Oldtimer-Versicherung

Das fahrende Schätzchen günstig versichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Oldtimer gibt es spezielle Tarife in der Kfz-Versicherung, die sehr preiswert sind. Ebenso vergünstigt ist die Kfz-Steuer.
  • Die Beiträge werden pauschal berechnet in Abhängigkeit vom Alter des Autos. Je älter der Wagen ist, desto günstiger ist die Versicherung.
  • Schadenfreiheitsrabatte sowie Typ- und Regionalklassen spielen dabei keine Rolle.
  • Bei den meisten Gesellschaften muss das Auto mindestens 25 Jahre alt sein, um als Oldtimer versichert zu werden.
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Alte Autos sind teuer in der Versicherung? Nicht unbedingt, sofern es ein Oldtimer ist. VW Käfer, Porsche 911 oder BMW Isetta: Wer so ein „Schätzchen“ in der Garage hat, kann von besonders günstigen Tarifen in der Kfz-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung profitieren. Denn für Oldtimer gibt es spezielle Policen von bekannten Versicherungen und Spezialanbietern.

Voraussetzung für eine Oldtimer-Versicherung ist bei vielen Anbietern, dass der Wagen privat genutzt wird, jedoch nicht als Alltagsfahrzeug. Außerdem muss das Auto in einem originalgetreuen und guten Zustand sein. Ein H-Kennzeichen mit der entsprechenden steuerlichen Vergünstigung ist dagegen für einen Oldtimertarif nicht nötig. Den meisten Versicherern reicht es, wenn das Auto mindestens 25 Jahre alt ist. Teilweise genügen auch 20 Jahre.

So wird der Beitrag berechnet

Oldtimer-Versicherungen sind günstiger als normale Kfz-Versicherungen, weil der Versicherer davon ausgeht, dass Oldtimerfans mit ihren Autos besonders vorsichtig umgehen und sie nur zu besonderen Anlässen fahren. So sinkt für den Anbieter das Risiko eines Unfalls. Entsprechend sind die meisten Tarife auch auf eine jährliche Fahrleistung von 6.000 bis 9.000 Kilometer beschränkt. 

Die Beiträge bestimmen sich bei Oldtimer-Versicherungen pauschal. Bei der Haftpflicht werden sie anhand des Fahrzeugalters ermittelt. Die Beiträge berechnen sich bei Oldtimer-Versicherungen unterschiedlich. Entweder setzt die Versicherung diese pauschal fest, manchmal abhängig vom Wert des Autos, des Alters oder der PS-Leistung. Mitunter wird die Prämie aber ähnlich einer normalen Kfz-Versicherung berechnet. Da fließen dann auch Alter des Fahrers, Stellplatz und Fahrleistung in die Höhe des Preises mit ein.

Im Schnitt kostet eine Haftpflichtversicherung je nach Alter des Fahrzeugs zwischen rund 60 und 100 Euro jährlich. Die Beiträge zum Voll- und Teilkaskoschutz hängen stärker vom Markt- oder Wiederherstellungswert ab. Je nach Versicherer werden dafür zusätzlich etwa 30 bis 70 Euro pro Jahr fällig. Eine gute Übersicht über Anbieter und Preise bietet diese Tabelle der Fachzeitschrift „Oldtimer Markt“. Die Policen sind direkt beim gewünschten Versicherer abzuschließen. Auf Online-Vergleichsportalen wie Check24 oder Verivox ist dies hingegen nicht möglich.

Schadenfreiheitsklassen spielen keine Rolle

Im Gegensatz zur klassischen Autoversicherung spielen Typ- und Regionalklassen sowie Schadenfreiheitsrabatte bei der Berechnung des Beitrags keine Rolle. So können Fahrer eines Oldtimers nach einem Unfall nicht in der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) hochgestuft werden. Die Beiträge bleiben also auch nach einem Versicherungsschaden konstant.

Darauf sollten Sie achten

Suchen Sie sich einen Tarif aus, für den Ihr Oldtimer die Voraussetzungen erfüllt. Bei einigen Policen muss der Fahrer des Wagens ein Mindestalter von 23 Jahren haben. Und das Auto sollte in einer Garage untergebracht sein, um Witterungsschäden zu vermeiden. Bestimmte Anbieter verlangen auch ein professionelles Gutachten vor Vertragsabschluss, in dem der originalgetreue und gute Zustand des Oldtimers bescheinigt wird.

Grundsätzlich ist ein solches Gutachten sinnvoll. Denn wenn es zu einem Unfall kommt, können Sie sich darauf berufen, sollte die gegnerische Versicherung beim Schadenersatz Probleme machen.

Wer schon länger eine Versicherung hat, sollte sich den Vertrag nochmal anschauen. Zum einen sind neue Tarife oft günstiger und bieten gleichzeitig mehr Leistung. Zum anderen kann es sein, dass der Oldtimer nach einigen Jahren unterversichert ist. Hat das Auto in den vergangenen Jahren deutlich an Wert zugelegt, deckt der Vertrag dies möglicherweise nicht mehr ab. Viele Tarife versichern automatisch eine Wertsteigerung von 10 Prozent – möglicherweise wurde diese Grenze aber bereits überschritten.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Anika Schulz

ehemalige freie Finanztip-Redakteurin

Anika Schulz ist ausgebildete Journalistin. Sie arbeitete bereits beim Peoplemagazin InTouch und bei verschiedenen Publikationen aus der BILD-Gruppe. Ihr Volontariat schloss sie erfolgreich beim Berliner Kurier ab. Für Finanztip schrieb sie bis zum 1. Juli 2016 im Bereich Versicherungen.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.