Studienkredit

Mit einem speziellen Kredit das Studium erleichtern

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Studienkredit erhalten Studenten monatlich Geld und müssen dieses in der Regel erst nach dem Studium über einen längeren Zeitraum zurückzahlen.
  • Studenten können zwischen vielen Anbietern wählen. Manche Angebote sind aber auf bestimmte Studiengänge oder Hochschulen beschränkt.
  • Von den unbeschränkt zugänglichen Studienkrediten bietet der KfW-Studienkredit die günstigsten Zinsen.
  • Alternativ lässt sich ein Studium über Bildungsfonds finanzieren. Die Rückzahlungssumme hängt aber vom späteren Gehalt ab, die Konditionen sind daher vorab unsicher.
  • Einen Studienkredit sollten Sie nur aufnehmen, wenn Stipendien, Bafög, Unterstützung durch die Eltern oder ein Nebenjob nicht ausreichen.

So gehen Sie vor

  • Kalkulieren Sie Ihren Kreditbedarf und überschlagen Sie, bis wann Sie das Geld zurückzahlen können. Halten Sie Kreditsumme und Auszahlungszeitraum so gering wie möglich.
  • Prüfen Sie, ob es spezielle Kreditangebote Ihrer Hochschule oder für Ihren Studiengang gibt.
  • Vergleichen Sie diese Angebote mit dem Angebot der KfW.
  • Achten Sie auf Vertragsdetails wie Sondertilgungsmöglichkeiten und die Bedingungen für die Rückzahlung.
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Studieren kostet – auch ohne Studiengebühren. Wie viel genau will die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ab Mai 2016 herausfinden. 400.000 Studierende werden unter anderem gefragt, was sie für Wohnung, Essen, Krankenversicherung, Telefon und andere Dinge des täglichen Bedarfs jeden Monat ausgeben. 2012 waren es bereits 800 Euro, dieses Mal dürfte ein noch höherer Betrag herauskommen. Die Ergebnisse der Erhebung werden im Frühjahr 2017 präsentiert.

Doch auch wenn das Geld einmal knapp wird: Ein Studienkredit sollte die letzte Option für Sie sein, Ihr Studium zu finanzieren. Während Sie nicht vorhersehen können, wie sich Ihre berufliche Situation entwickelt, ist sicher, dass Sie den Kredit zeitnah tilgen müssen. Prüfen Sie daher zunächst, ob Sie Ihr Studium nicht mit Hilfe von Bafög, einem Studentenjob oder familiärer Unterstützung schultern können. Das ist in jedem Fall günstiger. 

Besonderheiten beim Studienkredit

Falls Sie sich für einen Studienkredit entscheiden, gibt es mehrere Dinge zu beachten. Vom klassischen Ratenkredit unterscheidet er sich in mehreren Punkten.

  • Anstelle einer größeren Auszahlung zu Beginn bekommen Studenten jeden Monat kleinere Beträge von oft einigen Hundert Euro überwiesen.
  • Damit der Kredit läuft, müssen Studenten regelmäßig Studiennachweise erbringen. Über den Schufa-Score müssen Sie sich dagegen keine Gedanken machen. Nur, wer harte Negativmerkmale aufweist, etwa eine Privatinsolvenz, bekommt keinen Kredit.
  • Studenten tilgen erst einige Monate nach der letzten Auszahlung. Die Zinsen fallen bei manchen Anbietern aber sofort an.
  • Bei manchen Anbietern können Studenten den Studienkredit in der Rückzahlungsphase zum Teil oder ganz tilgen, ohne dass sie die Bank für ihren Verdienstausfall entschädigen müssen. In Prozenten gemessen ist die Vorfälligkeitsentschädigung beim Ratenkredit nicht hoch, kann aber bei höherer Restschuld einen Unterschied machen.


Prüfen Sie außerdem, welches Angebot zu Ihrer Studiensituation passt. Dazu sollten Sie folgende Finanzierungsmöglichkeiten kennen:

  • Angebote zur Finanzierung des gesamten Studiums
  • Überbrückungskredite: Sie werden nur für einen eng begrenzten Zeitraum gewährt, beispielsweise für die Abschlussphase des Studiums
  • Studienbeitragsdarlehen: Mit ihnen finanzieren Sie die Studiengebühren an privaten Hochschulen


Wir haben uns nur die Kredite für das gesamte Studium und Überbrückungskredite genauer angeschaut, da diese nicht auf einzelne Hochschulen begrenzt sind.

