ADAC-Alternative

Automobilklub oder Schutzbrief: Pannenhilfe im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Außer dem ADAC gibt es eine Reihe weiterer Automobilklubs mit vergleichbaren Pannenhilfe-Leistungen, für die Sie weniger Mitgliedsbeitrag zahlen müssen.
  • Neuwagenbesitzer brauchen in den ersten Jahren nach dem Kauf keine Mitgliedschaft in einem Klub – sie sind in der Regel durch die Mobilitätsgarantie des Herstellers abgesichert.
  • Eine günstige Alternative zum Automobilklub sind Schutzbriefe der Kfz-Versicherungen. Sie kosten oft nur einen Bruchteil der Mitgliedsbeiträge und bieten ähnliche Leistungen.
  • Für ältere Autos sind solche Schutzbriefe oft nicht erhältlich.

So gehen Sie vor

  • Haben Sie einen Neuwagen inklusive Mobilitätsgarantie gekauft, können Sie Ihre ADAC-Mitgliedschaft kündigen. Dazu genügt ein formloses Schreiben mit Angabe der Mitgliedsnummer. Oder Sie nutzen einen Kündigungsdienst im Internet.
  • Reichen Ihnen die Leistungen der Mobilitätsgarantie nicht aus, sollten Sie sich zunächst nach einem Schutzbrief Ihrer Kfz-Versicherung erkundigen. Direktversicherungen haben in der Regel günstige Angebote.
  • Wenn Sie stattdessen die Mitgliedschaft in einem Automobilklub vorziehen, muss es nicht zwingend der ADAC sein. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Vereine mit vergleichbaren Leistungen.
  • Empfehlenswert sind aus unserer Sicht vor allem der BAVC (Bruderhilfe Automobil- und Verkehrssicherheitsclub) und der ACV (Automobil-Club Verkehr).
  • Dort gibt es schon für 44 beziehungsweise 48 Euro im Jahr europaweite Pannen- und Unfallhilfe. Zum Vergleich: Der ADAC verlangt für internationale Pannenhilfe fast doppelt so viel – 84 Euro.
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Vorbei sind die Zeiten, in denen die Mitgliedschaft im ADAC für Autobesitzer eine Selbstverständlichkeit war. Denn erstens gibt es gute – und preiswertere – Alternativen zur Pannenhilfe der „Gelben Engel“. Und zweitens stellen sich immer mehr Menschen zurecht die Frage, ob sie nicht ganz darauf verzichten können. Wir sagen Ihnen, ob Sie eine Mitgliedschaft im Autoklub brauchen und wenn ja, welche.

Warum ist ein Autoklub für Neuwagenkäufer überflüssig?

Wenn Sie ein Auto neu gekauft oder geleast haben, hilft Ihnen bei einer Panne meist die Mobilitätsgarantie des Herstellers. Wen Sie in dem Fall anrufen müssen, steht in den Unterlagen zu Ihrem neuen Fahrzeug.

Zur Mobilitätsgarantie gehören im Normalfall neben der Pannenhilfe auch das Abschleppen zur Werkstatt und der Leihwagen. Für wie lange nach dem Kauf diese Leistungen gelten, ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Häufig sind es drei Jahre, verbunden mit der Verpflichtung, die in dieser Zeit vorgeschriebenen Wartungen in einer Vertragswerkstatt ausführen zu lassen.

Wenn Sie sich daran halten, benötigen Sie keine ADAC-Mitgliedschaft, um Pannenhilfe zu erhalten. Sie können bedenkenlos austreten. Dazu reicht ein formloses Schreiben mit Angabe der Mitgliedsnummer an

ADAC
Mitgliederservice
81360 München
Fax: 089/76766346
E-Mail: service@adac.de

Oder Sie nutzen einen Kündigungsdienst im Internet. Dort tragen Sie einfach Ihre Adresse und Mitgliedsnummer ein. Der Dienst kündigt Ihre Mitgliedschaft dann für Sie.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Finanztip-Redaktion

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Bieten Schutzbriefe Pannenhilfe für wenig Geld?

Ist die Mobilitätsgarantie abgelaufen oder möchten Sie Ihr Auto nicht immer zum Vertragshändler bringen, kann ein Schutzbrief Ihrer Kfz-Versicherung die beschriebenen Leistungen ersetzen. Er kostet bei Direktversicherern wie Huk24, R+V24 oder Cosmosdirekt zwischen 15 und 30 Euro im Jahr. Zum Vergleich: Der Jahresbeitrag für die einfache ADAC-Mitgliedschaft beträgt 49 oder 84 Euro – je nachdem, ob die Pannenhelfer nur in Deutschland oder weltweit ausrücken sollen.

