Steuervorteile

So unterstützt der Fiskus Eltern von Kleinkindern

Das Wichtigste in Kürze

  • Eltern können eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen für sich beanspruchen.
  • Kinderfreibeträge und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende können helfen, die Steuerlast zu senken.
  • Auch Kinderbetreuungskosten wirken sich steuermindernd aus.
  • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann von der Kinderzulage profitieren.
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Kinder machen Freude, sie kosten aber auch eine Menge Geld – für Essen, Kleidung, Spielzeug, Kinderbetreuung und Co. Laut statistischem Bundesamt geben Eltern etwa 126.000 Euro für den Nachwuchs aus, bis er volljährig ist.

Einen Teil der Kosten können sie sich zurückholen, denn der Staat unterstützt Alleinerziehende und Familien mit Kindern. Eines der wichtigsten Förderinstrumente ist das Kindergeld. Darüber hinaus können Mütter und Väter aber auch zahlreiche Steuervorteile für sich nutzen. Dafür müssen sie nur eine Steuererklärung abgeben. Wer die Anlage Kind sorgfältig ausfüllt, hat die größte Hürde schon genommen.

Ohne Kindergeld keine Kinderfreibeträge

Kindergeld steht Eltern ab der Geburt ihres Kindes zu. Es beträgt zurzeit

  • für das erste und zweite Kind jeweils 184 Euro,
  • für das dritte Kind 190 Euro,
  • ab dem vierten Kind jeweils 215 Euro.

Der Bundestag hat am 18. Juni 2015 allerdings eine Erhöhung der Leistungen für Eltern beschlossen. Das Kindergeld soll im laufenden Jahr um 4 Euro und im kommenden Jahr um nochmals 2 Euro steigen. Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat (§ 32 EStG und § 63 EStG).

Einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Kindergeld finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Es enthält Informationen zur Antragstellung, den Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Höhe und Dauer der Zahlung.

Gesetzentwurf zum Kindergeld

  für das erste und zweite Kind für das dritte Kind für jedes weitere Kind
2014 184 € 190 € 215 €
2015 188 € (+ 4 €) 194 € (+ 4 €) 219 € (+ 4 €)
2016 190 € (+ 2 €) 196 € (+ 2 €) 221 € (+ 2 €)

(Stand: 25. Juni 2015)

Kindergeld gibt es nur auf Antrag

Alle Eltern sollten Kindergeld beantragen, denn zahlreiche Vergünstigungen, beispielsweise im Steuerrecht, hängen vom Kindergeldanspruch ab. Ob ein solcher besteht, weiß das Finanzamt nur, wenn Sie einen Kindergeldantrag gestellt haben.

Das Kindergeld beantragen Sie bei der Familienkasse. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Kasse für Sie zuständig ist, kann bei der Suche ein Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit helfen.

Kinderfreibeträge in der Steuererklärung
Kinderfreibeträge sollen das steuerliche Existenzminimum von Kindern sicherstellen. Das bedeutet, bei Eltern wird ein Teil ihres Einkommens nicht besteuert, damit sie Lebensunterhalt, Betreuung und Erziehung oder Ausbildung ihrer Sprösslinge finanzieren können.

Folgende Kinderfreibeträge können Sie mit Ihrer Steuererklärung geltend machen:

  • Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes 2.184 Euro
  • Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf + 1.320 Euro
  • Summe 3.504 Euro

Diese Freibeträge verdoppeln sich, wenn die Eltern verheiratet sind und zusammenveranlagt werden. Anspruch auf die vollen Kinderfreibeträge von insgesamt 7.008 Euro haben Sie auch dann, wenn der andere Elternteil des Kindes verstorben oder nur beschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Ausnahmen gelten ebenfalls, wenn ein Elternteil untergetaucht ist oder sich der Vater nicht amtlich feststellen lässt.

Auch bei diesen Freibeträgen hat der Bundestag eine Erhöhung beschlossen: Der steuerliche Kinderfreibetrag soll rückwirkend zum 1. Januar 2015 erhöht werden, und zwar um 144 Euro auf 7.152 Euro je Kind. 2016 ist nochmal eine Anhebung um weitere 96 Euro auf 7.248 Euro geplant.

Vergleichsrechnung bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen
Vielen ist nicht klar, wie sich Kindergeld und Kinderfreibeträge zueinander verhalten. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Anders ausgedrückt: Wenn sich verheiratete Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, profitieren sie erst ab einem zu versteuernden Einkommen von etwa 63.000 Euro. Diese Grenze kann sich verschieben, wenn das Kindergeld erhöht wird.

Kranken- und Pflegeversicherung für Kinder steuerlich geltend machen
Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben von der Steuer abziehen, sofern Sie für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbst Versicherungsnehmer sind oder das Kind.

Leider übernehmen die Krankenkassen nicht immer alle Kosten, selbst wenn sie medizinisch notwendig sind. Das gilt zum Beispiel für verordnete, rezeptfreie Medikamente oder medizinische Hilfsmittel wie Brillen.

Solche Kosten im Zusammenhang mit der Krankheit Ihres Kindes können Sie als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angeben. Das Gleiche gilt für Kosten, die entstehen, wenn Sie ihr Kind zum Arzt oder ins Krankenhaus begleiten beziehungzweise dort besuchen. Voraussetzung ist nur, dass diese Fahrten grundsätzlich medizinisch notwendig sind oder die Genesung des Kindes fördern. Lassen Sie das am besten von einem Arzt bescheinigen. Die Fahrtkosten können Sie für die Hin- und Rückfahrt jeweils mit 0,30 Euro pro Kilometer ansetzen.