Kredite für das gesamte Studium

Nachdem die Studiengebühren an staatlichen Hochschulen bundesweit wieder abgeschafft wurden, hat sich der Markt für Studienkredite deutlich gelichtet. Es gibt derzeit nur noch zwei Banken, die deutschlandweit unabhängig vom Studiengang ein ganzes Studium finanzieren: die staatliche Förderbank KfW und die Tochter der Bayerischen Landesbank DKB.

Folgende Tabelle zeigt, wie sich die Angebote unterscheiden (Stand: Oktober 2016):

Konditionen der verschiedenen Studienfinanzierer

  Studienkredite  
  KfW-Studienkredit DKB Bildungsfonds
max. monatliche Auszahlung 650 € 650 €
max. Auszahlungszeit 14 Semester Regelstudienzeit + 2 Semester
Zinsen Auszahlungsphase 4,02% (variabel) 6,49%
Zinsen Rückzahlungsphase 4,02% (variabel) 6,49%
Auswahlverfahren nein nein
Altersgrenze 44 Jahre 30 Jahre bei Studienbeginn
Sondertilgung möglich ja, zum 1. April/ 1. Oktober ja

Nur bundesweite Angebote, die für Erst-, Teilzeit- und weiterbildendes Studium sowie Promotion gelten und nicht auf einzelne Fachrichtungen beschränkt sind.
Quelle: Anbieter (Stand 4. Oktober 2016)

Daneben gibt es weitere Konzepte, die regional begrenzt sind oder beispielsweise nur Studenten technischer oder medizinischer Studienfächer fördern. Einen umfassenden Überblick über diese Angebote finden Sie im Studienkredit-Test des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), der auch als Grundlage für unsere Auswahl diente.

Der KfW-Studienkredit bietet die günstigsten Konditionen

Bei den klassischen Studienkrediten ist das Angebot der staatlichen KfW am beliebtesten. Laut dem Studienkredit-Test des CHE gingen im Jahr 2015 etwa 60 Prozent der angezeigten Vertragsabschlüsse auf das Konto der Förderbank. Daneben bietet auch die Deutsche Kreditbank (DKB) deutschlandweit Studentenkredite an.

Den Angeboten gemein ist die Funktionsweise: Erst bekommen Studenten über mehrere Semester monatlich eine feste Rate zwischen 100 und 650 Euro überwiesen, auf die direkt Zinsen anfallen (Auszahlungsphase). Ist die Auszahlung abgeschlossen, müssen Kreditnehmer in der Regel einige Monate warten (Karenzphase), bevor sie den Kredit inklusive Zinsen auf einmal oder in Raten zurückzahlen (Tilgungsphase).

Unterschiedlich sind die Konditionen. Während die KfW mit einem variablen Zins arbeitet, der sich am Interbankenzins Euribor orientiert und zweimal jährlich überprüft wird, verlangt die DKB einen festen Zins pro Jahr. Im Oktober 2016 waren die Ausgangsbedingungen beim KfW-Studienkredit mit effektiv 4,02 Prozent pro Jahr günstiger als bei der DKB. Dort kostete ein Studienkredit zum selben Zeitpunkt pro Jahr 6,49 Prozent der Kreditsumme.

Folgende Tabelle vergleicht die beiden Angebote bei unterschiedlichen Zinsenverläufen für den KfW-Studienkredit. Wir nehmen an, dass ein Student drei Jahre lang jeden Monat 400 Euro bezieht, dann ein Jahr pausiert, bevor er den Kredit über sieben Jahre zurückzahlt.

