Steueränderungen 2017

Entlastung für viele, höhere Abgaben für Besserverdiener

Das Wichtigste in Kürze

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Die gute Nachricht lautet: Steuerlich werden 2017 alle Bürger entlastet. Vom erhöhten Grundfreibetrag (um 168 Euro auf 8.820 Euro) und einem leicht verschobenen Einkommensteuer-Tarifverlauf profitieren alle Steuerzahler. Familien haben durch das um 2 Euro je Kind erhöhte Kindergeld mehr im Geldbeutel, alternativ vom höheren Kinderfreibetrag. Besserverdiener ab 6.500 Euro Brutto-Monatseinkommen dagegen haben insgesamt etwas weniger in der Tasche als im Vorjahr, weil es bei der Sozialversicherung einige Erhöhungen gibt.

Abbau der kalten Progression

Nachdem erstmals 2016 der Tarifverlauf der Einkommensteuer leicht verschoben worden ist, wird das auch in den Jahren 2017 und 2018 der Fall sein, um so die Konsequenzen der sogenannten kalten Progression auszugleichen. Denn für die Besteuerung gilt das Leistungsfähigkeitsprinzip und deshalb eine Steuerprogression: je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz. Aufgrund der Inflation sinkt jedoch der Wert des Gelds, was viele Arbeitgeber durch höhere Löhne ausgleichen. Bliebe die Steuerprogression unverändert, müsste ein Arbeitnehmer bei einer Lohnerhöhung in Höhe des Inflationsausgleichs mehr Steuern zahlen.

Der verschobene Verlauf des Steuertarifs berücksichtigt das jedoch. Im Tarif des Jahres 2017 ist eine Inflationsrate von 0,73 Prozent eingearbeitet; im nächsten Jahr wird der Tarif um voraussichtlich 1,65 Prozent korrigiert.

Ein höherer Steuersatz greift folglich erst bei deutlich höherem Einkommen. Faktisch sinkt der Steuersatz für alle etwas, auch für Spitzenverdiener. Der Steuersatz von 42 Prozent greift bei Ledigen ab einem zu versteuernden Einkommen von 53.666 Euro (2016: bereits bei 52.882 Euro, der Höchststeuersatz von 45 Prozent ab 256.304 Euro. Für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, die sich zusammen veranlagen lassen, gelten jeweils doppelte Beträge.

Zwei Euro monatlich mehr für jedes Kind

Entlastet werden 2017 Familien:

Kindergeld - Das Kindergeld steigt für jedes Kind um 2 Euro monatlich. Für das erste und zweite Kind beträgt es jetzt 192 Euro. Für das dritte Kind gibt es 198 Euro und ab dem vierten 223 Euro. Auch der Kinderfreibetrag für das Existenzminimum des Kinds erhöht sich um 72 Euro für jeden Elternteil, also insgesamt um 144 Euro auf 4.716 Euro für beide Eltern.

Kinderzuschlag - Der monatliche Kinderzuschlag steigt 2017 um 10 Euro auf 170 Euro. Dieser steht denjenigen Eltern zu, die zwar ihren eigenen Lebensunterhalt finanzieren können, nicht aber den ihrer Kinder. Deshalb können sie eine Zugabe zum Kindergeld beantragen.

Unterhaltshöchstbetrag steigt um 168 Euro

Wer bedürftige Angehörige oder den Ex-Partner finanziell fördert, der kann dafür bis zu 8.820 Euro Unterhalt als außergewöhnliche Belastung absetzen (§ 33a Abs. 1 Einkommensteuergesetz). Wer seine eigenen Kinder unterstützt, kann den Unterhalt aber nur geltend machen, wenn kein Anspruch auf Kindergeld besteht. In aller Regel trifft dies nur auf volljährige Kinder zu.

Bereits seit der Steuererklärung 2015 müssen Sie im Formular die Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) der unterstützten Person angeben. Liegt Ihnen diese nicht vor, können Sie sie beim Bundeszentralamt für Steuern erfahren.

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Bei Altersvorsorge mehr absetzbar

Sparer dürfen 2017 mehr steuerfrei in ihre Altersvorsorge investieren. In die gesetzliche Rentenversicherung, in ein berufliches Versorgungswerk oder in einen Rürup-Sparvertrag können Arbeitnehmer, Beamte und Selbstständige bis zu 23.362 Euro – 595 Euro mehr als 2016 – steuerfrei einzahlen. Selbstständige haben die Möglichkeit, davon 84 Prozent (2016: 82 Prozent), also maximal 19.624 Euro, als Sonderausgaben geltend zu machen. Arbeitnehmer, die einen Zuschuss des Arbeitgebers zur Rentenversicherung erhalten, können 68 Prozent des Arbeitnehmeranteils für die gesetzliche Rentenversicherung als Sonderausgabe absetzen.

