Ryanair, Easyjet und Co.

Nicht alle Billigfluglinien sind wirklich billig

Das Wichtigste in Kürze

  • Fast jeder dritte Passagier an deutschen Flughäfen nimmt mittlerweile eine Billigfluglinie.
  • Zwischen den Airlines gibt es aber große Unterschiede bei Streckenangebot und Preisen.
  • Ryanair ist im Durchschnitt billiger als Easyjet, Eurowings unterbietet Air Berlin.
  • Ryanair fliegt jedoch zum Teil von abgelegenen Flughäfen.
  • Das beste Gesamtpaket aus Streckennetz, Preisen und Service bietet Eurowings.
  • Gepäck lassen sich die billigen Anbieter in der Regel teuer bezahlen.
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Von Köln nach Berlin für knapp 30 Euro oder von Nürnberg nach London für 23 Euro – mit Billigfluglinien geht das durchaus, auch inklusive Steuern, Gebühren und Kerosinzuschlag. Voraussetzung: Der Passagier bucht früh und fliegt nur mit Handgepäck. Der zusätzliche Koffer kann nämlich ganz schön ins Geld gehen.

Das Geschäft der Billig-Airlines, häufig Billigflieger genannt, läuft blendend. Jeder dritte Passagier an deutschen Flughäfen stieg 2015 in ein Flugzeug von Eurowings, Ryanair, Easyjet und Co. Tendenz steigend. Die Zahl der Strecken, die von deutschen Flughäfen aus bedient werden, ist im selben Jahr um gut 6 Prozent auf 858 gestiegen. In ganz Europa wurde ein neuer Höchstwert von mehr als 8.300 Verbindungen erreicht.

Beim Service gibt es beträchtliche Unterschiede

Doch nicht alle Billigflieger machen ein überzeugendes Angebot. Die Flugpreise unterscheiden sich deutlich, und das Streckennetz einiger Airlines von deutschen Flughäfen aus ist sehr überschaubar. Auch bei den Gebühren für Gepäck, beim Service und bei der Kundenzufriedenheit gibt es deutliche Abstufungen. Das sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie einen Flug im Internet buchen.

Wir haben Flugpreise, Service und Komfort der Billigflieger näher untersucht. Besonders überzeugen konnte die Lufthansa-Tochter Eurowings. Sie bietet das beste Gesamtpaket: sehr viele Verbindungen, meist günstige Preise und besseren Service als bei Ryanair und Easyjet. 

Gesamtnote für Nebenkosten und Service von Billigfluglinien

  Eurowings Vueling Air Berlin Ryanair Easyjet Norwegian
Durchschnittspunkte (Höchstwert 2) 1,40 0,65 0,60 0,55 0,50 0,40
             

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. Februar 2016)

Warum Billigfluglinien so günstige Flüge anbieten können

Die erste Billig-Airline der Welt war Southwest Airlines 1971 in den USA. In Europa schuf erst 1985 Ryanair das neue Marktsegment. Erfolg hatte das Unternehmen aus Irland allerdings erst ab den 1990er-Jahren, als die Europäische Union ihren Luftverkehr deregulierte.

Achtung

Teure Zahlungsmittel

Grundsätzlich richten sich die Billig-Airlines nach den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs. Danach muss es für die Bezahlung eines Flugtickets mindestens einen kostenlosen Zahlungsweg geben. Das sind bei den meisten Anbietern Sepa-Lastschrift, Giropay oder Sofortbanking. Bei Ryanair ist es nur Sepa, was bei manchen Flügen aber nicht angeboten wird. Paypal kostet bei einigen Airlines einen Aufpreis. Für die Zahlung mit Kreditkarte verlangt Air Berlin bis zu 10 Euro. Eurowings gibt bei Zahlung per Lastschrift auf sehr viele Flüge 10 Euro Rabatt.