Kreditkosten im Vergleich: KfW versus DKB

  KfW     DKB
  gleichbleibende Zinsen Festzins in der Tilgungsphase¹ steigende Zinsen²  
Zinsen Auszahlungsphase³ 4,02 % 4,02 % 4,02 % 6,49 %
Zinsen Rückzahlphase 4,02 % 4,59 %   6,49 %
Gesamteffektivzins p.a. 4,02 % 4,34 % 4,48 % 6,49 %
Gesamtkosten Kredit 3.502 € 3.811 € 3.924 € 6.462 €
Kostendifferenz   309 € 422 € 2.960 €

¹ Wir nehmen einen Festzins für die Auszahlungsphase von 4,5 % an. Er orientiert sich an der derzeitigen Zinsperspektive der KfW.
² Wir nehmen an, dass die Zinsen jährlich über die gesamte Laufzeit des Kredits um 0,1 Prozentpunkte ansteigen.
³ Der Student erhält über drei Jahre monatlich 400 €, insgesamt 14.400 €. Die Karenzzeit beträgt ein Jahr, die Tilgung erfolgt über sieben Jahre.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 4. Oktober 2016)

Tipp

Die Zinsen und Gebühren für einen Studienkredit können Sie später als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Der KfW-Studienkredit ist also günstiger als das DKB-Angebot, auch dann, wenn Studenten zum Beginn der Tilgungsphase einen Festzins mit der KfW vereinbaren oder wenn die Zinsen bis zum Laufzeitende moderat ansteigen. Damit der KfW-Kredit in die Nähe der Zinsbelastung des DKB-Kredits kommt, müssten Zinsen dagegen jedes Jahr um gut 0,5 Prozentpunkte ansteigen, also zum Laufzeitende in elf Jahren bei knapp 10 Prozent stehen. Das ist praktisch ausgeschlossen.

Einen festen Zins für die Tilgung können Studenten ab Beginn der Rückzahlungsphase für maximal zehn Jahre vereinbaren. Der Festzins beinhaltet in der Regel einen Aufschlag auf den variablen Zins. Die genauen Konditionen hängen davon ab, wie lange die Zinsen festgeschrieben sind. Eine Übersicht über die aktuellen Festzinskonditionen der KfW finden Sie auf der Konditionenübersicht der KfW im ersten Reiter „Weiterlesen“.

Welche Besonderheiten die KfW noch vorsieht, lesen Sie zusammen mit weiteren Beispielrechnungen in unserem Detailartikel zum KfW-Studienkredit.

KfW
der größte Anbieter von Studienkrediten in Deutschland

  • günstigster Zinssatz auch bei steigenden Zinsen
  • geringe Zugangshürden
  • Auszahlungssumme kann angepasst werden
  • Zinsen in Rückzahlphase lassen sich festschreiben
  • keine Auszahlung während eines Urlaubssemesters
  • Studienfachwechsel kann schwierig sein

KfW

Neben den zwei genannten überregionalen Anbietern vergeben auch einige lokale Sparkassen Studienkredite. Es ist daher einen Versuch wert, auch bei der eigenen Hausbank nachzufragen.

Bildungsfonds ohne festen Zins

Abgesehen von den klassischen Krediten gibt es noch ein zweites Modell zur Studienfinanzierung: sogenannte Bildungsfonds. Sie fördern ausgewählte Studierende mit dem Geld von Fondsanlegern. Antragssteller müssen zunächst ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Bei einer Zusage erhält jeder Student ein individuelles Finanzierungsangebot.

Tipp

Wer das Auswahlverfahren eines Bildungsfonds besteht, sollte darüber nachdenken, ob er nicht auch einen Stipendiengeber überzeugen kann.

Beim Bildungsfonds beziehen Studenten in der Auszahlungsphase die vollen vereinbarten Raten und bezahlen auch in der Karenzzeit nichts. Anders als beim Kredit orientiert sich die Rückzahlung am zu erwartenden späteren Bruttogehalt. In der Regel verlangen die Fonds monatlich zwischen 2 und 10 Prozent des Gehalts. Eine klassische Tilgung samt Zinszahlung ist dagegen nicht vorgesehen.

Studenten müssen genau hinsehen

Bundesweit bieten die Unternehmen Deutsche Bildung und Career Concept solche Finanzierungslösungen an. Sie betonen, die einkommensabhängige Rückzahlung sei ein faires Konzept: Wer später mehr als gedacht verdient, zahlt auch mehr zurück – kann es sich aber auch leisten. Wer dagegen weniger verdient als erwartet, zahlt dementsprechend wenig zurück. Bei zu geringem Einkommen wird die Rückzahlung aufgeschoben oder entfällt sogar ganz.