Ein Schutzbrief Ihrer Versicherung bietet ähnliche, zum Teil sogar bessere Leistungen als ein Automobilklub. Die R+V Direktversicherung (R+V24) zum Beispiel kostet nur 20 Euro im Jahr und sorgt nicht nur für das Abschleppen Ihres Fahrzeugs, sondern übernimmt auch die Kosten für Übernachtung und Mietwagen – all das allerdings wie bei den Autoklubs nur bis zu einer gewissen Obergrenze.

Die folgende Tabelle zeigt als Beispiel die Leistungen des Schutzbriefes von R+V24 im Vergleich zur ADAC-Mitgliedschaft. Wichtig dabei: Schutzbriefe sichern immer nur ein bestimmtes Fahrzeug ab, während die Leistungen des ADAC zwar an das einzelne Mitglied gebunden, aber unabhängig vom benutzen Auto sind.

Beispiel: Schutzbrief (R+V24) im Vergleich zur ADAC-Mitgliedschaft

Schutzbrief ADAC ADAC Plus
Preis pro Jahr 20 € 49 € 84 €
Geltungsbereich Europa Deutschland Europa
maximale Kostenübernahme:
Pannenhilfe 150 € 300 € 300 €
Abschleppen 200 € 300 € 300 €
Übernachtung 100 € 0 € 85 €
Mietwagen pro Tag 70 € 0 € 52 €
Taxifahrten 50 € 0 € 50 €

Quelle: R+V24, ADAC (Stand: August 2018)

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Welche Autoklubs sind günstiger als der ADAC?

Für sehr alte Fahrzeuge bieten die Versicherungen oft keinen Schutzbrief mehr an. In dem Fall bleibt Ihnen fast nur die Mitgliedschaft in einem Automobilklub. Und gerade bei älteren Autos kann es sinnvoll sein, sich mit einem pauschalen Jahresbeitrag für den Pannenfall abzusichern, weil sie statistisch gesehen häufiger liegenbleiben.

Dabei muss es aber keineswegs zwingend der ADAC sein, es gibt eine Reihe weiterer Automobilklubs. Wie die folgende Übersicht zeigt, sind deren Mitgliedsbeiträge für die Pannen- und Unfallhilfe in Deutschland und Europa zum Teil deutlich niedriger als die des ADAC.

Allerdings gibt es auch den einen oder anderen Haken. So werden die Kosten teilweise nur bis zu einem geringeren Betrag übernommen, und manchmal ist die Leistung auf einen Fall pro Jahr beschränkt.

Übersicht Automobilklubs (Preise gerundet)

KlubTarifJahresgebühr EuropaJahresgebühr inkl. PartnerPannenhilfe¹
Auto-Club Europa (ACE) Classic69 €69 €unbegrenzt
Automobil-Club Verkehr (ACV)Single-Mitgliedschaft48 €60 €unbegrenzt
Allgemeiner Deutscher Automobil-Club (ADAC)Plus-Mitgliedschaft84 €109 €300 €
Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD)Voll-Mitgliedschaft82 €113 €unbegrenzt
Automobilclub von Deutschland (AvD)AvD Help Plus65 €87 €unbegrenzt
Bruderhilfe Automobil- und Verkehrssicherheitsclub (BAVC)Mobilschutz Basis44 €61 €unbegrenzt
Kraftfahrer-Schutz (KS/Auxilia)KS-Club-Mitgliedschaft27 €33 €90 €
Mobil in Deutschland (mobil)Premium58 €78 €unbegrenzt
Umwelt & Verkehr Service GmbH (VCD)Komplett-Schutzbrief29–63 €²29–63 €²100 €

¹ Wenn Pannenhilfe vom Automobilclub organisiert wurde. Geringere Erstattung, wenn Sie die Hilfe selbst organisieren.
² Preis hängt vom Fahrzeug ab.
Quelle: Anbieterdaten und Finanztip-Recherche (Stand: 19. September 2018)

Zwei Anbieter können wir als Pannenhilfe-Alternativen zum ADAC empfehlen: den Bruderhilfe Automobil- und Verkehrssicherheitsclub (BAVC) und den Automobil-Club Verkehr (ACV). Die meisten Klubs bieten neben der Pannenhilfe noch zahlreiche weitere Leistungen an, diese spielten für uns bei der Auswahl aber keine Rolle. Mehr zu unserem Vorgehen lesen Sie am Ende des Textes.