Billigflieger können so günstig anbieten, weil sie gegenüber traditionellen Fluggesellschaften wie Lufthansa oder British Airways wesentlich niedrigere Kosten haben. Sie packen mehr Sitze in ihre Flugzeuge, haben weniger und schlechter bezahltes Personal und fliegen häufiger pro Tag. Das erreichen sie, indem sie die Standzeiten am Flughafen sehr kurz halten.

Die kurzen Aufenthalte am Boden spielen bei Langstreckenflügen eine untergeordnete Rolle. Deshalb gibt es bei Interkontinentalflügen kaum Angebote von klassischen Billiglinien. Die Ausnahme bildet Norwegian: Sie fliegt auch nach Bangkok, Dubai und in die USA. Air Berlin bedient ebenfalls Langstrecken, zum Beispiel nach Australien, Ostasien oder in die USA, versteht sich aber nicht als reiner Billigflieger.

Wer die besten Preise bietet

Wer einen Billigflug bucht, legt keinen Wert auf gehobene Küche an Bord oder Zeitungen. Er will schnell und vor allem günstig ans Ziel kommen. Doch die Preisunterschiede sind riesig. So kostete ein Flug Köln-London am 12. Februar 2016 bei Air Berlin 257 Euro, wenn man am Vortag bucht. Bei Eurowings waren es unter den gleichen Bedingungen nur 55 Euro. Aber auch über alle von Finanztip abgefragten Verbindungen zeigte sich: Eurowings war im Durchschnitt deutlich günstiger als Air Berlin. Dies mag auch daran liegen, dass Lufthansa die gerade neu aufgestellte Billigtochter zum Start als besonders preisgünstig bekannt machen will.

Im Schnitt noch günstiger ist Easyjet, allerdings bei einem dünneren Streckennetz. Wie die Tabelle zeigt, ist Ryanair der Preisbrecher. Das irische Unternehmen liegt noch einmal deutlich niedriger als Easyjet.

Durchschnittspreise von Billigfluglinien

  Ryanair   Easyjet   Vueling   Eurowings   Air Berlin   Norwegian
durchschnittliche Abweichung vom günstigsten Preis im Finanztip-Test 10 %   32 %   38 %   51 %   120 %   156 %
Durchschnittsbruttopreis in DLR-Stichprobe in € 46   64   nicht abgefragt   94   116   nicht abgefragt

Quellen: Finanztip-Recherche (Stand: 15. Februar 2016), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR (Stand: 4. November 2015)

Vueling ist etwas teurer als Easyjet und bietet deutlich weniger Verbindungen. Nicht konkurrenzfähig ist Norwegian. Die Preise lagen im Durchschnitt mit Abstand am höchsten, das Streckennetz ist lückenhaft, die angebotenen Verbindungen sind oft ungünstig. Norwegian bietet sich vor allem an, wenn Sie nach Norwegen fliegen wollen.

Unsere Stichprobe im Februar 2016 deckte sich mit denen der Flugpreisanalyse des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR). Die Wissenschaftler haben im Oktober 2015 eine repräsentative 10-Prozent-Stichprobe aller Billigflugstrecken von und nach Deutschland genommen. Auch sie buchten für verschiedene Flugdaten. Auch in der DLR-Analyse war Ryanair im Durchschnitt mit Abstand am günstigsten, gefolgt von Easyjet, Germanwings und Air Berlin.

Achtung

Abgelegene Flughäfen

Einige Billigflieger wie Ryanair nutzen abgelegene Flughäfen, weil sie dort niedrigere Kosten haben. Passagiere sollten berücksichtigen, dass der Flughafen Düsseldorf (Weeze) rund 70 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist. Im Fall von Frankfurt-Hahn sind es sogar 122 Kilometer mit dem Auto. Die Fahrt dauert 1 Stunden und 20 Minuten. Beim Ziel Barcelona fliegt Ryanair Girona an. Dieser kleine Flughafen ist 91 Kilometer vom Zentrum Barcelonas entfernt. Die zusätzlichen Fahrtkosten und -zeiten sowie mögliche Parkgebühren sollten Sie bei Ihrer Reise einkalkulieren.