Steuer- und sozialversicherungsfrei dürfen Arbeitnehmer maximal 3.048 Euro ihres Lohns in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder eine Unterstützungskasse investieren – immerhin 72 Euro mehr als im Jahr 2016.

Neurentner müssen 74 Prozent versteuern

Bei der Einkommensteuer gibt es jedoch auch einige Effekte, die die Belastung erhöhen. So steigt jedes Jahr der steuerpflichtige Rentenanteil um 2 Prozentpunkte. 2017 müssen 74 Prozent der ausgezahlten Rente versteuert werden, nur noch 26 Prozent bleiben steuerfrei. Dies gilt aber nur für Neurentner, also für diejenigen, die 2017 in Ruhestand gehen. Für bisherige Rentner ändert sich nichts.

Für Steuerzahler, die in diesem Jahr 65 Jahre alt werden oder bereits sind, gibt es mit dem Altersentlastungsbetrag eine Steuervergünstigung. Damit reduziert sich die Steuerlast für Nebeneinkünfte beispielsweise aus Vermietung oder Kapitalanlagen (steuerpflichtige Einkünfte etwa aus Riester-Verträgen, Auszahlungen aus betrieblicher Altersvorsorge und andere Kapitalerträge). Der Altersentlastungsbetrag sinkt jedoch jährlich bis 2040. In diesem Jahr beläuft er sich auf 20,8 Prozent der positiven Summe dieser Einkünfte und kann höchstens 988 Euro betragen. Alles, was darüber hinaus geht, ist steuerpflichtig.

Auch der Versorgungsfreibetrag für Pensionen ist 2017 geringer, nämlich 20,8 Prozent. Der Höchstbetrag liegt bei 1.716 Euro. Darauf gibt es noch einen Zuschlag von 468 Euro, sodass insgesamt höchstens 2.184 Euro an Nebeneinkünften bei Pensionären steuerfrei sind.

Höhere Pauschalen für beruflich bedingte Umzugskosten

Wer wegen seines Jobs umzieht und die Kosten dafür selbst trägt, kann sie als Werbungskosten absetzen. Die meist hohen Ausgaben für die Spedition, für die Wohnungsbesichtigungen sowie Maklerkosten lassen sich steuerlich geltend machen. Dazu sind Einzelnachweise (Rechnungen, Quittungen) nötig.

Darüber hinaus gibt es für „sonstige Kosten“ eines beruflich bedingten Umzugs eine Umzugskostenpauschale. Für Umzüge ab Februar 2017 ist sie höher als bislang. Vorteil der Pauschale ist, dass Sie dafür keine Belege benötigen.

Unter sonstige Umzugskosten fallen Positionen wie

  • die Renovierung der aufgegebenen Wohnung,
  • Trinkgelder und Verpflegung für die Helfer,
  • die Änderungskosten für Vorhänge,
  • die fachmännische Lampen-Montage,
  • der Einbau einer Küche und von elektrischen Geräten,
  • die Änderung des Telefonanschlusses,
  • das Ummelden des Autos und
  • das Umschreiben des Personalausweises.

Verheiratete und Alleinerziehende dürfen für Umzüge, die nach dem 1. Februar 2017 enden, 1.528 Euro als sonstige Umzugskosten pauschal geltend machen; für jede weitere Person im Haushalt kommen noch weitere 337 Euro hinzu. Auch die Höchstbeträge für Nachhilfekosten steigen ab Februar 2017. Weitere Einzelheiten dazu finden Sie im Ratgeber Umzugskosten.

Höhere Pauschbeträge für Auslandsreisen

Angepasst hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben vom 14. Dezember 2016 die Spesensätze für berufliche oder betriebliche Auslandsreisen. In der Tabelle finden Sie die nach Staat oder Stadt unterschiedenen Pauschbeträge für den Verpflegungsmehraufwand.