Weitere Vorteile, die Bildungsfonds in der Regel anführen: Die monatlichen Raten sind nicht in der Höhe begrenzt. Neben der Finanzierung bieten Bildungsfonds zum Teil auch Trainings, Workshops und Kontakte, die den Berufseinstieg erleichtern sollen. Und: Es können sich auch Studenten bewerben, die im Ausland studieren wollen, ohne an einer deutschen Universität immatrikuliert zu sein.

Studenten, die über ein solches Angebot nachdenken, sollten allerdings ein paar Dinge bedenken:

Ein Bildungsfonds ist Anlageprodukt - Anstelle einer Bank verdient in diesem Fall ein Fonds am Studenten. Das notwendige Geld stammt von Anlegern, die sich entweder direkt am Fonds beteiligen oder im Falle eines Anbieters auch Anleihen kaufen. Dafür werden ihnen Renditen bis zu 6,5 Prozent in Aussicht gestellt. Diese plus die Verwaltungskosten müssen die Bildungsfonds also in jedem Fall verdienen.

Ein Bildungsfonds selektiert vor - Weil der Fonds eine Mindestrendite für seine Investoren erzielen muss, werden allzu „schlechte Risiken“ aussortiert. Ein Anbieter gibt an, nur solche Studenten zu fördern, bei denen davon auszugehen ist, dass sie ihr Studium schaffen und nachher auch einen Job finden können. Knapp 40 von 100 Bewerbern macht der Fonds nach eigenen Aussagen sofort ein Angebot. Knapp zwei Drittel der Geförderten studieren Wirtschafts-, Ingenieurs- oder Rechtswissenschaften.

Angebote sind schwer vergleichbar - Ein Bildungsfonds kalkuliert auf Grundlage verschiedener Datenbanken ein erwartetes Einkommen des Studenten. Er berechnet anhand dessen und anderer Kriterien wie Höhe der Förderung und Laufzeit einen Prozentsatz des Einkommens für die Rückzahlung. Nur diesen bekommt der Student genannt. Wie hoch die jährliche Belastung aber in Prozent ausfällt – im Sinne eines Effektivzinses –, weiß er dagegen nicht. Der Vergleich mit einem regulären Studienkredit ist so nicht möglich.

Weil Bildungsfonds die geschilderte spezielle und komplexe Struktur aufweisen, sollten Studenten sie gut verstehen. Der Vorteil ist: Wer unter 1.500 Euro brutto verdient, muss bei der Deutschen Bildung nichts zurückzahlen. Career Concept stundet bei Arbeitslosigkeit die Rückzahlung. Der Nachteil ist: Studenten investieren erstmal Zeit fürs Auswahlverfahren und erhalten sehr wahrscheinlich ein teureres Angebot als das der KfW. Außerdem behalten sich die Bildungsfonds vor, im Falle eines Studienabbruchs die Summe in einen Ratenkredit umzuwandeln.

Unter den Finanzierungsmöglichkeiten für das Studium sind Bildungsfonds ein Nischenprodukt: 2015 schlossen rund 31.000 Studenten einen KfW-Studienkredit ab, bei Bildungsfonds waren es einige Hundert.

Überbrückungskredite mit kurzer Laufzeit

Falls Sie nur in der Abschlussphase des Studiums oder im Auslandsjahr finanzielle Unterstützung brauchen, bietet sich ein Überbrückungskredit mit kurzer Laufzeit und einer begrenzten Darlehenssumme an. Am beliebtesten ist der Bildungskredit der Bundesregierung, den Sie über das Bundesverwaltungsamt beantragen können. Studenten erhalten dabei höchstens zwei Jahre lang bis zu 300 Euro im Monat. Auch eine einmalige Sonderzahlung bis zu 3.600 Euro ist möglich. Der Zins orientiert sich wie beim KfW-Studienkredit am Sechs-Monats-Euribor und ist deshalb variabel, der Kostenaufschlag aber deutlich geringer. Studenten zahlen Ende Mai 2016 effektiv nur 0,87 Prozent pro Jahr. 