Wie viele Strecken die Airlines abdecken

Das Angebot der Billigflieger von deutschen Flughäfen unterscheidet sich stark. So bot Eurowings, die neue Billigtochter der Lufthansa, 2015 zusammen mit der mittlerweile integrierten Marke Germanwings 310 Strecken von und nach Deutschland an. Air Berlin, das kein reiner Billiganbieter ist, kam 2015 auf 134 Verbindungen. Das übertrifft Ryanair noch mit 169 Strecken. Der britische Konkurrent Easyjet konnte mit 82 weniger als die Hälfte vorweisen. Norwegian mit 27 Strecken und der spanische Anbieter Vueling mit 22 fallen noch deutlicher ab.

Das hat Folgen für die Reisenden: So haben Easyjet, Vueling und Norwegian die gängige Billigflieger-Strecke Köln-Berlin gar nicht im Angebot – wohl auch wegen der starken Konkurrenz durch Eurowings und Ryanair. Aber auch für die Verbindung Berlin-Rom oder Düsseldorf-Palma de Mallorca hatten diese Airlines beim Test von Finanztip im Februar 2016 wenige oder gar keine Flüge im Programm. Und bei Vueling gehen diese Flüge zum Teil über Barcelona, was zu Reisezeiten von insgesamt sieben bis zehn Stunden führen kann. Bei einer Direktverbindung anderer Anbieter sind es dagegen nur gut zwei Stunden.

Finanztip hat viel geflogene Billigflug-Strecken in Deutschland und Europa stichprobenhaft untersucht und dazu Flüge am nächsten Tag, in einer Woche, in einem Monat und in drei Monaten abgefragt. Die Fluggesellschaften Wizz und Flybe schieden aus der Untersuchung aus, weil sie diese gängigen Verbindungen überhaupt nicht bedienen. Beide sind Nischenanbieter: Die ungarische Airline Wizz fliegt von Deutschland aus in osteuropäische Länder wie Polen oder Rumänien. Flybe ist zwar auf Großbritannien spezialisiert, fliegt aber London nicht an. Diese Airline kommt eher infrage, wenn Sie nach Birmingham, Glasgow oder Edinburgh reisen möchten.

Was es bei Billigfliegern kostet, Gepäck aufzugeben

Für ein verlängertes Wochenende in London reicht meist Handgepäck. Wer aber mit dem Billiganbieter für einen mehrwöchigen Sommerurlaub nach Mallorca reist, braucht wohl einen Koffer. Dafür kassieren die vermeintlich so günstigen Airlines zum Teil kräftig ab. Deshalb hat Finanztip bei seiner Preisabfrage nicht nur alle Steuern, Gebühren und Kerosinzuschläge berücksichtigt, sondern auch ein großes Gepäckstück (20 Kilogramm). Gerade beim Gepäck gibt es deutliche Preisunterschiede.

Achtung

Teures Sperrgepäck

Sperrgepäck wie die Ski-Ausrüstung oder ein Snowboard kostet bei Air Berlin 50 Euro, bei Easyjet 49 Euro, bei Ryanair 40 Euro und bei Vueling 45 Euro. Eurowings nimmt nur den normalen Gepäckpreis, wenn die Ausrüstung leichter als 30 Kilogramm ist.

Eine faire Lösung bietet Eurowings: Der Koffer kostet einheitlich 15 Euro, bei höheren Flugpreisen ist er oft inklusive. Auch bei Air Berlin ist das Gepäck oft inklusive, wenn der günstigste angebotene Tarif ohnehin schon recht teuer ist. Ansonsten reicht die Spanne aber von 15 bis zu sehr teuren 60 Euro. Diesen Preis verlangt auch Norwegian auf vielen Flügen.

Noch teurer wird es, wenn Sie Ihr Gepäck nicht schon zu Hause online angeben, sondern erst am Flughafen. Das kann passieren, wenn Sie erst kurz vor dem Flug merken, dass Sie doch nicht mit Handgepäck auskommen oder sich bei der Kontrolle am Flughafen herausstellt, dass das Handgepäck zu groß oder zu schwer ist.