Elektroautos zehn Jahre von Kfz-Steuer befreit

Um den Absatz von Elektroautos zu fördern, verzichtet der Fiskus für neuzugelassene Fahrzeuge rückwirkend seit 2016 zehn Jahre lang auf die Kfz-Steuer. Ab 2017 dürfen Arbeitnehmer außerdem ihr privat nutzbares Elektro- oder Hybridmobil lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei beim Arbeitgeber aufladen.

Falls der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine Ladevorrichtung schenkt oder verbilligt überlässt, so kann dieser den geldwerten Vorteil pauschal mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuern.

Weitere Steueränderungen

Wer in Thüringen eine Immobilie erwirbt, muss ab dem 1. Januar 2017 eine deutlich höhere Grunderwerbsteuer zahlen: 6,5 Prozent statt 5 Prozent. Allein die Freistaaten Bayern und Sachsen haben noch den einst bundesweit einheitlichen Satz von 3,5 Prozent, alle anderen Bundesländer haben die Grunderwerbsteuer in den vergangenen Jahren erhöht.

Aus EU-rechtlichen Gründen müssen Käufer von Fotobüchern seit diesem Jahr 19 Prozent statt 7 Prozent Umsatzsteuer zahlen.

Steuermodernisierungsgesetz gilt seit Januar 2017

Das im Sommer 2016 verabschiedete Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens stellt die umfassendste Reform der Abgabenordnung (AO) seit 1977 dar. Es wird ab Januar 2017 schrittweise bis 2022 umgesetzt.

Hintergrund ist, dass die Digitalisierung bei der Steuererklärung und in der Bearbeitung in Finanzämter immer weiter voranschreitet. Die Finanzverwaltung will das Besteuerungsverfahren rationeller und weniger personalintensiv machen. In Zentrum der Reform steht daher die Steuererklärung, die entweder über die kostenlose Finanzamts-Lösung Elster oder mittels einer gekauften Steuersoftware elektronisch übermittelt wird. Liegen die Daten ohnehin digital vor, müssen sie nicht mehr zwingend von einem Sachbearbeiter individuell geprüft, geschweige denn eingegeben werden. Auch die sogenannte vorausgefüllte Steuererklärung (Belegabruf) will das Gesetz fördern.

Folgende Details sieht das Gesetz vor:

Automatische Steuerbescheide - Ab 2017 sind erstmals automatisch erlassene Steuerbescheide zulässig. Dafür bauen die Behörden ein Risikomanagement-System auf. Die Masse der Arbeitnehmer-Steuerklärungen ist aus Finanzamtssicht relativ unproblematisch und lässt sich daher maschinell bearbeiten. Wünscht ein Steuerzahler, dass seine Erklärung vom Sachbearbeiter geprüft wird, kann er das veranlassen, indem er in seiner elektronischen Steuererklärung im Freitextfeld einen Hinweis einträgt.

Elektronische Bekanntgabe von Steuerbescheiden - Bislang bekommen die Elster-Nutzer vom Finanzamt per Mail eine Nachricht, dass ihre elektronische Steuererklärung eingetroffen ist, und eine weitere Mail, wenn der Steuerbescheid im Elster-Portal abrufbar ist. Parallel lässt das zuständige Finanzamt den Bescheid per Post zu. Dieser postalische Zustellungstermin war bislang maßgeblich dafür, wann die einmonatige Einspruchsfrist beginnt.

Ab 2017 jedoch können Steuerbescheide grundsätzlich elektronisch bekannt gegeben werden. Falls Sie dem zustimmen, dann gilt der elektronische Bescheid am dritten Tag als bekannt gegeben, nachdem das Finanzamt die Mail über die Datenbereitstellung abgesendet hat. Diese Neuregelung betrifft alle Bescheide, die der Fiskus ab dem 1. Januar 2017 erlässt.

Tipp

Freiwillige Teilnahme

Die elektronische Bekanntgabe eines Bescheids setzt auf eine freiwillige Teilnahme. Nur mit der Zustimmung des Steuerzahlers läuft das Verfahren vollelektronisch.

Rechen- und Schreibfehler korrigierbar - Bislang musste ein Steuerzahler innerhalb eines Monats einen Rechen- oder Schreibfehler in seiner Steuererklärung melden – ansonsten war es für eine Korrektur des Steuerbescheids zu spät. Das ist jetzt anders: Nun müssen Finanzämter solche offenkundigen Irrtümer grundsätzlich berücksichtigen und den Bescheid entsprechend ändern.