Neben dem Bundesverwaltungsamt vergeben auch die bundesweit tätige E.W.-Kuhlmann-Stiftung und einige Darlehenskassen der Studentenwerke Überbrückungs- oder Abschlusskredite. Diese Darlehen sind oft zinsfrei. Damit sind sie die günstigste Variante, einen Teil des Studiums zu finanzieren. Allerdings kann jährlich nur eine begrenzte Zahl von Studenten gefördert werden. Folgende Studentenwerke bieten Kredite an: Bayern, Berlin, Bodensee, Hamburg, Hannover, Mannheim, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Schuldenfalle Studienabbruch

Fast 30 Prozent der Bachelorstudenten brechen ihr Studium ab. Für Bezieher von Studienkrediten kann ein solcher Schritt gravierende finanzielle Folgen haben. Die Anbieter der Kredite stoppen in einem solchen Fall sofort die Auszahlung. Bei der KfW müssen Kreditnehmer nach der Karenzphase dann mit der planmäßigen Rückzahlung beginnen. Andere Anbieter geben an, in solchen Fällen einen individuellen Tilgungsplan auszuarbeiten – Konditionen unbekannt. Bei den Bildungsfonds ist zu beachten, dass der Vertrag bei Studienabbruch oft vom Anbieter gekündigt und in einen normalen Ratenkredit überführt werden kann. Wer also auch nur geringe Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss seines Studiums hat, sollte auf einen Kredit verzichten.

Diese Finanzierungsmöglichkeiten sind besser als ein Kredit

Stipendien - Förderprogramme sind nicht nur etwas für Hochbegabte. Was viele nicht wissen: Es gibt weit mehr Stipendiengeber als nur die bekannte Studienstiftung des deutschen Volkes, politische Stiftungen oder die Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Viele honorieren ehrenamtliches Engagement oder sind so stark auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert, dass sie kaum Stipendiaten finden. Informieren Sie sich daher zum Beispiel auf stipendienlotse.de, einem Portal des Bildungsministeriums, über die Programme unterschiedlicher Förderer. Finanzielle Unterstützung für ein Auslandssemester erhalten Studenten auch über das Erasmus-Programm der EU. Bei drei bis zwölf Monaten Studium im Ausland sind es bis zu 300 Euro monatlich.

Bafög - Mit Bafög fördert der deutsche Staat Studenten aus einkommensschwachen Elternhäusern mit bis zu 670 Euro im Monat. Zum Wintersemester 2016/2017 wird dieser Betrag auf monatlich 735 Euro erhöht. Davon ist die Hälfte eine direkte staatliche Förderung und die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen, von dem Sie maximal 10.000 Euro zurückzahlen müssen. Bafög ist immer besser als ein regulärer Kredit, um ein Studium zu finanzieren. Deshalb sollten Sie einen Antrag auch dann stellen, wenn Sie wenig Hoffnung auf Bewilligung haben – denn dabei spielt nicht allein das Einkommen Ihrer Eltern eine Rolle, sondern auch die Zahl Ihrer Geschwister und Ihr eigenes Einkommen.

Familiäre Unterstützung - Eltern sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kinder in der ersten Ausbildung oder im Erststudium finanziell zu unterstützen, solange sie sich das leisten können. Außerdem bekommen sie bis zum 25. Geburtstag des Nachwuchses Kindergeld, das sie verwenden können, um das Studium zu finanzieren. Sollten die finanziellen Möglichkeiten der Eltern nicht ausreichen, ist vielleicht auch jemand aus dem Verwandtenkreis bereit, mit einem privaten Darlehen auszuhelfen.

Studentenjobs - Ungefähr zwei Drittel aller Studenten arbeiten neben dem Studium. Ein Job bringt neben Geld auch wichtige Erfahrungen und kann manchmal ein für das Studium vorgeschriebenes Praktikum ersetzen. Studentenjobs finden Sie zum Beispiel über die Jobbörsen der Universitäten und des Studentenwerks, aber auch über die Arbeitsagentur oder Stellenportale im Internet.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.