Auch wer seinen Koffer erst im letzten Moment bucht, ist bei Eurowings mit einheitlich 30 Euro noch gut bedient. Bei Air Berlin sind es 40 Euro auf Flügen innerhalb Deutschlands oder nach Spanien. Bei anderen europäischen Zielen sind es 60 Euro. Diese Preisregionen erreichen auch Kunden von Easyjet und Ryanair, wenn ihr Koffer schwer ist.

Kosten für Gepäckaufgabe online und am Flughafen

  Eurowings Easyjet Vueling Ryanair Air Berlin Norwegian
Kosten für Koffer online in € 15, bei höheren Flugpreisen auch inklusive 17 bis 25 13 bis 30 25 oder 30 15 bis 60, bei höheren Flugpreisen auch inklusive 30, 60 oder inklusive
Kosten für Koffer am Flughafen in € einheitlich 30 44 oder 60 (nach Größe und Gewicht) einheitlich 35 das Doppelte des Preises bei Vorabbuchung 40 (in D und Spanien), innereuropäisch 60 25 in Deutschland, international 50

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. Februar 2016)

Wie viel es kostet, einen Sitzplatz zu reservieren

Viele Jahre lang war es bei klassischen Billigfluglinien wie Ryanair und Easyjet nicht möglich, Sitzplätze zu reservieren. Da aber Familie und Freunde oft zusammen sitzen wollen und auch Billigfluggesellschaften immer auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmequellen sind, können Passagiere gegen Aufpreis auch Plätze ihrer Wahl buchen.

Die Preise reichen von 5 bis 27 Euro, je nach Flug, Platz und Airline. Standardplätze sind am günstigsten. Vueling bezeichnet die Sitze vorn im Flugzeug als „Priority“-Sitze und verlangt dafür 16 Euro. Am teuersten sind meist die sogenannten XL-Sitze mit mehr Beinfreiheit. Dieser Aufpreis kann sich durchaus lohnen. Bei Eurowings bekommt man für diese 20 Euro zudem noch einen Snack und ein Getränk. 

Kosten für Reservierung eines Sitzplatzes im Flugzeug

  Vueling Easyjet Ryanair Eurowings Norwegian Air Berlin
Kosten Sitzplatz-Reservierung in € 5 bis 16 (XL-Sitze und Priority-Sitze vorne) 5 bis 17 (XL-Sitz) 6 bis 15 (XL-Sitz) 8 bis 20 (mehr Beinfreiheit, mit Snack und Getränk) 9 bis 19 (je nach Flug, XL nicht teurer) 9 bis 27 (Standardsitz bis XL-Sitz)

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. Februar 2016)

Deutliche Unterschiede bei Komfort und Kundenzufriedenheit

Vom Komfort einer Premium-Airline auch in der Economy-Klasse sind die Passagiere eines Billiganbieters immer weit entfernt. Doch macht es für die Beinfreiheit schon einen Unterschied, ob die Sitze einen Abstand von gut 76 Zentimetern aufweisen wie bei Eurowings und Vueling oder nur 72 Zentimeter wie in einigen Maschinen von Easyjet. Das britische Unternehmen hat allerdings zum Teil auch Sitzabstände von komfortablen 81 Zentimetern. Bei Air Berlin reicht das Komfortmaß von knapp 74 Zentimetern bis zu gut 76 Zentimetern.

Sehr durchwachsen fallen die Noten der Passagiere auf dem viel genutzten Bewertungsportal airlinetest.com aus. Ryanair schneidet schlecht ab, Easyjet etwas besser. Vueling und Norwegian dagegen unterbieten noch Ryanair. Klagen gibt es über deutliche Verspätungen, verloren gegangenes Gepäck, kaputte Monitore für das Unterhaltungsprogramm oder sehr unfreundliche Mitarbeiter.

Wesentlich positiver ist das Bild bei Eurowings und Air Berlin. Liest man die Kommentare über die beiden deutschen Fluggesellschaften, stellt man schnell fest, dass nicht nur Reisende ihre Meinung abgeben, die unzufrieden waren.