Korrektur falsch übermittelter Daten - Krankenversicherungsbeiträge, Rentenzahlungen, Arbeitslosengeld und viele weitere relevante Daten des Steuerpflichtigen erhält die Finanzverwaltung auf elektronischem Weg von Dritten – Irrtum nicht ausgeschlossen. Deshalb schreibt der neue Paragraf 175b AO vor, dass bei falsch übermittelten Daten der Steuerbescheid aufzuheben oder zu ändern ist.

Kleinbetragsregelung - Bisher korrigiert das Finanzamt einen Steuerbescheid nach einem Einspruch oder einer schlichten Änderung erst bei einer Mindestdifferenz von 10 Euro. Dieser Betrag erhöht sich 2017 auf 25 Euro, allerdings nur für die Fälle, in denen der Steuerzahler mehr Steuern zahlen müsste. Bei Änderungen zugunsten des Steuerzahlers bleibt es bei der Bagatellgrenze von 10 Euro.

Nur noch Belegvorhaltepflicht insbesondere bei Spendenbescheinigungen - Wer seine Steuererklärung elektronisch abgibt, muss nun grundsätzlich zunächst keine Papier-Belege per Post mitschicken. Aus der Belegvorlage- wird eine Belegvorhaltepflicht. Das Finanzamt fordert konkret die Quittungen und Rechnungen an, die es sehen will und für das Bearbeiten benötigt. Dies gilt insbesondere für Spendenbescheinigungen von kirchlichen, mildtätigen und gemeinnützigen Organisationen, die immer mehr standardisiert elektronisch an die Finanzbehörden übermittelt werden.

Achtung

Belege ein Jahr aufheben

Auch wenn das Finanzamt bestimmte Zuwendungsbestätigungen (= Spendenquittungen) noch nicht angefordert hat, müssen Sie diese mindestens ein Jahr lang aufheben, nachdem Sie den Steuerbescheid erhalten haben (§ 50 Abs. 8 EStDV).

Elektronische Belege - Dass das Finanzamt von Arbeitnehmern Belege anfordert, soll eher die Ausnahme werden. Dies kann jedoch beispielsweise der Fall sein bei Bescheinigungen der Kapitalertragsteuer, die Sie von Banken erhalten. Neu ist, dass Sie solche Belege jetzt auch mailen oder im Elster-Portal hochladen können.

Einfacherer Nachweis des Behinderten-Pauschbetrags - Bisher musste ein Steuerpflichtiger, der den Behinderten-Pauschbetrag geltend machen will, die Behinderung jährlich neu belegen. Ab 2017 gilt die Nachweispflicht nur noch beim erstmaligen Antrag und bei Änderungen, wenn beispielsweise ein anderer Grad der Behinderung zu berücksichtigen ist. Allerdings kann das Finanzamt weiterhin Nachweise verlangen.

Sechs-Monatsfrist für verbindliche Auskunft - Über eine verbindliche Auskunft legt sich das Finanzamt in einer konkreten Steuerfrage inhaltlich fest. Diese kann der Steuerzahler gegen Gebühr beantragen. Neuerdings muss das Finanzamt binnen sechs Monate über eine verbindliche Auskunft entscheiden; andernfalls hat es zu begründen, warum innerhalb dieser Frist keine verbindliche Auskunft möglich ist. Stellen mehrere Steuerpflichtige einen Antrag, dann darf das Finanzamt für eine einheitlich erteilte, verbindliche Auskunft jetzt auch nur noch eine Gebühr verlangen.

Höhere Pflichtgrenze für die Steuererklärung - Eine letzte Änderung durch das Steuermodernisierungsgsesetz betrifft Arbeitnehmer, die sich aufgrund hoher Werbungskosten einen individuellen Freibetrag haben eintragen lassen und deshalb geringere monatliche Lohnsteuerabzüge haben. Normalerweise müssen sie zwingend eine Steuererklärung abgeben. Dafür gibt es jedoch eine Ausnahme: Erzielt ein Single 2017 maximal 11.200 Euro Arbeitslohn, dann muss er keine Steuererklärung abgeben. Für Zusammenveranlagte gilt die Obergrenze von 21.250 Euro.

Pflegeversicherung und Beitragsbemessungsgrenzen steigen

Tipp

Freiwillige Steuererklärung

Gerade Arbeitnehmer mit niedrigen Einkünften sollten prüfen, ob sie nicht freiwillig eine Steuererklärung abgeben sollten. 2017 bleiben ohnehin 8.820 als Grundfreibetrag sowie 1.000 Euro Werbungskostenpauschale und 36 Euro Sonderausgabenpauschale auf jeden Fall steuerfrei.