BAVC
Pannen- und Unfallhilfe

  • Bereits der Basis-Tarif für 44 € im Jahr enthält europaweite Pannen- und Unfallhilfe sowie Fahrzeugbergung in unbegrenzter Höhe
  • Bei Pannen außerhalb Europas zahlt der BAVC einen Zuschuss von 200 €.
  • Der Schutz ist nicht auf das eigene Auto beschränkt, sondern gilt auch für Mietwagen, Krafträder, Trikes oder Quads.
  • Umfangreiche Hilfen für Fahrrad- und Pedelec-Fahrer.
  • Hilfe vor Ort leisten mehr als 2.000 Pannenhelfer der „Silbernen Engel“.

ACV
Pannen- und Unfallhilfe

  • Single-Mitgliedschaft mit europaweitem Schutz für 48 € pro Jahr.
  • Alle Leistungen gelten im vollen Umfang auch für Fahrräder.
  • Verkehrsunfallversicherung, „E-Drive“-Ladekarte und Rechtsberatung.
  • Arbeitet mit etwa 400 Abschleppunternehmen zusammen und nutzt die mehr als 2.000 Pannenhelfer der „Silbernen Engel“.

Längst nicht mehr nur für Pfarrer

Eine günstige Mitgliedschaft ohne Fallstricke fanden wir beim Bruderhilfe Automobil- und Verkehrssicherheitsclub (BAVC). Ursprünglich gegründet wurde der Klub für den Berufsstand der Pfarrer, heute kann jeder Autofahrer Mitglied werden. Bereits in der Basis-Mitgliedschaft erhalten Sie europaweit Pannen- und Unfallhilfe.

Außerhalb Europas zahlt der Klub bei einer Panne einen Zuschuss von 200 Euro. Die BAVC-Basis-Mitgliedschaft kostet für Singles jährlich 44 Euro. Der ADAC verlangt für internationale Pannenhilfe fast doppelt so viel – 84 Euro im Jahr.

Gegen einen Jahresbeitrag von rund 61 oder 64 Euro können BAVC-Mitglieder in Europa oder weltweit zusätzliche Leistungen in Anspruch nehmen. Dazu zählen Hotelübernachtungen oder ein Mietwagen sowie der Krankenrücktransport nach einem schweren Unfall.

Die Bruderhilfe setzt auf die „Silbernen Engel“ des Dienstleisters Assistance Partner mit einer Flotte von (nach BAVC-Angaben) 2.000 Pannenhilfe-Fahrzeugen. Mit Assistance Partner hat der BAVC vereinbart, dass spätestens nach 30 Minuten ein Pannenfahrzeug am Schadensort ist. Bei Staus oder sehr schlechtem Wetter kann es jedoch auch länger dauern.

Fordert ein Mitglied Pannen- und Unfallhilfe über die BAVC-Hotline an, übernimmt der Klub die Kosten in unbegrenzter Höhe. Eine Obergrenze von 300 Euro greift nur dann, wenn jemand die Pannenhelfer selbst ruft, ohne den Automobilklub zu informieren.

Ebenfalls unbegrenzte Pannenhilfe bietet der ACV. Die Jahresmitgliedschaft ist für Singles nur 4 Euro teurer als die des BAVC. Die Partnermitgliedschaft bekommen Sie beim ACV sogar 1 Euro günstiger.

So haben wir ausgewählt

Die ADAC-Alternativen, die wir empfehlen, müssen mindestens europaweite Pannen- und Unfallhilfe bieten und über eine ausreichende Flotte an Pannenhilfe-Fahrzeugen verfügen oder entsprechende Vereinbarungen mit Partnerunternehmen haben. Die Leistungen der Pannenhilfe dürfen nicht auf einen bestimmten jährlichen Betrag oder eine Zahl an Fällen gedeckelt sein. Der Single-Mitgliedsbeitrag der Finanztip-Empfehlung muss deutlich niedriger sein als der entsprechende Tarif des ADAC. Familien- oder Partnerbeiträge haben wir in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt.

Ebenfalls nicht berücksichtig haben wir in unserer Auswahl die zahlreichen weiteren Klub-Leistungen, die die Vereine anbieten. Wenn Sie sich dafür interessieren, kann es sein, dass unsere Empfehlungen BACV und ACV dann nicht mehr die günstigsten sind.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Redakteur

Daniel Pöhler arbeitet hauptsächlich am Finanztip-Newsletter. Seine Schwerpunkte sind Mobilität und digitale Themen. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Daniel ist Diplom-Kaufmann und lernte das journalistische Handwerk unter anderem an der Akademie der Bayerischen Presse.

Finanztip-Redaktion

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.