach Eröffnung des Kontos einen Dispokredit, wenn regelmäßig ein Gehalt auf dem Konto eingeht. Andere Anbieter starten mit einem fixen Betrag von beispielsweise 500 Euro, Du kannst diesen nach Absprache mit Deiner Bank erhöhen. Bevor Du Dich entscheidest, empfehlen wir Dir, Dich auch bei regionalen Geldinstituten nach den Konditionen für ein Girokonto zu erkundigen.

Die Banken nennen in der Regel den nominalen Zinssatz. Dabei rechnen sie nicht ein, dass die Kunden ihre Disposchulden nicht immer sofort begleichen. Deshalb hat Finanztip zusätzlich den effektiven Zinssatz errechnet.

Überregionale Banken mit den niedrigsten Dispozinsen pro Jahr

Bank

nominaler

Dispozins

effektiver

Dispozins

nominaler

Überziehungszins

effektiver

Überziehungszins

Skatbank10 %0 %4,02 %4,08 %
Skatbank14,02 %4,08 %4,02 %4,08 %

Bank für Kirche und Diakonie1

6,27%6,42 %6,27%6,42 %
Comdirect6,5 %6,66 %11 %11,46 %
Pax Bank126,58 %6,75 %6,58 %6,75 %
Triodos6,52 %6,68 %6,52 %6,68 %
DKB Bank16,74 %6,91 %6,74 %6,91 %
ING6,99 %7,18 %6,99 %7,18 %

Evangelische

Bank2

7 %7,18 %7 %7,18 %

GLS Gemein-
schaftsbank3

7 %7,18 %7 %7,18 %
1822direkt7,17 %7,36 %7,17 %7,36 %
Edeka Bank7,34 %7,54 %XX

1 unterschiedliche Kontomodelle
2 nimmt nur Privatkunden mit christlichen Werten
3 Girokonto mit Zinsstaffelung, Dispozins fällt erst ab von den Banken festgelegten Summen an 
Quellen: Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 9/2018), Internetseiten der Banken, Finanztip-Berechnung (Stand: 28. Setember 2020)

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Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Dr. Manuel Kayl

Stand: 29. September 2020


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