Während steuerlich grundsätzlich alle entlastet werden, haben manche unterm Strich höhere Abzüge als noch im Jahr 2016. Die Gründe sind der höhere Beitragssatz in der Pflegeversicherung, gestiegene Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie höhere Zusatzbeiträge von 27 gesetzlichen Krankenkassen.

So steigt der Beitrag für die Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent (für Kinderlose auf 2,8 Prozent), die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig teilen. Der Arbeitnehmer-Anteil liegt jetzt bei 1,275 Prozent. Höhere Abgaben fallen in der Kranken- und Pflegeversicherung für Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn von mehr als 52.200 Euro an. Für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung in Westdeutschland gilt nun die Grenze von 76.200 Euro und in Ostdeutschland 68.400 Euro.

Bei einem Bruttomonatseinkommen von rund 6.500 Euro führen alleine die höheren Beitragsbemessungsgrenzen sowie der höhere Satz in der Pflegeversicherung 2017 meist zu einem niedrigeren Nettogehalt als noch 2016. Die gestiegenen Sozialabgaben überkompensieren die Steuerentlastung für die meisten Besserverdiener. Das ergeben Berechnungen des Softwarehauses Datev, einer Genossenschaft von Steuerberatern, wie die Grafik zeigt.

Die vier Musterfälle zeigen für unterschiedliche Familienkonstellationen (Single, verheiratet mit zwei Kindern, kinderlose Verheiratete und alleinerziehend mit einem Kind) und Einkommen mit einem Pfeil nach oben ein höheres Netto. Ein Pfeil nach unten und einem Minus bedeuten ein niedrigeres Netto im Vergleich zu 2016.

Kommen noch höhere Zusatzbeiträge für die Krankenkasse hinzu, bleibt noch weniger im Geldbeutel als in den Beispielen gezeigt. Arbeitnehmer müssen diesen Zusatzbeitrag alleine bezahlen – ohne Arbeitgeberzuschuss.

Falls dieser Zusatzbeitrag, der im Durchschnitt bei 1,1 Prozent liegt, konstant geblieben ist, kommt für die meisten aufgrund der Steuersenkungen dennoch ein kleines Plus heraus. Zum Beispiel haben kinderlose Verheiratete in der Steuerklasse 3 mit 4.000 Euro Bruttoeinkommen aufs Jahr bezogen 100 Euro mehr in der Tasche; eine Alleinerziehende mit einem Kind in der Steuerklasse 2 mit 6.000 Euro brutto sogar 105 Euro. Kinderlose Verheiratete in der Steuerklasse 3 mit 6.500 Euro brutto zahlen hingegen 70 Euro mehr (siehe Grafik).

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Tipp

Krankenkassenwechsel

Höhere Zusatzbeiträge können Sie reduzieren oder komplett vermeiden, indem Sie zu einer günstigeren Kasse wechseln. Zwar sind rund 95 Prozent der Leistungen bei allen Krankenkassen gleich, aber bei den übrigen 5 Prozent gibt es durchaus Unterschiede – etwa bei Reiseimpfungen oder beim Zahnersatz. Finanztip hat die besten gesetzlichen Krankenversicherungen getestet.

Mehr dazu im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

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Kampf gegen Steuerhinterziehung soll besser werden

Die Steuerbehörden werden grenzüberschreitend intensiver denn je zusammenarbeiten. Für Besteuerungszeiträume seit 2016 ist der globale Informationsaustausch über Finanzkonten möglich. Ab September 2017 treten in Deutschland Gesetze in Kraft, die es ermöglichen, Informationen über Kapitalanlagen in Deutschland an ausländische Behörden weiterzugeben. Korrespondierend dazu beteiligen sich die meisten OECD-Staaten an diesem wechselseitigen Informationsaustausch, sodass Deutsche Finanzkonten im Ausland nur noch in sehr wenigen Steueroasen verheimlichen können.

Die Ämter tauschen nicht nur Adress- und Kontodaten aus und automatisieren diesen Datenfluss über Kapitalerträge. Sie leisten auch Amtshilfe beim Eintreiben von Steuern und unterstützen beim Zustellen von Steuerbescheiden. Darüber hinaus können sie sich an Steuerprüfungen im Ausland und an parallelen Steuerprüfungen in verschiedenen Staaten beteiligen.

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.