Eurowings

  • oft günstige Flugpreise
  • geringer Aufpreis für Gepäck
  • großes Streckennetz
  • guter Service

Über die Sicherheit von Billigflügen muss sich niemand sorgen

Noch vor einigen Jahren hatten viele Reisende die Befürchtung, die Billiganbieter würden auch an der Sicherheit sparen. Dafür gibt es aber bis heute keine Anzeichen oder gar Belege. Und auch im international anerkannten Jacdec-Sicherheitsindex schneiden die bekannten Fluggesellschaften gut ab.

Der jährlich erhobene Index drückt das Verhältnis zwischen der Unfallbilanz und der Flugleistung einer Airline aus. Sämtliche Flugzeug-Totalverluste plus alle „schweren Zwischenfälle“ der vergangenen 30 Jahre fließen in die Sicherheitsbetrachtung ein. Aktuellere Unfälle werden stärker gewichtet als Unfälle, die bereits vor mehreren Jahren oder Jahrzehnten passiert sind.

Air Berlin, Easyjet, Vueling und Norwegian liegen beim Jacdec-Index sehr dicht beieinander. Ryanair ist etwas schlechter. Da Eurowings noch nicht lange genug in der heutigen Form fliegt, muss man den Index von Germanwings heranziehen. Und der ist wegen des Absturzes einer Maschine am 24. März 2015 in den südfranzösischen Alpen deutlich schlechter als der der Konkurrenz. Wegen dieses Einzelfalls sollte aber niemand die Sorge haben, dass Eurowings eine grundsätzlich unsichere Fluggesellschaft sei.

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Niedrige Preise bei Ryanair, gutes Gesamtpaket bei Eurowings

Auf vielen Strecken, die Ryanair fliegt, bieten das irische Unternehmen den günstigsten Preis. Doch wer den günstigsten Flug für seine Verbindung sucht, sollte immer einen Preisvergleich auf einem der spezialisierten Portale machen.

Der reine Flugpreis ist aber nicht alles. Deshalb hat Finanztip andere Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen, gewichtet und bewertet. Das waren zum Beispiel die Zahlungsmöglichkeiten, die Kosten für das Gepäck, die Kundenbewertungen oder der Sitzabstand.

Eindeutig am besten schneidet Eurowings ab. Mit großem Abstand folgen die beiden sehr unterschiedlichen Anbieter Vueling und Air Berlin. Die von den Passagieren deutlich besser bewertete Airline aus der deutschen Hauptstadt verliert Punkte durch ihre hohen Gebühren für Sitzplatzreservierung und Gepäck.

Ryanair liegt etwas hinter Air Berlin, kann den Hauptkonkurrenten Easyjet aber knapp auf Distanz halten. Beim irischen Anbieter sind das Streckennetz und der Mindest-Sitzabstand größer als beim britischen.

Wer nicht allein auf den Preis achtet, bekommt bei Eurowings das überzeugendste Gesamtpaket: sehr viele Verbindungen, in der Regel günstige Preise und besseren Service als bei Ryanair und Easyjet. 

Mehr dazu im Ratgeber Flugpreisportale

Jens Tartler
von Finanztip, Experte für Reise

So buchen Sie einen günstigen Flug

  • Mit unabhängigen Flugpreisportalen finden Sie im Internet schnell den günstigsten Flug.
  • Die Preise von Flugvermittlern verteuern sich oft im Buchungsprozess.
  • Gute Preise und einen besseren Service gibt es meist bei den Airlines direkt.

