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Leverage-ETF mit Hebelwirkung

Zu den "Innovationen" auf dem ETF-Markt gehören auch spezielle Instrumente, die eine Hebelwirkung entfachen. Auch hier wird der Spekulant und nicht mehr der indexorientierte Anleger angesprochen. Unter Leverage versteht man allgemein das Verstärken oder Hebeln eines Effektes und hier ist es die Wertentwicklung eines ETF. Diese Verstärkung kann im positiven wie im negativen Sinne um einen festgelegten Faktor erfolgen.

So offeriert zum Beispiel der Lyxor ETF Leverage CAC 40 eine Verdoppelung der Erträge bei Kursteigerungen. Die Hebelwirkung wird durch eine kurzfristige Finanzierung erzeugt. Abwicklungstechnisch nimmt der Anleger ein kurzfristiges Darlehen in gleicher Höhe zum angelegten Betrag auf und investiert so den doppelten Betrag in den Index. Praktisch alle Leverage-Effekte werden durch den Einsatz von Fremdkapital generiert. Nur wenn und solange der Zinssatz für das Fremdkapital geringer ist als die Rendite des Investments, geht die Rechnung auf.

Während beim Short-ETF dem Anleger Zinsgewinne gutgeschrieben werden, wird hier sein "Kapitalkonto" mit den Darlehenszinsen belastet. Der Zinssatz entspricht in der Regel dem EONIA-Zinssatz. EONIA steht für "Euro Overnight Index Average" und entspricht dem Euro-Tagesgeldzinssatz (siehe zum Beispiel auch Verzinsung der Tagesanleihe).

Der Preis eines ETF wird täglich festgestellt. Veränderungen bei einem Leverage-ETF beziehen sich mithin immer auf den Kurs des Vortags bzw. des Tags der letzten Börsennotierung. Es wird mithin immer die prozentuale Differenz zur letzten Notierung herangezogen.

Der langfristig orientierte Indexer wird dem Leverage-ETF mit eingebautem Nervenkitzel wohl eher reserviert gegenüberstehen. Bei variablem Leverage-Effekt wird der Indexfonds ggf. auch "aktiv". Eine Fremdfinanzierung ist vom passiven Investor abzulehnen. Steht hingegen mehr Eigenkapital zur Verfügung, kann ohnehin mehr investiert werden.

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