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen auch notwendige Krankheitskosten bei einer Behinderung des Kindes, welche die Krankenversicherung nicht (vollständig) übernimmt.

Leider übernehmen die Krankenkassen nicht alle Kosten, selbst wenn sie medizinisch notwendig sind. Das gilt zum Beispiel für verordnete, rezeptfreie Medikamente oder medizinische Hilfsmittel wie Brillen, bei denen die Eltern kräftig zur Kasse gebeten werden.

Solche Kosten im Zusammenhang mit der Krankheit Ihres Kindes können Sie als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angeben. Das Gleiche gilt für die Kosten Ihrer Begleit- und Besuchsfahrten zum Arzt oder ins Krankenhaus. Voraussetzung ist nur, dass diese Fahrten grundsätzlich medizinisch notwendig sind oder die Genesung des Kindes fördern. Lassen Sie das am besten von einem Arzt bescheinigen. Ihre Fahrtkosten setzen Sie jeweils für die Hin- und Rückfahrt mit 0,30 Euro pro Kilometer an.

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen auch notwendige Krankheitskosten bei einer Behinderung des Kindes, welche die Krankenversicherung nicht (vollständig) übernimmt.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ausschöpfen

Wenn Sie Single sind und ein Kind erziehen, für das Sie Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben, können Sie einen weiteren Entlastungsbetrag von 1.308 Euro steuerlich geltend machen. Dazu muss Ihr Sohn oder Ihre Tochter zu Ihrem Haushalt gehören. Davon geht das Finanzamt in der Regel aus, wenn das Kind bei Ihnen gemeldet ist. Falls ihr Kind auch noch bei anderen Personen gemeldet ist, können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag trotzdem geltend machen, wenn sie auch das Kindergeld erhalten.

Das Finanzamt prüft für jeden Monat gesondert, ob der Entlastungsbetrag Ihnen auch tatsächlich zusteht. Wenn zum Beispiel im August ein zweiter Erwachsener eingezogen ist, würde der Entlastungsbetrag ab September entfallen.

In Bezug auf den Entlastungsbetrag ist ebenfalls eine Änderung in Sicht: Der Gesetzgeber will diesen auf 1.908 Euro anheben. Er soll sich außerdem für jedes weitere Kind im Haushalt um 240 Euro erhöhen.

Kinderbetreuungskosten absetzen

Sie können zwei Drittel Ihrer Kosten für Kinderbetreuung als Sonderausgaben von der Steuer absetzen, höchstens 4.000 Euro je Kind und Jahr. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt. Bei nicht zusammenlebenden Eltern ist die Meldeadresse des Nachwuchses entscheidend.
  • Für das Kind steht Ihnen Kindergeld oder ein Freibetrag zu.
  • Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich nicht selbst unterhalten kann, weil es körperlich, geistig oder seelisch behindert ist und die Behinderung schon vor dem 25. Lebensjahr bestand.

Folgende Kosten können Verbraucher in Ihrer Steuererklärung angeben. Beispielsweise Aufwendungen für

  • die Unterbringung von Kindern in Kindertagesstätten, -horten, und -krippen sowie bei Tagesmüttern und in Ganztagspflegestellen,
  • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern,
  • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie Kinder betreuen,
  • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben.

Nicht berücksichtigt werden allerdings zum Beispiel Kosten für die Verpflegung des Kindes.

Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie dafür eine Rechnung erhalten haben und den Betrag an die entsprechende Person überwiesen haben. Das gilt auch, wenn Sie die Betreuungsperson im Haushaltsscheckverfahren bei der Minijob-Zentrale angemeldet haben. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Die Rechnung und die Zahlungsnachweise müssen Verbraucher zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen, trotzdem sollten sie diese gut aufbewahren. Wurde das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreut, genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die zu zahlenden Gebühren und der Überweisungsbeleg.

Häufig übernehmen nahe Angehörige die Kinderbetreuung. Sofern diese entgeltlich erfolgt und Sie klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie diese Art der Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt leben.

Kinderzulage bei der Riester-Förderung nutzen

Viele Steuerzahler haben für ihre private Altersvorsorge Riester-Verträge abschlossen. Diese werden steuerlich besonders gefördert: Pro Kind gibt es jährlich bis zu 300 Euro Zulage. Riester-Sparer können die Kinderzulage sogar dann beanspruchen, wenn sie für ihren Sohn oder ihre Tochter nur einen Monat im Jahr Anspruch auf Kindergeld hatten.

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300 bis 1.800 Euro Elterngeld erhalten

Mütter und Väter haben Anspruch auf Elterngeld, falls sie ihr Kind in den ersten 14 Monaten selbst betreuen und deshalb nicht oder nur in Teilzeit arbeiten. Das Elterngeld beläuft sich auf mindestens 300 und maximal 1.800 Euro. Grundsätzlich erhalten Sie es zwölf Monate lang. Wenn Väter zwei sogenannte Vätermonate nehmen, wird das Elterngeld insgesamt 14 Monate gezahlt. Der Zeitraum, in dem die Frau Mutterschaftsgeld bezogen hat, wird auf den Elterngeldanspruch angerechnet.

Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, können zwischen dem bisherigen Elterngeld und dem neuen Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Sie können dann bis zu 36 Monate lang staatliche Leistungen beziehen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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