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  • flug.idealo.de
  • Kayak

So haben wir getestet

Test Billigflieger 2016
Finanztip hat im Februar 2016 die acht wichtigsten Billigfluggesellschaften auf dem deutschen Markt untersucht. Kriterium war die Zahl der Strecken und Starts von und nach Deutschland. Diese haben wir dem „Low Cost Monitor 2/2015“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entnommen. Folgende Fluggesellschaften haben wir getestet:

  • Air Berlin
  • Easyjet
  • Eurowings
  • Flybe
  • Norwegian
  • Ryanair
  • Vueling
  • Wizz

Für diese Billiganbieter haben wir auf Strecken Flüge gesucht, die für dieses Marktsegment sehr gängig sind. Wiederum auf der Grundlage von Daten des DLR haben wir Verbindungen zwischen wichtigen Billigflug-Standorten wie Berlin, Köln, London oder Barcelona gewählt. Das waren:

  • Köln-Berlin
  • Köln-London
  • Berlin-London
  • Berlin-Rom
  • Düsseldorf-Palma de Mallorca
  • Düsseldorf-Barcelona

Für jede dieser Verbindungen haben wir an den Testtagen Mitte Februar Flüge gesucht mit dem Abflugtermin am folgenden Tag, am gleichen Wochentag in der Folgewoche, am nächsten Samstag in einem Monat und am nächsten Samstag in drei Monaten. Der Samstag in drei Monaten war der 14. Mai 2016, also das Pfingstwochenende. So hatten wir auch einen recht begehrten Flugtag im Programm, was sich zum Teil auch in den Preisen niederschlug.

Für jede dieser Verbindungen haben wir nur einen Hinflug mit einem Gepäckstück gesucht und die Bruttopreise mit allen Steuern und Gebühren verglichen. Dass man Hin- und Rückflug getrennt bucht, ist im Billigflug-Segment üblich. Oft ist es günstiger, mit einer Airline hin und mit einer anderen zurück zu fliegen. Um aber auszuschließen, dass ein Anbieter mit günstigen Hinflügen lockt, beim Rückflug aber abkassiert, haben wir bei den Flügen mit Abflugdatum in drei Monaten auch den Rückflug abgefragt. Das Ergebnis war aber nicht anders als bei den Hinflügen.

Die Billigfluglinien Flybe und Wizz hatten die von uns geprüften, sehr gängigen Strecken gar nicht im Angebot. Deshalb haben wir sie bei der Prüfung der weiteren Kriterien – neben den Flugpreisen – nicht weiter betrachtet.

Die weiteren Kriterien des Service-Tests waren (in Klammern die Gewichtung):

  • Zahlungsmöglichkeiten und ihre Kosten (15 Prozent)
  • Kosten Sitzplatzreservierung (10 Prozent)
  • Kosten für ein Gepäckstück bei Online-Buchung (15 Prozent)
  • Kosten für ein Gepäckstück bei Aufgabe am Flughafen (15 Prozent)
  • Nutzerbewertung auf airlinetest.com (25 Prozent)
  • Abstand der Sitze (10 Prozent)
  • Streckennetz von deutschen Flughäfen aus (10 Prozent)

Bei diesen Kriterien haben wir 0 Punkte für eine kundenunfreundliche Lösung gegeben, 1 Punkt für eine durchschnittliche und 2 Punkte für eine kundenfreundliche Lösung beziehungsweise eine gute Leistung. Diese Punkte für jedes Kriterium wurden gewichtet und der Durchschnitt gebildet.

Zusätzlich haben wir die Sicherheit der Fluglinien anhand der Beurteilung im Jacdec-Sicherheitsindex erfasst, aber bei der Bewertung außen vor gelassen.

Bewertung von Nebenkosten und Service der Fluglinien in Punkten

  Eurowings Vueling Air Berlin Ryanair Easyjet Norwegian
Zahlungsmöglichkeiten und -kosten 2 1 1 0 1 1
Gepäckkosten online 2 1 0 1 1 0
Gepäckkosten am Flughafen 1 1 0 0 0 1
Kosten Sitzplatzreservierung 1 1 0 1 1 1
Bewertung airlinetest.com 1 0 1 0 0 0
Sitzabstand (Economy) 1 1 0 1 0 0
Streckenangebot aus Dtl. 2 0 2 2 1 0
Durchschnittspunkte (Höchstwert 2) 1,40 0,65 0,60 0,55 0,50 0,40

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. Februar 2016)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.